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Goorn

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MeckWB
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2 in 2 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Goorn n.

Bd. 3, Sp. 223
Wossidia MeckWBNGoorn n. Garn 1. der aus der Flachsfaser gesponnene Faden, s. Flaß. Diesen pflegten der Bauer selbst oder die Altenteiler von der Spule auf die Haspel zu wickeln (Abb. 2, 961). Nach 100 Umdrehungen, von der Tallhaspel (Abb. ebda) durch ein Lautzeichen gemeldet, wurde eine Fitze oder Bind (s. d.) mit dem Fitzelband ab- und 10 solcher Bunde zu einem Stück Garn zusammengebunden. Danach legten die Frauen die Garnstücke in das Bükfatt (s. d.), je eine Schicht Garn und eine Aschenschicht, und gossen heißes Wasser darüber; sodann wurde das Garn im großen Muerkätel gekocht; s. büken. Es erhielt darauf einen Anstrich von Slichtgrütt, einem Brei aus Mehl und grüner Seife. Nach dem Trocknen folgte das Klopfen der Garnstücke mit dem Waschholt, um es geschmeidig zu machen, zumeist auf der Waschbank oder dem Spülsteg, auch auf einem Haufen Säcke oder einem prallen Strohsack; in Ha@ trat dafür der Flegeldrusch auf der Diele ein; aus Gü@ und Wa@ wird berichtet, daß man das Garn kräftig mit den Füßen trat (pedden). Vorher ging in Lu@ und Sta@ das Stauchen (stuken): zwei Männer ruckten mit je einem Holzstabe ein Stück Garn wiederholt auseinander, so daß das Garn von Schäben (s. Schäw) befreit wurde. Zum Trocknen wurde nun das Garn über eine Stange, die auf Stützen oder in den Astwinkel zweier Bäume gelegt wurde, gehängt, und eine zweite Stange kam unten in die Garnbunde, um sie zu beschweren und so auseinanderzuhalten. Zuletzt wurden die Garnstücke mit der Garnwinde zu Knäueln gewickelt (s. Goornwinn') und diese mit der Nesselnadel auf eine Schnur oder ein Band gereiht. Für den Weber jedoch wurde das Garn in der Regel auf große Weberspulen gewickelt, oder es wurden die Stücke selbst abgeliefert; s. Schildt 41; Gorn Mi 28a; ä. Belege: 'linum dictum garn' (Ro 1357) UB. 14, 23; 'vortmer schal en iestlik reper slaen unde arbeyden Hamborgher gharne by zik allenen unvormenghet' (Wi 1387) 21, 110; 'touwe ... sclaen van syneme eghenen gharne edder van syneme eghenen drade' 111; 'vervet garne allerleye, lynnen unde wullen' (Ro um 1400) 24, 153. Aus den Vorgängen bei der Zubereitung sind Rdaa. hergeleitet: Goorn spinnen seem. eine (abenteuerliche) Geschichte erzählen, die auch Schimannsgoorn genannt wird; s. Wo. Seem. 1, 231; dat Goorn is wat lang, wat ick denn afspinnen mot Bri. 2, 184; in der Rede das Hundertste in das Tausendste werfen: 'dat gahr grave Garne in dat sehr klene slan, alse men in der gemenen Rede secht' Gry. Lb. 1, F 4b; für Gedicht: 'dit bäten gahren tu suscipe fronte serena' (Ro 1650) Nd. Kbl. 11, 51; bildl.: in Fulgen kaken se Goorn ut sagen die Leute, wenn die Ostsee über Fulgen her so heult Wi. Ein neugeborenes Kind vor Unheil zu schützen, wird ein Stück Garn, das ein Kind von sieben Jahren gesponnen hat, in die Wiege gelegt (1895) StaStargard@ZirtowZirt; für einen Jungen legt der Pate in seinen Patenbrief ein Ende Klappengoorn, Garn für das Ende der Swäp, womit der Junge klappen (knallen) soll RoRostock@Groß SchwaßGSchwaß. Zss.: Ball-, Dacht-, Dick-, Dum-, Fitzel-, Flässen-, Häwel-, Heiden-, Inrih-, Kawel-, Knüttel-, Räpel-, Sägel-, Schimanns-, Small-, Strick-, Takel-, Teikel-, Trakel-, Twölftengoorn. 2. das Netzwerk; nur die Zug- und Treibnetze werden Goorn genannt: 'duas sagenas, que materna lingua waden sive garne nominantur' (Ma Malchin@DargunDarg 1283) UB. 3, 94; 'ihre Garne, Taue und Netze am Ufer des Meeres festgemacht' (1621) Spald. Land. 1, 539; nach dem Maschenmaß unterscheidet man weite und enge Garne; so bestanden die beiden Flügel der Wade aus weitem, der Hamen in der Mitte aus engem Garn Zastrow 33; 'die Krebßketzscher oder so genante Haven in gewöhnlichen und nicht mit gantz engen Garn zu gebrauchen' (1687) Bär. Ges. 2, 1, 634. Zss.: In-, Sett-, Small-, Stroh-, Swor-, Togg-, Vör-, Wadengoorn. — Mnd. garn. — Dä. 142b; Kü. 1, 592; Me. 2, 284.
3793 Zeichen · 58 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    Goornn.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Goorn n. Garn 1. der aus der Flachsfaser gesponnene Faden, s. Flaß . Diesen pflegten der Bauer selbst oder die Altenteil…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goorn

22 Bildungen · 21 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

goorn‑ als Erstglied (21 von 21)

Goornbom

MeckWB

goorn·bom

Goornbom m. Garnbaum des Webstuhls; auch dasselbe wie Goornrick, -staken Pa. Kü. 1, 592; Me. 2, 285.

Goornholler

MeckWB

goorn·holler

Goornholler m. 'Garnhalter': Goornhollers die Flüchtenhaken des Spinnrades Sta; vgl. Flüchtentüg .

Goornknicker

MeckWB

goorn·knicker

Goornknicker m. hohler Holunderstab Goornknicker oder hohles Knöchelchen, durch welche beim Abwickeln von der Goornwinn' der Faden läuft, da…

Goornkorf

MeckWB

goorn·korf

Goornkorf m. Aalfangnetz wie Aalkorf: 'hätte ... Garnkörbe geliehen, um selbige in ihrem Graben beym Hause setzen zu lassen' (1653) Spald. L…

Goornlog'

MeckWBN

goorn·log

Wossidia Goornlog' f. a. Spr. Garnlauge: 'sin nette (Urin) is rot unde dicke also garnloge' Rost. Arzn. 57 a .

Goornpahl

MeckWB

Goornpahl m. gegabelte Pfähle, auf welche die Trockenstange mit den daran hangenden Garnstücken gelegt wurde Gü.

Goornpöst

MeckWB

Goornpöst m. wie -pahl Sta Weit .

Goornräk

MeckWB

Goornräk W und N, -rick n. wie -staken.

Goornstaken

MeckWB

goorn·staken

Goornstaken m. zwei Stangen, hoch und niedrig über Stützen gelegt, über welche die gekochten und danach geklopften Garnstücke zum Trocknen g…

Goornstück

MeckWB

goorn·stueck

Goornstück n. die mit einem Fitzelband vereinigte Garnmenge, gewöhnlich aus 10 Fitzen bestehend.

Goorntogg

MeckWBN

Wossidia Goorntogg m. webersprl. Aufzug aus Flachs, s. Bomwullentogg (N).

Goornwäwer

MeckWB

Goornwäwer m. Amt der Leinenweber, von dem das Amt der Wullenwäwer geschieden Goornwinn' war; in Ro gab es 1791 24 Garnwebermeister, 1812 de…

Goornwinn'

MeckWB

goorn·winn

Goornwinn' f. Gerät, von welchem die Garnsträhnen entweder zu Knäueln oder zu Spulen abgewunden wurden; es besteht aus zwei Ständern auf Füß…

goorn als Zweitglied (1 von 1)

Glücksgoorn

MeckWBN

glucks·goorn

Wossidia Glücksgoorn n. Glücksgarn, der erste Faden, den ein Mädchen gesponnen hat; er hilft beim Kalben der Kühe Wa Waren@Wredenhagen Wred …