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kripfen

ahd. bis nhd. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
Anchors
14 in 8 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

kripfen

kripfenAWB sw.v. I, Gl. 2,632,30 (11. Jh.,
bair.) und Gl. in St. Mihiel, Ms. 25 (11. Jh.,
alem.; vgl. Thoma 1975: 14, 32; Meineke
1983: 160 Nr. 320), APs, Nps und Npw:
‚ergreifen, greifen, in seine Gewalt bringen;
arripere, diripere, eripere, rapere
(mhd.
kripfen, gripfen, nhd. mdartl. ält. schweiz.
kripfen ‚ergreifen, anfassen‘ [Schweiz. Id.
3, 847; Stalder, Versuch eines schweiz. Id.
1, 482], vorarlb. kripfen ‚zwicken, tüchtig
zugreifen‘
[Jutz, Vorarlberg. Wb. 2, 163],
kärnt. gripf⋅n ‚[stark] greifen‘ [Lexer, Kärnt.
Wb. 124], tirol. kripfεn, gripfn ‚mit den
Fingern zuckend kratzen‘
[Schöpf, Tirol.
Id. 214; Schatz, Wb. d. tirol. Mdaa. 1, 256],
bair. kripfen, gripfen [Schmeller, Bayer.
Wb.2 1, 1379], schwäb. *gripfen ‚kneifen‘,
799 untarkriochan – kripfenS800
grippen ‚stehlen, packen‘ [Fischer, Schwäb.
Wb. 3, 841], els. grippen ‚stehlen‘ [Mar-
tin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 1, 279], bad.
grippen, gripsen ‚heimlich und rasch ent-
wenden‘
[Ochs, Bad. Wb. 2, 475], rhein.
grippen ‚habgierig zugreifen, heimlich steh-
len‘
[Müller, Rhein. Wb. 2, 1413 f.], pfälz.
grippen, gripsen ‚greifen, entwenden‘ [Christ-
mann, Pfälz. Wb. 3, 448
], südhess. grippen
‚stehlen‘, grippsen ‚hastig greifen‘ [Maurer-
Mulch, Südhess. Wb. 2, 1470]; vgl. schles.
grippeln ‚kratzen, herumgreifen‘ mit itera-
tivem l-Suffix [Mitzka, Schles. Wb. 1, 454]).
Das Intensiv ahd. kripfen mit obd. An-
lautvariante k- (< urgerm. *rippii̯e/a-) ist
zum st.v. I grîfan (s. d.) gebildet (vgl. Lühr
1988: 356; Riecke 1996: 189; zur Anlautva-
riante k- vgl. H. Tiefenbach, BNF 11 [1976],
338 und BNF 15 [1980], 70 f.). S. grî-
fan. – bikripfenAWB Gl. 2,606,10 (in 3 Hss., 10.
und 11. Jh.) und Gl. in St. Mihiel, Ms. 25
(11. Jh., alem.; vgl. Thoma 1975: 15, 9; Mei-
neke 1983: 163 Nr. 333): ‚ergreifen, fest an-
fassen, umklammern; invadere, obuncare

(vgl. mhd. begripfen ‚rasch und wiederholt
ergreifen‘
). – furikripfenAWB Gl. 1,286,49
(Anfang des 9. Jh.s, alem.). 49/50 (frühes
9. Jh., alem.) und Gl. in St. Mihiel, Ms.
25 (11. Jh., alem.; vgl. Thoma 1975: 9, 10;
Meineke 1983: 117 Nr. 179a): ‚wegnehmen,
entreißen, abspenstig machen; praeripere
. –
gikripfenAWB in der Sam (1,41,23) und weiteren
Gl., in B, GB: ‚ergreifen, an sich reißen;
arripere, diripere, invadere
, im Part.Präs.
‚entrückt, ergriffen, besessen; arrepticius. –
irkripfenAWB Gl. 2,32,68 (Hs. Ende des 10. Jh.s,
Zeit des Gl.eintrags unbekannt). 645,4
(11. Jh., bair.) und Gl. in Paris, Lat. 8318
(11. Jh.; vgl. Tiefenbach 1977: 28): ‚ergrei-
fen, packen, fortreißen; abripere, corrripere

(mhd. erkripfen, ergripfen). – untarkripfenAWB
Gl. 1,290,57 (in 2 Hss., beide Anfang des
9. Jh.s, alem.); 2,310,18 (Ende des 8./Anfang
des 9. Jh.s) und Gl. in St. Mihiel, Ms. 25
(11. Jh., alem.; vgl. Thoma 1975: 8, 1;
Meineke 1983: 177 Nr. 148), in MH: ‚etw.
an sich bringen, heimlich ergreifen, er-
schleichen; surripere
. – Ahd. Wb. 5, 413 ff.;
Splett, Ahd. Wb. 1, 323; Köbler, Wb. d. ahd.
Spr. 95. 344. 405. 616. 681. 1173; Schütz-
eichel7 183; Starck-Wells XLIII. 824 f.;
Schützeichel, Glossenwortschatz 5, 344 f.
3178 Zeichen · 167 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kripfen

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +6 Parallelbelege

    kripfenAWB sw.v. I, Gl. 2,632,30 (11. Jh., bair.) und Gl. in St. Mihiel, Ms. 25 (11. Jh., alem.; vgl. Thoma 1975: 14, 32…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kripfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    kripfen swv. s. gripfen u Part. B. 5952. 6028. Troj. 28554. 39834.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kripfen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kripfen , 1 1) heftig oder rasch greifen, ergreifen, ahd. chripphan, chriphan rapere, diripere Schm. 2, 392 , kachripfia…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kripfen

13 Bildungen · 1 Erstglied · 10 Zweitglied · 2 Ableitungen

kripfen‑ als Erstglied (1 von 1)

kripfen als Zweitglied (10 von 10)

bikripfen

KöblerAhd

bikripfen , sw. V. (1a) nhd. eindringen, einreißen, ergreifen, umklammern, an sich raffen, fest anfassen ne. seize (V.), rob, tear away ÜG.:…

erkripfen

Lexer

er-kripfen swv. s. ergripfen.

furikripfen

KöblerAhd

furi·kripfen

furikripfen , sw. V. (1a) nhd. greifen, rauben, wegreißen, wegnehmen, abspenstig machen, entreißen ne. seize (V.), rob, tear away ÜG.: lat. …

gikripfen

KöblerAhd

gikripfen , sw. V. (1a) nhd. ergreifen, greifen nach, an sich reißen, angreifen, überfallen (V.), zerreißen, unter seinen Einfluss bringen n…

irkripfen

KöblerAhd

irkripfen , sw. V. (1a) nhd. ergreifen, wegnehmen, fortreißen, packen ne. seize (V.), take (V.) away ÜG.: lat. abripere Gl, corripere Gl Q.:…

untarkripfen

KöblerAhd

untarkripfen , sw. V. (1a) nhd. greifen, entreißen, heimlich ergreifen, wegnehmen, entziehen, in seine Gewalt bringen, an sich bringen, ersc…

verkripfen

Lexer

ver·kripfen

ver-kripfen , ver-krippen swv. in gedrange die verkripten j.Tit. 4057. vgl. unverkript u. Germ. 7,95.

überkripfen

KöblerMhd

überkripfen , sw. V. Vw.: s. überkrüpfen

ūfkripfen

KöblerMhd

ūfkripfen , sw. V. nhd. aufgreifen E.: s. ūf, kripfen W.: nhd. DW- L.: Hennig (ūfkripfen)

Ableitungen von kripfen (2 von 2)

erkripfen

Lexer

er-kripfen swv. s. ergripfen.

verkripfen

Lexer

ver-kripfen , ver-krippen swv. in gedrange die verkripten j.Tit. 4057. vgl. unverkript u. Germ. 7,95.