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Klätsch

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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4 in 3 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Klätsch

Bd. 4, Sp. 648
Klatsch, Klätsch -tš, Pl. -tšə(n) [Klevld -ęts, Pl. -tsə], Demin. -ętšχə(n), –tškə m.: 1. -a-, –ā:-, –ę-. a. der durch Schlagen mit einem flachen Gegenstande oder auf einem solchen erzeugte kurze, abgerissene Schall, Knall, z. B. dat goəf enen Kl., dat et all de Lüt hüəre koste (konnten) MGladb, Allg. — b. der Schlag selber, bes. die Ohrfeige [Köln-Stdt f.], enen Kl. für de Arsch (de Backe, en et Gesich, an et Uhr), das Zuschlagen der Türe, das Knallen mit der Peitsche Rip, Allg. (Rhfrk kaum bezeugt); mach, dann krigste Kl.ə, dat de de Erd söks (suchst)! Aach-Münsterbusch; der krigt Kl.ən be en aler Gaul May-NMendig; wat häje (habt ihr) now et liefst, Klätz of sonder Ete in't Bett? Geld [-a-, –ę- ist im Mosfrk auch f.; -ā:- stets m.]. — c. in besonderer Anwendung; op ene Kl. mit einem Schlage Schleid (-a-, –ę-, –ā:-); den Driklätz Dreitakt beim Dreschen Geld, Mörs (-tš); den Klätz (u. -tš) das Treffen beim Klickern Dinsl, Rees; Klätsch spelle Ballschlagsp. Dür-Wissersh; Klätschelcher machen einen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen. — d. übertr.; wer einen Verlust bei einem Unternehmen hat, den hot den Kl. krigt Prüm-Mürlenb (-a-); dat wor für den ene ärge Kl. Verlust MüEif; -ę- gesalzene Rechnung, Geldbusse Schleid-Hellenth; -ę- Krankheit mit dauernden Folgen, bösartige Erkältung, Schnupfen; singe (de) Kl. kriege; do han ech mich ävver ene Kl. gehollt Aach, Eup, Geilk, Heinsb, Erk (Elmpt f.). — 2.a. -E:- dicker Klicker Sieg-Mülld; -ę- Köln-Brück, Sol, Mettm, Düss, Elbf; -ā:- Malm-Vith. — b. -ętšχə kleines, rotes Schiessplättchen für Kinderpistolen Ahrw. — 3. eine kleinere oder grössere Menge, meist ausgebreiteten weichen (breiigen) Stoffes, u. zwar a. -a- [-ę- Aach-Stdt]; ene Kl. Mös Handvoll Mist; ene Kl. Botter (Käs, Gemös, Spis (Mörtel), Schniə udgl.); ene döchtege Kl. gehöriges Stück, gehörige Last; do häste ävver ene d. Kl. gelane; dat es ävver mar e Klätschke ein wenig, eine Kleinigkeit; nit en Klätschken! nicht ein biss-chen; möt Klätschkes gelle mit Kleinigkeiten einkaufen; dat Klätschke soll och bald opsinn; do geht jo mar ne Kl. dren nur wenig; he goəf mech ene Kl. op de Kop (Kauf) eine Zugabe SNfrk, NBerg, Rip; ene Kl. Holt kleine Bürde Holz MGladb, Erk; ne Kl. Papier Stoss P. Dür-Winden; Kl.ə Hellege mehrere Sangen aufgelesener Ähren Bergh-Hüchelhv [in Prüm-Ihren -ā:- f. grössere Menge breiigen Schmutzes, sich ablösenden Mörtels, Schnees von Dächern, Abhängen, grössere Bodenflächen, Gewebestücke, auch en gut Kl. Schold viele Schulden; en hat en g. Kl. gəerft; en schi Klätsch Koch-Eller]. — b. -ęts, Pl. -tsər n. en Kl. Druwen vollbesetzte Traube; en Kl. Kerschen Zweig vollbesetzter Kirschen udgl. Mörs-Neuk. — c. -a- kleiner Heuhaufen auf der Wiese Verbr. nach Wk. Kotten in Kemp-Busch Dülken Hehler Mackenst. — d. -a- Schuhflicken Eusk, Dür-NZier, Jül. — e. -a-, –ętškə Rest, z. B. R. Tabak in der Pfeife, Bierreste, beim Essen; dat Kengk mäckt Kl.ə beim Eəte; do es noch e Klätschke Kaffe em Pott; der Keəgeljong drenk de Kl.ə ut MGladb, Erk, Grevbr, Kemp, Heinsb-Myhl Dremmen (-ǫ-); klętskə Rees-Elten. — f. -ę- Narbe Dür-Birkesd, Ess-Werden. — g. -a- Geborgtes, Schulden; he hät äəverall (bei dem) (ene gruəte) Kl. hange (stoəhn) Kemp, MGladb, Erk, Aach-Stdt, Dür-Wissersh, MüEif, Malm-Montenau; klętškəs Kemp, Geld-Weeze. — h. -e- u. -ę- flacher Hut Ess-Werden. — i. -atšən Pl. alte, ausgetretene Schuhe Gummb-Remshg. — 4.a. -a- [-ę- Saarl-Ihn, Saarbg-Cahren, Siegld-Hilchenb, Dür-Stdt; -ęts Klevld; -a- Rees-Bislich] Klecks, Tintenklecks, Schmutzfleck Allg. [RRip, Berg auch -tš(ən) Sg. u. Pl. m.]. RA.: Su nass wie ne Kl. Dür. — b. -ę- Morast MGladb-Rheind; -atšə Wermelsk; en Kl. op der Stroten; en Klätzke Water eine Lache Wasser Emmerich. — c. -ę- Augenschleim Gummb-Osbghsn, MülhRh, Köln, Dür-Birkesd (-a-), Jül-Röding (-a-), Erk (-a-), MGladb, Düss-Benr (-a-), Kemp-Bistard. — d. -ę- Ausschlag auf dem Kopfe; frisierter nasser Kopf Kref. — e. -a- Mörtel Eup. — f. schleimiger Auswurf, der auf dem Boden liegt; -a- Rip, Mörs-Neuk; -ę- NBerg; der speit Klătsche we'n Fönfmarkstöck Wermelsk; -ę- Wurf Kot Schleid-Hellenth; -ęsə Kotklümpchen Klev-Griethsn. — g. -ę- teigige Masse, nicht ausgebackenes Brot; de Koche es och de renste Kl. Sieg-Ägid, Köln-Poulh. — h. -ę-, em Kl. sen in der Menstruation MGladb-Rheind. — i. -ę- Lakritze; doch s. d. Komp. — k. -ętsə Pl. α. Beinwell, symphytum Geld-Schravelen. — β. Kletten, arctium Geld-Straelen, Klev-Asperden. — 5. übertr. a. -a- Geschwätz, Gerede; enen (langen) Kl. hale; dat git ene nette Kl.; en dem Dörp es ene Kl., mer soll Gott danke, dat mer fort wör; do semmer ävver es en ene nette Kl. gerode; sune Kl. geht van Hus ze H.; mer kann sech net genog für em Kl. höde; e Klätschche hale Rip, Allg. RA.: We völ Kl. no Hus brengt, br. der och vil herut Kref. — b. -ę- dummer Mensch Grevbr-Wickrathh; scheəle Kl. Schielender Jül-Inden; en Klätschken kleines Kind Elbf; der Botterklatsch Butterhändler, der die Ware im Hause holt; Appels-, Pärenkl. Obsthändler Heinsb-Breberen; -ę- langer, schmaler Fisch in der Mosel Zell.
5152 Zeichen · 147 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    klätsch

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    klätsch , kletsch , m. nebenform zu klatsch, wie klätschen neben klatschen, wie die verwandten klecks neben klacks, klep…

  2. modern
    Dialekt
    Klätsch

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Klätsch [Klat M. ] f. Rda. der kummt m i r in di e K. so nahe, dass ich ihn schlagen kann.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klaetsch

10 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von klaetsch 2 Komponenten

kla+etsch

klaetsch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

klaetsch‑ als Erstglied (8 von 8)

klätscheln

DWB

klaetsch·eln

klätscheln , verkleinertes klatschen, liebkosend ( wie altn. schw. klappa): ein weibsbild .. klätschelte mit geübter hand die mageren schenk…

klätschen

DWB

klätschen , kletschen , nebenform zu klatschen Steinbach 1, 864 , wie klätsch zu klatsch, klätsche zu klatsche ( s. auch klätschern). es ist…

Klätscher

Adelung

Der Klätscher , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Klätscherinn, in der figürlichen Bedeutung des Zeitwortes, und im verächtlichen Verst…

Klätscherei

Campe

klaetsche·rei

Klätscherei , Mz. die — en , die schwatzhafte Verbreitung solcher Dinge, welche besser verborgen bleiben, besonders wenn sie Andern zum Nach…

klätscherin

DWB

klaetsch·erin

klätscherin , f. garrula Steinbach 1, 864 , klatscherin Rädlein 541 a ; eine pure stadtklätscherin. ehe eines mannes 283. henneb. kletschere…

klätschern

DWB

klaetsch·ern

klätschern , ebenso, sächs. z. b. von regen, von anschlagenden wellen. auch zu klatschen 3, plaudern: ich mag nicht klätschern am kaminfeuer…

Ableitungen von klaetsch (2 von 2)

geklätsch

DWB

geklätsch , n. dasselbe ( vergl. klätschen ), nl. geklets: geklätsche crepitus, sonus flagrorum, blateratio, garrulitas Stieler 971 , er nim…

klätsche

DWB

klätsche , f. nebenform zu klatsche, wie klätsch zu klatsch. so in der Zips die klätsch schallender schlag Schröer 69 b ; rhein. für klatsch…