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graefin

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gräfin f.

Bd. 8, Sp. 1720
gräfin, f. , ableitung zu graf (s. d.). seit dem 12. jh. bezeugt in der übersetzung von lat. comitissa. der umlaut fehlt in den frühesten belegen: grâuin (12./13. jh.) ahd. gl. 3, 134, 23f. St.-S.; vereinzelt noch grafinna (14. jh.) Diefenbach gl. 135a. das schwanken zwischen v, f, ff im stammauslaut entspricht etwa demjenigen bei graf. neben der häufigeren bildung mhd. grævîn, frühnhd. grefin, gräfin, gräffin u. ä. steht grævinne, z. b. Hartmann v. Aue Iwein 3791; Wolfdietrich A 565; greffinne (md. 15. jh.) Diefenbach gl. 135a; greuinne (md. 1414; nd. 15. jh.) ebda; noch grAeuinne M. C. Schütz hist. rer. Pruss. (1512) 2, J 4b und gräffinne J. Prätorius d. abenth. glückstopf (1669) 71; mhd. auch vereinzelt greuinnen (n. sg.) graf Rudolf αb 6. die seit dem 15. jh. sich allmählich durchsetzende form grefin, gräfin zeigt im 18./19. jh., der orthographischen praxis dieser zeit entsprechend, nicht selten gemination des auslautenden nasals: gräfinn z. b. dt. schaubühne (1740) 4, 133 Gottsched; Schiller br. 5, 10 Jonas; Göthe IV 8, 6 W.; Grabbe w. (1874) 1, 362. vereinzelte besonderheiten in frühnhd. zeit: greffinde (md. 15. jh.) Diefenbach gl. 135a s. v. comitissa; gräffing (obd. 1421) ders., nov. gl. 103a s. v. comitissa; grauinghe (1440) urkundenb. d. st. Lübeck 7, 875. [] 11) als standesbezeichnung. 1@aa) allgemein: es was ouch eyns mals ein grAefin in dem bistumb summerteil d. heyligen leben (1472) 24c; es ist keyn keyser, konigyn, furste, grevin, qui tantum tibi placeat Luther 34, 1, 77 W.; vier tausend thaler wittwengehalt, das hat keine gräfinn im lande dt. schaubühne (1740) 4, 133 Gottsched; obgleich ich gräfinnen, fürstinnen und prinzessinnen die hülle und die fülle haben konnte Immermann w. 1, 114 Hempel; man beklagt junge gräfinnen und fräulein von altem adel, dasz ihrem auge kein mann gefallen dürfe, der nicht sechzehn ahnen gehabt W. Hauff s. w. (1890) 2, 362. 1@bb) in wendungen wie eine gräfin sein werden weibliche personen dem gräflichen stand zugeordnet: diu was ein grävinne: wie kunde ir leider wesen Wolfdietrich A 565; von geslächt was si ain gräfin, ains ganzen lands gepietterin Kaufringer ged. 14, 21 Euling; ich bin fromm, ich bin kein eebrecher, ich bin ein fürstin, ein gräfin bei Luther 52, 687 W.; ich vergass, dass sie eine gräfin, und meine gnädige frau sind slg. v. schausp. (1764) 3, Pamela 55; eine schriftstellerin darfst du nur sein, wie die frau eines grafen gräfin ist (1843) L. Schücking br. 171 Muschler. 1@cc) vergleiche mit einer gräfin dienen zur umschreibung von reichtum und vornehmem gebaren, nicht selten mit abschätzigem nebenton: und (ich) hat ein hüerli, wol usgebutzt, mit siden, samet fri ufgemutzt, und trat mir wie ein gräfin her, als ob's von guotem adel wär N. Manuel 50 Bächtold; tags sasz sein weib in einer gutschen, so lang er (d. quacksalber) zu Cassel ware, wie eine grävin gezieret Kirchhof wendunmuth 2, 165 lit. ver.; sie sieht doch gar nicht so reichgeschmückt aus wie andere gräfinnen, die von funkelndem geschmeide strotzen Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 225; und züg und chleider hät si wie e künigsfrau, churz, wie-n-e gröfeni in: schweiz. id. 2, 708. 22) als titel. 2@aa) beim personen- oder geschlechternamen: diu grævîn von Tenabroc Wolfram v. Eschenbach Parzival 232, 25; von grefinn Agnesen (1357) in: dt. rechtswb. 4, 1061; sein (des burggrafen) gemahl Bosenna greffin zu Pleissen (1579) Chr. Entzelt altmärk. chron. 145 Bohm; ein lied von all dem kummer, gram und schmerz, der traf der edlen gräfin Linda herz Herder 25, 338 S.; gräfin Aurora von Königsmark Fontane ges. w. (1905) I 4, 283; sein freund ..., der mit einer gräfin Strachwitz verheiratet war Bebel a. m. leben (1946) 1, 17. 2@bb) der blosze titel kennzeichnet eine bestimmte, als bekannt vorausgesetzte person: wan iz die greuinnen also wolde graf Rudolf αb 6; dô in diu grævinne enpfie unde engegen ime gie mit allen ir vrouwen Hartmann v. Aue Iwein 3791; das geuiel der grAeffin alles wol Fortunatus 65 ndr.; am tische name er wahr, dasz die grAefin grosz schwanger war volksb. v. dr. Faust 85 ndr.; denn wo hat man gröszre pracht, anmuth, reiz und huld gesehen, als in seiner gräfinn lacht? Gottsched ged. (1751) 1, 98; Philine bezeigte der gräfin, die auszerordentlich gnädig und freundlich war, alle ehrfurcht Göthe I 21, 239 W.; dieses aufsehen hatte die gräfin als eine schmach ohnegleichen empfunden Wiechert missa sine nomine (1950) 25. [] 2@cc) in der anrede: ach! gräfin! schau mit was vor wonne sich aller augen nach dir drehn Stoppe Parnasz (1735) 15; ihre gütigen worte, meine gnädige gräfin, befreien mich von meiner verlegenheit (1800) Schiller br. 6, 218 Jonas; erlauchte gräfin ders., w. 1, 61 G.; sie passen glänzend hier herein, frau präsidentin ... frau gräfin, verbesserte er H. Mann d. untertan (1949) 277.
4848 Zeichen · 139 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gräfinf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gräfin , f. , ableitung zu graf ( s. d. ). seit dem 12. jh. bezeugt in der übersetzung von lat. comitissa. der umlaut fe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gräfin

    Goethe-Wörterbuch

    Gräfin oft -nn (auch eigenh), so bes in Br u Tgb (verstärkt bis ca 1815), einmal eigenh Pl -finenn GWB Tgb 24.8.76 ; in …

  3. modern
    Dialekt
    Gräfinf.

    Pfälzisches Wb.

    Gräfin f. : wie schd. Die Gräfen (war) eⁿ frummi Fraa [ Schandein Ged. 127]. Die Gräfin Eva, die soll lewe! [ Münch Welt…

  4. Sprichwörter
    Gräfin

    Wander (Sprichwörter)

    Gräfin Die Gräfin ist schön, aber meine Braut ist schöner. Böhm. : Knĕžna krásna, hrabĕnka krásna, ale není neslična i n…

  5. Spezial
    Gräfin

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grä|fin f. (-,-nen) grofa (-fes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graefin

15 Bildungen · 4 Erstglied · 11 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von graefin

graef + -in

graefin leitet sich vom Lemma graef ab mit Suffix -in.

Zerlegung von graefin 2 Komponenten

gra+fin

graefin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

graefin‑ als Erstglied (4 von 4)

Gräfinnen

RhWBN

graef·innen

Gräfinnen in nhd. Lautung Gummb-Berghsn Pl.: die Birnensorte Comtesse de Paris.

gräfinpulver

DWB

graefin·pulver

gräfinpulver , n. , ein arzneipulver aus chinarinde: ( weil Linné die chinarinde nach der gräfin Cinchon ' cinchona ' nannte, ) wurde das ch…

gräfinrinde

DWB

graefin·rinde

gräfinrinde , f. , benennung der als heilmittel gebräuchlichen chinarinde; vgl. Jacobsson technol. wb. (1793) 5, 546 a ; Nemnich dt. wb. d. …

graefin als Zweitglied (11 von 11)

kunkelgräfin

DWB

kunkel·graefin

kunkelgräfin , f. scherzend bei Fischart von der guten frau: sein besemsfürstin, sein kunkelgräfin, spindelsceptrige windelkönigin. Garg. 72…

Landgräfin

GWB

land·graefin

Landgräfin Gattin od Tochter eines Landgrafen (sd) Höchst vergnügt waren wir daher, als die große L. Karoline von Hessen-Darmstadt eine Samm…

markgräfin

DWB

mark·graefin

markgräfin , f. marchionissa marggrafin, margrefinne, margrefin Dief. 349 c .

pfalzgräfin

DWB

pfalz·graefin

pfalzgräfin , f. , mhd. phalenzgrævinne, md. phalzgrâvinne, die gemahlin eines pfalzgrafen ( Lexer 2, 224 ): es kam ain kind in ainer wiegen…

raugräfin

DWB

rau·graefin

raugräfin , f. : es funkelt in der mitte ein doppelter rubin, ein bild der warmen lippen der jungen raugräfin. Fr. Müller 2, 326 .

reichsgräfin

DWB

reich·s·graefin

reichsgräfin , f. gemahlin eines reichsgrafen, reichsunmittelbare gräfin: der kayserliche reichs-hof-rath leget keinem reichsgrafen in seine…

Rheingräfin

GWB

rhein·graefin

Rheingräfin -inn, abgekürzt ‘Rheingr.’ GWB B7,306 zu ‘Rheingraf’; bezogen auf Johanna Franziska Antonia Wild- u Rheingräfin von Salm-Kyburg …

Schwammengräfin

Wander

schwammen·graefin

Schwammengräfin Die Schwammengräfin. Uebler Beiname der Gräfin Assenberg unter den Bewohnern des böhmischen Erzgebirges. »Ihre ausgedehnten …

wildgräfin

DWB

wild·graefin

wildgräfin , f. : frau zu Glaucha und Waldenburg, geborne wild- und rheingräfin Fleming deutsche gedichte 1, 3 ( widmung ). —