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gräten

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gräten vb.

Bd. 8, Sp. 2050
gräten, vb., 'die beine spreizen, grosze, weite schritte machen', bair. graten, vereinzelt auch grätten, gretten. aus älterer zeit im reim nur md. (hêtet: grêtet, grêten: treten, grete: rete [= ræte]) belegt, doch ist als stammsilbenvokal mhd. æ wahrscheinlicher als e. die gleichbedeutenden lautlich anklingenden grageln (s. d.), gritte(l)n (t. 4, 1, 6, sp. 386), grigge(l)n (ebda sp. 314) und greiten (ebda sp. 94), wozu uuito zegreit 'weit auseinandergespreizt' Notker 1, 754, 10 P. und unzegreit ebda 278, 11, weisen auf lautmalenden charakter der sippe, oder, wenn der unter gritten vermutete zusammenhang mit got. grids βαθμός, idg. *ghredh 'schreiten' zu recht besteht (bezweifelt von Walde-Pokorny 1, 652; Pokorny 456) auf lautmalende variationen von einer alten wortgruppe aus. durchweg in der bedeutung 'spreizen'. zufrühest bei Joh. Rothe ende 14., anf. 15. jhs. (nicht, wie Weigand 51, 761 'um 1300'!) in dessen 'leben d. hl. Elisabeth: ez mûste mit den fûzin grêten (:treten) glîch ab si eme holczern wêrin bei F. Bech in: Germ. 6, 275 (nicht Elisabeth 2092 Rieger, wie Trübners wb. 3, 227 angibt). wohl mit n-abfall: daz machen die torechten tummen rete dye man sihet vor den fürsten grete vnd kunnen nicht rechtlich gesten, also hat sie die hochfard durch gen, daz machit si sint snellich erhaben darvmme si czu den sitin vz haben Joh. Rothe v. d. stete ampten 851 Vilmar wohl kaum hierher, wie Weigand 51, 761 s. v. grätschen will, sondern vielmehr zu gerâten 'anraten': den die nit tuond ir sünd büzen, die tuon ich (der teufel) denn so hoch grüzen als tuot graten hoffart, die an den herren ist ain boesi art des teufels netz 7669 Barack; vnd machtest deine schOene zu eitel grewel, du gretest mit deinen beinen gegen allen, so fur vber giengen, vnd triebest grosse hurerey (1. dt. bibel: du hast getailt dein füsz) Hes. 16, 25; Nachenmoser prognost. theol. (1595) 3, 25a; dasz (pferd) sprang so eilendt auff allen vieren herab, dasz blosz vnter jhm nider sanck, vnd auff alle viere fiel, vnd gretent, doch vnverletzt wider auffstunde Rivander festchronick (1602) 2, 691; grätten ... divaricari (1786) bei Fischer schwäb. 3, 806; man nennt diesen sprung auf den voltigirböden den grätsprung oder grätschsprung, von gräten oder grätschen, einem alten worte, welches so viel heiszt, als die beine auseinander sperren Vieth encycl. d. leibesüb. 2 (1795) 63; in der neueren hochsprache durch grätschen (s. d.) verdrängt. für die moderne ma.: grätte, ... spreizen, mit gespreizten beinen, breit gehen. bei Spreng (um 1760), langsam zu werke gehen, nicht von der stelle zu bringen sein Seiler Basel 146; schweiz. id. 2, 823; graten grosze, weite schritte machen Schmeller-Fr. 1, 1015; grąttn (Unterinntal) weit ausschreiten Schatz wb. d. Tiroler maa. 1, 251. im nd. sprachgebiet nur: gretten (gredṇ) 'die beine weit spreizen' Mensing schlesw.-holst. 2, 477.
2920 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grætenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    græten swv. die lînwât græten, aufzupfen Mone z. 20,297.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gräten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Gräten , S. Adelung Grätschen .

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gräten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gräten ( Fleischgräten ), s. Fische , S. 603.

  4. modern
    Dialekt
    gräten

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gräten grE Siegld ; -En Altk-Hellert Wissen , meist Part. gəgrEt schw.: pflastern; en gegräde Eərn (Gedänn) der mit rege…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graeten

14 Bildungen · 11 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von graeten 2 Komponenten

gra+eten

graeten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

graeten‑ als Erstglied (11 von 11)

Grät(e)nagel

ElsWB

graete·nagel

Grät(e)nagel [Krátənâkl Steinbr. ; Krátnâkl Steinb. ; Krátnjl Betschd. ] m. dicker Nagel, durch welchen das hintere Radpaar des Wagens auf …

grätenartig

DWB

graeten·artig

grätenartig , adj. , zu 1 gräte A 1 ' fischgräte ': der unterschnabel ( des pelikans ) besteht ... aus zwei sehr dünnen, niedrigen, blosz hi…

grätenfisch

DWB

graeten·fisch

grätenfisch , m. , in der zoologie des frühen 19. jhs. als klassifizierende benennung im gegensatz zu knorpelfisch, für welch letzteres nich…

grätenförmig

DWB

graeten·foermig

grätenförmig , adj. , was grätenartig ( s. d. ): die zungenkernstücke ... articuliren mit dem länglichen körper des zungenbeins, an dem dann…

grätenlos

DWB

graeten·los

grätenlos , adj. , ' frei von ( fisch ) gräten ': wegen seines ( des häslings ) fast grätenlosen, im sommer fetten und wohlschmeckenden flei…

grätenreich

DWB

graeten·reich

grätenreich , adj. , im ggs. zum vorigen: eine kleine grätenreiche fischart, von den Berlinern stäkerlinge genannt Parthey jugenderinner. (1…

Grätenstück

PfWB

graeten·stueck

Gräten-stück n. : FlN in KB-Weitw für ein Feldstück in Hanglage, amtl. Grätenstück. — Zum ersten Wortteil vgl. mhd. grēde/grēte 'Stufe' und …

graeten als Zweitglied (1 von 1)

ausgräten

DWB

aus·graeten

ausgräten , exossare pisces: ausgegrätete sardellen. Hohberg 3, 82 a ; karpfen essen und ausgräten. J. Paul Tit. 1, 135 .

Ableitungen von graeten (2 von 2)

entgräten

DWB

entgräten , exossare piscem, dem fisch die gräten ausnehmen, nnl. ontgraten; exosso, ich entgrät. Alberus ; leicht und entgrätet durchflosz …

vergræten

Lexer

ver-græten swv. sô gar was eʒ (lant) vergrêtet, durchwült, verwüstet? Heinr. 348 u. anm.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „graeten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/graeten/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „graeten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/graeten/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „graeten". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/graeten/dwb.
BibTeX
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