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Krapen

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RhWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Krapen

Bd. 4, Sp. 1380
Krapen das Wort ist allg. an der oNahe von Birkf-Dienstw Eisen Gimbw Schwarzenb über Wend, Ottw, dann an der ganzen Saar, Hochw (südl. bis zur kurtrier.-kurpfälz. Grenze), an der Mos bis Zell u. vereinzelt Koch-Stdt Bertrich Lutzerath Leienkaul, Kobl-Wallersh, südl. der Mos bis einschl. Hochw, Bernk-Longkamp Berglicht Merschd Rapperath, Zell-Lötzbeuren Raversbeuren, Goar-Morshsn NGondershsn Weiler [vereinzelt in Simm (Irmenach, Laub), Kreuzn-Hüffelsh Dalbg Bockenau; sonst Rhfrk Krappen]; von der Mos steigt das Wort über Wittl, Bitb [doch WBitb grup], Prüm bis Malm-Dürler hinab, im O. reichend etwa bis einschl. Schleid-Urft, Daun-Lissend Wiesbaum Strohn NWinkel Meisbg Tettschd, Wittl, u. [] zwar -bə, –:bə(n), –:p- [-ǫp- Prüm hier u. da] m. Sg. u. Pl.; doch -:p, –ō:- f., m., Pl. -bə(n) u.- E:p, –ē:- Saarbr-Quierschd, Merz-Schweml, Saarbg allg., Trier-Conz Heidw Schilling Newel Welschbillig Thomm (-ǫ-) Gilzem, Wittl vielfach, Bitb durchweg, Prüm-Feuerschd Kopp Leidenborn OSevenig Ihren Stadtkyll (-ǫ-), Malm-Dürler, Schleid-Urft, Wittl-Bausend, Daun-Strohn, Koch-Stdt; -wə m. Sg. u. Pl. Kreuzn-Bockenau Dalbg, Wend-Heimb Pfeffelb, Ottw-Wiebelsk; Demin. -Ebχə(n), –E:-, –ē:-: 1.a. grosser, eiserner Haken, etwa zum Aufhängen von Fleisch, Fleschkr., am Mantelbrett (Pl. dieses selbst), zum Aufhängen von Kleidern, hängk den Hut on de Kr.; Haken am Dach zum Anhängen der Leiter, der Dachrinne; H. an der Kette; Holzhaken zum Anhängen der Obstpflückkörbe Mosfrk (nicht WBitb, wo Krupp); Haken zum Heben des Holzriegels an der Türe Koch-Leienkaul; Kräpcher eine Reihe kleiner Häkchen an den beiden Seiten (Flügeln) der Spule am Spinnrad Simm-Laub; Haken, in die Öse am Kleide passend Kreuzn-Dalbg (-wə) Hüffelsh Bockenau (-Ewiχər), Merz-Weisk, Saarbg-Faha, Wittl-Reil, Koch-Bertrich, Daun-Wiesbaum; Kräpche Anfasser für Ofenringe Goar-Morshsn. RA.: Der micht en Bockel wie en Gr. Zell-Raversbeuren. Ebbes on de Kr. hänken etwas, ein Geschäft aufgeben Trier-Stdt; de Maul un de Kr. h. schweigen Merz-Saarhölzb. — b. Haken an langer Stange (Stiele). α. Brandhaken zum Niederreissen brennender Balken (Häuser) Mosfrk (nicht WBitb). — β. H. mit Stange für Schiffer u. Fischer ebd. — γ. H. zum Herausziehen des in den Brunnen gefallenen Eimers, Petzkr. Prüm; der Haken, mit dem nach dem Volksgl. der Brunnengeist die Kinder in den Brunnen zu sich zieht Saarbg, Bitb. — δ. spitzwinkeliger H. an einer Stange, zum Herabziehen des dürren Holzes; ein Ast mit hakenförmigem Aststumpf an einem Ende, um bei der Obsternte die Zweige zu sich heranzuziehen Saarl, Merz, Saarbg, Trier, Wittl, Bernk, Bitb-Hütting Rittersd, Prüm, Daun-NWinkel. — ε. karstähnliches, zweizinkiges Gerät zum Rupfen des Heues vom Heustock, Heikr. Ottw, Saar, Trier, Wittl, Bernk, Daun, Bitb (WBitb Krupp), Prüm, Malm. — ζ. dass. zum Stallausmisten u. zum Herabziehen des Mistes vom Wagen auf das Ackerstück, Meschtkr. Birkf, Wend, Ottw, Saarbr, Saarl, Merz. — Dreizinkige Mistgabel Wend-Winterb. — η. grosser Karst schlechthin; der Kr. es em Garde Ottw, Saarl, Merz, Hochw, Goar-N Gondershsn; -wə alte Kartoffelharke Ottw-Wiebelsk. — c. Scharre mit hakenförmiger Schaufel. α. zum Zusammenscharren des Strassenschmutzes Saarbg-Tawern (s. Krake, Krage). — β. f. zum Herausscharren der noch glühenden Backofenkohlen WBitb (sonst m.). — γ. zum Zusammenscharren der Teigreste in der Backmulde []Saarbg (m.), Trier-Heidw (f.), WBitb (f.), Prüm-OSevenig (m.). — δ. zum Mengen des Mörtels, Speiskr. Saarbg-Onsd, Trier, Wittl, Bitb-Schankw Speicher, Daun-Wallenborn, Prüm-Mürlenb. — ε. -E:bχən Schüreisen, um den Ofen zu stochern Trier-Zemmer; -:p Schleid-Urft. — d. Schwing- oder Stelzpflug Saarbg-Nennig. — e. -ī:pχəs ein Knabensp.; an einem Pfahl wird ein Häkchen aufgehangen; ein Mitspieler ist Hüter des Häkchens, nach dem die andern mit Stöcken werfen Prüm-Weinsf. — 2. übertr. a. sachl. α. Pl. t. Krope machen zu grosse Buchstaben schreiben, krumme, ungelenke, oft unleserliche Schriftzeichen, wirres Neben- u. Durcheinander von sinn- u. formlosen Strichen, etwa auf der Tafel der Schulneulinge, kritzeln Merz-Saarhölzb, Saarbg-Faha, Prüm-Ihren Mürlenb; dat as en greiligen Krop Bitb-Dudeld. — β. -E:p Pl. Ranken an der Rebe; de Kr. obschneiden Saarbg-NLeuken Schoden. — γ. verächtl. änen om Krop hollen beim Wickel fassen Koch-Stdt. — δ. verächtl. Pl. Finger, bes. ungestaltete, schmutzige F. Birkf-Idar, Wend-Baltesw, Trier, Bernk-Berglicht, Bitb-Fliessem (-ǫ-), Prüm. — ε. verächtl. kleiner, verkümmerter Gegenstand, bes. von Früchten, Bäumen Saarbg-Serrig, Bitb-Rittersd. — ζ. das in einer Schüssel Zusammengescharrte, bes. Teigreste, in der Backmulde zusammengescharrt Trier-Heidweiler (f.) Welschbillig, Bitb-Dahlem Hütting (f.). — η. -E:bχə das leere Gefäss, in dem Milch gekocht wurde u. in dem sich noch der Bodensatz u. der Randansatz der Rahmhaut befindet; e Kr. ausleken Trier-Euren. — θ. -:p Sg. t. Rotzkrankheit des Pferdes Bitb-Mettend. — ι. Hindernis; et es e Kr. derhenner Prüm-Mürlenb 1860. — κ. Pl. Launen, Naupen ebd. — b. persönl. verächtl. α. kleiner, verwachsener Mensch (Tier), Schwächling, gern Demin.; et as jo nummen esu e klen Kräpchen uSaar, Bitb, Prüm, Daun-Strohn; ale Kr. alter Kerl; orme Kr. Krüppel Bitb-Dudeld; alter verrunzelter Kerl Birkf-Idar; wat as dat e Kr.! ein dummer Kerl Trier-Schweich; Nesthocker Trier-Schilling. — β. hässlicher Mensch, unfreundlicher, ungefälliger M. Merz-Saarhölzb. — γ. unordentlich, schlapp gekleidete Frau Saarbg-OLeuken. — δ. ale Kr. alte Schindmähre Bernk-Dhron, Wittl-Stdt Bombogen Bausend Monzel.
5665 Zeichen · 156 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    Krapen

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Krapen s. Krope n .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krapen

27 Bildungen · 7 Erstglied · 17 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von krapen 2 Komponenten

kra+pen

krapen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

krapen‑ als Erstglied (7 von 7)

Krapendorf

Meyers

krapen·dorf

Krapendorf , Gemeinde im oldenburg. Aml Kloppenburg, hat (1900) 2186 Einw.

Krap(en)kuchen

RhWB

krapen·kuchen

Krap(en)-kuchen -:pkū:x Bitb-Wallend m.: kleines Brot aus zusammengescharrten Teigresten.

Krapenmann

LothWB

krapen·mann

PfWB Krapen-mann m. Bo. Brunnengespenst, durch das die Kinder eingeschüchtert werden. s. Krope n .

Krap(en)stahl

RhWB

krapen·stahl

Krap(en)-stahl -:bəšd:l Merz-Saarhölzb m.: 1. Stahlhaken, Feuerhaken, Hahle über dem alten Herde. — 2. übertr. a. sachl. schlecht geschrie…

Krapenstein(chen)

RhWB

krapen·steinchen

Krapen-stein(chen) -pəštēn(χən) Prüm-Ihren m. (n.): Spielstein, meist aus dem Bach gesucht, zum Fangsteinsp. ( -štē:nχər ) der Mädchen.

krapen als Zweitglied (17 von 17)

auskrapen

RhWB

aus·krapen

aus-krapen: etwas a., ausscharren; de Bachuəwen, de Mul (Mulde) a.; et Deppen a. den anklebenden Rest von Boden u. Wänden scharren Bitb , Pr…

Heukrap(en)

RhWB

heu·krapen

Heu-krap(en) -:b(ən) Saar, Trier bis Bernk , Wittl , Daun , Bitb , Prüm , Malm , Simm m.: eine Stange, an dessen oberem Ende eine scharfe M…

Höllenkrapen

RhWB

hoellen·krapen

Höllen-krapen -:- Bitb-Beiling ; -bərt Trier-Newel , Bitb-Cruchten ; -bəs Saarl-Reisw , Saarbr-Quierschd m.: euphemist. Teufel; Schreckgest…

Kettenkrapen

RhWB

ketten·krapen

Ketten-krapen -:b- Trier m.: Haken, in den die Bindekette beim Heuwagen eingehakt wird.

Mistkrapen

RhWB

mist·krapen

Mist-krapen -bə Birkf , Wend , Ottw , Saarbr ; -št- u. -šdən- Saarl m.: -karst, –haken (s. d.).

Stosskrapen

RhWB

stoss·krapen

Stoss-krapen -:b- Trier-Schweich m.: Haken an langem Stiel, mit dem dürre Äste vom Baum heruntergestossen werden.

verkrapen

RhWB

verk·rapen

ver-krapen: -:pt Part. verkümmert, zwerghaft, von Mensch, Tier, Baum- u. Knollenfrüchten; dat Kand as arg v.; e v. Schwein; e v.ə Bom uSaar…

Ziehkrapen

RhWB

zieh·krapen

Zieh-krapen -:- Trier-Schweich m.: Messer am langen Stiel zum Herabziehen von Ästen.

Ableitungen von krapen (3 von 3)

erkrapen

FindeB

* erkrapen v. an sich ziehen Pilgerf.

krāpene

MNWB

krāpene „artocopus” (Hamb. dt.-lat. Gl,). Vgl. krappelen, 2° krop.

verkrapen

RhWB

ver-krapen: -:pt Part. verkümmert, zwerghaft, von Mensch, Tier, Baum- u. Knollenfrüchten; dat Kand as arg v.; e v. Schwein; e v.ə Bom uSaar…