Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
lîb
Kb]. 240,7. 266,30 [Kb]) und weiteren Gl., I,
T, OT, B, GB, H, O, Oh, Ol, BG, FP, FT, L,
M, MF, MH, WK, G, OG, Ph, RhC, Prs B,
BaGB/WeGB, WeGB II, BGB II, III, GGB
II, III, MGB, AGB und NBo, NCat, NMC,
Nps, Npg, Npw sowie WH:
‚Leben, Dasein,, ana-
irdisches Leben, Lebenskraft, Lebenswandel,
Lebensweise, Existenz, Lebensführung, Klos-
terleben, Lebenslage, Lebensunterhalt, Leib;
aevum, anima, caro, conversatio, corpus,
fortuna, habitus, lux, modulus, mores, nexus
membrorum, spiraculum, uterus, vita‘
skouwônti lîb
‚geistiger Betrachtung gewid-, antwert /
metes Leben; vita contemplationis‘
antwurti / gaganwerti / gaganwertîg / ga-
ganwurtîg / hiutîg lîb
‚gegenwärtiges, irdi-,
sches Leben; vita praesens, vita hodierna‘
arbeitsamêr / gitâtlîh lîb
‚tätiges, mit guten, êwî-
Taten ausgefülltes Leben; vita activa‘
gêr lîb
‚Leben in Ewigkeit, ewiges Leben,,
für immer; vita in saeculum / in aeternum /
perennis, corona vitae, resurrectio vitae‘
êwîn / iowesanti lîb
‚immerwährendes, ewi-, gimah lîb
ges Leben; vita aeterna‘
‚ange-, gimeinêr lîb
nehmes Dasein‘
‚gemeinsames, ir-
Zusammenleben, Gemeinde; communio‘
disc lîb
‚irdisches Dasein; vita terrena‘, niu-
1225 lîbS1226
wi lîb
‚neues Leben; vita nova‘, sâlîg lîb
‚glückliches Leben; vita beata‘, skôni lîb
‚schönes Leben‘, tôtlîh lîb
‚sterblicher Kör-, zigêntlîh / irwertit lîb
per; corpus mortale‘
‚vergängliches Leben; vita corruptibilis‘, lî-
bes frist
‚Lebenszeit; vita metis‘, des lîbes
arnung
‚verdienstvoller Lebenswandel; me-, des lîbes framgang
ritum vitae‘
‚Lebensfüh-, des lîbes
rung, Lebenswandel; conversatio‘
skepfida
‚Lebensbeschaffenheit; vita‘, zi lîbe
‚das ganze Leben lang, immerdar‘, zi lîbe
gikêren
‚zum Leben zurückkehren; resur-, zi lîbe ziohanti
gere‘
‚Lebenskraft gebend,, ana den lîb
lebenserhaltend; saluber, vitalis‘
fâhan / râtan, des lîbes fârên
‚nach dem, lîb habên
Leben trachten; in animam captare, necem
struere, occīdere, tradere‘
‚ver-, sîn lîb firworaht
schont, unbehelligt bleiben‘
habên
‚sein Leben verwirkt haben‘, des lîbes
skolo sîn
‚des Todes schuldig sein‘〈Var.:
-ii-, -i-, -ie-, -ei-; -p, -ph〉. – Mhd. lîp st.m.
‚Leben, Leib, Körper, Magen‘, an lîbe
‚bei, al mînen lîp
Lebzeiten‘
‚mein ganzes Le-, etwas ûf den lîp nemen
ben‘
‚sein Leben, einem von dem lîbe
dafür zum Pfand geben‘
tuon
‚töten, mit dem Tod bestrafen‘, von lîbe
komen
‚abmagern‘, eigen vom lîp
‚leibei-, frühnhd. leib m.
gen‘
‚Körper, Leichnam,, den leib über sich ziehen
Rumpf, Mutterleib, Leben, äußere Hülle, Ge-
stalt‘
‚sich mäs-, zu leibe kommen
ten‘
‚zu Kräften kommen‘,
grossen leibs werden
‚schwanger werden‘,
mit sein selbes leib
‚persönlich‘, leib an leib
und gut an gut Rechtsformel für die eheliche
Lebens- und Gütergemeinschaft, nhd. Leib
m.
‚Körper, äußere Erscheinung eines Men-. In
schen, Rumpf, Unterleib, Bauch, Magen‘
der alten Bed.
‚Leben‘wird das Wort durch
den subst. Inf. Leben verdrängt; vgl. die
tautologische Verwendung in der Zwillings-
formel Leib und Leben (Leib und Leben wa-
gen
‚alles wagen‘). Zu weiteren sprw. Re-
densarten vgl. Röhrich 2003: 2, 948 f.