heiraten,
heiratern schw.: 1. wie schd.,
heirade (hairadə, -ḁ-) [weithin herrschend, auch Gal],
(hairādə, --) [mancherorts],
(hęirādə) [HB-Medh],
(hāiradə) [KU-Rutsw/G RO-Gaugrw LA-Nußd],
heirare [mancherorts, vorn. WPf],
heierade (haiəradə) [KU-Diedk Nerzw mancherorts südl. VPf],
(-rādə, -rdə) [KU-Kaulb Kreimb Altkch NW-Freinsh GH-Westh],
hei- radere [RO-Gundw],
heirere [RO-Würzw];
vgl. er-,
verheiraten,
heiraspeln,
heiern,
kopulieren.
Er geht h. [verbr. westl. WPf SWPf].
Sie heirat morje [verbr.].
Er dut sich h. 'sich verheiraten' [Ingb LA-Diedf BZ-Ingh].
Sie is schun geheirat 'schon verheiratet' [KU-Herschw/Petth, IB-Hass NW-Gönnh GH-Westh].
Sie es alt genung, sie kann h. [KB-Kriegsf].
Die hän h. misse, weil das Mädchen schwanger wurde [NW-Freinsh, verbr.].
Er heirat reich (gut, schlecht) [PS-Schmalbg, verbr.].
Er heirat 's Geld 'wegen des Geldes' [IB-Gersh, verbr.].
Er heirat aus'm Dorf 'in einen anderen Ort' [KL-Reichb].
Er heirat ääns aus de Zeidung, durch eine Zeitungsanzeige [KU-Bedb].
Sie heirat in die Stadt [verbr.].
Wie kammer nor so'n Halbstiwwel 'so einen alten Junggesellen'
h.? [BZ-Dernb]. RA.:
Du kannscht mich h., Ablehnung eines Anliegens [PS-Hermbg, verbr.].
Sie hän enanner jo net geheirat 'Sie können ohne Umstände auseinandergehen' [KL-Trippstdt].
Das Mäde kann schun Brot backe, dann kann's aach h. [verbr. Gal].
Sie kann jo de Pannkuche (beim Backen)
rumschnicke, do kann se aach h. [Don-Alexanderhs verbr. Gal Buch].
Sie hätt selle s'eerscht h. un dann sich kisse losse, von einem Mädchen, das vor der Heirat schwanger wurde [PS-Erfw].
Morje is Freidaach, nemm die Katz un h.! [LU-Opp]. SprW.:
Geheirat isch gleich, aber ungewiß ist der Bestand der voreilig geschlossenen Ehe [FR-N'lein].
Heirade es in die Lotterie gesetzt [KU-Kaulb KL-Hirschhn].
Heirat iwwer de Mischt (nicht so weit weg),
so wääschde wer se is [PS-Geisbg, mancherorts].
Gut gess speert mer de ganze Dag, gut geschlacht —
's ganz Johr, gut geheirat —
selebdag 'das ganze Leben lang' [RO-Als].
E Ochs soll e Ochs h. [Hebel 46].
Wer als Bu(b) heirat, bleibt e Bu(b) seiⁿ Lewe lang [FR-Bockh]. Volksgl.:
Wer dienschdags heirat, hot Glick in de Eh [FR-A'lein].
Wer rauhe Hoore hot, heirat reich [FR-Hettleidh]. VR.:
E scheckig Paar Ochse, e bucklichi Kuh, die gebbt mer mei Vatter, wann ich h. du [Schandein Bav. IV/2, 364]; dass. mit dem Anfang:
Zwee schwarzbraune Ochse un e bucklichi Kuh [verbr. Gal]. Andere VR.
s. Papier 1 a,
Bauernbube. a. 1737: Zum Wachdienst in den Obst- und Weingärten
werden die hiesige burgerssöhn, so verehelicht, auch diejenige, so burgerstöchter und wittwen heürathen ... gezogen [PfWeist. II 585 (NW-Freinsh)]. — 2.
s. Geheiratete. —
F.: Konjugation:
ich (er) heirat, du heiratsch(t), Pl.
heirade u.
heiraden;
vgl. die Formen bei brauchen. — Südhess. III 242 ff.;
Rhein. III 464 ff.;
Lothr. 245 hiroten;
Els. II 297/98; Bad. II 608.