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Köster

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Köster m.

Bd. 4, Sp. 593
Wossidia Köster m. Küster: 'de Köste' (Ro 1676) Kohf. Hg. 2, 2; Köster Mi 45b 1. Sachliches: dei Köster ist seit den Zeiten der Reformation zunächst der Gehilfe des Pfarrherrn, des Preisters oder Pasters, bei dessen sämtlichen Amtshandlungen, zu denen er diesen stets abzuholen hat; vgl. Ord. d. Misse von 1545, deren erster Abschnitt beginnt: 'wo sick de Kerckheren unde Kosters up den DOerpen des Sonnavednes, ock alle andere hillige Avende holden schOeelen' A 2a; jeden Wochentag hat der Küster dreimal dei Bäd'klock tau stöten (s. Bd. 1, 575 ff.), sonntags den Gottesdienst einzuläuten, in der Kirche die Gesangsnummern anzustecken und die Gemeindelieder anzustimmen, manchenorts auch den Kling'büdel herumzureichen; im Ratzeburgischen mußte er zeitweise, sobald der Pastor zur Kanzel gegangen war, die Krüge aufsuchen und feststellen, wer von den Eingepfarrten etwa dort bei Bier oder Branntwein saß, und diese dem Schulzen, Vogt oder den Kirchenjuraten melden; ferner hatte er für die Reinigung der Kirche, das Putzen der Messinggeräte durch die aus der Kirchenkasse dafür bezahlte Frau sowie für die Beleuchtung der Kirche bei Abendgottesdiensten und zu Weihnachten zu sorgen; zu Pfingsten schmückte er früher auch gegen besondere Entschädigung die Kirche mit Maien; zu Taufen besorgte er warmes Wasser und Tücher, deren Wäsche seiner Frau oblag; für die Abendmahlsfeiern richtete er den Altar her und schaffte die Geräte sowie Oblaten und Wein herbei; die Kirchturmuhr hielt er in Gang; Vieh, das auf den Kirchhof gelaufen oder gelassen war, hatte er zu pfänden; seine eigene Kuh aber durfte auf dem Kirchhof grasen, der deshalb auch Kösters Kamp oder Kösters Koppel genannt wird, worüber es schon bei Gry. heißt: 'idt hefft syn bescheidt, worumme nicht alle KOeyhe, sondern alleine des KOesters Kohe up dem Kerckhave graset' Paw. Nn 2a; manchenorts lud der Köster zu Hochzeiten ein, wofür er in StaStargard@FürstenhagenFürstenh von der Braut 'n bunten Dok zum Geschenk erhielt; ebenso zu Begräbnissen wie in RoRostock@BuchholzBuchh; im Auftrage des Pastors hielt er als dessen Stellvertreter Lesegottesdienste ab; früh wurde er auch zum Kantor, der nicht allein den Gesang in der Kirche leitete, sondern außerdem den Schülerchor einübte, der bei Beerdigungen zu singen hatte; ferner wurde er, wenn eine Orgel in der Kirche vorhanden und er sie zu spielen imstande war, zum Organisten; von vornherein hatte er, vornehmlich im Winter, die Kinder beten und lesen, manche auch schreiben zu lehren; hieraus entwickelte sich seine mit der Zeit wichtigste und Haupttätigkeit, die als Schulmeister und Jugenderzieher, obwohl er auch als solcher noch bis ins beginnende 19. Jahrh. hinein oft nebenbei ein Handwerk wie das des Leinewebers, Schneiders oder Schusters betreiben mußte. Denn das Einkommen aus dem Küsteramt war in früheren Zeiten sehr dürftig und bestand im wesentlichen aus Naturallieferungen der Angehörigen des Kirchspiels; aus der Reformationszeit wird berichtet: 'die Küster speiseten des Sonntags bey denen Pastoren' Mantz. Sel. 4, 184; der Küster von SchöSchönberg@SelmsdorfSelmsd hatte außer seiner freien Wohnung in der 'Küsterei' mit dem dazu gehörigen Garten ('Kohlhof') jährlich zu Michaelis Holzlieferungen der Gemeindemitglieder zu fordern und durfte sich aus der fürstlichen Holzung einen alten Baum holen; jährlich erhielt er 7 Stiegen Roggengarben, also rund 140 Garben, mit dem Stroh und 4½ Drömt Hafer und holte sich aus jedem Hause zu Weihnachten eine Wurst und ein Brot und zu Ostern zehn Eier ab; an Gebühren standen ihm zu für Taufen 1 Schilling, für Trauungen 3, für Krankenbesuche 1, für jeden Todesfall 1 und, falls es sich um einen im Alter Verstorbenen handelte, 2 Schilling; aus der Kirchenkasse erhielt er viermal im Jahr 2 Schilling zum 'Drinkgelde', 10 Schilling, wenn das Geld aus dem Gotteskasten genommen wurde, jedesmal 2 Schilling für das Scheuern der Leuchter und das Waschen des Leinenzeugs auf dem Altar, seit 1623 für Schuhzeug 1, später 3 Mark, seit 1703 an Stelle aller dieser kleinen Beträge insgesamt 9 Mark, 1829 betrug seine gesamte Bareinnahme 8 Taler; seit 1874 zahlte ihm die Kirchenkasse 28,80 Mark; vgl. Horn Selmsd. 1, 538 ff.; 1821 wird verordnet: 'für Schullehrer, welche zugleich Küster sind, müssen ... die Dienstemolumente um so viel erhöhet werden, daß ein solcher Mann mit Ausnahme der Wohnung und Feurung, sowie der zufälligen Hebungen als Küster und des Schulschillings, für beide Stellen sich auf 70 Rthlr. dient' Sa. Land.-Ges. 4, 611 f.; an Landeskontribution zahlen nach der Verord. von 1755 'Küster und Schulmeister, wenn sie ein Handwerk treiben, ... von ihrem Handwerk 2 Rthlr.' Bär. Gr.-Ges. 804. 2. der sprachliche Niederschlag spiegelt die Lebensverhältnisse des Küsters wider; so seine kirchlichen Obliegenheiten die Scherz- und Spottnamen Gottswuurt-, Gottsdischhandlanger, Gottswuurtnahharker, Bibelhingst, Katekismusköster, -gesell, Seelendriwköter, Bäd'klockenbrummer, -stöter, Bimmeljochen; häufig ist Köster mit Preister, Paster, Pap, Papst gekoppelt: uns' Großherzog un de Herr Burmeister, De sünd mi leiwer noch as Köster un as Preister Reut. 5, 97; wenn dei Buer sporen will, fangt hei bi 'n Köster un Preister an Bey. Lb. 51; von jem., der überheblich und dabei müßig einhergeht: em geiht dat grad' so as den Preister mit 'n Olldag un den Köster mit 'n Sünndag, denn hebben sei beid' nicks tau daun LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; wer ungleichmäßig pflügt, haakt einen Köster un einen Preister Wa; von zwei Schweinen, deren eines gegen das andere erheblich in der Entwicklung zurückbleibt, heißt es: dat 's Köster un Preister HaHagenow@RedefinRed; sprw.: wenn 't rägent up 'n Preister, drüppelt dat up 'n Köster RoRostock@WustrowWustr; wat dei Pap nich will, nimmt dei Köster Bri. Volkssp. 22; ein Düwel is ümmer œwern annern, säd' dei afsett't Köster tau den Preister, as dei Superndent kem 24; wo 't Mod' is, ritt de Pap up 'n Köster to Kirch StaStargard@FlatowFlat; Hoho int Holt! Dei Köster hett 'n Preister sin Swin int Solt vielfach; auch in der Form: ... Min Vadder hett 'n Bullen slacht't, Dei Köster hett 'n int Solt Wo. V. 3, 949 b; im Kinderreiterlied: Hopp, hopp, hopp nah Mölln, De Köster ritt up 'n Föllen, De Preester ritt uppe bunte Koh, Hopp, hopp, hopp nah Mölln to 475 b; in Spielreimen: Dei Pap dei smeit p 'n Stein, Dei Köster wull 't em nahdaun, Smeit 'n grot Rapphauhn: Bartsch 2, 279; Ene, mene, minken, manken, Köster lep den Brink entlanken, Pap wull 't em nahdaun, Schet 'n grot Brathauhn und mehrfache Abwandlungen Wo. V. 4, 1047; A, be, ce, De Köster lep in 'n Snee, De Pap lep em nah StaStargard@BallinBall; im Anruf an die Weihe: Fleeg' œwern blanken See, Nimm den Köster twee, den Preester dree (Gänslein) und mehrere Abwandlungen Wo. V. 2, 1202; in Beispielsprw.: Spaß möt dräben warden, säd' dei Köster, dor küßt hei den Preister sin Fru HaHagenow@GammGamm; der Säufer sagt: wen kümmert dat, wenn ick dun bün? Dei Papst kann mi kein Kinner maken, un den Köster schit ick wat SchwSchwerin@PinnowPinn; der Dreiste schug't nich Preister oder Köster RoRostock@RibnitzRibn; dor kümmert uns nich Köster odder Preester Nd. Kbl. 3, 26; Dei Köster un dei Preister Dat sünd dei beiden gröttsten Beister SchöSchönberg@ZiethenZieth; ... Dat sünd ungeschickte Beester StaStargard@GrammertinGramm; auch: Dei Köster, Buer un Preister Dat sünd drei dulle (nette) Beister LuLudwigslust@EldenaEld; SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; Schwänke von Köster un Preister s. Wo. V. 1, 1000; auch 901 und 2, S. 354; übertr. heißen die beiden Hauptknochen der Spickkül Preister und Köster Nds. 8, 94; wenn die Betglocke gestoßen wird, heißt es: züh dor, nu rög't de Köster den Noors StaStargard@TriepkendorfTriepk; nu gifft de Köster sin Ollsch 'n Klaps vör 'n Noors ebda; nu sleiht de Köster sin Fru mit de Pann vör 'n Hinnelsten Mir; nu kriggt den Köster sin Fru wedder Schacht RoRostock@RibnitzRibn; Scherzfragen: wo steiht dei Köster unner, wenn hei dei Bäd'klock stött? (Unner dei Hoor) Wo. V. 1, 724; wo sett't dei Köster den Hinnelsten gegen, wenn hei beiert? (Gegen 't Hemd) 718 a; wat maakt dei Köster, ...? (Krumm Fingern) 871; wo denkt dei Köster an, ...? (Ant Uphüren, süs lüdd't hei den ganzen Dag) 717; wird die Betglocke nicht rechtzeitig gestoßen, sagt man: de Köster kann woll de Mütz nich finnen Sta Stargard@TriepkendorfTriepk; s. auch Bäd'klockenbrot, Bäd'klockstöten (Bd. 1, 577); Deutung des Glockentons beim Beiern: Dei Köster löppt den Damm entlank vielfach, oder ... geiht uppe Däl lank (im Bimbamreim) Wo. V. 3, 428 b; das Beiern am Sonnabendabend heißt den Sünndag tosniden: wenn de Köster den Sünndag tosniden ded', denn würd' 't Rad (Spinnrad) anne Sit smäten Sta Stargard@BallwitzBallw; des Küsters sonntägliche Arbeit sieht das Landvolk als so geringfügig an, daß es davon gern in ironischen Vergleichen spricht: dei springt dor mit üm as dei Köster mit 'n Sünndag wird leicht und schnell damit fertig MaMalchin@Klein HelleKHelle; wi gahn dor up dal as dei Köster up 'n Sünndag RoRostock@GresenhorstGres; dor is hei mit lang (fertig) as dei Köster mit 'n Sünndag Schw Pamp; ähnl. dor wir wi glücklich mit dörch as de Köster mit sinen irsten Sünndag Bey. Swin. 50; hei sitt dor mit an as dei Köster mit 'n Sünndag LuLudwigslust@GrabowGrab; nu kümmt he dahinner as de Köster hinner 'n Sünndag (nun geht ihm ein Licht auf) Nützl. Beitr. 1824, Sp. 225 ff.; ohne Ironie: wi sünd dor achter as de Köster hinner Gotts Wuurt Wa; dei (der Gewinnsüchtige) is dor achter as dei Köster achter dei Bicht HaHagenow@RedefinRed; im Volksreim: Un as dei Brut tau Kirchen güng', donn lürrt dei Köster luden Wo. V. 2, 1735 b; Scherzfrage: worüm is up 'n Kirchturm 'n Hahn un nich 'n Hauhn? (Wenn dat 'n Hauhn wir, müßt dei Köster alle Morgen rup un tasten) 1, 754; wird die Turmuhr gestellt, so heißt es: nu is de Köster dor all wedder mit de Vörbein mank Wo. Sa.; geht es bei irgendeiner Gelegenheit anders her als gewöhnlich, bes. lebhafter oder schärfer, so sagt man: nu geiht 't ut 'n annern Ton, nu fläut't dei Köster dat Evangelium SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; stellt jem. sich umständlich oder ungeschickt an: dee stellt sick an as de Köster bi 't Döpen StaStargard@FeldbergFeldb; auf des Küsters Beteiligung bei Begräbnissen zielt das Beispielsprw.: wenn 't Hart man swart is, säd' de Köster, dor hadd' he keenen swarten Lifrock an Firm. 3, 74; ... dunn drog' he ne rod' West Hoef. 116; auf die Begräbnisgebühren für ihn: wenn 'n Gizhals dot blifft, freuen sick vier, sin Arben, sin Schuldners, dei Köster un dei Düwel WiWismar@NeuklosterNKlost. Seine Tätigkeit als Kantor spiegeln Worte wie Un as dei Brut tau Kirchen güng', Donn süng' dei Köster lud' (Volksreim) Wo. V. 2, 1735 a; die Scherzfragen: wer is dei Kläukst in dei Kirch? (Dei Köster, wenn hei singt 'Ein Kind ist uns geboren', denn weit hei all 'Ein Sohn ist uns gegeben') 1, 576; wennihr lüggt dei Köster in dei Kirch? (Wenn hei singt 'Vom Himmel hoch, da komm ich her') 659; vergleichsweise von quakenden Fröschen: de Köster stimmt an Sta; im eig. Sinne: singen deiht hei, as en Köster Reut. 5, 171; dei lütt Wilhelm ... trotzt ... mit sin Stimm den besten Köster Wagtsm. Dörp. 1, 27; dei Köster schrig't so, em is dei Priemtoback woll all' worden GüGüstrow@Groß LantowGLant; den Köster breckt dei Quint, hei möt 'n Sluck hebben ebda; giff mi noch 'n Snaps, wenn ick denn ok den Köster œwerbölken dau WaWaren@JabelJab; im Beispielsprw.: ümmer langsam, seggt dei Köster, dat dei Gesang nich tau früh tau Enn' kümmt RoRostock@Poppendorf bei BentwischPoppB; Jung's, singt, hadd' dei Köster seggt, dit is 'n tagen Ha Hagenow@RedefinRed; Jung's, hüppt œwer, ..., as hei den Gesang sülben nich singen künn RoRostock@BlankenhagenBlank; täuw, di kamen wi stiwer, ..., as hei den Gesang nich singen künn, dor hadd' hei em lääst Körkw; gern von festen Gegenständen, z. B. einem Zaun: denn' singt dei Köster nich üm HaHagenow@RedefinRed; einem Nagel: ... nich wedder rut ebda; einem Knoten: denn' kriggt dei Köster mit all' sin Schauljungens nich wedder apen sungen Wa; dat singt kein Köster wedder los SchwSchwerin@WittenfördenWitt; eine Krähe mit bes. tiefer Stimme heißt Kreihenköster, der lauteste Spatz Sparlingsköster, der Wiedehopf Kukuks-, Kukukslakaiköster. Als Schulmeister kennzeichnen den Köster die Scherz- und Spottnamen Schaulpreister, Blag'garwer, Oorspietscher; alsdann Worte wie: wider, seggt dei Köster, wenn dei Jung's läsen sœlen Wa; weiter, säd' dei Köster, donn hadd' hei man einen in dei Schaul Ro Rostock@KühlungsbornKühl; PaParchim@GranzinGranz; wat Vedder, wat Fründ, ..., Jung', treck dei Bücksen af WaWaren@JabelJab; dem ungehorsamen Kinde wird gedroht: wenn du nich orig büst, kümmt de Köster un sett't di inne Häkel Wo. V. 3, 1009; dem größeren, schon schulpflichtigen: ick ward' 't den Köster seggen StaStargard@DewitzDew; erleichtert spricht der Schüler: Gott sei Dank, dei Köster is krank RoRostock@DoberanDob; bei der Dürftigkeit seines Einkommens ist im Küsterhause Schmalhans Küchenmeister, und er darf im Essen nicht wählerisch sein; daher der Vergleich hartfräätsch as 'n Köster HaHagenow@RedefinRed; zum Kinde, das Ausschlag am Munde hat: du büst 'n Köster woll bi 'n Greebenpott wääst? RoRostock@KlockenhagenKlock; ähnl.: denn' hett dei Köster mit dei Greeben- (Smolt-) kell ant Mul slagen Ma Malchin@RemplinRempl; von einem Rotnasigen: dei hett 'n Köster int Fett raken PaParchim@DobbertinDobb; scherzhaft grotesk: Speck in Bodder brad't un denn mit 'n Läpel äten is tau fett för 'n Köster Wo. Sa.; bei guter Gelegenheit langt indes der Köster auch tüchtig zu; daher der Vergleich: hei kann fräten as dei Köster upt Kinnelbier RoRostock@RibnitzRibn; vgl. das Läuschen 'De Köster up de Kindelbier' Reut. 1, 41; Beispielsprw.: lecker bün ick nich, säd' dei Köster, œwer ick ät giern, wat gaut smeckt Hoef. 115; up dei Vigelin lett sick gaut spälen, ..., donn kreg' hei 'n Schinken Pa Parchim@WulfsahlWulfs; dat Gesicht mag ick woll liden, ..., dor et hei 'n Swienskopp SchöSchönberg@KalkhorstKalkh; Speck odder Swinfleisch, ..., mi sall 't egal bliben LuLudwigslust@WarlowWarl; jederein nah sin Mœg', ..., donn et hei ne heil Gaus up Wo. Sa.; Ei is Ei, ..., dor langt hei nah 't Gausei allgem.; Reut. 4, 349; dei lütten Kräwt smecken am säutsten, ..., ick nähm einen von dei groten Schw; die Trinklust des Kösters liegt Vergleichen zugrunde wie: ick heff sonn' Döst, as wenn 'ck 'n Köster sög't heff RoRostock@DoberanDob; sühst so nüchtern ut, as wenn du den Köster sög't hest WiWismar@PoelPoel; ebenso der Frage an einen sehr Durstigen: hest woll 'n Köster sög't? SchöSchönberg@KlützKlütz; StaStargard@GrammertinGramm; drink man, Köster, säd' de Buer, 't kümmt süs in de Dranktunn Hoef. 24; noch derber: ät hei man, hadd' dei Buer seggt tau 'n Köster, dei annern Swin krigen 't doch man LuLudwigslust@ConowCon; im Wiegenlied: Bimmel, bammel, beier, Köster mag kein Eier, Wat mag hei denn? Speck in dei Pann, Is 'n ollen Leckermann Wo. V. 3, 425; ähnl. 68; im Anruf an den Kuckuck: Kukuk Suput, Sup den Köster ok nich alle Eier ut 2, 1328 e; an die Weihe: Nimm den Köster Küken twee 1168; in Kinderreimen: Dor kümmt dei Köster mit 'n Rummelwagen 3, 427; Köster, mak mi 'n Rullwagen ebda; Köster sin lütt Jung' is dot 428 c; Dei Köster sammelt Penning 430; beliebt sind in volkstümlichen Rdaa., Reimen und Vergleichen des Kösters Haustiere: dei is vörsichtig as Kösters Kauh, is drei Dag' vör 'n Rägen nah Hus gahn un hett doch 'n natten Start krägen HaHagenow@RedefinRed; Dei hett sin Muck As Kösters Kluck RoRostock@RibnitzRibn; Kinderreim: Bimmel, bammel, Beierbrot, Den Köster sin oll Katt is dot Wo. V. 3, 433 a; Gegenrede auf Schönen Dank: Mit schönen Dank hett de Köster sin Katt mit dot fodert Wi; manche Sprw. und Reime sind höchst unehrerbietig und herabwürdigend: möten em neger kamen, säd' de Sparling, hett den Köster in 'n Noors bug't Hoef. 175; Köster was 'n grotes Schwin (im Abzählreim Ene mene) StaStargard@FriedlandFriedl; De Köster is besapen in der Parodie auf 'In allen meinen Taten' mehrf.; Uns' Köster is pankrott in der auf 'Nun danket alle Gott' GüGüstrow@Groß LantowGLant; Eija züh so, Dei Köster pißt int Stroh, Dat Stroh füng' an tau brennen, Dei Köster füng' an tau rönnen (Wiegenlied) Wo. V. 3, S. 292; weitere Beispielsprw., die dem Köster in den Mund gelegt sind: nu kam ick, säd' dei Köster, donn fel hei ut dei Luk MaMalchin@BrudersdorfBrud; hett so lang' gaut gahn bet up dirs' verdreihte Städ', säd' dei Köster, donn fel hei inne Meßkul Schw; äwer ditmal kamm dat doch anners, as de Köster säd', donn wull he up den Backawen krupen un föll in de Netteln Müll.-Friese 78; leiw Gott, holl up mit dinen Sägen, hadd' dei Köster seggt, wiren 'n poor Drillings kamen Wo. V. 3, 668; so wat läwt nich, seggt dei Köster, donn hett hei ne dodig Mus inne Hand Ma; mit Nennung von PN. oder ON.: jere Deif hett sinen Griff, säd' Köster Rohd', dunn läwt hei noch Bri. Volkssp. 23; Lüd', nu geiht 't los, klingt ward nich, säd' dei Hanstörper Köster, dor winkt hei mit 'n Haut, vermutlich entstanden, als der Kirchturm von RoRostock@HanstorfHanst durch Blitzschlag zerstört war Wo. Sa.; verkürzt auch beim Kartenspiel gebraucht: nu geiht 't los, seggt dei hanstörper Köster, klingt ward nich Ro Rostock@RibnitzRibn; gaud' Nacht, Welt, säd' dei Peckatelsch (SchwSchwerin@PeckatelPeck) Köster, dor drünk hei 'n Sluck ebda; andere Rdaa. mit ON.: dei Höll is vull, dei Kölzowsch (RoRostock@DetershagenDettmannsdorf-Kölzow) Köster kickt all mit 'n Noors rut RoRostock@GresenhorstGres; du kümmst nich in 'n Himmel, de Köster ut Neetzka (Sta@) is noch nich ganz rin, dee höllt 'n Noors noch buten StaStargard@OertzenhofOertz; De Gägelowsch (WiWismar@GägelowGäg) Köster glöwt, hei hadd sin Schuwkohr vull heilige Engel ..., dunn satt den Düwel sin Großmoder dorin un grint em an un säd: 'Vadder, wi spreken uns wider' Reut. 3, 277; hei kann so bunt fläuten as dei Vielister (Wa Waren@VielistViel) Köster MaMalchin@HungerstorfHung; Crivitzer (SchwSchwerin@CrivitzCriv) Köster der Treffbube im Kartenspiel Sta@Us; die Krähe im Anruf: Köster Kark Wo. V. 2, 1234; Köster Name einer schwarzen Kuh SchwSchwerin@JarmstorfJarmst; StaStargard@HerzwoldeHerzw; Name einer der beiden Leitbaken im Sund bei Dragör Wo. Seem. 2, 30; als PN. 'Ludtke Koster' (1593) Tessin Boiz. 171a. Weitere Zss.: Afkatenköster (Schreiber des Advokaten), Kappköster (ein Spiel). — FN.: Kösteracker, -bäk, -barg, -block, -borenbrauk, -goorden, -hoff, -hörn, -kamp, -koppel, -kul, -landslagg, -landsoll, -lann', -morgen, -slagg, -soll, -stig, -sump, -wall, -weg, -wisch, -woort. — Br. Wb. 2, 858; Dä. 247b; Da. 114a; Kü. 2, 189; Me. 3, 285; Schu. 66.
17636 Zeichen · 209 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kösterm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    °* ~köster, m. , Meßner beim Meßopfer (Krumbholtz Gew. 219). —

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Köster

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Köster , 1) Hans , dramat. Dichter, geb. 16. Aug. 1818 in Kritzow bei Wismar, gest. 6. Sept. 1900 in Ludwigslust, studie…

  3. modern
    Dialekt
    Kösterm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Köster m. Küster: 'de Köste' (Ro 1676) Kohf. Hg. 2, 2; Köster Mi 45 b 1. Sachliches: dei Köster ist seit den Zeiten der …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit koester

59 Bildungen · 53 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von koester

koest + -er

koester leitet sich vom Lemma koest ab mit Suffix -er.

Zerlegung von koester 2 Komponenten

koes+ter

koester setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

koester‑ als Erstglied (30 von 53)

Kösterbrō¹der

WWB

koester·broder

Köster-brō¹der m. a) wer gern in der Küche arbeitet, mehr stört als hilft. — b) umständlicher Kerl ( WmWb ).

Kösterdiern

MeckWB

Kösterdiern f. Küsterstochter: naakt as ne Kösterdiern ohne alles Vermögen Gü Gülz ; De Kösterdirn, de wir ehr doch tau nakt! Reut. 5, 35.

Kösterei

MeckWB

koeste·rei

Kösterei n. zur Abgabe an den Küster bestimmtes Ei Wi; Gü; Schw; Pa; kleines Ei Wi.

kösteren

WWB

koest·eren

kösteren V. 1.1. umständlich arbeiten, ohne großen Erfolg werkeln, überlegen [WMünsterl Kos]. — 1.2. schwere, umständliche, verdrießliche Ar…

Köster, Friedr

DWBQVZ

Köster, Friedr. *1791 kloster Loccum †1878 Stade.

Kösterfru

MeckWB

Kösterfru f. Küstersfrau; in der Maßangabe für die zur Abgabe an den Küster bestimmte Wurst: so lang as ne Abenkachel un so dick as dei Köst…

Köstergeªrste

WWB

Köster-geªrste f. Gerste als Abgabe an den Küster ( Wal Bh).

Kösterhauhn

MeckWBN

Wossidia Kösterhauhn n. a. Spr. Abgabe an den Küster: '3 huner gibt Hans Kock, heissen kusterhuner zu Muchow' (1567) C. Cordsh. Neust. 151.

Kösterhukke

WWB

Köster-hukke f. Korn als Abgabe an den Küster ( Lüb Ar).

kösterîe

MNWB

koeste·rie

kösterîe (-ige , -igge) , ° küsterîe (-ige) (ostfäl.) , f. , 1. Amt des kirchlichen Geräteverwalters , Küsters, der Küsterin; Geräteverwaltu…

kösterinne

MNWB

koeste·rinne

kösterinne , ° küsterinne (ostfäl.) , f. , Geräteverwalterin eines Nonnenklosters. S. auch köstersche.

Kösterkamp

WWB

koester·kamp

Köster-kamp m. Köster - Friedhof. ¶ Vgl. das Syntagma Kösters Kamp im Art.→ Köster .

Kösterkaninken

MeckWB

koester·kaninken

Kösterkaninken n. Küsterkaninchen; in der Rda. von einem unbrauchbaren Boten: dat is, as wenn man 'n Kösterkaninken dor henschickt Sta Feldb…

Kösterkapp

MeckWB

koester·kapp

Kösterkapp f. Küsterkappe; im Rätsel: twee Backeltrœg', twee Brotbräd' un ne Kösterkapp (werden aus der Eichel geschnitten) Wo. V. 1, 58 a 4…

Kösterkatt

MeckWB

koester·katt

Kösterkatt f. Küsterkatze; in Vergleichen: nig'lich (neugierig) as de Kösterkatt Ro Langsd ; sei süht so nipern ut as ne Kösterkatt Ribn; vo…

Kösterkind

MeckWB

koester·kind

Kösterkind n. Küsterskind; im Kinderlied Bimbambeier: Wer is dor dot? Dat Kösterkind Wo. V. 3, 428 a; b; Schnellsprechübung: keen Kösterkind…

Kösterkuurn

MeckWB

Kösterkuurn n. Naturalabgabe an den Küster: 'Ein jeder bawman gibt ½ Schl. rogken und ½ Schl. habern' (1581) Tessin Buk. 247 a ; 'Der cüster…

Kösterläsen

MeckWB

koester·laesen

Kösterläsen n. der vom Küster im Falle der Behinderung des Pastors gehaltene 'Lesegottesdienst', bestehend in dem Verlesen einer gedruckten …

Kösterlaken

MeckWB

koester·laken

Kösterlaken n. des Küsters Halbtalar, während des Gottesdienstes von ihm getragen: Dat breide, swarte Kösterlaken hängt em fierlich den Puck…

koester als Zweitglied (5 von 5)

Mulköster

MeckWBN

mul·koester

Wossidia Mulköster m. Kantor Sta Stargard@Neubrandenburg NBrand .

ȫverköster

MNWB

oever·koester

ȫverköster , ōver- (aver-) , m. : Verwalter des Kirchengebäudes und des kirchl. Geräts, Küster mit Vorgesetztenfunktion, auch als Hilfsgeist…

underköster

MNWB

under·koester

underköster ( undir- ), -küster, m. ( Pl. -e, -s ) : nachgeordneter Küster bei der Verwaltung des Kirchengebäudes und des Kirchengeräts, auc…

Ableitungen von koester (1 von 1)

¹köster(e)

MNWB

1 köster(e) , ° küster (ostfäl.) , m. ( Plur. köstere, kösters), 1. Verwalter des Kirchengerätes in einem Dom-, Stiftskapitel oder Kloster, …