knüllen,
knullen, 11)
schlagen, puffen, schmeiszen u. ä. 1@aa)
mit fäusten schlagen, depalmare Denzler 2, 173
b,
dülpen, schlahen Maaler 246
d,
schon mhd. knüllen, zeknüllen
z. b. von den schlägen die eine böse frau erhält wb. 1, 854
b, Scherz 806: thet sie mit feusten knüllen. H. Sachs 5, 390
d;
so du nit schweigst, werd ich dich knüln. 2, 2, 28
d; ein bengel erwüschet und sie (
die frau) tapfer knüllt.
wegkürzer 30
b; er knüllt in guot ding (
gehörig) umb die oren. Fris. 481
a; wann dein mann dich mit fäusten wacker knüllet. Albertinus,
Gusman 612.
auch bei Stieler 996, Frisch 1, 530
a, abknüllen
durchprügeln ebenda und Kirsch 2, 8
a;
noch schweiz. Stalder 2, 117 (
bes. mit der faust, auch erknüllen),
bregenzerw. (knüll
m. puff),
im ungr. berglande (
auch knöllen, knöll
m.) Schröer 71
b,
schlesisch, auch nd. in der Altmark Danneil 111
a.
auch knullen, schwäb. (
und nullen) Schmid 410: ich wil dich .. schlagen, knullen, schmieren, dreschen. Thurneisser
alch. 2, 29. 1@bb)
dasselbe bildlich ist wol knillen
ärgern Bernd
Posen 133, sich knillen Campe,
schlesisch knüllen: um eines netten löwen willen, den neid und niedre scheelsucht knüllen, darf doch ein kennerhals wol brüllen? Holtei
vierzig jahre 3, 203.
s. ebenso knöcheln 2,
peinigen, eig. knuffen. 1@cc)
hierher läszt sich auch knüllen
stoszen ziehen: ich wil si all in die hell knüllen (: füllen).
teufels netz 12239;
doch kann das auch vermischung mit knellen sein, s. d. 2,
d in der bed. werfen dasz es kracht, schmeiszen. denn diese vermischung zwischen knüllen
und knellen (knillen)
liegt schon früh vor, s. sp. 1411,
hier noch ein beispiel: den bauch fullen, dasz einer ein laus drauf mocht knullen (
der umlaut ist nur nicht ausgedrückt, wie oft).
bruder Henr. Kettenbach
sermon vom fasten und feiren, o. o. 1522, A ij
b. 22)
knittern, in falten drücken, corrugare Stieler, Adelung,
refl. der mantel knüllet sich, ein kleid knüllt sich
das.; mein halstuch ist ganz geknüllet. Ludwig
teutsch-engl. wb.; knüllte das gesangbuch gewaltsam zusammen. J. Paul
uns. loge 2, 148; der spieszbürgerliche marktflecken erschien im abstich mit freieren menschen so zusammen geknüllt
u. s. w. Siebenkäs 4, 40.
nd. knullen brem. wb. 2, 831, knullen, knüllen Danneil 111
a,
hannöv. knülgen. die worte knüllen
im reden: de ander sine wort her mummelt un knüllet, als hedde he dat muel mit heten brie gefüllet. Lauremberg 77.
häufiger zerknüllen, verknüllen, zusammenknüllen. 33)
obscön, ein mägdlein knüllen,
stuprare. Stieler 996; einander knüllen, wie die hunde. Schmotther 2, 388,
der auch knollen
gibt; vgl. so knallen, knuzen.
nd. knullen
von derb liebkosendem drücken, knutschen (
br. wb.),
daher wol die obscöne bedeutung, eig. beschönigend. 44) knüllen,
in grumos conterere, friare, geknüllet
in globulos compactus. Stieler,
in knollen zerreiben, z. b. eine masse salz knüllen Adelung
als oberd. 55)
dunkel holz knüllen
im walde. eine waldordnung betr. die marggrev. unterthanen, so waldgerechtigkeit in den Nürmberger welden haben (1535) E
verbietet 'nit pecken, saften, schelen oder knüllen': wer im wald peckt, saft, schelet oder knült, der ist verfallen zehen pfund newer heller;
dann 'gepeckt, gesaft, geschelt oder geknült holz nicht zu hawen': wer im wald gepeckt, gesaft, geschelt oder geknült holz abhawet, der soll
u. s. w. das pecken
und der zweck des ganzen erklärt sich ziemlich unter bicken (
vgl.becken)
aus Keisersb., knüllen
musz etwas ähnliches sein, ob knicken (knellen)? 66)
das 4. knüllen
kommt deutlich von knolle,
wie es auch knollen
heiszt; auch das 1.
liesze diesen ursprung zu, da die fäuste dabei die hauptsache sind, von knolle (3)
knöchel, das freilich älter belegt werden müszte, vgl. knöchen,
knuffen.
aber es könnte auch unmittelbar von dem starken knëllen
entsprungen gedacht werden, mit dem vocal des praet. plur. und der bedeutung knallen machen (
vgl.knellen 2,
c).
das 2.,
das nur md. und nd. scheint, ist vom 1.
doch nicht zu trennen, denn beide bed. puffen und zerknütschen finden sich ebenso in knüffeln
beisammen, die beiden bed. schallen und zerknütschen aber in knittern.