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Kramp

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kramp

Bd. 4, Sp. 1360
Kramp, Krampen das Wort ist für Bed. 2 (Ader-, Wadenkrampf) allg., für Bed. 1 reicht es lrhn. bis zur Ürd-L., rrhn. bis Ürd-L. an der Ruhr, von wo an nördl. Klamp, Hak (--) herrscht (über das Verhältnis zu Synon. im Kr.-Geb. s. bei 1) m. (f.): 1. Rhfrk [Saarbr -ǫ-], Mosfrk bis Malm, Schleid, Eusk, Bo, Sieg, Waldbr, Wippf, Gummb -ambə(n), -mp- Sg. u. Pl. m. [f. Wippf, Gummb] [Pl. -ambə grosse Eisenhaken; -ę- Agraffen an der Kleidung Saarl-Berus Dilling Roden, Saarbg-Freudenbg]; in Saarbg (Borg Besch Canzem Faha Onsd Schoden Soest), Trier-Filzen Wasserliesch, Bitb-Bollend NWeis -amp (Bitb -a·m.p), Pl. -e-; Bitb-Wiersd -āmp, Pl. -E-; Bitb-Mettend Betting -āmp, Pl. -ø- m. u. -ampə Sg. u. Pl. f.; Prüm, WDaun, Schleid hat durchweg -amp u. -mpə, Pl. zu beiden -ęmp m.; Prüm-Stadtkyll -ampən Sg. u. Pl. m. grösserer Haken zum Schliessen der Gartentüre, -ampə, Pl. -ęmp m. kleine Agraffe an Kleidern; die genannten andern rip. Geb. -ampə u. -amp, Pl. -ampə u. -ęmp (dies häufiger) m.; Ahrw-Brohl Pl. -ampərə; Siegld-Marienborn Pl. -ęmbər; Ahrw zur Bed. Rebranke Pl. -ęmpə; Gummb, Wippf -ampə, Pl. -ęmpə f.]; das übrige rip. Geb. u. Eup, SNfrk, Düss -amp, Pl. -ę- [uErft, uWupp -āmp, Pl. -E-; Eusk -ā-, Pl. -ę-; sndfrk. Trübungsgebiet -ǫmp, Pl. -ę-] m.; NBerg -āmpə, Pl. -ęimpən f. Sol; -ęimpə, Pl. -pən f. Elbf; nur Pl. -ęimpə Mettm, Lennep [Sg. -ǫumpə f. Wadenkrampf] eiserner Haken, in eine Öse oder einen weichen Teil eingreifend oder woran etwas aufgehängt wird (ein Winkelhaken) [je nach Geb. ist das Verhältnis zu Synon. verschieden, z. B. Bitb-NWeis kra·m.p Türhaken; krę·m.χən Agraffe an Kleidern, krup Fleisch-, Obstkorbhaken, h:kən (neuzeitl.), kr:p Haken des Brunnengespenstes; Sieg-Ägid kramp(ə) Tür-, Fleisch-, Kleiderhaken, Agraffe; h:x (aus Eisen u. Holz) grösserer Haken]. RA.: Ech mach der jetz ene Kr. en den Arsch; loss der ene Kr. an den A. mache! dem zugerufen, der die Türe nicht hinter sich schliesst Rip. Den hat Krämp ist sehr reich Prüm-Ormont. — Gewöhnlich versteht man unter Kr. Haken zu bestimmten Zwecken. a. starker Eisendraht mit einer Öse an dem einen Ende, die in die Schraubenöse einer Drahtöse gefügt ist u. so den Kr. an der Türe befestigt, u. mit einer hakenförmigen Biegung am andern Ende, die in eine Ösenschraube des Türpfostens passt, wodurch die Türe, meist eine Stall- u. Gartentüre, verschlossen wird (zu unterscheiden vom schiebbaren Riegel, der in eine Schläupe geschoben wird); mach de Kr. op de Dür! Rip, Allg. RA.: En (ein einziges) Schof (Schaf) op de Kr. hun ein Sch. für je einen Besitzer halten dürfen (der Schäfer liess die Schafe selbst aus dem Stalle jedes Berechtigten u. macht dabei den Kr. auf) Bitb-Orsf. — b. S-förmiger Haken. α. zum Aufhängen der Kleidungsstücke, auch in das Mantelbrett eingelassen (s. Krupp). — β. Fleischhaken, Fleschkr. Allg. (s. Krupp). — γ. H., mit dem der Korb bei der Obsternte an die Leiter oder an einen Ast gehängt wird Ahrw-Brohl (meist Hok). — c. an Geräten. α. Endhaken, das gekrümmte Ende an der Kette zum Einhaken Allg. — β. Haken an Pflug, Egge, Wagenschere, am Hamen (s. auch Hacht), an dem die Zugriemen, Querscheite befestigt werden Allg. RA.: De geht am uswendige Kr. von einem gebrechlichen Fuhrmann mit einem abständigen Pferde Grevbr. — γ. Haken an der Brücke des Hundspfluges zum Anheften des sog. Krämpriesters (s. d.) Rip, Wittl-Heidw. — δ. einer der hinteren Stollen am Hufeisen (die vorderen Stösse) Eif, Siegld, Rip, SNfrk. — ε. an der Schäferschaufel befindlicher Haken zum Einfangen der Schafe Koch-Laub. — ζ. der Haken an der Feder der Spule des Spinnrades Birkf, Wend. — η. Haken an der Pattsäule im Eisenhammer, mit dem die Hüls in diese festgemacht ist, Pattisenkr. Gummb. — θ. Haləfköppe met Kr. Schuhnägel; Iskr. für den Stiefelabsatz im Winter bei Eis ebd.d.α. kleiner Haken aus Doppeldraht an einer Seite von Kleidungsstücken, passend in die Öse an der andern Seite, meist Demin. Kr. (Krämpche, –ke) on Aug (Bamp, Hängel, Häus-chen, Hoken, Malje, Märgelchen, Nös, Ohr, Öse, Riegelchen, Ringelchen, Schlämpchen, Schläupe, Schleifchen, Schleisse, Schlinke, Schlöppchen, Trense, Weipchen, s. d. W.); Krämp en Owe opniəhne (-nähen); de Kr. zomache Aach, Allg. RA.: De gehüre (passe, gonnt tesame) beieine we Kr. en O (Auge, Öse) sie ergänzen sich Eup, Aach. Dat ös Kr. en Og beide Menschen vertragen sich gut miteinander Aach. Kr. on Og triff sech Pack zu Pack Jül-Inden (s. Auge). — β. Agraffe an den Schuhen zum Reihen der Riemen Allg. — e. Ranke am Rebschössling; de Krämp fegen beseitigen Saarbg-Canzem, Trier-Olewig Schweich Wasserliesch, Wittl-Cröv Kinh, Bernk-Erden, Zell-Briedel Bullay, Winzerorte von Koch, May, Kobl, Goar, Neuw, Ahrw, Sieg. — f. übertr. α. in der Wend.: Anen Kr. han einen Sparren, nicht recht klug sein uMos 1808. — β. Feld, in der Form eines Türhakens verlaufend Prüm-Burb. — γ. Krümmung des Flussufers in Form eines Kr., z. B. der Kochemer, Layer Kr. Mos. — δ. scherzh. gebogene Nase Eusk-Dirmerzh. — ε. -ęmbχən Wirbelwind Trier-Thomm. — ζ. Pl. die Kegeln um den König; he kreg de Kr.ə Düss-Hilden. — η. persönl. αα. Narr, Dummkopf, armseliger Kerl Ahrw-Brohl; s. auch Arsch-, Hunds-, Läuskr. — ββ. verächtl. altes, böses Pferd; alte Kuh, alder Kr. Rhfrk, Mosfrk, Neuw, Ahrw-Westum; ale Kr. altes, streitsüchtiges Weib Köln. — 2. -amp [-a·m.p, –ā-; s. o.], Pl. -ę- [-E-] Allg., also auch Klevld [-a·m.p, –āmp in bestimmten Teilen von Geld, Mörs; -ǫump, Pl. -ęi- MülhRuhr]; doch haben einige MA. im Krampen-Geb. auch für Bed. 2 -ambən Sg. u. Pl. m. Bernk-Neumag, Altk-Wissen; -ambən, –amp-, aber Pl. -ęmp m. Saarbr-Sulzb, Saarl-Berus, Merz-Saarhölzb, Trier-Mettnich Stdt, Wittl-Meerf, Daun-Tettschd, Aden-Kelbg, Altk-Flammersf, MüEif; -amp m., -pə f. Elbf; -ǫumpə f. Lennep, Mettm, Sol. a. Krampf im Bein, Ader-, Wadenkr. [innere Krämpfe, bes. bei Kindern Begabung, Gichtern, Jehannskrankheit, Kränkde, Leid, Mangel; s. d. W.; doch dringt auch für diese Bed. Krämp vor, wie auch statt Kolik Magenkr.]; ech hon de Kr. un em Ben Daun, Allg.: e woll övver de Rheng schwemme; e kräg ävver de Kr. en de Ben on verdronk MüEif, Allg.; hen hot et Krämpchen an (in) de Foss krigt Bitb-Mettend; deən zöuht (zieht) der Kr. Altk-Wissen; et Krampentrecken han Gummb [für innere Krämpfe en de Krämp fallen Saar, Trier, Bernk, WEif, Ahrw-Westum; de Krämp han, krigen (-ęm Wend-Langw, Aden-Stdt) bes. bei Kindern Allg.; Krämp em Lif Kolik, erste Wehen, falsche Krämp weheartige Erscheinungen, die den eigentlichen Wehen vorausgehen MGladb, Allg.; fallende Kr. Fallsucht May-Einig]; empfindliche Stelle am Ellenbogen Geld-Lütting, Mörs-Sonsbeck; Spatt on Kr. Krankheit des Pferdehufes Köln, Bergh, Grevbr. RA.: De hät och der Kr. net en der Hals von einem, der zu viel fordert, — noch net en der Buk (Bauch) er isst noch tüchtig, — Krämp ane Mull Ausschlag Rees-Bergerfurth. Hött de de Mull an de Fott (Gesäss), wör he all lang an de Kr. gefreck (krepiert) MGladb-Rheind. Do solls de doch de Krämp(e) kriege! Ausruf der Verwunderung Grevbr-Hochneuk. — b. Pl. t. α. Tücke, Laune, Witz, Verschlagenheit; he hät Krämp em Kopp; Krämp enhan; Krämp fel (feil) han Dür, Eup, Aach, Heinsb, uMos 1787; he hat Krämpe (-E-) droppen uWupp. RA.: Der Wouf (Wolf) verlüst (verliert) wahl sing au (alte) Hoəre, mäər net sing Krämp Aach, Eup. — β. -ęmpə dumme Streiche, das Sinnen auf solche; de het de Kopp voll Kr. Zell-Enkirch. — γ. -ęmp Verspottungen, Stänkereien; Kr. machen Zell-Trarb; -ęmpə Zell-Enkirch. — δ. dat kost Krämp Mühe, krampfhafte Anstrengungen Trier-Euren, Daun-Neroth, Prüm-Mürlenb Stadtkyll, MüEif; enem Kr. mache einen durch Grossmut beschämen Schleid-Hellenth. — Abl. zu 1 dat Gekrämps.
7767 Zeichen · 257 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kramp

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    kramp s. krampf;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krampM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    kramp , M. Vw.: s. krampe (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    krampm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kramp , m. schwäb. kleiner mensch, s. kracke II, 1, d.

  4. modern
    Dialekt
    Krampm.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Kramp [krap Bo. D. Si. Ha. ; krampə Sgd. Lix. ; gramb Ri. Hom. — Pl. krèp, krampən; Demin. krèmpχən] m. 1. Krampf. — 2…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kramp

123 Bildungen · 120 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

kramp‑ als Erstglied (30 von 120)

Kramp(f)

SHW

Kramp(f) Band 3, Spalte 1749-1750

Krampader

SHW

Kramp-ader Band 3, Spalte 1743-1744

Krampel I

SHW

Kramp-el I Band 3, Spalte 1743-1744

krampeln

SHW

kramp-eln Band 3, Spalte 1745-1746

Krampes

SHW

Kramp-es Band 3, Spalte 1747-1748

krampachtig

RhWB

kramp·achtig

kramp-achtig Adj.: 1. zu Krämpfen geneigt Monsch-Rötgen . — 2. krampfhaft Geld-Straelen .

Krampanjen

SHW

Krampanjen Band 3, Spalte 1743-1744

Krmpap

WWB

kram·pap

Kram-pap - papps Hafergrütze als Speise für die Wöchnerin ( Bek Li).

Krampas

Meyers

kram·pas

Krampas , Dorf im preuß. Regbez. Stralsund, Kreis Insel Rügen, auf der Halbinsel Jasmund und mit Station K.-Saßnitz an der Staatsbahnlinie S…

Krampeisen

RhWB

kramp·eisen

Kramp-eisen -ī:zər Grevbr-Wickr n.: E. zum Festmachen des Viehs auf der Weide.

Krampel II

SHW

Krampel II Band 3, Spalte 1745-1746

krampelig

SHW

krampelig Band 3, Spalte 1745-1746

krampeln

PfWB

kramp·eln

krampeln schw. : ' faltig machen ', krambele (grambələ) [ KU-Etschbg ]; vgl. krumpeln . Südhess. III 1746 and. Bed.

krampen

DWB

kram·pen

krampen , mit der hacke bearbeiten, östreich.: da kommts her, antwort die erd, wo man auf mich fleiszig achtung gibt, das unkraut ausrottet,…

Krampenscha

SHW

Krampen-scha Band 3, Spalte 1747-1748

krampen1

MeckWB

krampen 1 sich verkrampfen, sich zusammenziehen: de Finger krüllten sick un krampten Derb. 1, 12; ehr lüt Gesichting krampte vör Weihdag un …

krampen2

MeckWB

krampen 2 mit einer Krampe befestigen oder verschließen in den Zss. an- , in- , œwer-, taukrampen . — Dä. 253 b ; Me. 3, 299.

Krampengikser

PfWB

krampen·gikser

Krampen-gikser m. : 'altes, abgebrauchtes, rostiges Messer', Krambegiekseʳ [ LU-Edigh ]; vgl. Krampen 1 1 c. —

Krampenhaus

PfWB

krampen·haus

Krampen-haus n. : 'Loch im Eisenteil des Krampens 1 b zum Einsetzen des Stiels', -haus [ LU-Alsh/Gr ]; vgl. Karst(en)haus . —

krampen I

RhWB

krampen I -a- Bo , Köln , MülhRh , Sieg-Honnef , Gummb-Vollmershsn ; -ampf-, –amf- [ kr. + kanfen ] Goar , Kobl , May , Neuw , Altk , Siegld…

krampen II

RhWB

krampen II -a- = sich winden, krümmen, vor Schmerzen, Falten werfen ( Bitb ) s. krimpen.

krampen III

RhWB

krampen III, krämpen -a- Kreuzn ; sonst mit Umlaut im ganzen Geb. von Kramp(en) schw.: 1. a. -ę-, –e- [ -ø-, –i- WBitb ], -E-, –ęi- [zu unte…

krampenmacher

DWB

krampen·macher

krampenmacher , m. bei Behaim Wiener 18, 1 , var. für kropenmacher im texte. was ist das für ein gewerbe? zu krampe, krope klammer?

Ableitungen von kramp (3 von 3)

bekrampen

DWB

bekrampen , retinaculis firmare: wenn ihr ein schif bauet, so haut ihr der eiche die äste ab, sägt und zimmert und hobelt an ihr, biegt die …

krampe

DWB

krampe , m. das oberd. seitenstück zu vorigem, bair. krampen ( und krämpel m. und n. ) Schm. 2, 386 in der bed. haken, kralle, hacke; also a…

verkrampen

RhWB

ver-krampen: etwas v. 1. verschliessen, unzugänglich machen Prüm-Mürlenb 1860. — 2. falsch einhaken Neuw-Datzeroth , Sieg-Ägid .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kramp". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kramp/rhwb?formid=K14703
MLA
Cotta, Marcel. „kramp". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kramp/rhwb?formid=K14703. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kramp". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kramp/rhwb?formid=K14703.
BibTeX
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