gutmütig -thig (außer Br u Tgb bis 1784 bzw 86), Zusammenschr ‘allzugutmütig’ GWB35,124,3 TuJ 1802; vereinzelt (auch mit Kleinschr) subst: ‘das G-e’, ‘ein G-er’ a eine gute Gemütsart habend, grundsätzl menschenfreundlich, wohlwollend gesinnt, Gutem gegenüber aufgeschlossen, durch solche Eigenschaften, Einstellungen gekennzeichnet, sie bezeugend; auch ‘reines g-es Herz’ [üb Jung-Stilling] ein so g-er, wohlgesinnter, gottesfürchtiger Mann GWB29,27,4 DuW 16 [Makarie üb Wilh:] der junge Mann .. der .. verständiger und g-er Natur ist GWB252,44 Wj I 6 Var [nur 1821] traurige Betrachtungen über den Zustand des wohlhabenden g-en Bürgers in schrecklichem .. Kriegs-Unheil GWB33,140,13 Camp schreibe .. oft vom Theater, in welches du einen so reinen, tüchtigen und doch so g-en Blick hast GWBB26,314,8 Zelter 26.3.16 GWB24,354,12 Wj II 7 GWB22,129,7 Lj IV 20=GWB52,270,25 ThS VI 12 uö als in der (künstlerisch dargestellten) Gesichtsbildung erkennbar, einmal ‘wohl und g. gebildet’ [Wirt in der Radierung ‘Der barmherzige Samariter’, vgl Abb MA182,323] Höchst trefflich, g. und vertrauenswerth ist die Physiognomie des Alten GWB491,305,11 Rembrandt dDenker GWBT1,273,26 v 6.10.86 uö (volks-, gruppenbezogen uä) typisierend Der Deutsche, gut- und großmüthig von Natur, will niemand gemißhandelt wissen GWB28,195,19 DuW 13 das in Ifflandischen und Kotzebue’schen Stücken wohlbedachte Fach g-er und bösartiger Mütter, Schwestern, Tanten und Schließerinnen GWB35,30,27 TuJ 1794 GWB45,170,19 RamNeffeAnm GWB45,213,24 ebd [Zit s v Gevatterin] GWB411,115,2 DtSprache uö mit der Nuance treugesinnt [Amenaide:] Ihn [den verbannten Tancred] liebt das Volk noch immer. [Euphanie:] Wenn Große nur dem eignen Vortheil fröhnen, | So ist das Volk g. [plus sensible] GWB9,381 Tancred 468 b von Naivität zeugend; keine Hintergedanken hegend, harmlos Die Dichtkunst verlangt im Subject, das sie ausüben soll, eine gewisse g-e, ins Reale verliebte Beschränktheit, hinter welcher das Absolute verborgen liegt GWBB15,213,20 Schiller [3.od 4.4.01] [nach G-s Malcesine-Abenteuer, s 30,44ff] fragte er [der zufällige Begleiter] mich g., ob ich nicht einen Augenblick in den Hof [des Justizpalasts mit riesigem Gefängnis] treten wolle .. Es war ein verwünschter Anblick GWB30,64,15 ItR GWB29,21,2 DuW 16 [Zit s v Grille, Pkt C1a] GWB29,29,5 DuW 16 c vertrauensvoll-zuversichtlich, unbeschwert, wohl-, frohgemut [Therese üb Wilh u seinen bisherigen Lebensgang:] ein ewiges Suchen und Nichtfinden; aber nicht das leere Suchen, sondern das wunderbare g-e Suchen begabt ihn, er wähnt, man könne ihm das geben, was nur von ihm kommen kann GWB23,185,26 Lj VIII 4 [Messina] Das Entsetzen über jenes ungeheure Ereigniß [Erdbeben 1783], die Furcht vor einem ähnlichen, treibt sie [die außerhalb der zerstörten Stadt lebenden Bewohner], der Freuden des Augenblicks mit g-em Frohsinn zu genießen GWB31,205,18 ItR GWBB19,11,23 Zieten 5.6.05 K GWB23,92,1 Lj VII 8 GWBN3,124,2 FlH II d von gutem Willen, löblichen Absichten bestimmt, erfüllt; einmal subst Beförderung seines g-en und eifrigen Strebens [des Malers Klotz hinsichtl Fl] GWBB20,6,13 Jacobi 11.1.08 Rabeners Satire .. diese neckende Heiterkeit, diese g-e Verhöhnung der irdischen Dinge GWB27,391,1 DuW 7 Schema [mBez auf Beaumarchais’ Figaro-Lustspiele] Wenn .. solche g-e Schalks- und Halbschelmen- Streiche zu edlen Zwecken .. ausgeübt werden GWB27,115,21 DuW 7 Das humoristische g-e der Intrigue und Schelmenstreiche GWB29,255 DuW 7 Schema uö iSv mit Gutwilligkeit gepaart Hospitalität des weimarischen Hofes und der Stadt .. G-e Beschränktheit [des Adels, der Bürgerschaft], die sich zur wissenschaftl. und literaren Cultur emporzuheben sucht GWB53,383 DuW Plp e iSv freundlich, hilfsbereit, auch: großzügig, freigebig; wiederholt ‘g. genug’ sah er sich unter den Gemählden um .. Mein Oheim zeigte ihm g. die besten Stücke jeden Zimmers GWB47,184,3 Samml 7 Knebel ist g. genug und glaubt ihm [dem in Geldnöte geratenen d’Alton] helfen zu sollen GWBB21,58,19 Meyer 9.9.09 [mBez auf ‘Wallensteins Lager’, Vs 53] ein Uhlan, roh und g., reicht ihm [dem Bauern] einen Trunk GWB40,13,2 EröffnWeimTheat GWBB44,71,16 Zelter 22.4.28 GWB33,64,26 Camp GWBB12,235,22 CarlAug 15.8.97 uö iron in Hinblick auf Gerüchte, Klatsch üb Bergw Ilmenau indessen [iUz ‘auswärtigen Publikum’] unser innländisches sich g. mit Fatalitäten beschäftigt .. Neulich haben sie zugleich das Werck ersäuft, und die Arbeiter durch Schwefel Dünste umgebracht GWBB6,381,27 CarlAug 28.10.84 f von Toleranz, Rücksichtnahme, verständnisvoller Nachsicht bestimmt als man [zZt der aufgeklärt-absolutist Reformen] Duldsamkeit gegen die Juden der g-en Zeit anzuempfehlen bemüht war GWB28,190,25 DuW 13 Mit den Genannten [MClaudius, FHJacobi, Lavater] war unser Verhältniß nur ein g-er Waffenstillstand von beiden Seiten GWB32,105,20 ItR GWB51,181,23 ThS II 8 GWB51,191,12 ThS III 1 uö g einschränkend od krit nuanciert α von (übermächtigem) Harmoniebedürfnis geprägt [mBez auf Sophie vLaRoches Mentalität] eine g-e Sentimentalität, die allenfalls vor dreißig Jahren, zur Zeit wechselseitiger Schonung, noch ertragen werden konnte GWB35,81,28 TuJ 1798 [recte 1799] β einfältig-naiv, einmal subst ‘ein G-er’ ich mag mich weder g. selbst betrügen, noch fremde Zwecke .. befördern GWBB21,361,5 Reinhard 22.7.10 [für: un bon homme] GWB45,84,26 RamNeffe uö γ vertrauensselig, völlig arglos [Edelmann:] die Provinzen wo .. [die Jakobiner] gehaus’t haben; wo g-e Thoren ihnen .. anfangs zufielen GWB17,303,23 Bürggeneral 13 GWB22,168,13 Lj V 5 uö δ allzu nachsichtig, nachgiebig, von resignativer Bereitwilligkeit zeugend; einmal idVbdg ‘gut- und schwachmütig’ (als Charakteristik von Lamartines ‘Sur la Politique rationelle’) [Juliette:] daß wir nicht so g. sind wie unsere liebe Tante gegen den immer verzogenen Neffen GWB24,108,25 Wj I 6 gewöhnt er [der vergebens gegen Widriges ankämpfende Mensch] sich endlich zu einer dunkeln g-en Geduld und folgt gelassen den trüben Pfaden seines Schicksals GWB52,93,9 ThS IV 16 GWBTgb 9.1.32 uö ε falsche Bescheidenheit, unangebrachte Zurückhaltung beweisend Ihm [Herder] ist .. so ungeheuer manquirt, daß er ein für allemal nicht zu nachgiebig und g. sein muß [gegen CThDalbg] GWBB9,32,3 CHerder [22.9.88] GWBB9,32,9 Herder 22.9.88 Gert Liebich G.L.