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Mühlen

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Mühlen

Bd. 4, Sp. 254
Mühlen heißen im allgemeinen alle diejenigen Maschinen, welche, durch irgend eine Kraft in Bewegung gesetzt, zur Verkleinerung eines Stoffes dienen, so Oel-, Gyps-, Stampf-, Mehl- od. Getreide-M. etc.; ferner auch solche Werke, bei denen der zerkleinerte Stoff noch weiter bearbeitet wird, wie Pulver-, Papier-M. Im gewöhnlichen Sinne versteht man unter dem Ausdruck M., ohne weitern Beisatz. nur die Getreide-M. Nach Verschiedenheit der bewegenden Kraft theilt man die M. in Hand-, Tret-, Roß-, Wind-, Wasser- und Dampf-M. Bei den Hand-M. (jetzt ganz abgekommen) wird durch die Kraft der Hände ein Schwungrad in Bewegung gesetzt. Bei den Tret-M. wird ein großes Rad, als Treibrad, durch Treten von Menschen außerhalb auf die Staffeln desselben in Bewegung gebracht. Roß-M. sind solche, wo ein senkrechter, von Pferden um seine Achse getriebener Wellbaum die Mühle in Gang setzt. Bei den Wind-M. wird das Triebrad durch Eingreifen des Windes in die langen, mit Tuch bespannten Flügel des Wellbaums bewegt. Um die Flügel in den Wind stellen zu können, läßt sich entweder das ganze Gebäude auf einer Achse drehen (Bockwind-M.) oder bloß das Dach (holländ. Wind-M.). Die Wasser-M. sind entweder oberschlächtige, wo das Wasser von oben auf die Schaufeln des Rades fällt und durch seine Schwere wirkt, oder unterschlächtige, wo das Wasser von unten durch Stoß auf die Schaufeln wirkt. In neuerer Zeit hat man auch horizontale Wasserräder, sog. Turbinen. Die Wasser-M. zerfallen in feststehende od. Pfahl-M. und in Schiff-M. Die Haupttheile des Gangwerks bei den gewöhnlichen Getreide-M. sind 2 über einander befindliche cylindrische Mühlsteine, deren unterer (der Bodenstein) fest liegt, während der obere (Läufer) sich schnell um seine Achse dreht. Diese Bewegung wird ihm vom Wellbaume durch ein Kammrad ertheilt. Je nach der höhern oder tiefern Stellung des Bodensteines wird das Getreide zu Mehl zerrieben oder bloß geschält u. zu Graupen od. Grütze bereitet. Durch eine Oeffnung in der Mitte des Läufers gelangt das Getreide von oben her zwischen die Steine. Beide Steine sind von einer Trommel od. Butte umgeben, welche sich nach dem Mehlbeutel hin ausmündet. Dieser Mehlbeutel nimmt das zermahlene Getreide auf, u. in ihm geschieht die Absonderung des Mehls von den Kleien, indem bei dem beständigen, ihm von dem Getriebe durch eine besondere Vorrichtung mitgetheilten Schütteln desselben, das feinere Mehl durch die Poren oder Maschen des Beutels durchfällt. — Die ältesten M. waren Hand-M.; ihnen folgten die Roß-M. Die ersten Wasser-M. wurden zu Rom unter Augustus errichtet. Die Wind-M. sind eine Erfindung des 12. Jahrh. Eine wesentliche Vervollkommnung fanden die M. in dem neuern engl.-amerik. System, durch die sog. Kunst-M. Durch Verbesserung des Mahlprozesses, des Beutelns, u. besonders durch die ihnen eigenthümliche Kühlvorrichtung erhält man aus denselben ein feineres, weißeres und ausgibigeres Mehl, das zugleich haltbarer ist, indem es trocken vermahlen wird.
2984 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mühlen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Mühlen heißen im allgemeinen alle diejenigen Maschinen, welche, durch irgend eine Kraft in Bewegung gesetzt, zur Verklei…

  2. modern
    Dialekt
    mühlen

    Südhessisches Wörterbuch

    mühlen Band 4, Spalte 803-804

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mühlen

82 Bildungen · 82 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

mühlen‑ als Erstglied (30 von 82)

Mühlenamt

DRW

mühlen·amt

Mühlenamt, n. I für die Verwaltung der Mühlen (I) und die Erhebung der Mühlengefälle zuständige Behörde dat wasser ..., dat vp yre broitmoil…

Mühlenarzt

DRW

mühlen·arzt

Mühlenarzt, m. der Mühlen (I) baut oder repariert; auch als Mühlenpächter vgl. Mühlmacher, Mühlenmeister (III) [soll man] dem mollenartz in …

Mühlenbach

Herder

mühlen·bach

Mühlenbach , siebenbürg. Freistadt, nordwestl. von Hermannstadt, mit 4600 E., Weinbau und Manufacturen.

Mühlenbann

DRW

mühlen·bann

Mühlenbann, m. I nur mnl. wie Mühlenrecht (I) vorts zu ... hilt der scheffen vurs. dat hee ... vroegen sall den waeterganck ende moelenban 1…

Mühlenbau

DRW

mühlen·bau

Mühlenbau, m. mnd. n. I Herstellung einer Mühle (I) dat molenbůy, dat in der hantvestinge steit 1331/63 HHildeshUB. IV 675 edict, das muͤhle…

Mühlenbefurchung

DRW

mühlen·befurchung

Mühlenbefurchung, f. Grenzbeschreibung der zu einer Mühle (I) gehörenden Liegenschaften etliche mulen ..., welche meim gnedigen herrn etlich…

Mühlenbeläufer

DRW

Mühlenbeläufer, m. ein Angestellter des Mühlenamts (I) hat der muͤhlen-belaͤuffer fuͤr andern darauf fleißig acht zu geben, dieselben [muͤhl…

Mühlenbereuter

DRW

mühlen·bereuter

Mühlenbereuter, m. urspr. berittener Aufsichtsbeamter im Mühlenwesen, dann auch mit allgemeinen polizeilichen Aufgaben [haben wir] dem landt…

Mühlenbeschauung

DRW

mühlen·beschauung

Mühlenbeschauung, f. wie Mühlbeschau innerhalb 30 jahren [wurde] ... kein actus der muͤhlen-beschauung mehr fuͤrgenommen 1631 Beyer,Mühlenba…

Mühlenbeseher

DRW

mühlen·beseher

Mühlenbeseher, m. wie Mühlbeschauer es söllent ouch die mülenbeseher, by iren eiden, verbunden sin selbs in die mülen zů gän, so dick sie no…

Mühlenbesichtigung

DRW

mühlen·besichtigung

Mühlenbesichtigung, f. wie Mühlbeschau damit sich jeder müller für schaden vnd straff zu huetten, so solle diese mühlordnung, wie sich gebue…

Mühlenbeständer

DRW

mühlen·beständer

Mühlenbeständer, m. Pächter einer Mühle (I) falß sichs auch zutruͤge, daß vorerwehnter muͤhlen-bestaͤnder J.P. oder seine erben die muͤhle v…

Mühlenbeunde

DRW

mühlen·beunde

Mühlenbeunde, f. unter Sonderrecht stehendes, meist eingehegtes Grundstück, das zu einer Mühle (I) gehört die mulenstatt, so auf den vorgesc…

Mühlenbrief

DRW

mühlen·brief

Mühlenbrief, m. I Urkunde über die Beleihung mit einer Mühle (I), dann auch die Konzession für den Mühlenbetrieb der vormelt abt J. hat sich…

Mühlenbruch

Herder

mühlen·bruch

Mühlenbruch , Christ. Friedr., geb. 1785 zu Rostock, nacheinander Professor zu Rostock, Greifswalde, Königsberg, Halle und Göttingen, wo er …

Mühlenbuch

DRW

mühlen·buch

Mühlenbuch, n. I Aufzeichnung des Mühlenrechts (I) und der Mühlenordnung, Zunftbuch der Müller (I) vorder wart gefraget umme eyn ordel dat r…

Mühlendiener

DRW

mühlen·diener

Mühlendiener, m. Bediensteter des Mühlenamts (I) solchem betrug aber zu begegnen, wollen wir einen polirten stahl fertigen lassen, damit uns…

Mühlendienst

DRW

mühlen·dienst

Mühlendienst, m. I dem Grundherrn zu leistender Frondienst für dessen Mühle (I) di freiung desselben muldienst 14. Jh. SPöltenUB. II 215 Anm…

Mühleneigenherr

DRW

mühlen·eigenherr

Mühleneigenherr, m. Eigentümer einer Mühle (I) dass die müller oder mühleneigenherren schuldig sein sollen, das wasser in dem runss und bett…

Mühleneinkunft

DRW

mühlen·einkunft

Mühleneinkunft, f. Einnahmen von einer Mühle (I) vgl. Mühleintrag, Mühlkanon weiln auch bey der muͤhlen-einkunfft und accise großer mangel g…

Mühlenerbe

DRW

mühlen·erbe

Mühlenerbe, m. ab 1276 in den lat. Quellen coheredes molendinorum in Köln: Bez. für ein Mitglied in der Genossenschaft bürgerlicher Anteilse…

Mühlenerhöhung

DRW

Mühlenerhöhung, f. Steigerung des Mahllohns (I) [Verhandlung:] wegen lastgeldes, sowol mühlen- und wagenerhöhung 1609 Rigafahrer 246 Faksimi…

Mühlenessen

DRW

mühlen·essen

Mühlenessen, n. in Luxemburg die vom Müller jährlich zu leistende Mahlzeit für die Gerichtsmitglieder bei der Mühlbeschau dem müller gebüret…