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kelasuht

as. bis ahd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

kelasuht

kel(a)bergaAWB f. ō(n)-St., Gl. 2,521,62
(wohl 13. Jh.) und vielleicht 2,412,1 (11. Jh.):
‚Halseisen, Halsfessel; bogus, manica (vgl.
mhd. kelberc st.m., frühnhd. kelberg). De-
terminativkomp. aus kela (s. d.) und einem
nicht als Simplex belegten *berga, das Ver-
balsubst. zum st.v. III bergan (s. d.) ist. S.
auch halsberga. – kelabrât*AWB n. a-St., Gl.
3,353,40. 356,30 (beide spätes 12. Jh.): ‚Bra-
tenstück vom Hals; decallo, ruma
. Deter-
minativkomp. mit subst. VG und HG. S. ke-
la, brât. Vgl. kelabrâto. – kelabrâtoAWB m. an-
St., in Gl. ab dem 12. Jh. (alle im SH):
‚Fleischstück, Bratenstück vom Hals; de-
callo
(mhd. kelbrâte, frühnhd. kelbraten,
nhd. mdartl. thür., preuß. kehlbraten ‚Bra-
tenstück vom Hals oder Brust des Schlacht-
schweins‘
[Spangenberg, Thür. Wb. 3, 401;
Riemann, Preuß. Wb. 3, 172], osächs.,
märk., schles. ‚Doppelkinn‘ [Frings-Große,
Wb. d. obersächs. Mdaa. 2, 520; Bret-
schneider, Brandenb.-berlin. Wb. 2, 924;
Mitzka, Schles. Wb. 2, 639], siebenbürg.-
sächs. kehl[en]braten ‚Bratenstück vom Hals
des Schweins, Doppelkinn‘
[Schullerus, Sie-
benbürg.-sächs. Wb. 5, 87]; mndd. kēle-
brāde). Determinativkomp. mit subst. VG
und HG. S. kela, brâto. Vgl. auch kelabrât*.
kelagirîAWB f. īn-St., nur Gl. 2,487,19 (10. Jh.,
alem.): ‚Fressgier, Gefräßigkeit; gula. De-
terminativkomp. mit subst. VG (s. kela) und
S455kelbirîn* 456
dem nicht als Simplex belegten Eigen-
schaftsabstraktum *girî, das vom Adj. giri
(s. d.) abgeleitet ist. – kelagiridaAWB, kelagiridîidî f. ō-St.
und f. īn-St., in WB, Gl. 2,22,8 (Hs. Ende
des 9. Jh.s, Zeit des Gl.eintrags unbekannt).
320,21 (2. Viertel des 9. Jh.s, alem.). 321,58
(13. Jh., mfrk.). 321,58/59 (in 2 Hss., 9./
10. Jh. und Blech 1977: 120 Nr. 6) und Gl. in
Poitiers, Ms. 69 (Hs. 11./12. Jh., Zeit des
Gl.eintrags unbekannt): ‚Fressgier, Gefräßig-
keit; ingluvies, ventris ingluvies
(as. kel-
girithi f. īn-St. ‚Genusssucht; gula, nur
dat.sg. kielirithi [WaD 70, 24, 11. Jh.], die
Annahme eines n. ja-St. [so Tiefenbach, As.
Handwb. 206] entfällt, da als Endung dann
-ie zu erwarten wäre und mit dem n. Suffix
as. -ithi, ahd. -idi < urgerm. *-iþi̯a-
Kollektiva abgeleitet werden). Determina-
tivkomp. mit subst. VG und HG. S. kela,
girida, giridî. – kelagîta*AWB f. ō-St., Gl.
3,417,23 (um 1175, alem.): ‚Fressgier, Ge-
fräßigkeit; gula
(mhd. kelgîte). Determina-
tivkomp. mit subst. VG und HG, das erst
mhd. als Simplex überliefert ist. S. kela. Vgl.
gît, kelagîtagî. – kelagîtagîAWB f. īn-St., nur Gl.
3,637,57 (1. Viertel des 12. Jh.s, alem.):
‚Fressgier, Gefräßigkeit; gula, ingluvies
(vgl. mhd kelgîtecheit). Determinativkomp.
mit subst. VG und HG. S. kela, gîtagî. –
kelahAWB, kel(u)hAWB m. a-St., in Gl. ab dem 10. Jh.:
‚angeschwollener, dicker Hals, Kropf; stru-
ma, tuber, tumor
(mhd. kelch, nhd. mdartl.
schwäb., bair., rhein., südhess. †, kurhess.,
ohess. kelch ‚Doppelkinn‘ [Fischer, Schwäb.
Wb. 4, 317; Schmeller, Bayer. Wb.2 1, 1240;
Müller, Rhein. Wb. 4, 401; Maurer-Mulch,
Südhess. Wb. 3, 1245; Crecelius, Oberhess.
Wb. 498 f.; Vilmar, Id. von Kurhessen 198];
as. kel[a]k struma in Gl. 2,586,74 = WaD
100, 33 [〈kélach〉, 10. Jh.]). Denominale
Ableitung mit dem Fortsetzer des Suffixes
urgerm. *-a-. Eine *-ka-Ableitung ist wohl
auszuschließen, da mithilfe dieses Suffixes
vorwiegend Tier- oder Pflanzenbezeich-
nungen gebildet werden. Bezeichnungen für
Körperteile sind dagegen auf den ndd., ndl.,
fries. und engl. Raum beschränkt (zu Bsp.
vgl. Krahe-Meid 1969: 3, § 153, 3). Vgl.
auch Höfler 1899: 264 f. S. kela. – kel(ah)nezzikel(ah)
nezziAWB
? n. ja-St., Gl. 3,657,39 (1. Hälfte des
11. Jh.s, obd.) chelnezzi: ‚Fischnetz, Reuse;
retia strumalia
. Vergleichskomp. mit subst.
455 kelbirîn*S456
VG und HG. S. kelah, nezzi. – kel(a)hoht(i)AWB
adj., nur Gl. 3,428,31 (Hs. 1. Hälfte des
12. Jh.s, Zeit des Gl.eintrags unbekannt):
‚einen geschwollenen, dicken Hals habend,
kropfig, skrofulös; strumosus
. Denominale
Ableitung mit dem Fortsetzer des Suffixes
urgerm. *-uχta- (vgl. Krahe-Meid 1969: 3,
§ 145). S. kelah, -oht(i). – kelastopfoAWB m. an-
St., nur Gl. 4,461,40 (12./13. Jh.) akk.pl.
kelestophen: ‚Halsentzündung‘. Determina-
tivkomp. mit subst. VG und HG. Vgl. Höfler
1899: 920. S. kela, stopfo. – kelasuhtAWB f. i-St.,
in Gl. seit dem 10./11. Jh.: ‚Halsentzündung,
Erkrankung des Rachens, Angina, Husten;
angina, arthresis, hemitritaeus, quinancia,
sinantia [= synanche?], tussis
, fnehantiu
kelasuht ‚Keuchhusten; immanis tussis,
mitunter liegt Verwechslung mit der ‚Gelb-
sucht; morbus regius
vor (mhd. kelsuht,
frühnhd., ält. nhd. kelsucht, nhd. mdartl. vor
allem zur Bezeichnung einer Erkrankung der
oberen Luftwege bei Pferd und Rind:
schweiz. chëlsucht [Schweiz. Id. 7, 279],
schwäb. †kelsucht [Fischer, Schwäb. Wb. 4,
327], bad. veralt., vorarlb., steir., thür.
kehlsucht [Ochs, Bad. Wb. 3, 101; Jutz,
Vorarlberg. Wb. 2, 50; Unger-Khull, Steir.
Wortschatz 383; Spangenberg, Thür. Wb. 3,
402]; as. kelsuht angina, synanche in Gl.
4,195,15. 209,13 [1. Drittel des 11. Jh.s];
5,43,41 [10. oder 11. Jh.] – die Belege kön-
nen auch ahd. sein). Determinativkomp. mit
subst. VG und HG. Vgl. Höfler 1899: 708 f.
S. kela, suht. – kelatuohAWB n. a-St., im Abr
(1,106,26 [Pa, Kb, Ra]. 211,37 [Kb, Ra]) und
weiteren Gl.: ‚Halstuch; collarium, monile,
sagum, strophium
(zu kelatuoh als Interpr.
für monile vgl. Splett 1976: 301) (nhd.
fachspr. Kehltuch zur Bezeichnung des in
einigen Nonnenorden getragenen weißen
Leinentuchs, das den unteren Teil des Ge-
sichts umrahmt). Determinativkomp. mit
subst. VG und HG. S. kela, tuoh. – Ahd. Wb.
5, 74 ff.
; Splett, Ahd. Wb. 1, 55. 96. 298. 299.
308. 449. 665. 957. 961. 1030; Köbler, Wb.
d. ahd. Spr. 654; Schützeichel7 173; Starck-
Wells 325. 824; Schützeichel, Glossenwort-
schatz 5, 173 ff.
5979 Zeichen · 342 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    kelasuhtst. F. (i)

    Köbler As. Wörterbuch

    kelasuht , st. F. (i) nhd. „Kehlsucht“, Halsbräune, Halsdrüsengeschwulst ne. inflammation (N.) of the throat ÜG.: lat. a…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kelasuhtst. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    kelasuht st. f. , mhd. kelsuht, nhd. kehlsucht; as. kelasuht ( vgl. Holthausen, As. Wb. S. 41 ). — Graff VI,141. Nur im …

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kela+suht

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APA
Cotta, M. (2026). „kelasuht". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kelasuht/ewa
MLA
Cotta, Marcel. „kelasuht". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kelasuht/ewa. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kelasuht". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kelasuht/ewa.
BibTeX
@misc{lautwandel_kelasuht_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-10},
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