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luftig

ahd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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13
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19

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

luftig

luftig

Luft f. ‘die Erde umgebendes Gasgemenge, Atmosphäre, leichter Wind, freier Raum, Zwischenraum’, ahd. luft m. f. (8. Jh.), mhd. asächs. luft m. f. ‘Luft, Wind, Himmel’, aengl. lyft m. f. n. ‘Luft, Himmel’, dann auch ‘Dachstube’, anord. lopt n. ‘Luft, Himmel, Dachstube’, schwed. loft ‘Dachstube’, got. luftus m. ‘Luft’, daneben (mit nd.-nl. cht für ft, s. anrüchig) mnd. lucht ‘(Tages)licht, Luft(raum), oberes Stockwerk eines Hauses, Boden’, mnl. lucht, locht ‘Luft, Rauch, oberes Stockwerk eines Hauses’, nl. lucht ‘Luft’. Die Herkunft ist ungewiß. Wenn man der vorgenannten Zusammenstellung der germ. Ausdrücke folgt und annimmt, daß die Bezeichnungen für ‘Luft’ und ‘oberes Stockwerk, Dachstube’ aus einer gemeinsamen Vorstufe hervorgegangen sind, dann darf eine ursprüngliche Bedeutung ‘Bedeckung, Rinden- oder Schindeldach’ vermutet werden, aus der sich Luft als ‘nach oben abschließende Decke’, gleichsam ‘Dach der Welt’, entwickelt haben könnte. Als Verwandte wären vergleichbar Laub, Laube und die unter Rotlauf (s. d.) genannten Formen sowie außergerm. griech. lȳ́pē (λύπη) ‘Kummer, Trauer’, lat. liber (aus *luber) ‘Bast, Buch’, lit. lúoba ‘Baumrinde’, lùpti ‘schälen, abhäuten’, russ. lub (луб) ‘Baumrinde, Bast’, lupít’ (лупить) ‘schälen, enthülsen’. Germ. *luftu- m. bzw. *lufti- f. könnte dann an die Labialerweiterungen ie. *leup-, *leub(h)- ‘abschälen, entrinden, abbrechen, beschädigen’ der Wurzel ie. *leu- ‘abschneiden, trennen, loslösen’ (s. los) angeschlossen werden. Fem. Genus setzt sich im Dt. aus md. Gebrauch seit dem 16. Jh. unter dem Einfluß Luthers in der Schriftsprache durch. – 1lüften Vb. ‘hochheben (in die Luft)’, mhd. lüften ‘in die Luft heben, auf-, emporheben’, frühnhd. auch ‘eine Erleichterung, eine Ausnahme gestatten’, mnd. lüchten, mnl. luchten, anord. lypta ‘hochheben’ (s. Lift, liften). 2lüften Vb. ‘Luft einwirken lassen, der Luft aussetzen’ (17. Jh.); dazu Lüftung f. ‘Ventilation’ (17. Jh.). luftig Adj. ‘voller Luft, locker’, mhd. luftec, luftic, lüftic; vgl. ahd. luftīg ‘in der Luft befindlich’ (11. Jh.). Luftikus m. ‘leichtsinniger Mensch, Windbeutel’ (19. Jh.), in der Studentensprache latinisierend zu luftig ‘leichtsinnig’. Luftballon m. ‘mit Heißluft oder Gas gefüllter Ballon für die Luftfahrt’ (18. Jh.), s. Ballon; auch als Kinderspielzeug (20. Jh.). Luftpumpe f. ‘Pumpe zum Einpressen von Luft’ (1719), gebildet analog zu Wasserpumpe (16. Jh.). Luftschloß n. ‘Wunschvorstellung, Phantasie-, Traumgebilde’ (17. Jh.); vgl. ein Schloß in den Lufft bawen (16. Jh.). Luftschiff n. ‘Luftfahrzeug’ (18. Jh.).
2562 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    luftîgadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    luftîg adj. , mhd. luftec, -ic, lüftic, nhd. luftig, lüftig; mnd. lüchtich, lüftich, mnl. luchtich. — Graff II,209. luft…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Luftig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Luftig , -er, -ste, adj. et adv. Luft habend, aus der Luft bestehend, doch in verschiedenen Einschränkungen. 1. So ferne…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    luftig

    Goethe-Wörterbuch

    luftig auch -ü-; als Hörfehler B33,364 u Var zu ‘lustig’ 1,372 30,295 12,383 1 (wie die Erdatmosphäre) gasförmig; einmal…

  4. modern
    Dialekt
    Luftig

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Luftig [Lùftik Steinb. ] m. leichtsinniger Mensch. Dë r L. macht si ch ke in bös es Geblüet macht sich keine Sorgen.

  5. Sprichwörter
    Luftig

    Wander (Sprichwörter)

    Luftig 1. So lochtig as 'ne Alle. ( Grafschaft Mark. ) – Frommann, V, 161, 108. 2. So lochtig as 'ne Fuarskefuet (Frosch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit luftig

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von luftig

luft + -ig

luftig leitet sich vom Lemma luft ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von luftig 2 Komponenten

luf+tig

luftig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

luftig‑ als Erstglied (2 von 2)

luftigen

DWB

luft·igen

luftigen , verb. luftig machen, in die luft heben: vier mittel .. ergreift er ( Klopstock ) um seine gestalten zu luftigen, auf einer Ossian…

luftigkeit

DWB

luftig·keit

luftigkeit , f. nach luftig 1, zustand in zugluft oder frischer luft: dann diese oberste luftigkeit ist nicht so kalt, wie der under luft. T…

Ableitungen von luftig (1 von 1)

unluftig

DWB

unluftig , adj. , gth. v. luftig 9 (10): Lavater physiogn. fragm. 4, 227 . —