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kelzen

ahd. bis nhd. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
Anchors
10 in 8 Wb.
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

kelzen

kelurAWB m. i-St., in Gl. seit der 2. Hälfte
des 8. Jh.s: ‚Kehle, Schlund, Wamme am
Hals; gurgustium, palear
(as. kelur? pa-
S465keminâta 466
lear
[10. Jh., Graphie zielur mit Verschrei-
bung für ch-?; vgl. E. Langbroek, ABäG 52
(1999), 129 Nr. 5]; ae. ceoler: < urgerm.
*keluz-). S. kela. – keluraAWB f. ōn-St., keluroAWB m.
an-St., in Gl. ab dem 10./11. Jh.: ‚Wamme,
herunterhängende Hautfalte am Hals; pa-
lear
. S. kela, kelur. – kelwarg*AWB n. a-St., Gl.
3,292,4 (12./13. Jh.) und Gl. in London,
Arund. 225 (Anfang des 14. Jh.s): ‚Halsent-
zündung, Angina; angina
(vgl. Höfler 1899:
774 [zum HG]. 921 [speziell ‚Rankkorn als
Milzbrandgift in der Schweinskehle; morbus
porcorum
]). Determinativkomp. mit subst.
VG und HG. S. kela, warg. – kelzenAWB? sw.v. I
oder kelzônAWB? sw.v. II, Gl. 2,398,27. 74 (beide
in Hs. aus der 2. Hälfte des 11. Jh.s, Zeit der
Gl.einträge unbekannt), nur im Part.Präs.:
‚flehen, bitten, sich rühmen, frohlocken;
exultans, orans
(mhd. kelzen ‚schreiend
sprechen, prahlen, schelten‘
, nhd. mdartl.
schweiz. chälzen ‚kläffen [von Hunden],
heiser sprechen, husten, unaufhörlich keifen,
zanken‘
[Schweiz. Id. 3, 247; Stalder, Ver-
such eines schweiz. Id. 2, 82 f.], bair. kelzen
‚keuchend und oft husten, bellen, zanken‘
[Schmeller, Bayer. Wb.2 1, 1242]; vgl. tirol.
kąlz m. ‚Schelte für ein schreiendes Kind‘
[Schatz, Wb. d. tirol. Mdaa. 1, 321], steir.
kelz m. ‚vorlauter, kecker Mensch‘ [Unger-
Khull, Steir. Wortschatz 383]; afries. bikaltia
‚absprechen, vereinbaren‘). Der Lemma-
ansatz ist umstritten: Richter 1909: 149 setzt
kelzôn an, bei Raven 1963–67: 2, 52 findet
sich gelzôn, ebenso verfahren Starck-Wells
197, Splett, Ahd. Wb. 1, 296 erwägt gelzen
neben gelzôn, Schützeichel, Glossenwort-
schatz 5, 130 ordnet beide Belege unter
kallezen ein, bei Riecke 1996 ist das Verb
nicht verzeichnet. Ist der Ansatz mit Tenuis
k- richtig, wie die mdartl. Fortsetzer nahe-
legen, geht das sw. Verb auf eine Vorform
westgerm. *kaltii̯e/a- oder *keltōi̯e/a- zu-
rück. S. auch kallôn. Vgl. gelzôn, kallazzen.
kelzilînAWB n. a-St., Gl. 2,246,11 (1. Viertel
des 12. Jh.s, alem.). 247,1 (Hs. 10./11. Jh.,
Zeit des Gl.eintrags unbekannt): ‚kleiner
Stiefel, kleiner Schuh; caligula, soccus
. Die
hybride Diminutivbildung mit dem Suffix-
konglomerat -(i)lîn (vgl. Henzen 1965: § 91
[S. 145]) hat (m)lat. calceolus ‚kleiner
Schuh‘
zur Grundlage (vgl. Mlat. Wb. 2, 60).
S. kalizia. – kemba*AWB f. ō(n)-St., nur Gl.
465 keminâtaS466
3,586,4 (2. Hälfte des 12. Jh.s): ‚Schutt-
karde; lupipecten
(Dipsacus silvester L.)
(nhd. mdartl. rhein. kämme ‚Kardendistel‘
mit Assimilation von -mb- > -mm- [Müller,
Rhein. Wb. 4, 113
]; vgl. Marzell [1943–58]
2000: 2, 147). Die wild wachsende Pflanze
aus der Familie der Kardengewächse ist nach
der früheren Verwendung ihrer getrockneten
stachligen Blütenköpfe zum Aufkratzen und
Kämmen von Wolle benannt. S. kemben. –
kembenAWB sw.v. I, seit dem 10. Jh. in Gl.:
‚kämmen, hecheln, krempeln; pectere (mhd.
kemben, kemmen, nhd. kämmen; as. kembian
pectere, repectere in Gl. 2,497,10 = WaD
85, 3 [11. Jh., Beleg kann auch ahd. sein].
583,7 = WaD 97, 4/5 [10. Jh.], mndd. kem-
men; frühmndl. kemben [a. 1240], mndl.
kemmen, kimmen; ae. cemban, cæmban; aisl.
kemba: < urgerm. *kambii̯e/a-). Desubst.
Ableitung (vgl. Riecke 1996: 276). S. kamb.
kembilAWB ? m. a-St., Gl. 2,380,3 (Ende
des 12. Jh.s) und vielleicht in MGh: Poet.
Lat. VI, 1, p. 9, 1 (ch....la) (12. Jh., bair.):
‚Stachelhalsband, columbar; Helmbusch?,
cristas
. Desubst. Ableitung mit dem Fort-
setzer des Suffixes urgerm. *-ila- zur Be-
zeichnung von Geräten oder vielleicht in di-
minutiver Funktion (vgl. Krahe-Meid 1969:
3, § 87 [S. 87 f.]). S. kamb, -il. – kemelîn*AWB n.
a-St., Gl. 3,32,41 (1. Hälfte des 14. Jh.s). 42
(14. Jh., obd.): ‚(kleines) kamel; camelus
(vgl. mhd. kembelîn). Ableitung mit dem
Fortsetzer des Suffixes urgerm. *-īna- in
diminutivischer Funktion. S. kamel, -în2. –
Ahd. Wb. 5, 86 ff.; Splett, Ahd. Wb. 1, 296.
438. 440. 441. 449; Köbler, Wb. d. ahd. Spr.
655; Schützeichel7 173; Starck-Wells 197.
326. XLIII; Schützeichel, Glossenwortschatz
5, 130. 181 f.
4283 Zeichen · 220 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kelzensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    ? kelzen ( oder -ôn ) sw. v. , mhd. nhd. kelzen; afries. kaltia ; Splett, Ahd. Wb. I,1,296 erwägt gelzen, neben gelzôn, …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kelzenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    kelzen stn. ib. s. v. a. kelz Bon. Ms. Neidh. XXXIV, 3.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kelzen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kelzen , ein altes südd. wort, das sich im hohen norden wiederholt: mit widrigem tone bellen, zanken, husten, s. das gen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kelzen

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Zerlegung von kelzen 2 Komponenten

kel+zen

kelzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kelzen‑ als Erstglied (1 von 1)

Kelzenisens

MeckWB

Kelzenisens Pl. Aaleisen Ro Ribn .

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Cotta, M. (2026). „kelzen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kelzen/ewa
MLA
Cotta, Marcel. „kelzen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kelzen/ewa. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „kelzen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kelzen/ewa.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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