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glitzern

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glitzern vb.

Bd. 8, Sp. 137
glitzern, vb. , flimmernd glänzen. iterativbildung zu glitzen (s. d.) seit dem 15. jahrh. bezeugt in einer ausgabe des 15. jahrh. von Konrad v. Megenberg buch d. natur 442, 15 Pf. mundartlich allgemein hd. 11) von lichtquellen, besonders von den sternen: (der schleier, der) wie ain stern glitzerete Schaidenreiszer Odyssea (1537) 63b; nacht ist schon hereingesunken, schlieszt sich heilig stern an stern, grosze lichter, kleine funken glitzern nah und glänzen fern Göthe I 15, 4 W.; die nacht war dunkel, nur einzelne sterne glitzerten am himmel M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1897) 4, 70; dann auch von sonne und mond: ein reiter kommt, die sonne glitzert nur zu sehr, ich kann nichts deutlich erkennen Eichendorf s. w. (1864) 3, 373; unter der flimmernden glitzernden sonne G. Plüschow segelfahrt ins wunderland (1926) 166; der mond glitzerte zwischen denen blättern der laube Tiefurter journal in schriften d. Göthegesellschaft 7, 179. von lampen, kerzen u. dgl.: schon glitzern rings die lichter am gestad, der tag versinkt, der mond geht auf, die tiefe wehklagt umher Freiligrath ges. dicht. (1870) 5, 185; durch die halbgeöffnete und rasch wieder geschlossene thür (der weihnachtsstube) glitzert es mir entgegen aus der noch drinnen herrschenden ahnungsvollen dämmerung Th. Storm ges. schr. (1884) 3, 136. vom lichtschein auf gegenständen: als wenn in winterzeit die sonnenlichter mattwärmend glitzern auf bereiftem grund Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 1, 272; wir sahen schon von ferne die sonne auf der wasserfläche glitzern Ther. Devrient jugenderinnerungen (1905) 34; er sah den mondschein unheimlich glitzern in dem schwarzen wasser der tiefen torfgraben Spielhagen werke 1, 551; (er sah in mondnächten) das zauberhafte flimmern und glitzern und dämmern auf see und felswänden Stifter s. w. (1901) 3, 358; die sonne aber glitzerte so eigen im diadem, das seine stirne schmückt Eichendorff s. w. (1864) 3, 590; sieh, wie dort der mond am haus glitzert ob dem apfelbaum Lingg ged. 3, 215; an einen sonnenstrahl erinnere ich mich, der ... über einen haufen gelber blumen glitzerte Schnitzler Anatol (1901) 105. 22) vom widerschein. die lichtquelle wird dabei zuweilen genannt: man sahe den harnasch gar schön von der scheinenden sonnen gleissen oder glitzern Aymont (1535) c 1a; in jüngerer zeit gewöhnlich mit der präposition in: (Amor als landschaftsmaler) zeichnete den flusz so ganz natürlich, dasz er schien im sonnenstrahl zu glitzern Göthe w. I 2, 183 W.; an dem im mondenglanz glitzernden fenster Gaudy sämtl. w. (1844) 10, 137; es glitzert in der sonne der pflug so blank und klar Chamisso werke (1836) 3, 302. ohne bezeichnung der lichtquelle. häufig vom wasser: die bächlein ... sprangen glitzernd und wispernd über die baumwurzeln Eichendorf s. w. (1864) 3, 304; wie glitzerte das wasser am mühlrade Anzengruber ges. w. (1890) 5, 136; die glitzernden wellen des raschen flüszchens flimmerten wider an der weiszen zimmerdecke G. Keller ges. w. 1, 180; von tau-, regen- und andern wassertropfen: und rund um meiner mutter thür da glitzern ihre büsche, hinab durchs thal, wo quellenstrahl sie netzt in seiner frische Freiligrath ges. dichtg. (1870) 5, 135; noch glitzerten die thautropfen auf dem grase W. H. Riehl Eisele und Beisele (1848) 65; (der weg) vor ihnen glitzerte und funkelte voll zerrinnender reifthauperlen J. Messner ausg. w. 98; von reif, schnee und eis: als die sonne aufgegangen, stand der ganze wald in weiszem reife da, in lauter weiszen funken brennend und glitzernd Stifter s. w. (1901) 1, 307; der schnee glitzterte H. Laube ges. schr. (1875) 15, 368; über glitzernde felder hin flog jetzt ein schlitten Fontane ges. w. 1, 46; an den fensterscheiben (des zimmers) glitzerten die eisblumen W. Raabe hungerpastor (1864) 3, 130; an dem gemäuer, überall, steigt glitzernd auf der eiskrystall A. v. Droste-Hülshoff werke 2, 56 Cotta. von glänzenden gegenständen, wie edelsteinen, kristallinischen gebilden, metallen u. dgl.: chrysolitus ist ainer der zwelf stain und ist mervar, also daz er tunkelgrüen ist und guldin funken dar ein gemischt hat, die glitzernt sam ain fewer Konrad v. Megenberg buch d. natur 442, 15 Pfeiffer; mit sechs falschen brillanten ... wie das nur glitzert! Schnitzler Anatol (1901) 51; das heiszt katzensilber, das im sand ligt und glitzert als sey es silber und gold Paracelsus opera (1616) 1, 238 Huser; der rote grundsand glitzert wie lauter röthlich heraufflimmernde goldkörner Stifter s. w. (1901) 1, 213; ein pfarrherr (hat) in seinem garten einen baum gefället, darunter er kolen gefunden, die glitzerten etlicher massen Widmann Fausts leben 929 Keller; Gutzkow ges. w. (1872) 7, 58; zu wahren gebirgen türmt sich der weisze glitzernde salpeter vor den verschiedenen werken G. Plüschow segelfahrt ins wunderland (1926) 167; glitzert er (der ring) nicht wie das urim und thummim in dem brustschildlein des priesters Aron? Hebel werke 2, 190 Behaghel; die wenigen münzen, ... die er recht fein schliff, dasz sie gar schön glänzten und glitzerten L. Auerbacher volksbüchlein (1835) 85; er risz das haupt empor, er sah die schwerter glitzern Th. Storm werke (1899) 6, 322; hierauf stecken sie ihre kleine glitzernde axt in den gurt P. Rosegger schriften I 4, 361; auf seinem tische glitzert ein revolver Liliencron s. w. (1896) 9, 75; der spiegel glitzeret, und leuchtet nicht H. Frölich offenb. d. natur (1591) 89; von flitter u. ä.: die glitzernden schmelzschuhe Lichtenberg verm. schr. (1800) 4, 178; die flackernden lichter spielten auf ihrem gesicht und dem glitzernden mieder Eichendorff s. w. (1864) 2, 379; dasz ... die meisten gar kein höheres ziel kennen, als dereinst die goldenen und silbernen tressen eines garderegiments auf ihrem kragen glitzern zu sehen Holtei erzähl. schr. 7, 60. ausdrücklich auch vom farbigen glanz: die blum ist gelb glitzerend Tabernaemontanus kräuterbuch (1687) 968; schau nur, wie grüngoldig er (der baum) jetzt glitzert Auerbach schriften (1892) 15, 7; (meine) haare ... von schwärtze glitzerten Grimmelshausen Simplicissimus 297 ndr. von den augen: die augen glitzerten für grimmen, der gantz leib zittert H. Fabricius auszug bew. hist. (1599) 66; die scheinente oder glitzerente augen ... bedeuten buhlerische und unkeusche leute J. B. Porta physiognomy (1601) 486; diese tiefen, glitzernden augen (Luthers) machten ihm (Cajetan) grauen Ranke s. w. (1867) 1, 269; wenn der doctor die schnellen athemzüge und den glitzernden schein der augen betrachtete G. Freytag ges. w. (1886) 13, 108. 33) in bildlicher verwendung: das waren stunden, die glitzern wunderschön aus der frühsten kindheit herüber B. v. Arnim Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 125; er geht seinem glauben und seiner überzeugung treu schritt vor schritt mit schlichter einfacher rede vor uns hin und liebäugelt, schillert und glitzert nirgends mit scheinlichtern E. M. Arndt schriften f. u. an s. l. Deutschen (1845) 4, 164; an solchen sätzen war alles undeutsch, die gedanken, der satzbau, die wörter, aber sie glitzerten und blendeten Treitschke deutsche gesch. im 19. jahrh. (1897) 3, 710; eine leise ironie glitzert hier und da (in der erzählung) wie ein silberner flusz in der ferne W. Scherer kl. schr. 2, 27; es ist ein weicher, gutartiger, silbern glitzernder idealismus, welcher vor allem edel verstellte gebärden ... haben will Nietzsche werke 4, 180.
7426 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    glitzernswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    glitzern swv. ib. iterat. zu glitzen, glänzen, glitzern Mgb. 442,15 var. vibrare Dfg. 617 b ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glitzernv., ntr

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Glitzern , v. ntr . mit haben , mit einem zitternden Scheine glänzen, glimmern; auch glistern . Zeichnete den Fluß so …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    glitzern

    Goethe-Wörterbuch

    glitzern einmal -zz-; 4 von 6 Belegen in Faust II a leuchten, funkeln, von (farbigen) Lichtreflexen [ Chor der Elfen: ] …

  4. modern
    Dialekt
    glitzern

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    glitzern glänzen, blenden, funkeln.

  5. Spezial
    glitzern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    glit|zern vb.intr. (funkeln) stizé (-za), sflandoré (-rëia), licioré (-rëia), slominé (-na), sflinderné (-nëia). ▬ ständ…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glitzern

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von glitzern 2 Komponenten

glit+zern

glitzern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von glitzern (1 von 1)

erglitzern

DWB

erglitzern , micare, erfunkeln: das schwert erglitzerte; die sunn durch hoch beum erglitzert. Wickram irr. bilg. 70 .