Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Marzipan n.
Marzipan n.
Marzipan n. weiche Masse aus Mandeln und Zucker, seit dem Anfang des 16. Jhs. im Dt. bezeugt. Wort und Sache werden mit dem Italienhandel (ital. marzapane) übernommen. Die weitere Herkunft ist ungewiß. Eine (sehr hypothetische) Herleitung versucht in: ZfdWf. 6 (1904/05) 59 ff.: Arab. mauṯabān ‘wer seinen Sessel nicht verläßt’, eine Ableitung von arab. waṯaba ‘still sitzen’, wird vor 1200 bei südarabischen Händlern Bezeichnung für eine byzantinische Münze mit dem Bild eines auf dem Thron sitzenden Christus. Eine von den Venezianern geprägte Nachahmung (seit 1193) wird venezian. mat(t)apàn genannt. In Syrien (1202) bezeichnet marzapanus eine auf importierte Waren erhobene Abgabe, in Venedig (13./14. Jh.) marzapane eine kleine Schachtel. Schließlich wird (im 14. Jh.) die Bezeichnung auf den Inhalt der Versandschachtel ‘Teig aus Zucker und Mandeln, Süßigkeiten daraus’ übertragen. Bei dieser Annahme bleibt jedoch zumindest die Lautentwicklung (zumal im Konsonantismus) unerklärt. Neuerdings wird auf die burmesische Stadt Martaban und von dort stammende Porzellangefäße verwiesen, vgl. 3, 725. Der älteste dt. Beleg marczapan folgt der ital. Lautform (s. oben). Die zuerst Mitte des 16. Jhs. belegte, heute geläufige Form Marzipan beruht wohl auf einer volksetymologischen Deutung, die von mlat. *Marci panis ‘Markusbrot’ ausgeht.