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kieme

ahd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kieme f.

Bd. 11, Sp. 682
kieme, f. fischkiefer, md. und nd. (kîm Danneil 100b). 11) es ist gegenwärtig unter den verschiedenen namen, kiefe, kiefer, früher auch kiefel, kiff, kibe, kiwe (kywen, kewen auch Henisch 1111, ahd. chela, chiwa) der gebräuchlichste; Adelung empfahl ihn, weil kiefer zweideutig sei, auch die wissenschaft hat ihn angenommen und weiter gebildet (afterkieme, halskieme, mundkieme, kammkieme u. s. w., s. auch kiemer, kiemig); auch krebse, muscheln haben kiemen. heimisch in md. lande ist es z. b. bei Leipzig. von wbb. gibt es schon im 17. jh. B. Faber, während es noch bei Steinbach, Frisch fehlt. 22) nebenformen, die hier das wort aufklären helfen, sind kimme Schottel 1344, im gebrauch der Leipz. fischer, bei E. M. Arndt: drum, ihr fische, mögt ihr schwimmen übern Lech und übern Rhein, einem müssen doch die kimmen fest an unsern angeln sein. ged. 391 (1860 378), 'Beilings tod'; diesen schlag ich durch die kimmen. das.und sehr merkwürdig kin, das sich zeigt in 'kinlein im fisch, brantia' voc. th. Nürnb. 1482 q 4a, obwol auch kinnlein, kinn gemeint sein kann; s. auch kienwurm. dieser kurze vocal wird nach folg. der ursprüngliche sein, kieme aus kime geworden. 33) der name stammt, wie die vorhin genannten, aus einer zeit wo man die kiemen als die kauenden kinnbacken der thiere ansah (man nannte sie selbst kinnbacken, s. d. 3), und wie kiefer, kiefe, kiefel eigentlich den kinnbacken bezeichnen, findet sich kieme, genauer kimme im fernsten norden wieder, in isl. kiammi m. kinnbacken (dazu kiamsa die kiefern bewegen, u. a., ia aus kurzem i), das md. nd. wort musz vor alters diese bed. auch gehabt haben. es heiszt isl. altnorw. auch kianni (während schon schwed. beide worte fehlen), und das stimmt ebenso zu dem kin u. 1, genauer zu kinn (s. d.), das selbst auch 'gena' bedeutete und seinerseits eine merkwürdige nebenform kimmel hat. auch kiefe, eig. kife hat so sein seitenstück in altn. kiaptr kinnbacken (sp. 666). zwischen kife und kimme aber vermittelnd im auslaut erscheint kampf fischohr.
2039 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kiemest. F. (ō)?, sw. F. (n)?

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    kieme , st. F. (ō)?, sw. F. (n)? nhd. Kieme ne. gill ÜG.: lat. branchia Gl Q.: Gl (Anfang 14. Jh.) W.: nhd. Kieme, F., K…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kieme

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kieme , kiemen s. kîme, kîmen;

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kieme

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Kieme , plur. die -n, im gemeinen Leben einiger Gegenden, besonders Niedersachsens, und bey den Schriftstellern des …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kieme

    Goethe-Wörterbuch

    Kieme paariges Atmungsorgan der Fische Les Ouies. Die K. N13,240,11 Morph Plp Juliane Brandsch J.B.

  5. modern
    Dialekt
    Kiemef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kieme f. : ' Atmungsorgan der Fische '; Pl. Kieme (kīmə) [verbr.]. Südhess. III 1282 ; Rhein. IV 460 ; Bad. III 120 .

  6. Spezial
    Kieme

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kie|me f. (-,-n) ‹zool› branchia (-chies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kieme

22 Bildungen · 21 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

kieme‑ als Erstglied (21 von 21)

Kiᵉmeken

WWB

kieme·ken

Kiᵉmeken n. [ Höx Bür Wbg Bri Wal] 1.1. Ferkel, kleines Schwein. — 1.2. Lockruf für Schweine. — 2. Samenkapsel der Herbstzeitlose (Colchicum…

kiemenartig

DWB

kiemen·artig

kiemenartig , adj. branchiorum instar: bei den räderthierchen hat man deutlich kiemenartige athemwerkzeuge bemerkt. morgenblatt 1847 s. 367.

Kiemenbogen

Meyers

kiemen·bogen

Kiemenbogen , die knöchernen Bogen, die jederseits zu 3–4 am Halse der Fische liegen, die Kiemen tragen und die Kiemenspalten umgrenzen, für…

kiemendeckel

DWB

kiemen·deckel

kiemendeckel , m. die breiten theile der kiemen, womit die öffnungen verschlossen werden, kieferdeckel. Adelung.

Kiemenfuß

Meyers

kiemen·fuss

Kiemenfuß ( Branchipus Schäff .), Gattung der Krebstiere aus der Ordnung der Blattfüßer ( Phyllopoda). B. stagnalis L . lebt in seichten Süß…

Kiemenfüße

Herder

Kiemenfüße (Branchiopeda) , die letzte Ordnung der Insekten, sämmtlich Wasserthiere, frei oder schmarotzend auf andern Thieren, mit einer dü…

kiemenhaut

DWB

kiemen·haut

kiemenhaut , f. haut am kiemendeckel, welche die kiemen von auszen bedeckt, kieferhaut. Adelung.

kiemenwurm

DWB

kiemen·wurm

kiemenwurm , m. lernaea, ein wurm der sich an fischen, besonders an die kiemen ansaugt, auch kiefenwurm. Nemnich. s. kieferwurm.

kiᵉmesk

WWB

kiᵉmesk Adv. [ Hfd Hal] (vom Schwein) brünstig. ¶ Vgl.→ kriᵉmesk (unter Kriᵉme ).

kieme als Zweitglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kieme". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kieme/dwb?formid=K04382
MLA
Cotta, Marcel. „kieme". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kieme/dwb?formid=K04382. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kieme". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kieme/dwb?formid=K04382.
BibTeX
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