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gutmütig

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gutmütig

gutmütig

gut Adj., ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. – Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. – gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.
3666 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gutmütigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gutmütig , adj. , auch adv.; seit dem 15. jh. zu bezeugen, doch im älteren nhd. noch selten. 1 1) zu gut IV B 1 ' freund…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gutmütig

    Goethe-Wörterbuch

    gutmütig -thig (außer Br u Tgb bis 1784 bzw 86), Zusammenschr ‘allzugutmütig’ 35,124,3 TuJ 1802 ; vereinzelt (auch mit K…

  3. modern
    Dialekt
    gutmütigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gut-mütig Adj. : wie schd., gutmidich [vereinzelt]. Er esch e gutmidicheʳ Hammel [ BZ-Dernb ]. Ehr Henerich, sunscht so …

  4. Spezial
    gutmütig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gut|mü|tig adj. da n bun cör, de bona tëmpra, bunac (-ac, -cia). ▬ gutmütig sein ester de bona tëmpra ; gutmütig er Mens…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gutmuetig

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von gutmuetig 2 Komponenten

gut+muetig

gutmuetig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gutmuetig‑ als Erstglied (3 von 3)

gutmütigkeit

DWB

gutmuetig·keit

gutmütigkeit , f. , zum vorigen gebildet, vereinzelt im 16. jh. belegt, allgemeiner erst im 18. jh. verbreitet; entsprechend gutmütig 1 a ' …

gutmütiglich

DWB

gutmuetig·lich

gutmütiglich , adv. zu gutmütig 1 a; im frühnhd. bezeugt, vgl. gutt- oder senfftmuttikleich benigne Diefenbach gl. 71 c : demütiglich bitten…

gutmütigtrocken

GWB

gutmuetig·trocken

gutmütig-trocken zu ‘gutmütig’ a Gutmüthig trocken weiß er [ Knebel ] Freud’ und Lachen | Im ganzen Cirkel laut zu machen 2,143 Ilmenau 65 S…

Ableitungen von gutmuetig (1 von 1)

ungutmütig

DWB

ungutmütig , adj. adv. , gth. v. gutmütig. Campe : des alten königs nicht ungutmüthige schwäche Dahlmann gesch. v. Dänemark 1, 221 ; mensche…