Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
lindi
Ra]), Gl. 4,25,20 (2. Viertel des 9. Jh.s,
alem.) und weiteren Gl., bei O, in NBo,
NMC, Nps und Npw:
‚sanft, mild, ruhig,, wint linder in win-
lieblich, zart, gelassen, angenehm, lau; blan-
dus, lenis, lentus, levis, liquidus, mollis, pla-
cabilis, placidus, tener‘
tar
‚sanfter Wind im Winter; zephiri. lenes(mit formal inkon-
vent[i] qui verno tempore‘
gruentem Pl. im Lat. und semantisch inkon-
gruentem
‚Frühlingswind‘im Lat.; vgl. Krotz
2002: Nr. 891) 〈Var.: -th-〉. lind bei O ist
sicher kein Beleg für einen a-St., sondern
zeigt Apokope von -i im Reim (2, 7, 36 mua-
tes línd – dúbunkind, 2, 19, 19 filu línd – gó-
tes kind), da sonst keine endungslosen Formen
überliefert sind. – Mhd. lint, linde adj.
‚zart,, lint kost
weich, sanft, milde‘
‚wenig gesalze-, sleht und linde sîn
nes Essen‘
‚glatt, nicht, frühnhd. lind adj.
behaart sein‘
‚weich, sanft,,
angenehm schmeckend, milde, nachsichtig,
freundlich, rücksichtsvoll, leicht, leichtfertig‘
nhd. lind adj.
‚angenehm mild, sanft, zart‘.