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guckguck

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

guckguck m.

Bd. 9, Sp. 1041
guckguck, m. , nebenform des heute allgemein geltenden kuckuk, s. teil 5, 2520 f., schriftsprachlich lange in gebrauch: 11) vom vogel selbst, vgl. kuckuk II 1 a: und ain zaiselein das nennet sich gugguck Oswald v. Wolkenstein 10, 12 Schatz; die guckguck singend in dem meigen Seb. Brant narrenschiff 110b, 20 Z.; der guckuck ruft, der finke schläget D. W. Triller poet. betr. (1750) 2, 403; der guckuck wie die nachtigal sie möchten den frühling fesseln Göthe 1, 112 W.; der guckguck scherzt, der aurhahn pfalzt A. v. Arnim w. 13, 278 Gr. redensartlich: er hört den guckguck nimmer schrein Schellhorn sprichw. (1797) 59; wan der guckuck zur nachtigal wird Fr. Wilhelm sprichw.-register (1577) g 1c, als ausdruck des unmöglichen; ich bin der sach genzlich verdrossen, weil ich hab ein guckgu geschossen Hans Sachs 12, 253 lit. ver., anscheinend im sinne von 'miszerfolg haben'. der kuckuk wird gern wegen seines gesanges verspottet, s. kuckuk II 1 b: fuchs Reinicke ... verriet sich selbst durch das interim, das ist des gugkugs geschrei, darbei man in kennet, er ruofet seinen eigenen namen ausz E. Alberus dial. vom interim (1548) e 1a; er rüft seinen namen selbst aus, wie der ghuckghuck E. Alberus widder Jörg Witzeln (1539) c 3a; du singest immer einen gesang, wie der guckguck; der guckguck mus im selber seine urgicht ausrufen B. Faber thes. (1587) 1066b. der kuckuk legt seine eier in das nest fremder vögel, besonders der grasmücke: sieh doch, wie manchen nichtswürdigen guckguck du unter deinen jungen mit ausgebrütet hast Lessing 1, 204 L.-M.; die jungen gelten als undankbar, s. kuckuk II 1 c: du lohnest mir, wie der guckguck dem gorsen (der grasemücken) B. Faber thes. (1587) 1066b; gott nehrt einen ... aussetzigen und undanckbaren guckguck, ..., wie viel mehr einen menschen Petri der Teutschen weish. 2, G g 3b; als anrede: o du undankbarer guckguck, ist das der lohn, das ich dir zweimal das leben errettet? Lohenstein Arminius 1, 1295a; zur bezeichnung des hochmutes: so oft ich mich dieser guckgucken (studenten), die ihren eigenen namen immerdar ... in dem schnabel führen, erinnere M. Meyfart christl. erinner. (1636) 131. 22) vom teufel, s. kuckuk II 3: hett ich wol mögen sammt meiner gemeinen gesondtregel zum guckgu fahren Guarinonius grewel (1610) 157; ich fragte meinen dutzbruder, wo ihne der guckguck bisher aufgehalten, dasz wir ihn fast länger als drei tage nicht gesehen frz. kriegssimpliciss. (1683) 2, 64; als Thyrsis sich den guckguck reiten liesz, die muntre Sylvia zu lieben, wie konnte Daphne das betrüben? Hoffmannswaldau u. a. 5, 260 Neukirch; du geiles rabenaas! dich soll der guckguck plagen ebda 6, 125; hohle der guckguck die melancholey Abr. a s. Clara närrinnen (1713) 43; dasz so ein armer junge oft vor lauter poesie des guckgucks werden möchte Seb. Brunner erz. u. schr. 1, 30; des guckgucks will ich sein Iffland theatr. w. 7, 327; dasz dich der guckguck hätt O. Ludwig ges. schr. 2, 332. in adverbieller verbindung: nun zum guckguck! so erzählen sie Chr. F. Weisze lustspiele 3, 297; beim guckguck! beim st. Velten! Göthe 9, 465 W. auch: mädchen, was guckguck hast du da? Gottsched deutsche schaubühne 5, 137; wie kommt das schöne kästgen hier herein? ... was guckguck mag dadrinne sein? Göthe 39, 260 W. 33) sonstige verwendung: Wittembergisch bier, alias guckuk Wittenbergensis cerevisia Stieler (1691) 146, vgl.kuckuk 5: dort schwärmten sechzehn wüste köpfe von guckguck voll, von sinnen leer Günther ged. (1735) 162; sie (die studenten) ... sitzen ... in den bierkneipen, wo sie ihren gukkuk trinken Laukhard leben u. schicksale 2, 466; der in Wittenberg ebenso oft eingeschenkt als eingetunkt und gleich sehr nach der Hippokrene und nach gukguk gedürstet hatte Jean Paul 3, 65 H. 44) zusammensetzungen. es handelt sich, soweit nichts besonderes bemerkt ist, um pflanzennamen, unter denen die composita wiederkehren, die bereits unter kuckuk, guckgauch, gucker angeführt sind:
3973 Zeichen · 87 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Guckguck

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Guckguck , des -s, plur. die -e, ein Waldvogel von der Größe einer Taube, der auf dem schwärzlichen Schwanze weiße F…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Guckguck

    Goethe-Wörterbuch

    Guckguck s Kuckuck Elke Dreisbach E.D.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit guckguck

18 Bildungen · 18 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von guckguck 2 Komponenten

guck+guck

guckguck setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

guckguck‑ als Erstglied (18 von 18)

Guckgucksblume

Adelung

guckguck·s·blume

Die Guckgucksblume , plur. die -n, eine Art Lichtröschen, welche auf den feuchten Wiesen Europens wächset; Lychnis Flos cuculi L. Guckgucksn…

guckgucksbruder

DWB

guckguck·s·bruder

-bruder , m. , zu guckguck 4: diesmal ein ärztliches attest dabei, vielleicht von einem seiner medizinischen guckucksbrüder J. Krebs Rübezah…

guckgucksdank

DWB

guckguck·s·dank

-dank , undank: gibt ... den schandtlichen guckuksdank C. Dieterich nach Fischer schwäb. 6, 2078 ;

guckgucksgesang

DWB

guckguck·s·gesang

-gesang : dasz er seinen guckucksgesang immer, doch ohne grundt wiederhole quelle des 16. jh. bei Fischer schwäb. 6, 2078 ;

guckguckskrug

DWB

guckguck·s·krug

-krug , zu guckguck 4: der in Wittenberg hinter dem guckguckskruge die heilige theologie studirte J. Krebs Rübezahl 1, 112 ;

guckguckslakai

DWB

guckguck·s·lakai

-lakai : ( der wiedehopf ) ist ein zugvogel, der vor dem guckguck kommt und daher guckguckslakai genannt wird Oken allgem. naturgesch. 7, 20…

guckgucksspeichel

DWB

guckguck·s·speichel

-speichel Pritzel-Jessen 224 ; teil 5, 2529; so findet man ( von der schaumzikade ) schaum, welcher ... den namen guckgucksspeichel ... hat …

guckgucksstein

DWB

guckguck·s·stein

-stein : der thonschiefer ... führt den trivialnamen gukukstein A. G. Werner oryktognosie (1792) 72 ;

guckguckstanz

DWB

guckguck·stanz

-tanz , ein volkstanz, getanzt nach einem liede, in dem das wort guckuck wiederkehrt Fischer schwäb. 6, 2078 ;