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heine

mhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Heine

Bd. 3, Sp. 258
Heine, Heinrich, geb. 1800, aus einer reichen jüd. Kaufmannsfamilie zu Düsseldorf, studierte seit 1819 zu Bonn, Berlin und Göttingen, ließ sich 1825 taufen, lebte abwechselnd zu Hamburg, Berlin u. München, seit 1830 dauernd zu Paris, wo er Aufsätze in die Revue des deux mondes lieferte, 1835 als Haupt des jungen Deutschland von den Maßregeln des deutschen Bundestages gegen dasselbe getroffen wurde, dagegen von 1836—48 ein ansehnliches Jahrgeld von der französ. Regierung bezog und gegenwärtig durch die Rückenmarksdarre langsam abstirbt. H. ist entschieden das größte Dichtergenie, das seit Göthe aufgetreten, aber durch Mangel an Religion und Sittlichkeit zugleich der lebendigste Ausdruck aller Widersprüche, in denen sich unser Jahrh. bis vor kurzem bewegte u. vielfach noch bewegt. Neben der tiefsten dichterischen Anschauung der ideenarmste Saint-Simonismus u. eine wahrhaft satanische Freude an der Unlust u. am Häßlichen; neben einer zauberhaften Macht, alle Saiten des menschl. Herzens erklingen zu machen, der empörendste Hohn auf alles, was die Menschheit hoch und heilig hält und was nicht zu H.s Irreligion der Freude und des Genusses paßt; neben dem treffendsten geistvollsten Witze die gemeinsten Zoten; der geborne Dichter und der jüd. Faun verschmelzen sich in H. zu einem ebenso anziehenden als abstoßenden Ganzen, u. den zunehmenden Verfall seiner Dichternatur hat er, sonst ein Meister der Form, auch in der wachsenden Nachlässigkeit hinsichtlich der Form seiner Dichtungen offenbart. H. ging von der romantischen Schule aus, trat schon vor der Revolution von 1830 als Bewegungsdichter auf (Reisebilder, Hamburg 1826 ff., 4. Aufl. 1850 in 4 B.) und schwang sich rasch zum Herrscher der Poesie empor, indem er als Lyriker die rechte Erkenntniß vom Verhältnisse des Inhalts zur Form gab, die Poesie zur Einfachheit und Unmittelbarkeit des Volksliedes zurückführte u. einzelne lyrische Gedichte (vor allem im „Buch der Lieder”, Hamburg 1827, 10. Aufl. 1852), Balladen (die Wallfahrt nach Kevlaar, die Grenadiere) u. Hymnen (Friede) lieferte, wie kaum Göthe sie geschaffen. Selbst in den berüchtigten „Neuen Gedichten” (1844) glänzen aus dem Schmutze heraus noch Perlen u. offenbart sich „das ihm eigene liebevolle Erfassen u. Beleben der Natur”. Hatte er gegen den sittlich hoch über ihm stehenden Börne sich schamlos benommen, so lieferte er im „Atta Troll”, einem witzigen Heldengedicht in 24 Kapiteln, das in der Zeitung für die elegante Welt 1843 zuerst abgedruckt wurde, eine beißende Persiflage auf alle Richtungen, Bestrebungen und bedeutenden Persönlichkeiten der Literatur. Der „Romanzero” sammt Nachwort (1851) war geeignet, alle voreilig aufgetauchten Gerüchte über H.s Bekehrung zu widerlegen. H. ist zu sehr Lyriker, um Epiker oder Dramatiker sein zu können; seine Dramen (Almansor, Ratcliff u.a.) sind bei aller Originalität der Auffassung, Kunst der Behandlung u. Beweglichkeit „ohne diejenige Consequenz und Stetigkeit in der Handlung, die dem Drama seine eigenthümliche Bedeutung geben muß”. Außer einigen für die Geschichte der neuern Literatur nicht unwichtigen Schriften lieferte H. unter anderm in Prosa die franz. Zustände und den Salon, ganz gemacht, um beizuhelfen, daß die Nachwelt den Dichter weit herber verurtheilen wird, als dies bei G. A. Bürger (s. d.) der Fall ist.
3318 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    heineadv., swv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    heine adv. , heinen swv. s. heim, heimen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    heinem.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    heine , m. koseform für Heinrich, in der allgemeinen bedeutung kerl, bursch verwendet ( vergl. die ausführungen bei Hein…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Heine

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Heine , Heinrich, geb. 1800, aus einer reichen jüd. Kaufmannsfamilie zu Düsseldorf, studierte seit 1819 zu Bonn, Berlin …

  4. modern
    Dialekt
    Heinem.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wossidia Heine m. wie das Vor. in Neckreimen wie Heine, Heine, Harm, Leihn mi din Poor Slarm Wo. V. 4, 110; Heine Put Mi…

  5. Sprichwörter
    Heine

    Wander (Sprichwörter)

    Heine Es ist mir Heine wie Hans. – Eiselein, 296.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heine

29 Bildungen · 20 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von heine

he + -in + -e

heine leitet sich vom Lemma he ab mit Suffixen -in und -e.

heine‑ als Erstglied (20 von 20)

heine 1 und häufiger

KöblerAfries

heine 1 und häufiger , Sb. Pl. nhd. Hausgenossenschaft, Dienstvolk ne. servants Hw.: s. heinesna Hw.: s. hiōna E.: s. germ. *hīwō-, *hīwōn, …

Heineccius

Herder

Heineccius , Joh. Gottlieb, ausgezeichneter Rechtsgelehrter, geb. 1680 zu Eisenberg im Altenburgischen, lehrte in Halle, Franeker, Frankfurt…

Heinecken

Herder

hein·ecken

Heinecken , Karl Heinr. v., geb. 1706 zu Lübeck, gest. 1791 zu Altöbern in der Niederlausitz, Vertrauter des sächs. Ministers Brühl, veranst…

Heinefetter

Meyers

Heinefetter , Sabine , Opernsängerin, geb. 19. Aug. 1809 in Mainz, gest. 18. Nov. 1872 in der Irrenanstalt zu Illenau (Baden), erregte als H…

Heine, Heinr.

DWBQVZ

Heine, Heinr. *1797 Düsseldorf †1856 Paris. häufig nach einzeltiteln oder teilen d. sammlungen zit.

heinehōve

KöblerMnd

heinehōve , F. Vw.: s. hēgenehōve

Heineke

Meyers

hein·eke

Heineke , Walter Hermann, Mediziner, geb. 17. Mai 1834 in Schönebeck, gest. 28. April 1901 in Erlangen, studierte in Göttingen, Berlin, Leip…

Heinel N.

Idiotikon

Heinel N. Band 2, Spalte 1313 Heinel N. 2,1313

heinele

ElsWB

hein·ele

heinele [hainələ Heidw. ] Ausruf des Staunens und der Freude. M i r hänn s gross Los gwunne n ! — Heinele! — zu hei; zur Wortbildung vgl. äg…

Heinemann

MeckWB

heine·mann

Wossidia Heinemann Koseform des Vornamens Heinrich im Reim: Heinemann, Stick Lichter an Wo. V. 4, 113; Mi Nachl.

Heiner N.

Idiotikon

Heiner N. Band 2, Spalte 1313 Heiner N. 2,1313

Heinerle

MeckWB

hein·erle

Wossidia Heinerle n. hd. Dim. des Vornamens Heinrich in dem Volksreim: Heinerle, Zigeunerle, Kœmbuttel wir sin Brut, Un as hei sick verheura…

Heinerlehut

PfWB

heinerle·hut

Heinerle-hut m. : ' leichter Sporthut ', Heineʳlehietche (Dim.) [ KU-Kollw ].

Heïnermelech

LothWB

hein·ermelech

Heïner-melech : et as H. dran sagt man zu den Kindern, denen fremdes Brot besser schmeckt als das eigene Si.

heinesna

KöblerAfries

heinesna , sw. M. (n) nhd. Dienstbotenlohn ne. servant’s pay (N.) E.: s. heine, esna L.: Hh 41a, Hh 159

Heine, Wilh.

DWBQVZ

Heine, Wilh. *1817 Dresden †1885 in d. Lösznitz b. Dresden.

heine als Zweitglied (9 von 9)

*scheine

KöblerMhd

*scheine , st. F. nhd. Schein Vw.: s. ge- E.: s. scheinen

Anticipationsscheine

Herder

anticipation·s·scheine

Anticipationsscheine , österr. Papiergeld, 1813 geschaffen, im Betrag von 45 Mill. Gulden, das von 1814 durch einen Theil des Grundsteuerert…

Einlösungsscheine

Herder

einlösung·s·scheine

Einlösungsscheine , Papiergeld, 1. März 1811 von Oesterreich statt der Bancozettel ausgegeben, erhielten 1820 fixirten Curs zu 24 kr. C.-M. …

gescheine

Lexer

gesche·ine

ge-scheine stf. BMZ anschein, äusseres bild. wollusteg von gescheine Elis. 3159. in aller der gescheine, alse ob 9251.

holtheine

KöblerMnd

holt·heine

holtheine , Adj. nhd. hegehölzern? Hw.: s. heinholt E.: s. holt (1) L.: MndHwb 2, 344 (holtgrêve/holtheyne) Son.: Wortspiel mit hēgeholt und…

techeine

KöblerMhd

tech·eine

techeine , st. F. nhd. Dekanat E.: s. techan L.: Hennig (techeine)