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keit

ahd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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14 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

-Keit

Bd. 2, Sp. 1541
-Keit, eine Ableitungssylbe, welche Hauptwörter aus Beywörtern bildet, das Abstractum derselben, und nach einer sehr gewöhnlichen Figur auch aus dem Abstracto wieder ein Concretum zu bezeichnen. Sie kommt in der Bedeutung mit der Ableitungssylbe -heit völlig überein, aus welcher sie bloß durch eine härtere Aussprache des Hauchlautes entstanden ist. Nur in Ansehung des Gebrauches ist sie von derselben unterschieden, indem sie mehr eingeschränkt ist, und nur den Beywörtern angehänget werden kann, welche sich auf bar, er, ig, lich und sam endigen. Auf bar. Die Brauchbarkeit, Dankbarkeit, Dienstbarkeit, Ehrbarkeit, Fehlbarkeit, Fruchtbarkeit, Kostbarkeit, Mannbarkeit, Schiffbarkeit, Nutzbarkeit, Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit, Mittelbarkeit, Theilbarkeit, Untheilbarkeit, Unlaugbarkeit, Strafbarkeit u. s. f. Auf er. Die Bitterkeit, Heiterkeit, Munterkeit, Finsterkeit, Tapferkeit, Heiserkeit, Lauterkeit, Alberkeit, wofür auch Albernheit üblich ist, das Oberdeutsche Oberkeit für Obrigkeit, das Nieders. Düslerkeit u. s. f. Von bitter, heiter u. s. f. Für Sicherkeit ist Sicherheit, und für Sauerkeit ist Säure eingeführet, so wie von denjenigen Beywörtern, wo die Sylbe er zum Stamme gehöret, die Abstracta gleichfalls auf e gemacht werden; die Leere, Schwere. Auf ig. Abschüssigkeit, Anmuthigkeit, Anständigkeit, Barmherzigkeit, Billigkeit, Bündigkeit, Ewigkeit, Fertigkeit, Flüchtigkeit, Freudigkeit, Freygebigkeit, Geschäftigkeit, Gütigkeit, Gefälligkeit, Gültigkeit, Holdseligkeit, Kaltblütigkeit, Lässigkeit, Mannigfaltigkeit, Muthwilligkeit, Mühseligkeit, Mäßigkeit, Mündigkeit, Obrigkeit, Offenherzigkeit, Schwierigkeit, Streitigkeit, Seligkeit, Thätigkeit, Widrigkeit, Zufälligkeit u. s. f. Auf lich. Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Friedlichkeit, Höflichkeit, Häuslichkeit, Köstlichkeit, Sinnlichkeit, Peinlichkeit, Pünctlichkeit, Unpäßlichkeit, Abscheulichkeit, Zärtlichkeit, Bedenklichkeit, Deutlichkeit, Erheblichkeit, Glaublichkeit, Häßlichkeit, Beweglichkeit, Betrüglichkeit, Heimlichkeit, Sterblichkeit, Göttlichkeit, Herrlichkeit u. s. f. Auf sam. Seltsamkeit, Heilsamkeit, Furchtsamkeit, Friedsamkeit, Arbeitsamkeit, Bedachtsamkeit, Empfindsamkeit,[] Genügsamkeit, Wachsamkeit, Einsamkeit, Grausamkeit, Langsamkeit, Sparsamkeit, Wirksamkeit u. s. f. Dahin gehören auch die Beywörter auf haft und los, welche gleichfalls nur allein das keit annehmen, aber vorher durch die Sylbe ig verlängert werden müssen. Dauerhaftigkeit, Gewissenhaftigkeit, Herzhaftigkeit, Lasterhaftigkeit, Nahrhaftigkeit, Schalkhaftigkeit, Wahrhaftigkeit, Standhaftigkeit, Plauderhaftigkeit, Zaghaftigkeit u. s. f. Bodenlosigkeit, Gottlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Fruchtlosigkeit, Lieblosigkeit, Gedankenlosigkeit, Herrenlosigkeit, Ehrlosigkeit, Grundlosigkeit, Kraftlosigkeit, Sinnlosigkeit, Sprachlosigkeit, Trostlosigkeit u. s. f. Bey den Beywörtern auf los ist das ig vielleicht aus dem e euphonico entstanden, die weiche Aussprache des s zu erhalten, für Gottlosekeit u. s. f. wie noch häufig im gemeinen Leben einiger Gegenden gesprochen wird, und welches Frisch in seiner Ausgabe der Sprachlehre Bödickers so gern für die echte und wahre Schreibart ausgeben möchte, selbst in den eigentlichen Beywörtern auf ig; Gütekeit für Gütigkeit. In den Beywörtern auf haft schreibt sich dieses ig aus der Oberdeutschen Mundart her, welche den Beywörtern auf haft so gern ein unbedeutendes ig anhänget, glaubhaftig, für glaubhaft; welche Schreib- und Sprechart auch im Hochdeutschen ihre Freunde hat. Diesem Beyspiele folgen auch einige andere Beywörter, welche das keit annehmen, vorher aber durch die Sylbe ig verlängert werden. Frömmigkeit, Süßigkeit, Gerechtigkeit, Kleinigkeit, Feuchtigkeit, Reinigkeit, Mattigkeit, Dreistigkeit, Festigkeit, Nettigkeit, Helligkeit im gemeinen Leben für die Helle, Seichtigkeit u. s. f. Besonders wenn sie sich auf einen weichen Mitlauter endigen; Geschwindigkeit, Müdigkeit, Blödigkeit, Sprödigkeit, Behendigkeit u. s. f. Von fromm, süß, gerecht, blöde, spröde u. s. f. Indessen ist solches keine allgemeine Regel, weil viele das heit annehmen, wenn sie sich gleich auf einen weichen Mitlauter endigen, wie Trägheit, Feigheit, Bosheit, Weisheit, von träge, feige, böse, weise. In grob, blind, gesund u. a. lautet der Consonant schon hart, daher Grobheit, Blindheit, Gesundheit, der Regel gemäß sind. Für Feinigkeit sagt man lieber Feinheit. S. von diesem Gebrauche der Sylbe ig mein Magazin B. 1, St. 3, S. 78 f. In der Bedeutung kommen die Hauptwörter auf keit mit denen auf heit vollkommen überein, nur daß die vorher gehende Ableitungssylbe dabey nicht aus der Acht gelassen werden muß. Es macht Abstracta, welche eine Eigenschaft, eine Fertigkeit bedeuten und figürlich wieder zu Concretis werden können, Dinge zu bezeichnen, welche diese Eigenschaft an sich haben. Sich an Kleinigkeiten belustigen, an kleinen unerheblichen Dingen. Feuchtigkeiten, feuchte Körper. Gütigkeiten, gütige Handlungen. Indessen vertragen doch nicht alle der obigen Beywörter diese Sylbe, woran theils die Natur der Sache, theils der Wohlklang, theils aber auch bloß der unterlassene Gebrauch, Schuld sind. Die Beywörter auf ig, welche von Partikeln herkommen, lassen sich nicht auf diese Art in Hauptwörter verwandeln. Für Damahligkeit, Baldigkeit, (im Oberd. sagt man Bälde,) Heutigkeit, Dortigkeit, Hiesigkeit u. s. f. muß man umschreiben, wenn man den Begriff auszudrucken hat. Eben dieß gilt auch von Wunderbarkeit, Väterlichkeit, Mündlichkeit, Ehelichkeit, Königlichkeit, Kümmerlichkeit, Bürgerlichkeit, Ziemlichkeit und hundert andern mehr. Für Gnädigkeit, Allmächtigkeit, Andächtigkeit, Günstigkeit, Hungerigkeit, Mächtigkeit, Wollüstigkeit, Spitzigkeit, Lebendigkeit, Adeligkeit, Gehorsamkeit u. a. m. sind die kürzern Gnade, Allmacht,[] Andacht, Gunst, Hunger, Macht, Wollust, Spitze, Leben, Adel und Gehorsam, wenigstens in der edlern Schreibart, üblicher; obgleich in dem lehrenden Vortrage, wo die schärfste Bestimmung nöthig ist, auch jene gebraucht werden können, wenn der Verstand es erfordert, und die vielfache Bedeutung der letztern eine Zweydeutigkeit verursachen könnte. Anm. Aus allem erhellet, daß diese Ableitungssylbe in den meisten Fällen ihren Ursprung dem Wohlklange zu verdanken hat, indem das gelindere h nach den Buchstaben r, g, ch und dem weichen s fast von selbst in das härtere k übergehet. Daher findet man es auch in den ältesten Schriften so selten, ja fast nicht eher, als bis man auf den Wohlklang zu merken anfing.
6462 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ke..it

    Althochdeutsches Wörterbuch

    ke..it Mayer, Griffelgl. Salzb. S. 26,30 ( Salzb. St. Peter a VII 2, 8./9. Jh. ) zu: [ Caesar Augustus Herodem ... alien…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kê(i)tf.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    + vrechhêⁱt , -kê(i)t (fregkeit) , f. , Widerspenstigkeit , Sprödigkeit.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    -Keit

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    -Keit , eine Ableitungssylbe, welche Hauptwörter aus Beywörtern bildet, das Abstractum derselben, und nach einer sehr ge…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Keit

    Goethe-Wörterbuch

    Keit Substantivierung der Endsilbe abstrakter Begriffe auf -keit iSv allg Eigenschaft, generelles Merkmal; im verallgeme…

  5. modern
    Dialekt
    Keitinterj.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Keit [khait] interj. nur in Jeses-keit-dâ, Jerum-keit (s. d.). — ElsWB els. 1, 480 Keite.

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Komposita & Ableitungen mit keit

7.034 Bildungen · 17 Erstglied · 7.016 Zweitglied · 1 Ableitungen

keit‑ als Erstglied (17 von 17)

Keiter

PfWB

kei·ter

Keiter m. : ' lange, schmale Brotschnitte für kleine Kinder ', Keideʳ [LA-Impfl]; vgl. PfWB Kaute 2 a, PfWB Keil 1 c, PfWB Keiler 1.

keiterling

DWB

keiter·ling

keiterling , m. ein bier: kayterling zu Wettin. zeitvertreiber 1668 158; du angenehmer keiterling, es ist umb dich ein edel ding. Weise über…

Keithahn

MeckWB

keit·hahn

Wossidia Keithahn m. Streithahn, übertr. von erregten, streitsüchtigen Menschen: he is sonn' richtigen Keithahn Ro; upbegehrt as 'n Keithahn…

keitivic

KöblerMhd

keitivic , Adj. nhd. unglücklich, arm Hw.: vgl. mnl. keitivich Q.: Lanc (1240-1250) I.: Lw. mnl. keitivich E.: s. mnl. keitivich, Adj., ungl…

keitivic (?)

MWB

keitivic (?) Adj. wohl von mnl. keitivich (von keitijf aus afrz. chaitif; vgl. Anm.z.St. sowie MNW 3,1284f.; s.a. katîve , schêtîs ), hier k…

Keitsch

RhWB

keit·sch

Keitsch = Kerngehäuse s. Kitsche bei kitschen III.

Keitum

Meyers

kei·tum

Keitum , Hauptort der schlesw. Insel Sylt, hat eine alte Kirche, Altertumsmuseum, Strandamt, Düneninspektion, Schiffahrt, Austernfischerei u…

keitīf

KöblerMnd

keitīf , M. Vw.: s. ketīf (1)

keit als Zweitglied (30 von 7.016)

*ahtbarkeit

KöblerMhd

*ahtbarkeit , st. F. Vw.: s. un- E.: s. ahtbæric, heit

*biledelichkeit

KöblerMhd

*biledelichkeit , st. F. Vw.: s. *biledelichheit?

*bærkeit

KöblerMhd

*bærkeit , st. F. Vw.: s. angest-, ēr- E.: s. bæric, heit W.: nhd. Barkeit, F., „Barkeit“, DW-

*giskeit

KöblerAhd

*giskeit , st. M. (a?, i?)?, st. N. (a)? Vw.: s. un-, giskeid* (1)

*lichkeit

KöblerMhd

*lichkeit , st. F. Vw.: s. lichheit, teil-, wesen-, zer-

*ruohtsamkeit

KöblerMhd

*ruohtsamkeit , st. F. nhd. Achtung Vw.: s. ver- E.: s. rohen W.: nhd. DW- L.: FB 419a (*verruohtsamkeit)

*samkeit

KöblerMhd

*sam·keit

*samkeit , st. F., Suff. Vw.: s. gemein-, genuht-, līd-, vride-, wert-* E.: s. sam, samic, heit, keit W.: nhd. -samkeit, F., Suff., ...samke…

*skeit

KöblerAhd

*skeit , Adj.?, Adv.?, st. M. (a?, i?)? Hw.: vgl. anfrk. skeid

*sorgsamkeit

KöblerMhd

*sorgsamkeit , st. F. Vw.: s. be- E.: s. sorcsam

*wærekeit

KöblerMhd

*wærekeit , st. F. Vw.: s. *wæricheit?

bitigkeit

BWB

-bitigkeit Band 2, Spalte 2,945

bärigkeit

BWB

-bärigkeit Band 1, Spalte 1,1165

lîchkeit

MWB

-lîchkeit stF. auch -lickeit. ‘Mangelhaftigkeit, Unvollkommenheit’ dye [Güter und Lehen] wir durch gebrechlickeit menschlichis gedechtnisze …

næmkeit

MWB

-næmkeit stF. wie → dancnæmecheit ‘Dankbarkeit’ als vil wehset minne und die [...] gedanknenkeit und lob Vateruns(Sch) 87 MWB 2 203,13; Bear…

Ähnlichkeit

Campe

AEhnlich·keit

Die Ähnlichkeit , Mz. die — en. 1) Die Übereinstimmung mehrerer Merkmahle. Die Ähnlichkeit zwischen beiden ist so groß, daß man sie kaum von…

Ängstlichkeit

Campe

AEngstlich·keit

Die Ängstlichkeit , d. Mz. ungew. 1) Ein geringerer Grad der Angst. »War das die Ursache von seines Herren Ängstlichkeit?« Weiße. 2) Die Gem…

Anstößigkeit

RDWB1

Anstößigkeit f сальность, пошлость, пошлятина разг. , непристойность, двусмысленность, похабщина разг. , похабень сниж.-разг. неприличие, бе…

Anzüglichkeit

RDWB1

Anzüglichkeit f двусмысленность, сальность, пошлость

Befindlichkeit

RDWB1

Befindlichkeit f (kein Bezug zu "находиться") самоощущение, внутреннее эмоциональное состояние, настроение, эмоциональный настрой große Bere…

Begehrlichkeit

RDWB1

Begehrlichkeit f похоть, вожделение der braunen ~ heimfallen idiom. , euphem. - пасть жертвой "коричневой чумы" эвфем. алчность, аппетиты пе…

Beschaulichkeit

RDWB1

Beschaulichkeit f (kein Bezug zu "смотр") спокойствие, тишина, мир, покой der Umzug brachte Beschaulichkeit in ihr Leben - После переезда жи…

Bestechlichkeit

RDWB1

Bestechlichkeit f коррупция, продажность, взяточничество, мздоимство устар. , лихоимство устар.

Betriebszugehörigkeit

RDWB1

Betriebszugehörigkeit f (kein Bezug zu "принадлежность") стаж работы на одном месте

Ableitungen von keit (1 von 1)

keite

DWB

keite ? keiten, pl., ' bei den theeröfen, wo keine bäume sind, sind doch stubben, strümpe ( stümpfe ), keiten, die man kan schwelen lassen, …