kloppen
Rhfrk, Mosfrk
-ǫb- [
-b- Saarbg, Trier, Bitb, Wittl;
-a- Saarbg (
s. bei Klocke), Neuw um Satzeroth;
-ā- um Wittl-Sehlem GrLittgen;
dou –ibs, ər –ibt Koch-Laub;
-ēbt Trier-Mehring;
-e- Wend-Dörrenb Berschw Fohren Linden;
-ę- Ottw-Theley, Birkf (aber vor
-ǫ- verschwindend)]; sonst
-ǫp- schw.: 1. in sinnl. Bed., wie
nhd. a. mit sachl. Bez. α. absol. (auch die folg. Gruppen können absol. stehen, wenn es das Verständnis erlaubt) mit persönl. u. sachl. Subj. αα. mit persönl. Subj.;
Kanner kl. iweral; de Schuster (
Schmad Schmied)
as am kl. usf. mit irgendeinem Instrument Bitb, Allg.;
he kloppt, dat et enem dühnt (dröhnt)
em Kopp Gummb-Nümbrecht;
Schuschter, kloppt er net, dann huscht er Simm, Allg.;
do hät ener geklopp an die Türe, um Einlass bittend; an die Wand, ans Fenster, um die Aufmerksamkeit zu erregen; auch
et hät (an de Dür) geklopp, wer mag dat sen! Rip, Allg.;
kl.gohn glaubte ein Bursche bei einem Mädchen in Gunst zu stehen, dann erschien er, gewöhnlich Sonntagsabend, zu später Stunde an dem Schlafkammerfenster des Mädchens u. klopfte dort an; stand das
M. auf das Kl. auf, kleidete sich an u. erschien am Fenster u. öffnete dieses, dann bezeugte es damit sein Interesse am Burschen; aus dem längern Zwiegespräch erwuchs die Einladung an den Burschen, mit andern am nächsten Sonntagabend
zor Uten (Uchten) zu kommen Malm (bis zum Kriege), Ottw-Dirming;
weə kloppt? sat (sagte)
sei; weə es dat? sat ich; du sproəch sei, en dat ben ich Übung der Zungengeläufigkeit Aach-Stdt;
mer sen am kl. das Obst vor dem Keltern zerschlagen Mos;
kl. stanzen, pflöcken, die Schaftenden der Nadeln zur Herstellung der Nadelöhre breit schlagen, in der N.fabrikation Aach-Stdt; Ostereier kippen Malm-Ligneuville, Schleid-Dahlem (
s. Wk. IV 15); dreschen, mit dem Flegel Saarbg-Cahren, Goar-Weiler; mit den Knöcheln auf den Tisch aufschlagen, beim Kartensp.
Tuppen u.
Sibbeschröm, als Zeichen der Herausforderung Rip, Nfrk;
ich kl., spiele nicht mit Koch-Kaisersesch;
kl. gihn Sandsteine herrichten Kobl-SSebastian; Astlohe lösen Ahr; beim Fangsteinsp. heisst eine Tour
eimol kl., zweimol kl. beim Nehmen eines Steinchens wird ein-, zweimal geklopft Ahrw-Westum, Neuw-Püschd;
dat Peərd klopt schlägt hinten aus Wittl-Meerf;
der Specht kloppt Allg.;
den Huhnekläper (wilde Taube)
klept (
-ē-) ein Zeichen, dass es noch im Frühjahr kalt wird Trier-Mehring;
nirrekl. (nieder-) eine Tour im Fangsteinsp., wobei die Steine der Reihe nach hingelegt werden u. jedesmal dabei geklopft wird Altk-Püschd. RA.:
Schleit (schlecht)
genätt (genäht)
on got gekloppt, hölp männig ene fule Schnider fort Kemp-Breyell, Bergh-Blatzh.
Kloppe, kl., Rengelche, he stohn zwei arm Kengerche (Kinder);
get enne jet odder lott se gohn, de Hemmelsdür soll opstohn (de hemmelsche Porz wiərd opgedohn)! Heinscheld. an den drei Donnerstagen vor Fastnacht Monsch, Dür.
Jo, nauw geht et gau (schnell)
mät en hau en klopp (haue u. klopfe)
derdör die Arbeit wird nun flüchtig getan Emmerich. —
Wat Kloppens etwas, womit man kl. kann Gummb. — ββ. mit sachl. Subj. u. unpersönl.;
et Herz klopp mir bes en (
an)
den Hals (herop, heren), — am Arsch herus, — kl. wie en Lammerzohl (-schwanz);
et Blot kl. en de Odern; et kl. mir em Kopp, — en de Fengere (bei schwärenden Teilen);
de Fenger kl.; et hät geklopp an der Türe, Wand udgl.;
wann et klopp (nachs oder
dreimol, ohne dass man die Ursache kennt), tritt ein Unglück, ein Todesfall ein;
jetzonnersch hät et ävver für dech geklopp! jetzt hat es für dich geschellt Rip, Allg.;
wann de Korf (Steigerkorb)
sall rofgohn, da werd gekloppt Mayf;
der Wein kloppt gärt stürmisch Kreuzn;
et hot geklopt gehagelt Saarbg-Rommelfang. — β. etwas kl., damit es weich (scharf) werde oder auseinandergehe, sich trenne;
Leder (Sohlen) kl.; Sten kl.; Schöərn (Erdschollen)
kl.;
den Stockfesch kl.; et Blot kl. das Schweineblut, damit es nicht gerinnt;
den Flass (Flachs)
kl. brechen;
de Garve evves kl. nur etwas dreschen, dass die reifsten Körner herausfallen (usf.) Rip, Allg.;
Hor kl. Haare, die unter den Kalk gemischt werden Gummb;
Is (Eis)
kl. gohn das Eis, das zu viel fest gefroren ist, im
Ishus des Eisenhammers loskl. Gummb;
Nüət kl. die grüne Schale der Baumnüsse lösen May, Aden, Ahrw, Aach-Eschw, Kemp, Ess;
Spat kl. grosse Spateisenblöcke, die verhüttet werden sollen, zerhämmern;
Rost kl. gerösteten Eisenstein von Nebenbestandteilen reinigen;
Koffer kl. aus dem ungerösteten Spateisenstein das darin vorkommende Kupfer herausschlagen;
Bohrer kl. in der Grubenschmiede die stumpf gewordenen Bohrer wieder schärfen, in der Bergmspr. Altk, Siegld; die Sense kl. durch Dängeln schärfen Verbr. nach Wk. III 8 südl. einschl. Saarl-Niedaltorf Dilling Leb, Merz-Büschf Wadern, Trier-Bierf Hermeskeil Bernk-Schönbg Stdt, Wittl-Cröv, Zell-Alf, Koch-Bremm Stdt Clotten, May-Kaifenh Trimbs Pollig Hatzenport, Kobl-Kobern, May-Andernach, Neuw-OBieber Isenbg; darüber hinaus nach
N. vielfach neben
dängeln, haren, härden im übrigen Geb.;
enem et Hengersch (Gesäss),
et Fell, et Ledder, de Sack kl. ihn prügeln Rip, Allg. RA.:
Klopp (de) Stockfesch! Nachahmung des Dreschertaktes Kref, Aden-Liers.
Besser veerzig Johr got gelef (gelebt),
als achzig J. Stein geklopp Köln.
Dem han ech de Nöss geklopp! ihm den Standpunkt klar gemacht Sieg-Thomasbg.
Do hant ver ävver noch ens Hor gekloppt das Pferd, das nicht ziehen wollte, geprügelt Heinsb-Erpen.
Klenke kl. faulenzend herumlungern Lennep, Mettm, Düss.
Gut gekloppt (die Sense)
os half geschloffen (geschliffen) Prüm-Ihren.
Eich sen sou sat, dat mer en Hädkneip (Heidesichel)
of meim Bauch kl. kennt Merz-Bergen.
Se kloppten mich (den Flachs)
un roppten mich usf. Rätsel vom Flachs Altk, Verbr. — Die Kleider kl., um sie vom Staube zu reinigen Allg. —
Et Bett kl., die Federn, Spreu durch Kl. lockern Allg.
Ers höpp (aufhäufen)
me et, dann klöpp me et, dann lett (legt)
me sech drop, dann schwellt et an? Das Bett Meiderich.
Klopp, kl., suddele, Weide en de Puddele, Fösch en de Bach, klopp su lang, bes dat et kracht? Bastlösespr. Daun-OElz. —
Et Fass kl. die Reifen fester anziehen Saarbg, Trier;
Bol (Ball)
kl. schlagen Geld-Hinsbeck. — γ. etwas fest-, loskl.;
den Lehm faskl.;
den Nagel loskl;
enem et Hus üvver'm Kopp zesammekl. udgl. Allg. RA.:
Ek klopp et fas! sagt man, wenn einer handgreiflich lügt Mörs.
Eich kl. der de Leie (Dachschiefer)
fest! ich prügele dich, mache dir den Standpunkt klar Bernk. — δ. etwas herein-, heraus-, herab-, herunterkl.;
enen Nagel herenkl.; den Stöpp (Staub)
heruskl.; de Lis (Leiste)
mih herongerkl. Rip, Allg. — ε. etwas an, auf, aus, in, neben (usf.) etwas kl.;
det Bild an de Wand kl.; de Stöpp (Staub)
us de Kleder kl.; den Dreck van de Schohn kl. udgl. Rip, Allg.;
e mitscht (müsste)
sich bal et Geld aus em Stän (Stein)
kl. Merz-Saarhölzb. —
De hat och en ful Ei dren ze kl. die Sache zu verderben Köln, Rip;
enen Nagel druskl.; en Stöck dervankl. udgl. Allg. — ζ. an, auf, in, neben (udgl.) etwas kl. (absol. ohne Obj.);
an de Dür kl.; an et Fass kl. um zu hören, ob es leer ist;
op de Wand (udgl.)
kl. Rip, Allg.;
op de Bösch (Heck, Struch) kl. auszuforschen suchen (
s. d. W.);
op den Ring kl. betteln Gummb, Waldbr-Wildbg;
op den Dösch kl. zum Zeichen des Ruhegebietens, energisch seinen Standpunkt wahren Rip, Allg.;
met de Fust op de Tofel (Tisch)
kl. Klevld;
of de Däsche (Tasche)
kl. mit seinem Gelde prahlen Siegld, Allg.;
wenn de Bure op de Tässe kl., dann gewen et Körntjes on Moppe Mörs-Xanten;
enem op de Täsch kl. um ein Darlehn bitten Rip, MGladb, Erk;
de Osse (Ochsen)
of de Schwänz kl. sie antreiben Goar-Weiler;
se kl. op de Porz (
Pforte) scherzh. vom Böllerschiessen Sieg-ODollend;
klopp op (widder, für) de Porz (imperat. Wortform) Eierspeise, ähnlich dem Rührei, als Brotaufstrich Sieg, Bergh; Pannas Grevbr, Erk, Heinsb; Obstkraut Wippf (
s. Pforte);
er hat em op et Dach gekloppt ihn geohrfeigt, ihn gemassregelt Jül-Boslar;
dem muss mer of de Föngere kl. ihm entgegentreten Trier, Allg.;
enem op der Kopp kl. ihn übervorteilen Dür-Gürzenich; ihn hinter dem Rücken verklatschen Rip;
de hät sech op de Mul kl. mosse er musste widerrufen Schleid, Monsch. — b. einen kl. α. einen prügeln;
enen us Rock on Kamesol (no Noten) kl.; he krig se geklopp Rip, Allg.;
engen langs dat Leər (Leder)
kl. Aach;
enem en paar kl. Rip. RA.:
Kenner on Stockfesch messe gekloppt gen Daun-Strotzbüsch.
E Weif, en Esel, en Noss, die drei Stecker mer kl. moss Wittl-Meerf. — β. sich kl., sich gegenseitig prügeln, bes. bei einer wüsten Schlägerei;
op der Kirmes, do han se sech ävver noch es gehüreg geklopp Rip, Allg.;
se roppen sich un kl. sich tuschur (immer) Saarl. RA.:
Se kl. sech wie de Birschtebenner Saarl, Mosfrk, —
de Kesselläpper Rip, —
e Poar Hänn (Hähne) Zell-Senh.
Die kl. sech em Dagluhn Rip, SNfrk.
De klopp sech noch möm Düvel en der Hell Grevbr-Aldenhv. —
Sech frei kl. beim Nachlaufesp. durch Anschlag Sieg, Neuw. — γ. einen auf, aus (udgl.) etwas kl.;
enen op den Hengersch kl. aufs Gesäss;
enen op de Scholder kl.; enen us dem Bett kl. udgl. Rip, Allg.;
den hant se wös (wüst)
op de Kopp geklopp verleumdet Bergh-Blatzh;
dem hät der Esel us de Wangk (Wand)
geklopp den armen Kerl Düss;
enen ut de Schöərn (Schollen)
kl. aufwecken, für seinen guten Ruf eintreten MGladb-Rheind. —
Enen heruskl. mitten in der Nacht wecken Rip, Allg.
Ich mouss der den neie Schneider erauskl. sagt man dem, der ein neues Kleid anhat Bernk-Neumag. — 2. übertr. a. absol. α. Vorschuss nehmen;
ech gonn no et Kantuər (Kontor)
kl.;
wievüəl häste gekloppt? Kref. — β. betteln;
kl. gehn Saarl-Berus, Koch-Weiler Westerw, Mü-Eif;
he geht eröm kl. durchstreift nichtstuend, trinkend u. spielend den Ort MüEif;
kl. nachbarlich plaudern Aach. — γ. seine Militärdienstzeit leisten;
beim Kammiss kl.;
kl. gohn Rip, Allg. (
vgl. Griffe kl.). — δ. plump, mit lauten Schritten gehen;
der kloppt doher wie en al Perd; heran-, angeklopp kunn Rip, Allg.;
he kloppt wie en Hengst Altk-NFischb. — ε.
es kloppt die Glocke schlägt einseitig an Kreuzn-Kirn. — b. etwas kl. α. mit best. Obj. αα.
Halt (Of, Hängt, Pumpen, Personen, Notsignal) kl. mit dem Hammer (Signalvorrichtung) dem Maschinisten der Fördermaschine die jeweiligen Signale geben, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — ββ.
Greff kl. Gewehrgriffe üben, bei den Soldaten;
Parademarsch kl. Allg. — γγ.
Kart kl. Karten spielen Saarbr, May-Hatzenport (
s. Kartenklöpfer);
enen Skat kl. Allg. — δδ.
verzehn (14)
Gefach kl. täglich 1000 Schwemmsteine von Hand herstellen Neuw. — εε.
Sprich kl. Witze reissen, prahlen (
grosse Spr. kl.), Winkelzüge machen Birkf, Simm, Wend, Saarbr, Trier, May, Kobl, Westerw, Siegld. — ζζ.
ene Halve kl. noch einen Halben trinken Aach-Stdt. — β.
jet drenkl. viel hineinschlingen;
de klopp sech ävver jet dren Grevbr-Gierath, MGladb-Rheind. — γ.
he kloppt alles drop vergeudet alles Rip, Berg, SNfrk;
die Ale schrabben zesamme, de Jonge kl. drop. — δ. etwas
herauskl. Gewinn erzielen WBitb; herauslocken Schleid-Hellenth. — c.α.
geklopp sen angeführt, betrogen sein Schleid-Hellenth. — β. einen
heruskl. ordentlich hernehmen
ebd. —
d.α.
de kloppt sech reibt beim Gehen die Fussknöchel Wittl, Goar, Westerw. — β.
de hät sich rän dropgekloppt abgerackert Altk-NFischb. — Abl.:
die Klopperei (
-ǫ- u.
--, bes. die Schlägerei unter Burschen),
dat Geklopps (
-ppe Berg).