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kauzig

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

kauzig

kauzig

Kauz m., frühnhd. Kutz(e), Kautz(e) (vereinzelt auch f.), mnd. kūtz. Der nur im Dt. vorkommende und hier seit dem 15. Jh. nachgewiesene, aber wahrscheinlich ältere (vgl. Kuiz, Kūze als Beiname einer Person, Anfang 14. Jh. in Hessen) Vogelname ist für kleinere, keine Federohren aufweisende Eulen unterschiedlicher Gattungen gebräuchlich, namentlich für den nach abergläubischen Vorstellungen als Todesverkünder geltenden Steinkautz (frühnhd. steinkutz, -kutze, -keutz, 15. Jh.), der auch einfach Käuzlein, Käuzchen (frühnhd. kützlin, keutzlin, 15. Jh., mnd. kǖtzken) genannt wird, und für den Waldkauz (16. Jh.). Benennungsmotiv ist wohl (wie bei Eule, Uhu, s. d.) der im Dunkeln allein wahrzunehmende Schrei, daher scheint Vergleich mit mhd. verkiuten ‘eine Absage erteilen’, kiuten n. ‘Geplauder’ (s. auch Köter), isl. kýta ‘streiten, sich zanken’, aengl. cȳta ‘Milan, Rohrdommel’ möglich; wie diese germ. Bildungen (ebenfalls mit dentalem Formans) stellt sich Kauz dann zu der unter kaum (s. d.) angeführten Wortgruppe der schallnachahmenden Wurzel ie. *gō̌u-, *gū- ‘rufen, schreien’. Im 16. Jh. wird die (schon für den oben erwähnten Beinamen vorauszusetzende?) metaphorische Verwendung von Kauz im Sinne von ‘wunderlicher Mensch, Sonderling’ üblich, die an die zurückgezogene Lebensweise und das bei Tage unbeholfene Gebaren des Vogels anknüpft; hierzu jetzt kauzig Adj. ‘wunderlich, schrullig’, zuvor auf das Obd. beschränkt ‘verdrießlich, unwillig’ (schweiz. chützig bereits 18. Jh.) und ‘mit struppigen Haaren’ (19. Jh.). Diese letzte Bedeutung ist vielleicht mit dem in verschiedenen Gegenden anzutreffenden Kauz ‘Haarknoten, aufgesteckter Zopf’, vermutlich einer weiteren Übertragung des Vogelnamens, zu verbinden.
1724 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kauzigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kauzig , adj. 1 1) zu kauzen 1, kauzicht gekauert. Stieler 936 . 2 2) schwäb. kauzig, kränklich, verdrieszlich, traurig.…

  2. modern
    Dialekt
    kauzig

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    kauzig filzig, geizig Ro.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kauzig

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von kauzig

kauz + -ig

kauzig leitet sich vom Lemma kauz ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von kauzig 2 Komponenten

kau+zig

kauzig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — kauzig kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kauzig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kauzig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „kauzig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kauzig/pfeifer_etym. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „kauzig". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kauzig/pfeifer_etym.
BibTeX
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