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gule

mhd. bis nhd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
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1

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gule m.

Bd. 9, Sp. 1070
gule, m., haushahn, ein alemannisches wort, auch in der form gul, gulen, guler, guli, daneben mit kurzem vocal gull(e), guller, gulli, die beiden letzten formen auch umgelautet; zur idg. wurzel ghel- schreien, s. Fischer schwäb. 3, 912, Staub-Tobler 2, 220, oder eher mit gul 'männliches tier, pferd' identisch, s. teil 4, 1, 1, 1566 u. Sommer idg. forsch. 31, 371: (gallus gallinaceus) wirt von Teutschen han, haushan, gul und güggel gnennt Heuszlin Geszners vogelbuch (1557) 76b; hanen oder gulen (pl.) H. Bullinger verantwortung (1557) nach Staub - Tobler 2, 220; eier hüener, güll U. Meyer Winterthurer chron. (um 1550) ebda; über die verbreitung und abgrenzung der einzelnen formen in den heutigen alemann. maa. s. Fischer schwäb., Staub-Tobler a. a. o., Martin-Lienhart elsäss. 1, 212b. im schweiz. wie elsäss. auch für den truthahn. allgemein alem. zur bezeichnung eines zornigen, geschwätzigen oder narrenhaften menschen, vornehmlich in der form guli, bereits im 15. jh.: [] ein müller hiesz Gumprecht der gül und waz geseszen in einer mül bei Keller erzähl. a. altd. hs. 463, 2; wer wolt also ein guli sein, ... der in seinen krankheiten nicht all sein poesim, graecum, hebraeum ... gebe um einiger kraft zu wissen zu seiner gesundheit? Paracelsus op. (1589) 4, 368; du wüster guli, grober filtz, ich wil dich bzalen drumb, was gilts Joh. Aal trag. Johannis 143 ndr. als pflanzenname für rotblütige gewächse, im els., schweiz. bes. für corydalis cava, lerchensporn, hahnensporn, im schwäb. vor allem für papaver rhoeas, ackermohn, auch gockeler genannt.
1579 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gûleswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    gûle swm. du verschamter gûle benennung eines götzen Geo. 3503.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gûlem.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    gûle , m. , s. gûl.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gulem.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gule , m. , haushahn, ein alemannisches wort, auch in der form gul, gulen, guler, guli, daneben mit kurzem vocal gull(e)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gule

51 Bildungen · 43 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

gule‑ als Erstglied (30 von 43)

Gūlebō²ne

WWB

gule·bone

Gūle-bō²ne f. Pferde- oder Ackerbohne (Vicia faba) ( Kr. Höxter Höx Bh).

Gūlebrāme

WWB

gule·brame

Gūle-brāme Gulbremse Hornisse (Frbg.) ( Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil) Wal Nl).

Gūledistele

WWB

Gūle-distele f. [ Kr. Höxter Höx Kr. Büren Bür Kr. Warburg Wbg Bri] Pferdedistel.

Gūleechele

WWB

Gūle-echele Giuligel wegen seines starken Ziehens nur bei Pferden eingesetzter Blutegel (Frbg.) ( Kr. Lippstadt Lst Rü).

Gūleflē²sk

WWB

gule·flesk

Gūle-flē²sk n. Pferdefleisch. Giulefleisk is düer Fleisk, un doch wert et nit geaten (HONC).

Gūlefō¹der

WWB

gule·foder

Gūle-fō¹der n. [ Kr. Detmold Det Höx] Pferdefutter; Häcksel ( Kr. Detmold Det Kr. Detmold@Lothe Lo ). Gåt Giule Fauer „gute Ernte“ ( Kr. Höx…

gule-, goleweke

LW

gule-, goleweke, septimana, que dicitur g., que est ante Esto mihi.

Gūlekeªrße

WWB

Gūle-keªrße f. Giulekïeßen Schierling ( Kr. Büren Bür Hb ).

Gūleknīper

WWB

Gūle-knīper m. Mistkäfer (Frbg.) ( Kr. Detmold Det Vr).

Gūlekop

WWB

gule·kop

Gūle-kop m. [ Kr. Detmold Det Kr. Paderborn Pad Kr. Lippstadt Lst Bür] Schädel eines (toten) Pferdes.

Gūleküᵉme

WWB

Gūle-küᵉme m. [ Kr. Paderborn Pad Kr. Büren Bür Bri] Pferdekümmel, Schierling. ⟨ -kümmel ⟩

Gūleküᵉtel

WWB

Gūle-küᵉtel m. Gouleküttel Köttel vom Pferde (Frbg.) ( Kr. Warburg Wbg Bo).

Gūlemes

WWB

gule·mes

Gūle-mes [ Kr. Paderborn Pad Wbg] Goulemist ( Kr. Warburg Wbg Kr. Warburg@Niesen Ni ) Pferdemist.

Gūleprūme

WWB

gule·prume

Gūle-prūme f. Giuleplium’m dicke, rote Eierpflaume ( Kr. Höxter Höx Sb ).

Gūlerisp

WWB

gule·risp

Gūle-risp flacher Korb zum Einschütten von Futter (Frbg.) ( Kr. Büren Bür Bü).

Gūlero²pe

WWB

Gūle-ro²pe Güleraufe Futterraufe für Pferde ( Kr. Wolfhagen (niederdeutscher Teil) Wol Ip).

Gūleschoªke

WWB

Gūle-schoªke m. [ Kr. Brilon Bri Wal] Pferdefuß.

Gūlesnīder

WWB

gule·snider

Gūle-snīder m. [Wie] Goulsneïer ( Kr. Wiedenbrück Wie Rö ) Hengstbeschneider.

Guless

Idiotikon

gul·ess

Guless Band 2, Spalte 220 Guless 2,220

gule als Zweitglied (8 von 8)

mȫnikerēgule

KöblerMnd

mȫnikerēgule , F. nhd. Klosterregel Q.: Sehling VI 1 27 (16. Jh.) E.: s. mȫnik (1), rēgule L.: MndHwb 2, 1015 (mönnikerechte/mönnikeregul) S…

orgule

KöblerMnd

orgule , M., F., N. Vw.: s. orgel L.: MndHwb 3=2, 1176 (orgule)

rēgule

KöblerMnd

rēgule , F. nhd. „Regel“, Verhaltensnorm, festgelegte Verfahrensweise, vorgeschriebene Abfolge, Ordnung, Vorschrift, Handlungsvorgabe, Richt…

tigule

KöblerAe

tig·ule

tigule , sw. F. (n) Vw.: s. tī̆gel

vröudenrēgule

KöblerMnd

vröudenrēgule , F. nhd. Regel der Fröhlichkeit, Art und Weise der Fröhlichkeit, Richtmaß der Freude E.: s. vröude, rēgule L.: MndHwb 1, 1010…