Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kartoffel f.
Kartoffel f.
Kartoffel f. krautiges Nachtschattengewächs, anfangs auch der Korbblütler Topinambur sowie beider eßbare Wurzelknollen. Schweiz. Cartoffel (1. Hälfte 17. Jh.), nhd. Kartoffel (2. Hälfte 18. Jh.) ist durch Dissimilation entstanden aus Tartuffel (Mitte 17. Jh.), Tartoffel (2. Hälfte 17. Jh.), auch mit Umlaut Tartüffel (1. Hälfte 18. Jh.), die aus Formen wie ital. tartufolo, auch (landschaftlich) tartüfol, tartufula, tartufole entlehnt sind. Diese Namen gelten eigentlich für ‘Trüffel’, werden aber auf das aus Südamerika stammende, im 16. Jh. auch in Italien angebaute und kultivierte Nachtschattengewächs auf Grund seiner den Trüffeln ähnlich in der Erde wachsenden Knollen übertragen. Ausgangsform ist daher ital. tartufo ‘Trüffel’, hervorgegangen aus vlat. *terrae tūfer ‘Erdtrüffel’, lat. terrae tūber ‘Alpenveilchen’, eigentlich ‘Erdknolle’. Vgl. osk.-umbr. *tūfer, wovon spätlat. tūfera, eine Variante von lat. tūber ‘Auswuchs, Buckel, Beule, Geschwulst, Knorren, Wurzelknolle, Erdschwamm’, und lat. terra ‘Erde’; s. Trüffel. Zur Dissimilation im Dt. vgl. in: Acta Univ. Carol. – Phil. 3 Germanistica Prag. 18, 95 ff.