Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
grölen
grölen
grölen Vb. ‘mißtönend schreien, brüllend singen’; mnd. grālen ‘Feste feiern, lärmen’, auch grȫlen ‘lärmen, schreien’. In dieser durch Umlaut (vgl. jüngere nd. und md. Mundartformen) und Verdumpfung des Stammvokals zu erklärenden Form findet sich das im Nd. heimische Verb seit dem 17. Jh. in hd. Texten, ist aber erst im 19. Jh. (vielleicht durch studentischen Sprachgebrauch begünstigt) allgemein verbreitet (daneben gröhlen als Schreibvariante). Mnd. grālen ist abgeleitet von mnd. grāl ‘lärmende Festlichkeit in den Städten’ (zunächst als bürgerliche Nachahmung ritterlicher Turnierspiele mit entsprechend geschmücktem Festplatz, auf dem ein die Gralsburg darstellender Bau errichtet wird), ‘Herrlichkeit, Pracht, Glanz’, dann überhaupt ‘lautes Vergnügen, Lärm’. Dem mnd. Substantiv liegt mhd. grāl ‘heiliger, wundertätiger Gegenstand’ als Symbol des höfischen Rittertums (s. Gral) zugrunde, doch können mnd. grā̌l ‘Groll, Unruhe, Aufruhr’, gral(le) ‘zornig, böse, ergrimmt’ (beide ablautend neben den unter Groll und grell behandelten Wörtern, s. d.) auf die Bedeutungsentwicklung eingewirkt haben.