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klumpe

mhd. bis nhd. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klumpe m.

Bd. 11, Sp. 1290
klumpe, klumpen, m. gleich klump, in schwacher form, wie nl. klomp (klompe Kil.), pl. klompen; die schwache form hat die starke fast verdrängt. der rechte nom. ist noch im 18. jh. häufig, noch von Göthe im 19. gebraucht (s. unter 1, f), während man heute nur klumpen als nom. kennt; übrigens s. klump 5. Auch mit g: meinen glumpen gold. Simpl. 3, 10, 24 Kurz. merkwürdig eine form klümpen im 16. jh.: ain klümpen schmalz in ainem tigel Haupt 3, 32. das wort ist md. und nd., ob aber auch eig. oberd.? s. klumpf und klumper. 11) massa, clumpe Dief. 350c (mitteld. voc. des 15. jh.). 1@aa) besonders von feucht zähen stoffen: hat nicht ein töpfer macht, aus einem klumpen zu machen ein fas (gefäsz) zu ehren und das ander zu unehren? (s. unter kachel). m. 9, 21, φύραμα, haufe gekneteten lehms; nam ein klumpen koch (brei). Kirchhof wendunm. 396b; da sasz die fraw und macht kes und het ein klumpen molken in den henden. Eulensp. Lapp. 75 s. 110; ein klumpen us der nasen. das. 76 s. 111; ein klumpe butter M. Kramer, ein klumpe lebendiges kalchs Comenius orb. p. 2, 237, dieser klumpe von boue de Paris J. Paul uns. loge 1793 2, 45. so lehmklumpen, schneeklumpen, blutklumpen u. s. w. 1@bb) von festen und andern stoffen: ein klumpen blech, blei, goldes Rädlein 548a, ein klumpen eisen (das plätteisen Campe), erde, mähl Steinb. 1, 878, goldklumpen, bleiklumpen u. s. w. da legt ein tiefer schacht ein reiches vorrahtshaus, metall und stein vermischt in krausen klumpen aus. Drollinger 82; kästen voll des besten goldes, meistens in groben unverarbeiteten klumpen. das. 56. vgl.klosz II, 1, a. 1@cc) sonst von allem was 'sich ballt': ein klumpen werk, glomus stupeus Stieler 988, einem ein klumpen hare ausreiszen 989, ein büschel. auch z. b. von wasser, feuer, als geballte masse gedacht: zuweilen unterbricht ein holes plumpen das klatschende getös (im springbrunnen) ... wenn kleine weisze wasserklumpen ... wie stücke von geschliffenen krystallen auf einmal schnell herunter fallen. Brockes 2, 112 (1727); es wälzten sich flammenklumpen in ihm los. J. Paul Tit. 3, 108. 1@dd) knoten, im werch, wie klotz 11, b (s. d.): wol wahr dasz herzog George merkliche knoten und klumpen bei mir am rocken hat. Luther br. 4, 277, dasz es zwischen mir und ihm noch manches zu lösen, auszugleichen gibt, gleich werch am rocken haben. 1@ee) der hauptbegriff ist uns der einer formlosen masse: in einen klumpen zu hauf (zusammen) schmelzen. Mülman 50; in klumpen bringen, in massam redigere. Frisch; ein klumpen materie. Kant 8, 267. 269. 271 u. ö., gestaltloser stoff; zu dem, was ist ein stein (edelstein), der uns so mächtig rühret, eh ihn (noch) der eitle mensch mit langer müh gezieret? ein klumpe sonder form. Drollinger 71; das mittelding zwischen form und klumpen war widerwärtig anzusehn. Göthe 15, 252; die eherne bildsäule eines vortreflichen künstlers schmolz durch die hitze einer wüthenden feuersbrunst in einen klumpen. dieser klumpen kam einem andern künstler in die hände. Lessing 1, 141. 1@ff) daher selbst vom menschlichen leibe, als unbewegte oder ungeformte masse gedacht: was ist ein leib, des geistes hülle? sein klumpe liget todt und stille, so bald ihm sein beweger fehlt. Drollinger 18 (17); Hans Adam war ein erdenklosz, den gott zum menschen machte ... Doch mit gebein und glied und kopf blieb er ein halber klumpen, bis endlich Noah für den tropf das wahre fand, den humpen. Der klumpe fühlt sogleich den schwung, sobald er sich benetzet ... Göthe 5, 14 (divan), noch mit dem alten rechten nom. klumpe, den in der strophe vorher der reim störte. einen fetten, plumpen menschen nennt man einen klumpen fleisch, fleischklumpen: wie sich die doppelzwerggestalt (Zoilo-Thersites) so schnell zum eklen klumpen ballt! doch wunder! klumpen wird zum ei, das bläht sich auf und platzt entzwei. Göthe 41, 41. etwas anders Franz Moor von seinem vater, indem er ihn nur sachlich wie ein stück raumerfüllenden stoff behandelt: und nun wäre freie ebene bahn bis auf diesen ärgerlichen zähen klumpen fleisch, der mir .. den weg zu meinen schätzen verrammelt. Schiller 112b (räuber 2, 1). 1@gg) von der welt, als formloser wüster masse: so feind wird unser herr gott den menschen nie werden, dasz nicht allenthalben einer oder zween oder drei sein sollten, die den übrigen klumpen (die welt auszer Weimar) vor fäulniss und verwesung verwahren. Wieland in Mercks briefs. 2, 78, es ist vorher von sündflut u. ä. die rede; trink, Hafis, und ertränk im herzen die sorg um diese welt, den gestaltlos gährenden klumpen. Rückert 369. man nannte schon lange das chaos so: erstlich war die erde ein unordentlicher klumpen. Steinbach 1, 878; er hat aus lauter nichts zum ersten wollen machen durch seines wortes kraft den ursprung aller sachen, den klumpen der natur: in dieser schweren last (moles) lag alles, was itzt ist vermischet, eingefaszt. Opitz 3, 211, nachher der ungemachte klosz; soll deiner thorheit zu gunsten die grosze weltkette brechen und tausend planeten und sonnen aus ihren gleisen gerückt in einen klumpen zerfallen? E. v. Kleist frühling (1840 1, 134). 22) acervus Stieler 988, haufe einzelner oder verschiedener dinge, sofern sie als eins erscheinen, vergl. klump 2, es spielt mit der vorigen bedeutung vielfach zusammen. 2@aa) z. b. geldklumpen Stieler: doch! er ist reich, hat grosze klumpen gelder. Neumark lustwäldchen 80; man sieht hellerleuchtete klumpen silbers und goldes, gemünzt und ungemünzt. Fr. Müller 2, 88; in einem wolpolizirten staate darf das geld nicht auf einen klumpen kommen. die beiden billets sc. 3 (kom. theater der Franz. 1787. 8, 237). vgl. Hanmanns klumpf, vorrat sp. 1293. 2@bb) aber auch von allem was dem auge als in einer masse verschwimmend erscheint: und in jenem leben ist anfang, mittel und ende der welt ganz auf einem klumpen. Luther 2, 366b (363b), unterschiedlos in eins vermengt; ein verworrener groszer klumpen, ein verworrenes wesen, mischmasch. Rädlein 548a; ein klumpen bäume Campe, wie engl. a clump of trees, s.baumklumpe, gruppe (vgl. klumpenweise); die häuser stehen auf einem klumpen beisammen. Göthe 43, 42. 2@cc) auch von menschen: die Samniter .. flohen .. während die Gallier in einen unermeszlichen klumpen zusammengedrängt sich unbeweglich niederschieszen lieszen. Niebuhr 3, 449, in einem fränk. kriegerischen volksliede Frommann 4, 255 heiszt das kräftiger klumpenhaufen, mhd. klôʒ (s.klosz 2, b), franz. peloton heiszt eig. klumpen, knäuel; der kunststrasze, woran er einen ganzen klumpen .. wegfrotteurs stampfen und klopfen sah, gieng er aus dem wege. J. Paul. 2@dd) selbst vom einzelnen menschen: dasz ich vor vergnügen immer in einen klumpen zu sinken vermeinete. Felsenb. 2, 343, wie auch ein einzelner mensch über den haufen, mhd. zeime hûfen fällt, dasz die einzelnen glieder gleichsam lose einen haufen bilden, vgl. unter klosz 2, b mhd. klœʒel; noch bei Ramler: er sasz in seiner kaban' in einen klumpen gefaltet. einl. in die schön. wiss. 1, 222. 2@ee) diese wendung in oder auf einen (einem) klumpen gilt aber ganz allgemein wie auf einem haufen, zuhauf, mhd. ze hûfe (vgl.klumpkauf): wenn ich unser herr gott wäre ... so würf ich die welt in einen klumpen. Luther 2, 132 (in ein chaos, s. 1, g); sintemal es jetzt gespürt wird nicht viel anderst zugehen, dann als wolte gott die ganz welt mit dem jüngsten gericht .. heimsuchen und .. alles in ein klumpen werfen. J. Nas ein merkliche predig (1579) 31; der wind warf das ganze haus in einen klumpen zusammen. Adelung; alles auf einen klumpen werfen. das.; er hört mich gar nicht an und wirft verächtlich das ganze spiel (schach) in klumpen. Lessing 2, 257 (Nathan 2, 8). 33) in den glashütten heiszt ein groszer stein auf der bank des ofens klumpen, mit einer öffnung durch welche die glasmacher im ofen arbeiten. Campe. 44) klumpen holzschuhe, nordd.: dasz die kinder aus der weltlichen pfründe nicht ausgesteuret, sondern mit einem hute, einem stocke und einem paar klumpen in die welt geschicket werden sollen. Möser phant. (1778) 3, 336. s. darüber klump 5, c.
8113 Zeichen · 194 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    klumpeswm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    klumpe swm. md. clumpe, massa Dfg. 350 c ;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    klumpeM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    klumpe , M. nhd. Klumpen (M.), unförmige Kugel, Metallklumpen, Haufe, Haufen, Häufchen, Handvoll Vw.: s. botter-, ērde-,…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    klumpef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    klumpe , f. spalt, s. klump 5, d.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klumpe

91 Bildungen · 87 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

klumpe‑ als Erstglied (30 von 87)

Klumpeboªr

WWB

Klumpe-boªr n. Holzschuhbohrer ( WmWb ).

Klumpebrokken

WWB

Klumpe-brokken Pl. Werkzeuge, Geräte des Holzschuhmachers ( WmWb ).

Klumpebuk

WWB

klumpe·buk

Klumpe-buk m. Hauklotz des Holzschuhmachers (aus einem Baumstumpf) ( WmWb ).

klumpe (how-)

MNWB

° ~klumpe (how-) zusammenhängender Heuhaufen (Staatsb. Mag. 9, 720). —

Klumpekāmer

WWB

klumpe·kamer

Klumpe-kāmer f. [WMünsterl] Werkstatt des Holzschuhmachers; Holzschuhmacherei ( WmWb ).

Klumpeln

PfWB

klump·eln

Klumpeln Pl. : ' die untersten kleinen Blätter der Tabakpflanze, die schon dürr sind ', Klumble [SOPf ( Heeger Nachl.)]. Zu Grumpe(l)n .

Klumpemets

WWB

Klumpe-mets n. Werkzeug des Holzschuhmachers ( WmWb ).

Klumpenfeld

SHW

Klumpen-feld Band 3, Spalte 1445-1446

Klumpenloch

SHW

Klumpen-loch Band 3, Spalte 1445-1446

Klumpenmann

SHW

Klumpen-mann Band 3, Spalte 1445-1446

Klumpennase

SHW

Klumpen-nase Band 3, Spalte 1445-1446

Klumpenwutz

SHW

Klumpen-wutz Band 3, Spalte 1445-1446

Klumpenball

RhWB

klumpen·ball

Klumpen-ball Erk-Bellinghv Terheeg m.: ein Tanz auf Holzschuhen, die mit Bändern geschmückt sind, am Kirmesmontag vormittags von 11—1 Uhr; v…

Klumpenbauer

RhWB

klumpen·bauer

Klumpen-bauer -būr Klevld m.: plump auftretender B., Mensch. Ei, bei, buff; min Moder ös en Schluff (nachlässiges Weib) ; min Vader ös ene K…

Klumpenbeere

Campe

klumpen·beere

Die Klumpenbeere , Mz. die — n , die gelbliche, aus vielen zusammengewachsenen Beeren bestehende Frucht eines Strauches und dieser Strauch s…

Klumpenbirne

PfWB

klumpen·birne

Klumpen-birne f. : 'die Birne Bergamotta Esperens' (deren Früchte in Klumpen hängen), Klumbebeeʳ [ LU-Opp ]. Rhein. IV 803 . —

Klumpenbüᵉne

WWB

klumpen·bueene

Klumpen-büᵉne m. a) Raum zum Trocknen und Lagern neuer Holzschuhe. — b) Abstellraum für Holzschuhe an der Treppe ( WmWb ).

klumpe als Zweitglied (4 von 4)

howklumpe

KöblerMnd

howklumpe , N.? Vw.: s. höüklump*

höüklumpe

KöblerMnd

höüklumpe , N.? Vw.: s. höüklump*

sülverklumpe

KöblerMnd

sülverklumpe , M. nhd. „Silberklumpen“ Q.: Rosarium 136 (1638) E.: s. sülver (1), klumpe (1) W.: s. nhd. Silberklumpen, M., Silberklumpen, D…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „klumpe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klumpe/dwb?formid=K08204
MLA
Cotta, Marcel. „klumpe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klumpe/dwb?formid=K08204. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „klumpe". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klumpe/dwb?formid=K08204.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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