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knuffen

ahd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Verweise raus
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knuffen

Bd. 11, Sp. 1515
knuffen , puffen, knöchen, ein merkwürdiges volkswort, zuerst bei Campe, nachdem es norddeutsche schriftsteller in derb traulicher rede gebraucht hatten. 11) eigentlich, mit der faust oder dem ellenbogen stoszen: wirst du plötzlich in den koth gestutzt ... wirst geknufft, zertrampelt und beschmutzt. Bürger 57a; wann zerrt der mutwill' oder knuft. Voss 6, 244 (die lichtscheuen); sie zankte, schrie, knuffte und stiesz, dasz mir die knochen noch weh thun. Zelter an Göthe 415; knufft er es (das schwein) auf den kopf mit derber hand. Gries ged. 2, 124; dasz du diesen armen wurm .. beständig knuffst, wo du ihn siehst. Immermann Münchh. (1841) 2, 62; der Pole .. den fuhrmann knuffend. Freytag soll u. haben 2, 51; dabei knuffte sie die kinder. Auerbach neues leben (1862) 2, 14 22) übertragen, quälen, knöchen, extern: du hast uns lange satt geknufft, man wird dich wieder knuffen, schuft! Bürger 25a (der raubgraf str. 19); wüchsen nur von selbst die kleider, notabene, mir ein rock, oder knufte nicht der schneider, notabene, wie ein bock. Voss 6, 48 (trinklied), zugleich vom stoszen des bocks und drücken, quälen mit den hohen preisen; so wurd' ich immer fort geknufft. 'gut ist er, sprach man, wenn der schuft nur nicht so räsonnierte' Seume lebenslauf Jeremias Bunkels (Gödeke eilf büch. d. d. 2, 234a). 33) verbreitung und verwandtschaft. 3@aa) so spät es in die schriftsprache gekommen ist, musz es doch im leben sehr alt sein; und zwar lebt es in allen drei hauptmundarten in gleicher form. nicht nur nd. und md., wie ostfries. Stürenb. 117a, westf. Fromm. 3, 366, märkisch Danneil 110b (nl. im dem. knuffelen, wie nd. gern knüffeln, s. d.), dann mrh. Kehrein 237, westerw. Schmidt 82, hessisch, thür., meisznischsondern auch oberd., wie henneb. Reinw. 1, 85, bairisch Schm. 2, 373 'mit den knöcheln der faust stoszen', kärnt. knuffen und knüffen (mit knuff m. puff) Lexer 163, und ebenda wieder knüffeln, wie in Tirol. der umlaut auch nd., in Osnabrück knüffen Strodtm. 327. eigen erweitert siebenbürg. knufaien Frommann 5, 173. anderseits auch in Schweden knuffa, dazu knuff m., aber doch wol entlehnt, wie puffa (knyffla s. unter knüffeln 2). 3@bb) heimisch dagegen mit andrer lautstufen. knubbe, norw. knubba, auch engl. landsch. knub und knubble (Flügel). auch bei uns finden sich p und b, sodasz wieder einmal alle drei lautstufen vertreten sind: knuppen auf d. Hundsrück, in Aachen, das. knupp m., pl. knubbe, knuff und die beule davon; ebenso ostfries. knuppen oder gnuppen, und gnubben, dazu knupp oder gnupp knuff, auch mit s verstärkt knups Stür. 117a. 72b, [] wie pomm. gnupps m. starker stosz, gnupsen stoszen (und vom stosze schallen, s. f) Dähnert 156a, waldeck. knubsen stoszen. 3@cc) nicht davon zu trennen sind wörter mit n- für kn-, wie engl. nubble für knubble knuffen (Flügel), nub stoszen Halliw. 583a (vgl.nob und nobble schlagen, reiben 579a), und ebenso auf deutschem boden ostfries. nuppen und nubben knuffen Stür. 162a, westf. nuffen Fromm. 3, 367; auch isl. hnybba stoszen (mit den hörnern, von vieh) wird dazu gehören. auch der anlaut geht also wieder einmal durch alle möglichkeiten: n- hn- gn- und kn-, und zwar in derselben sprachschicht der nd. lautstufe. 3@dd) den weg zum ursprung zeigt vielleicht die bed., die bei ihrer einfachheit und natürlichkeit die urspr. sein mag: die faust, genauer die knöchel als waffen brauchen. wie bei knopf (1, b) spuren der bed. knöchel da sind, so heiszt es bestimmt eine faust knüpfen, nd. knütten, westf. eine verknufte feust Frommann 3, 366, nd. knupstôt puff brem. wb. 2, 832 ist vielleicht geradezu urspr. fauststosz, und knöcheln, knöchen gleich knuffen ist bestimmt so von knöchel, knochen genommen. auch die wörter mit n- werden damit nicht ausgeschlossen, denn das ist in der verwandtschaft auch sonst heimisch, s. unter knochen I, e (vgl. nd. gnucken stoszen, gnuck knuff Richey 77). die lautstufe in nd. knuffen, knüffeln stimmt auch zu nd. knüvel knöchel (s.knübel). kann aber das oberd. knuffen entlehnt sein? 3@ee) erwähnenswert ist dabei ein wort für faust: altn. knefi und hnefi m., schwed. näfve u. s. w., auch mhd. neve (s. wb. 21, 331b). 3@ff) aber merkwürdig auch in streng hd. gebiete, im hintersten Bregenzerwalde knupp m. stosz, bildlich schädigung an der gesundheit, dem vermögen u. ä., z. b. von einer gefährlichen erkältung überkommt man einen knupp, ein ausartender sohn gibt dem vater den knupp (Felder). das stimmt genau zu dem nd. knupps m. in der Altmark, z. b. hê hat 'n knupps weg Danneil 111b, also hier wie bei knuffen die lautregel zwischen hd. und nd. wieder einmal wie aufgehoben! doch gehört diesz vielleicht zu einem andern stamme. das nd. wort bezeichnet auch einen knackenden klang, wenn z. b. beim arbeiten eine sehne überspringt, auch als interj. knupps! als zeitwort knuppsen (s. Danneil), bei Dähnert gnupsen neben stoszen auch 'vom stosze schallen'; das stimmt ablautend zu knapsen, knaps, mit auslautwandel zu nd. knuk (gnuk) dumpf klingender stosz und schaden an der gesundheit (brem. wb.), wie knack 3, knacks, und tritt damit in die verwandtschaft des schallwortes knappen (knacken) über, wo eben auch pp als nd. und hd. erscheint.
5260 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    knuffensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    knuffen , sw. V. (1a) Vw.: s. knupfen*

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    knuffen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    knuffen s. knüpfen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knuffenv., intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Knuffen , v. intrs . u. trs . Knüffe geben, mit geballter Hand stoßen; in Ulm noppen , im Bremischen nubben . S. Campe…

  4. modern
    Dialekt
    knuffentr. v.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    knuffen [knufən Bo. ] tr. v. 1. kneifen, puffen. — 2. schlagen mit den Handknöcheln. — baier. 1, 1350 u. DWB Gr. Wtb. 5,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knuffen

13 Bildungen · 0 Erstglied · 10 Zweitglied · 3 Ableitungen

knuffen als Zweitglied (10 von 10)

ABKNUFFEN

DWB2

DWB2 ABKNUFFEN vb. DWB2 knüffe geben: DWB2 DWB2 1821 aber glückt ihm dieser stoss auch, hiermit wird er abgeknuft! Voss Aristofanes 1,112. 1…

afknuffen

MeckWB

Wossidia afknuffen jem. mit der Faust durchhauen, bearbeiten; auch afknuffeln Bri. 1, 90.

beknuffen

RhWB

bek·nuffen

be-knuffen: etwas b., mit unsaubern Händen unsauber machen Rip.

herumknuffen

PfWB

herum·knuffen

herum-knuffen schw. : 'mit Püffen herumstoßen ', -knuffe [vereinzelt]. Sie hän enand erumgeknufft [ BZ-Dernb ]. SHW Südhess. III 374 . —

hinknuffen

PfWB

hin·knuffen

hin-knuffen schw. : 'schlecht und ohne Lust arbeiten', hinknuffe [ KU-Wolfst ]; vgl. PfWB hingrutzen , PfWB schnutteln . RhWB Rhein. IV 1028…

inknuffen

MeckWB

ink·nuffen

Wossidia inknuffen hineinstoßen, gewaltsam hineinpfropfen: dei Betten wiren in 'n Laken inknufft Lu Ludwigslust@Warlow Warl .

verknuffen

PfWB

verk·nuffen

ver-knuffen schw. : ' mit Knüffen traktieren ', ve (r) knuffe [ KB-Bubh FR-Gr'niedh Quirnh SP-W'see Spey BZ-Dernb ]; vgl. PfWB verknuppen 1.…

Ableitungen von knuffen (3 von 3)

beknuffen

RhWB

be-knuffen: etwas b., mit unsaubern Händen unsauber machen Rip.

verknuffen

PfWB

ver-knuffen schw. : ' mit Knüffen traktieren ', ve (r) knuffe [ KB-Bubh FR-Gr'niedh Quirnh SP-W'see Spey BZ-Dernb ]; vgl. PfWB verknuppen 1.…

zerknuffen

RhWB

zer-knuffen: dass. Allg. (nicht Rhfrk).