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knullen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knullen

Bd. 11, Sp. 1516
knüllen, knullen, 11) schlagen, puffen, schmeiszen u. ä. 1@aa) mit fäusten schlagen, depalmare Denzler 2, 173b, dülpen, schlahen Maaler 246d, schon mhd. knüllen, zeknüllen z. b. von den schlägen die eine böse frau erhält wb. 1, 854b, Scherz 806: thet sie mit feusten knüllen. H. Sachs 5, 390d; so du nit schweigst, werd ich dich knüln. 2, 2, 28d; ein bengel erwüschet und sie (die frau) tapfer knüllt. wegkürzer 30b; er knüllt in guot ding (gehörig) umb die oren. Fris. 481a; wann dein mann dich mit fäusten wacker knüllet. Albertinus, Gusman 612. auch bei Stieler 996, Frisch 1, 530a, abknüllen durchprügeln ebenda und Kirsch 2, 8a; noch schweiz. Stalder 2, 117 (bes. mit der faust, auch erknüllen), bregenzerw. (knüll m. puff), im ungr. berglande (auch knöllen, knöll m.) Schröer 71b, schlesisch, auch nd. in der Altmark Danneil 111a. auch knullen, schwäb. (und nullen) Schmid 410: ich wil dich .. schlagen, knullen, schmieren, dreschen. Thurneisser alch. 2, 29. 1@bb) dasselbe bildlich ist wol knillen ärgern Bernd Posen 133, sich knillen Campe, schlesisch knüllen: um eines netten löwen willen, den neid und niedre scheelsucht knüllen, darf doch ein kennerhals wol brüllen? Holtei vierzig jahre 3, 203. s. ebenso knöcheln 2, peinigen, eig. knuffen. 1@cc) hierher läszt sich auch knüllen stoszen ziehen: ich wil si all in die hell knüllen (: füllen). teufels netz 12239; doch kann das auch vermischung mit knellen sein, s. d. 2, d in der bed. werfen dasz es kracht, schmeiszen. denn diese vermischung zwischen knüllen und knellen (knillen) liegt schon früh vor, s. sp. 1411, hier noch ein beispiel: den bauch fullen, dasz einer ein laus drauf mocht knullen (der umlaut ist nur nicht ausgedrückt, wie oft). bruder Henr. Kettenbach sermon vom fasten und feiren, o. o. 1522, A ijb. 22) knittern, in falten drücken, corrugare Stieler, Adelung, refl. der mantel knüllet sich, ein kleid knüllt sich das.; mein halstuch ist ganz geknüllet. Ludwig teutsch-engl. wb.; knüllte das gesangbuch gewaltsam zusammen. J. Paul uns. loge 2, 148; der spieszbürgerliche marktflecken erschien im abstich mit freieren menschen so zusammen geknüllt u. s. w. Siebenkäs 4, 40. nd. knullen brem. wb. 2, 831, knullen, knüllen Danneil 111a, hannöv. knülgen. die worte knüllen im reden: de ander sine wort her mummelt un knüllet, als hedde he dat muel mit heten brie gefüllet. Lauremberg 77. häufiger zerknüllen, verknüllen, zusammenknüllen. 33) obscön, ein mägdlein knüllen, stuprare. Stieler 996; einander knüllen, wie die hunde. Schmotther 2, 388, der auch knollen gibt; vgl. so knallen, knuzen. nd. knullen von derb liebkosendem drücken, knutschen (br. wb.), daher wol die obscöne bedeutung, eig. beschönigend. 44) knüllen, in grumos conterere, friare, geknüllet in globulos compactus. Stieler, in knollen zerreiben, z. b. eine masse salz knüllen Adelung als oberd. 55) dunkel holz knüllen im walde. eine waldordnung betr. die marggrev. unterthanen, so waldgerechtigkeit in den Nürmberger welden haben (1535) E verbietet 'nit pecken, saften, schelen oder knüllen': wer im wald peckt, saft, schelet oder knült, der ist verfallen zehen pfund newer heller; dann 'gepeckt, gesaft, geschelt oder geknült holz nicht zu hawen': wer im wald gepeckt, gesaft, geschelt oder geknült holz abhawet, der soll u. s. w. das pecken und der zweck des ganzen erklärt sich ziemlich unter bicken (vgl.becken) aus Keisersb., knüllen musz etwas ähnliches sein, ob knicken (knellen)? 66) das 4. knüllen kommt deutlich von knolle, wie es auch knollen heiszt; auch das 1. liesze diesen ursprung zu, da die fäuste dabei die hauptsache sind, von knolle (3) knöchel, das freilich älter belegt werden müszte, vgl. knöchen, knuffen. aber es könnte auch unmittelbar von dem starken knëllen entsprungen gedacht werden, mit dem vocal des praet. plur. und der bedeutung knallen machen (vgl.knellen 2, c). das 2., das nur md. und nd. scheint, ist vom 1. doch nicht zu trennen, denn beide bed. puffen und zerknütschen finden sich ebenso in knüffeln beisammen, die beiden bed. schallen und zerknütschen aber in knittern.
4131 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    knullen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    knüllen , knullen , 1 1) schlagen, puffen, schmeiszen u. ä. 1@a a) mit fäusten schlagen, depalmare Denzler 2, 173 b , dü…

  2. modern
    Dialekt
    knullen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    knullen nur in den Zss. af-, anknullen (vom Versteckspiel) und verknullen (verprügeln). Kü. 2, 167.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knullen

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von knullen 2 Komponenten

knul+len

knullen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

knullen‑ als Erstglied (2 von 2)

Knullenbatti

RhWB

Knullen-batti (-baptist) Bitb-Wiersd m. Grobian.

Ableitungen von knullen (1 von 1)

verknullen

MeckWB

verknullen dass. : Camm. Ihrl. 33.