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Honnig

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Honnig m.,, n.

Bd. 3, Sp. 786
Wossidia Honnig m., ä. Spr. n. Honig: Honnig mel Niem. Idiot. 11; Mi 34a; man unterscheidet nach der Herkunft: Heide-, Jumfern-, Linnen-, Rapphonnig; nach der Gewinnung: Leck-, Schiben-, Sleuderhonnig; nach der Beschaffenheit: Steinhonnig; durch Zusatz von Honig werden Bottermelks- und Rosenhonnig hergestellt 1. zur Sache: die hohe wirtschaftliche Bedeutung des Honigs in früherer Zeit erhellt sein häufiges Auftreten als Abgabe an den Landesherrn; so erhält dieser aus WaWaren@KisserowKiss jährlich ein Gefäß Honig ('unam tinam mellis'; 1309) UB. 5, 436; aus WaWaren@Groß GievitzGGiev haben die Lehnsträger eine Tonne Honig ('una tunna mellis') zu erlegen (1332) 8, 312; weitere Honighebungen (1302) 5, 79; (1354) 13, 555; eine Abgabe von 2 Bechern Honig erscheint noch 1570 in StaStargard@Klein NemerowKNem Endl.-Folk. 62; ein Honigzehnt wird in RoRostock@VolkenshagenVolk genannt (1397) UB. 23, 157: mit einer jährlichen Abgabe von 'terciam partem libre seu punth mellis' wird der Roßdienst von 4½ Hufen abgelöst (Ro Rostock@DoberanDob 1357) 14, 226; in den Ausgaben des herzoglichen Vogtes zu Schw erscheinen '4 marc. 4 s. pro melle' (1378) 18, 267; Honig als Handelsartikel (1303) 5, 127; der Zoll betrug 'vor dat punt honighes 4 penninge' (Wi 1328) 7, 612; den Verkauf regelt: 'ock gebede wi, dat niemandt schall korn, honnich edder jennigerlei wahr buten den döhren kopen, ehr idt kumpt binnen dohres' (um 1598) Beitr. Rost. 4, 2, 52; 1656 wird auf dem Landtag zu Gü Klage geführt 'wegen des Handels und Wandels mit Hopfen und Honig, so die Bauern führten' Spald. Land. 3, 316; der Kleinverkauf fand früher meist in Bechern statt, so buchen die Weddemeister für die Ausrüstung einer Reise nach Alholm u. a. die Ausgaben 'pro ... 12 crateribus mellis' (1395) UB. 22, 494; s. Bäker1 (1, 586); '4 witte vor 1 becker honighes' (Wi 1501) Jb. 91, 176; bei der Bewertung wurde der 'rauhe Honig', d. h. der aus den Waben herausgeschnittene Scheibenhonig, von dem 'Honigsseim', dem Leckoder Schleuderhonig, auch afleckt Honnig, geschieden; so wurden 'für ein Lißpfundt raug Honig 2 ßl.' Akzise erhoben (Wi 1724); 'Honigsseim 12 ßl Accise, rauch Honig 8 ßl' Akziserolle von 1748; 1783 führten die Städte Beschwerde: 'wenn der rauche Honig mit 1 ßl. a Thaler versteuret worden, fordere man gleichwohl von dem abgeschiedenen Wachs beim Verkauf annoch besondere Steuer' Sa. Land.-Ges. 7, 301; 1786 wird berichtet: 'den Honig verfahren die Kärner nach Sachsen, und die aufkaufenden Juden schicken ihn nach den umliegenden großen Städten' Langerm. 152; doch wird bereits zwanzig Jahre früher über den hohen Preis und die Knappheit des Honigs geklagt: '4 Pott reinen Honig müssen wir wohl mit 1 Rtlr. bezahlen' Nützl. Beitr. 1765, S. 45; ähnl. Leng. Landw. 1, 388 f.; Land. Ann. 1820, S. 598; als Grund für diese Verknappung wird angeführt: 'Stearin, Zucker und Syrup hätten die Bienenzucht so gedrückt, daß sie fast wie ein Luxus erscheine' 1854, S. 199; nur in Notzeiten durfte er noch den Zucker vertreten: 'mein Herr Pastor hat mir erzählt, daß er in den Jahren 1810 und 1811, wie ... das Pfund Zucker ... einen Reichstaler 4 bis 8 Gr. galt, stets Honig statt Zucker im Kaffee getrunken habe' (StaStargard@BeseritzBes) 1827, S. 59; über den Honigertrag eines Bienenstockes s. 1852, 2, S. 53; Honig zum Einmachen der Früchte Nützl. Beitr. 1811, S. 331; im bäuerlichen Haushalt werden die Honigabfälle zur Metherstellung benutzt; s. Honnigbier. 2. sprachliche Belege: 'ene nyge parse, dar man honnich unde was mede uthparset' Slagg. 137; Belege für das Neutrum sind: 'dat honnich schal ersten geschumet sin unde gesuvert' (Rost. Arzneib. 68b) Schill.-Lübb. 2, 295a; 'Juncker Sathan hefft in synem Ketterischen Pawestdom dat sOete Honnich GOedtlykes wordes tho surem Etick und bitteren Gallengifft ... gemaket' Gry. Paw. H 1b; sprw.: to väl is bitter, un wenn 't luter Honnig wir Bri. Volkssp. 27; Übereinstimmung von Fassung und Inhalt fordert: wat schall Honnig inne Teerbütt Glob. 8, 274; klauk as ne Imm, kann bloß keinen Honnig schiten vom Naseweisen HaHagenow@RedefinRed; das neugierige Kind wird abgewiesen: Kik in de Kœk, dor is Honnig in schäten, Dat sast du mit 'n gollen Läpel utfräten Wo. V. 3, 1519; dat fräten se weg as Honnig von gutem Futter RoRostock@KühlungsbornKühl; s. Brotdeif (2,1); Finbrot, dor sögen wi jo Honnig ut das war für uns ein seltener Leckerbissen Ro Rostock@WarnemündeWarn; öft. von einem Menschen, der jede Lage zu nutzen weiß: dee süggt Honnig ut 'n Stein Mi 34; dee kann ut 'n Pierkœtel Honnig sugen MaMalchin@Groß MethlingGMethl; in 'n Honnig sitten jung verheiratet sein StaStargard@WokuhlWok; dor hebben de Immen Honnig up dragen sagt der Küster, als die vier Töchter eines Hauses an einem Tage heirateten Wa; häufig vom Schmeichler: he stippt 'n Quast in Honnig un smeert em denn' dwas œwer 't Mul GüGüstrow@LaageLaage; se smeert em Honnig in 'n Boort HaHagenow@BelschBelsch u. öft.; smer mi mal 'n bäten Honnig ünner 'n Boort gib mir einen Kuß Ro; s. Boort (1, 1020); der geplagte Ehemann erhält den Rat: mööst ehr 'n Klack losen Honnig up 'n Buk smeren, dat se sick dot lacht HaHagenow@RedefinRed; säut Bät Honig im Rätsel Wo. V. 1, 993, 1. 3. Honig in der Volksmedizin Rost. Arzneib. 68b; gegen äußerliche Wunden bei Pferden Eng. Landw. 2, 508; 'man gebe einem kranken Menschen nicht von dem Honig, das man zum Futter für die Bienen aufgehoben hat. Stirbt der Kranke, der davon gegessen hat, so sterben auch alle Bienen, die es im Sommer vorher eingetragen haben' N. Monschr. 2, 85; Schatzgräber setzen den Erdgeistern ein Mahl aus Milch, Honig und Wasser vor Gü. 4. FN.: Honnigbarg, -breid', -häägd, -kräugerbusch, -land. — Mnd. honnich n. — Br. Wb. 2, 654; Dä. 192b; Kü. 1, 743; Me. 2,878; Schu. 13; Teu. 1, 119.
5546 Zeichen · 107 Sätze

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    Honnigm.,, n.

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    Honnig m., ä. Spr. n. Honig: Honnig mel Niem. Idiot. 11; Mi 34 a ; man unterscheidet nach der Herkunft: Heide-, Jumfern-…

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honnig‑ als Erstglied (27 von 27)

Honnigbeer

MeckWB

honnig·beer

Honnigbeer f. 1. eine süße Birnensorte Sta NBrand . 2. die Frucht der Eibe, taxus baccata, s. Ibenbom: Honnigbeeren E. Krüg. 83.

Honnigbein

MeckWB

honnig·bein

Honnigbein m. Scherzbildung in der Wendung: dee hett einen Settfaut un einen Honnigbein Ro Gres ; Wa.

Honnigbier

MeckWB

honnig·bier

Honnigbier n. selbstbereitetes Bier, das aus Honig, Hefe und Wasser hergestellt wurde. Kü. 1, 744.

Honnigblaum

MeckWBN

honnig·blaum

Wossidia MeckWB Honnigblaum f. Echtes Labkraut, galium verum: -blom Giese Pflanz. 38.

Honnigbötting

MeckWB

Honnigbötting n. mit Honig bestrichene Brotschnitte Bri. 5, 164.

Honnigbom

MeckWB

honnig·bom

Honnigbom m. Honigbaum, Asklepias, hoya carnosa: de Bläumings sünd so as sonn Vergißmeinnicht getacht, dor sitt välen Honnig in E. Krüg. Zim…

Honnigbült

MeckWB

honnig·buelt

Honnigbült Pl. -en f. kleine, mit Honiggras bewachsene Erderhöhung in der Wiese Wa.

Honnigbuer

MeckWB

honnig·buer

Honnigbuer m. Beiname eines Bauern, der eine große Imkerei hatte Ha Witt .

Honnigdeinst

MeckWB

Honnigdeinst m. 'Honigdienst', -abgabe: der Herr von Werle behält beim Verkauf von Ro Klingendorf 'unsen hosendenst unde honnichdenst' (Gü 1…

Honnigfläut

MeckWB

Honnigfläut f. geiles Frauenzimmer Ro Kühl ; im Tanzreim: Trin Honnigfläut, du büst ne hübsche Diern Gü GUp ; Wa.

Honniggras

MeckWB

honnig·gras

Honniggras n. Honiggras, holcus lanatus, auch dactylis glomerata öft.; Ferb. Contr. 3,78; Syn. Honnigmaddel. Me. 2, 879.

Honnigkauken

MeckWB

honnig·kauken

Honnigkauken m. Honigkuchen, der jetzt meist mit Sirup, nicht mit Honig angerührte Pfefferkuchen Schmidt Gad. 3, 259; Monh. 8, 564. Kü. 1, 7…

Honnigmaand

MeckWB

Honnigmaand m. Honigmonat, die sog. Flitterwochen, nicht volkstümlich Reut. 7, 469.

Honnigmaddel

MeckWB

Honnigmaddel m. Honiggras, dactylis glomerata E. Krüg. 32. Me. 2, 880.

Honnigmoort

MeckWB

Honnigmoort m. der Edelmarder, der seiner gelben Kehle wegen Honigmarder oder gelber Marder genannt wird: '15 marten, weren 2 honnichmarten …

Honnigpopp

MeckWB

honnig·popp

Honnigpopp f. Honigpuppe, aus Pfefferkuchenteig hergestelltes Weihnachtsgebäck Reut. 4, 452.

Honnigpott

MeckWB

honnig·pott

Honnigpott m. Honigtopf; als Kopfbedeckung im Volksreim: Oll Mann wull riden un hadd' keenen Hot, Oll Fru nehm 'n Honnigpott, Stülpt 'n olle…

Honnigpottsansläg'

MeckWB

Honnigpottsansläg' m. Pl. Luftschlösser, Hirngespinste Ro Tess ; die Rda. dat sint Honnigpottsanschläge Mantz. Ruh. 13, 50 beruht auf einer …

Honnigstock

MeckWBN

honnig·stock

Wossidia Honnigstock m. Bienenvolk, das Honig liefern soll U. Imm. 1, 2. Gegensatz Tuchtstock.

Honnigtegede

MeckWB

honnig·tegede

Honnigtegede m. Honigzehnt, a. Spr.: 'myt dem smaltegheden, alze honre unde vlaspenninge, honnichtegheden edder quyck' (Ro 1397) UB. 23, 157…