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halunke

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
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10

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Halúnke

Bd. 2, Sp. 935
Der Halúnke, des -n, plur. die -n, ein niedriges Schimpfwort, womit man einen nichtswürdigen, trägen, mit Lumpen behangenen Menschen bezeichnet. Die Abstammung dieses Wortes, welches in einigen Mundarten auch Hohlunk lautet, ist wie bey mehrern Schimpfwörtern ungewiß. Frisch leitet es von dem Böhm. Holomka her, welches den Anhänger einer Partey bedeutet, und durch die Religionskriege in Deutschland bekannt geworden seyn soll, da man die Troßbuben im Kriege mit diesem Nahmen belegt, weil sie die zerrissenen Kleider der Soldaten getragen. Er führet dabey das Franz. Haillon, ein Lumpen, an. Andere leiten es von dem Nieders. Lunke, lumbus, die Lende, und hahlen, ziehen, ab, da es denn eigentlich einen Menschen bedeuten würde, der vor Trägheit die Lenden gleichsam hinter sich herschleppet. Noch andere von dem alten Halingon, Nachstellung, Hinterhalt. Am wahrscheinlichsten ist es das Wendische oder Sorbische Holunk, welches eigentlich einen im Walde wohnenden Menschen bedeutet, welche bey der ehemahligen Verfassung in der Ober-Lausitz auf den Schlössern die Nachtwachen verrichten mußten. S. Kreysigs Beytr. Th. 4, S. 347.
1133 Zeichen · 16 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    halunkeM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    halunke , M. Vw.: s. holunke L.: MndHwb 1/2, 207 (halunke) Son.: jünger

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Halúnke

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Halúnke , des -n, plur. die -n, ein niedriges Schimpfwort, womit man einen nichtswürdigen, trägen, mit Lumpen behang…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Halunke

    Goethe-Wörterbuch

    * Halunke scherzhaft, als Anrede eines Dieners, auch als Charakterisierung eines Künstlers Gespr(He5,142) Holtei nach Fr…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Halunke

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Halunke (früher Holunke ), seit dem 16. Jahrh. gebräuchlich und vom böhm. holomek , »nackter Bettler«, d. h. verkommener…

  5. modern
    Dialekt
    Halunkem.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Halunke m. : wie schd., Halunk (haˈluŋg) [verbr.]; e dermliger Hallunk [ Kühn Schnitze I 77]. Syn. s. PfWB Gauner . Dem …

  6. Sprichwörter
    Halunke

    Wander (Sprichwörter)

    Halunke Herunter Halunke, es sitzen schon vier darin, rief der Kutscher, als ein Lehrbub hinten auf den Wagen sprang.

  7. Spezial
    Halunke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ha|lun|ke m. (-n,-n) canaia (-ies) m.(f.) , pesta (-tes) m. , manigoldo (-di) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit halunke

7 Bildungen · 5 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von halunke

halunken + -e

halunke leitet sich vom Lemma halunken ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von halunke 2 Komponenten

hal+unke

halunke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

halunke‑ als Erstglied (5 von 5)

Halunkenplatz

MeckWB

halunken·platz

Wossidia Halunkenplatz m. der 'Olymp', die höchste Platzreihe im Theater Müll.-Friese 11.

halunkerei

DWB

halunke·rei

halunkerei , f. vilitas, turpitudo: ich lache über seine halunkerei. schaubühne engl. u. franz. com. 2, 129; holunkerei Stieler 850 ; es ist…

halunke als Zweitglied (2 von 2)

erdhalunke

DWB

erd·halunke

erdhalunke , m. furcifer: sitzt meistens zu Ingolstadt unter von koth zusammengeblasnen erdhalunken. Fr. Müller 2, 11 .

erzhalunke

DWB

erz·halunke

erzhalunke , m. trifurcifer: den becher her, oder du bist ein erzhalunk. Fr. Müller 1, 178 .