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knuppen

mnd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
16 in 10 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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53
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60

Eintrag · Rheinisches Wb.

knuppen

Bd. 4, Sp. 1043
knuppen Allg. bis einschl. Geld, Mörs, Ruhr, u. zwar Rhfrk, Mosfrk -ub- [-ū- Trier-Fell Mehring]; sonst -up- schw.: 1. intrans. a. dat knupp ävver; hür es, wat dat (et) knupp es schallt dumpf, knallartig, zitternd bei lautem Schlag, Stoss, bei aufschlagendem oder fallendem Körper, beim Zerbeissen harter Speisen, bei Lärm Rip, Allg.; et hot geknuppt, wie wa mer en Pistul losschesst (-schiesst); wa mer op de Flamkoch (Notbrot) beisst, knuppt et Bitb, Allg. — b. dat knuppt es (die Arbeit) geht flott voran Saarbr. — c. der Haschpel (Seilbahn) knuppt so wischt (wüst) geht heute schlecht Ottw-Eppelborn. — d. geknuppt kommen geräuschvoll, schwerfällig herankommen Birkf, Merz, Saarbg, Trier-Ld, Bitb. — 2. absol. u. trans. a. einen (etwas) kn., knuffen, puffen, kurze, stossartige Schläge austeilen, z. B. mit den Knöcheln einem hinterlistig einen festen Stoss versetzen, einen mit der Faust bearbeiten, prügeln; ein Geschirr kn., stossen, dass eine Beule entsteht; sich kn., sich fest an einen harten Gegenstand stossen, sich gegenseitig knuffen, prügeln; kn. on stuppe (tuppe); ech han en gehüreg geknupp; du wiərsch noch geknupp werde; he krit se geknupp; he hat sech der Däz (Kopf) geknupp; enen an (op) den Kopp kn.; gehüreg dropkn.; ech hammer de Kopp geknupp; du häs de Kopp geknupp; de Köpp anenanderkn.; pass op, dat de dech net knupps; ech ham mech (an de Kopp) geknupp; du knupps dech an de harden Eck; de Biester (Kühe) kn. sech; et Kend hät sech en Bül (Beule) en de Kopp geknupp; die sen sech luter am kn. stossen, prügeln, streiten sich gegenseitig. RA.: Esel, böck dech odder knupp dech! ruft man dem Unvorsichtigen zu, der etwa bei seiner Grösse in einen niedrigen Raum tritt Prüm, Schleid. Wer durch Briedel (Krs. Zell) geht, ohne beguckt, durch Pünderich, ohne gefuppt (verhöhnt), on durch Burg, ohne geknuppt, de ka von Gleck son (sagen) Neckspr. — b. im bes. α. einen kn., auf die Finger schlagen Siegld. — β. e Ferke kn. ein Schwein vor dem Schlachten erst mit Beil oder Hammer vor den Kopf schlagen u. so betäuben Aach. — γ. Erdschollen des Gartens kn., klopfen, zerkleinern Neuw-Bonef. — δ. etwas (einen) kn., hinkn. unsanft auf den Boden werfen Allg. — ε. Läuse, Flöhe kn., mit dem Fingernagel zerdrücken Zell-Sohren, Siegld — ζ. absol. Butter herstellen in der Stosskirne Meis-Hundsb. — η. den Klicker kn., treffen Bo. — c. übertr. α. ein Weib kn. (u. absol.) geschlechtlich gebrauchen Saarbr-Sulzb, Kreuzn. — β. Pflanzen beschneiden Zell-Blankenr. — γ. absol. u. etwas, an etwas kn., knuspern, hörbar zerbeissen, z. B. Würfelzucker Trier-Kirsch, Bitb-Bollend, Koch-Poltersd, Aach-Merkst, Geld-Twisteden. — δ. absol. Schnaps trinken Erk-NKrüchten; losst os änen kn.! einen trinken Merz-Oppen. — ε. absol. das Triebrad der Maschine drehen, auf der die Seide geschieden wird Kref. — ζ. absol. den Klicker mit einem Ruck schnellen Sieg-Seelschd; kn. gilt mer! der Rufer darf dann von der gestützten Hand aus schnellen Saarbr-Burb; knupp dick (Fus ‘Faust’ dick, dubbel dick)! der Rufer darf den Klicker zwischen Daumen u. Zeigefinger fortschnellen Mettm; knuppes spielen schnellen Westerw; knüppches sen Siegld. — η. absol. in der Diagonale pflügen Monsch-Rohren. — θ. absol. grobe, unschöne Arbeit zu leisten haben Bernk-Veldenz; grob, schlecht arbeiten Birkf; schwer arbeiten müssen MülhRuhr; basteln Sieg-Scheiderhöhe. — ι. et Ferke kn. das Schwein nach Schätzung, dem blossen Ansehen, nicht nach Gewicht kaufen, verkaufen Aach, Eup. — κ. absol. als Arbeiter Vorschuss nehmen; sich etwas vom Fabrikherrn bezahlen lassen, was noch nicht geliefert ist Aach-Stdt. — Abl.: die Knupperei (auch Gedränge, Gewimmel), dat Geknupp(s) (dass.).
3704 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    knuppensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    knuppen , sw. V. Vw.: s. knüppen

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    knuppen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    knuppen , s. knuppe , knuffen . knüppen, s. knüpfen .

  3. modern
    Dialekt
    Knuppen

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    Knuppe n [‘ X nỳpə S.; Knypə fast allg.; Knùpə Urbis Dehli. ; Pl. Knipə, auch Knypə Hf. ] m. (f. Fisl. Liebsd. Steinbr. …

  4. Sprichwörter
    Knuppen

    Wander (Sprichwörter)

    Knuppen 1. Enen Knuppen im Dôk slân. – Dähnert, 245 b . Sich ein Denkzeichen machen, dass man etwas nicht vergessen woll…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knuppen

32 Bildungen · 26 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

knuppen‑ als Erstglied (26 von 26)

Knuppenjude

SHW

Knuppen-jude Band 3, Spalte 1563-1564

Knuppenkopf

SHW

Knuppen-kopf Band 3, Spalte 1563-1564

Knuppenbläut

MeckWB

Knuppenbläut f. 'Knospenblüte', beginnende Blüte: den schönen ... Appelbom, dee in so prachtvulle Knuppenbläut stünn Bri. 6, 131.

knuppendick

RhWB

knuppen·dick

knuppen-dick (s. S.)  Rhfrk, Mosfrk, auch MGladb , Heinsb , Kref Adj.: faustdick; hen hot et kn. hanner den Uhren.

Knuppendures

RhWB

Knuppen-dures -ubədō:rəs Eup m.: ungeschickter, klobiger Mensch.

Knuppensäge

RhWB

knuppen·saege

Knuppen-säge -sE:χ Wittl f.: kleine S. zum Abschneiden starker Stutzen am Rebstock, heute durch die Baumschere ersetzt.

Knuppenspalter

RhWB

knuppen·spalter

Knuppen-spalter -šbalər m.: 1. scherzh. Holzarbeiter, –lader über Tage, auf der Kohlengrube, auch die vom Hochw kommenden Bergleute Saargeb.…

knuppen als Zweitglied (4 von 4)

intknuppen

KöblerMhd

int·knuppen

intknuppen , sw. V. nhd. aufschnüren E.: s. in, knuppen W.: s. nhd. entknüpfen, V., entknüpfen, losknüpfen, DW 3, 561 L.: Hennig (inknuppen)

ūtknuppen

KöblerMnd

ūtknuppen , sw. V. nhd. ausknospen E.: s. ūt..., knuppen L.: Lü 459a (ûtknuppen)

Ableitungen von knuppen (2 von 2)

verknuppen

PfWB

ver-knuppen schw. : 1. = verhauen 1, ve (r) knuppe (-gnubə) [verbr., Don-Lenauh Lovrin]. Er hot den arme Bu sou veʳknuppt [ BZ-Dernb ]. — 2.…

zerknuppen

RhWB

zer-knuppen: 1. a. einen z., knuffen, prügeln; sich z., sich gegenseitig knuffen, prügeln. — 2. a. etwas z., verbeulen Mosfrk, Rip, Nfrk. — …