Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Mandarin
Mandarin
Mandarine f. Der Name der aus Südostasien stammenden, seit dem 19. Jh. auch im Mittelmeerraum kultivierten kleinen und aromatischen Zitrusfrucht findet sich allgemein in Europa, vgl. engl. mandarin orange, mandarin(e), span. (naranja) mandarina, nl. mandarijn, russ. mandarín (мандарин) sowie die bereits im 18. Jh. bezeugten Formen frz. mandarine, ital. mandarino. Die Aufeinanderfolge der Entlehnungsvorgänge ist nicht genau bekannt, doch gelangt die Bezeichnung um 1850 wohl aus dem Frz. ins Dt. Zu ihrer Erklärung wird gelegentlich auf ein Mandara verwiesen, das Eingeborenenname der für den Südfruchtanbau besonders geeigneten Insel Mauritius sein soll. Einleuchtender ist allerdings der verbreitetere Anschluß an das in nhd. Mandarin m. (17. Jh.) vorliegende, von Europäern als Bennennung für einen hohen Würdenträger im kaiserlichen China (chin. guan) gebrauchte Substantiv; in diesem Falle stellt sich der Zusammenhang entweder durch die farbliche Übereinstimmung mit der Tracht der chinesischen Staatsbeamten oder durch die hohe Qualität der Orangenart (botan.-lat. Citrus nobilis) her (also z. B. span. naranja mandarina ‘Mandarinorange’). Mandarin geht letztlich auf aind. mantrín-, hindust. mantrī, mal. mantari ‘Ratgeber eines Fürsten, Minister’ (zu aind. mántraḥ ‘Rede, heiliger Spruch, Preislied’) zurück, das (vermutlich unter dem Einfluß von port. mandar ‘befehlen, herrschen’) zu port. mandarim (1514) umgeformt, auf chinesische Verhältnisse angewandt und so den anderen europ. Sprachen übermittelt wird, vgl. engl. mandarin, nl. mandarijn, frz. mandarin, span. mandarín, ital. mandarino, russ. mandarín (мандарин).