gleichförmig,
adj. ,
seit dem 14.
jh. bezeugt (
s. u. 3 a
beleg aus K. Schmidt
d. gottesfreunde im 14.
jh. 34,
vgl. auch gleichförmigkeit 1 c, gleichförmlich).
bedeutungsmäszig weithin wie gleich,
aber in bestimmten anwendungen, wie anders bei gleichmäszig,
besonders ausgeprägt und über den gebrauch des grundwortes hinausgehend. im 16.
jh. noch häufig umlautlos, vereinzelt bis ins frühe 18.
jh. gleichformig Elis. Charlotte v. Orleans
br. aus d. jahren 1707 —1715 406
Holland; Ettner v. Eiteritz
mediz. maulaffe (1719)
vorr. 5
b.
entrundet gleichfermig (17.
jh.)
österr. weist. 2, 20; Abr. a
s. Clara
neue predigt. 110
lit. ver.; mit t-
suffix nur vereinzelt: mit gleichformigtem barte J. Prätorius
anthropod. pluton. (1666) 465. 11)
in der gleich I
entsprechenden anwendung, als bezeichnung einer qualitativen äuszeren oder inneren übereinstimmung, doch hebt sich, zumal in einigen besonderen anwendungen älterer sprache, der gebrauch dem simplex gegenüber deutlich ab. 1@aa)
allgemein, von der übereinstimmung äuszerer oder innerer beschaffenheit, vorwiegend in älterem gebrauch: glychnen ist, da man etwas glychgestalts oder glychförmigs zwüschend zweyen dingen findt H. Zwingli
dtsche schr. 1, 93
Schuler-Schulthess; disz metal ist in der farb dem rechten sylber gleichförmig Seb. Münster
cosmogr. (1550) 9; nu haben die engel eine solche natur an sich, die gar dem liecht ist gleichförmig J. Garceus
von d. heilig. engeln (1565) g 2
b.
im zusammenhang eines vergleichs: darumb Plutarchus die heuchler einem spiegel vergleichet, auch einem chamæleonti gleichförmig achtet R. Lorichius
paedagog. princip. (1595) 103.
in der anwendung auf innere und geistige verwandtschaft: also ist er der Bacchidi ... entschlupfft, vnd hat sein liebe auff dise gewendt, nach dem er ietz ein billichs vnd gleichförmigs gemüt an jr erlangt het Boltz
Terenz (1539) 114
b; ein gewisses übereinstimmendes wesen, eine gleichförmige denkungsart, haben uns auf das genaueste verbunden
samml. von schauspielen (
Wien 1764) 6,
Pamela als mutter, nachschrift. substantiviert: da trat ... jene weitere frage ein, ohne deren beantwortung auch die im glauben gleichförmigen sich nur vergeblich verbanden Ranke
s. w. (1867) 3, 129. 1@bb) '
gleichgestaltet'
im eigentlichen sinne, zur bezeichnung dessen, was in seiner äuszeren form, gestalt und erscheinung übereinstimmt. älter meist in der syntaktischen form eins einem anderen gleichförmig: ein ring, so einem andern, den er gemeiniglich vnd stets trug, gleichförmig
Amadis 106
Keller; ein gespitzs eisen, gleichförmig einem stössel Xylander
Polybius (1574) 15; wenn der bildhauer seine figur dem modelle völlig gleichförmig geendigt hat Winckelmann
s. w. (1825) 5, 445.
mit präpositionaler bestimmung des vergleichspunktes: dann er gab auss, er were Balduinus ... beweget auch ... das leichtfertig volck, besunder die weil er in seiner person und glidmassen keysern Balduino gleichförmig was Seb. Münster
cosmogr. (1550) 151.
substantiviert und mit präpositionaler verbindung an stelle des dativs: es scheint auch, dasz dieses messer mit andern auf alten monumenten vorkommenden opfermessern nicht viel gleichförmiges habe Breitinger
zuverlässige nachricht u. untersuch. (1741) 39.
in attributiver konstruktion: hundert schöner schwartzer ochsen, mit hübschen gleichförmigen hörnern
buch d. liebe (1587) 191
d.
so namentlich in jüngerem gebrauch: aus thonschiefer gebaut, schlingen sich verschiedene banden gleichförmiger steine horizontal um ihn (
den turm) herum Göthe IV 36, 107
W.; schneide eine grosze zahl gleichförmiger blätter gleich anfangs zu G. Keller
ges. w. (1889) 6, 55; die schuppigen landschlangen haben gleichförmige schuppen und einen runden schwanz Oken
allg. naturgesch. (1839) 6, 524.
auch neben singularischem begriff, der auf eine mehrheit bezogen ist: exempel von der gleichförmigen gestalt der menschen unter einander Heyden
Plinius (1565) 22; einen säbel, eine gute büchse, vielleicht ein oder zwei pistolen im gürtel, einen gleichförmigen oberrock oder mantel ... das müszte der adeliche gutsbesitzer nach maszgabe seines vermögens für mehrere ... im stand halten Fouqué
gefühle, bilder u. ansichten (1819) 1, 63. 1@cc)
von b
aus speziell in persönlicher beziehung jmd. gleichförmig sein
oder werden.
ursprünglich und auch später vornehmlich religiös im anschlusz an Röm. 8, 29 (
συμμόρφους τῆς εἰκόνος τοῦ υἱοῦ αὐτοῦ, vulg.: conformes ... imaginis filii sui)
und an die vorstellung der gottesebenbildlichkeit des menschen; wohl wie bei einförmig
als ältester, in der mystik aufgekommener gebrauch des wortes (
s. u. gleichförmigkeit 1 c, gleichförmlich),
besonders von der nachfolge Christi und von der annäherung an göttliches wesen, der anpassung an den göttlichen willen: durch die alles alter der mentschen zu seliger kyntheyt widerkern vnd dir gleichformig werden soll
hertzmaner (
c. 1490) 14
a; sollen wir Christo nachleiden, das wir jhm gleichformig werden Luther 32, 29
W.; er (
der priester) wird seinem h. Christo gleichförmig
d. gewissenhafte priester (1694) 185; (
du) hast uns dazu verordnet, dasz wir gleichförmig werden sollen deinem ebenbilde, beyde im creutz, und dort in ewiger herrlichkeit Martin Möller
erklär. d. evangelien (1729) 380
a.
in engerer berührung mit b '
gleichgestaltet': nach gottes bilde geschaffen heiszt ... das da gott gleichförmig sei Luther 24, 152
W. in anderen verbalverbindungen: di unabscheidliche einung die uns got genczlich gleichformig wirt machen
d. buch geistl. gnaden (1503) 103
a; wann der herr kommen wird zu richten, dann werden alle diner des kreuzes, di sich den gekreuzigten im leben gleichförmig gemacht, mit sicherem vertrauen zu Christo treten Butschky
kanzelley (1659) 739.
gelegentlich: aber Christi ware bruder thun ym gleichformig Luther 9, 188
W.; ein jurist sey gottes ebenbild, wann er sich in vbung der gerechtigkeit vnd tugenden gott gleichförmig erzeigt Heinr. Rätel
Joachimi Curaei chron. d. herzogt. Schlesien (1607) 569.
in den gleichen oder ähnlichen verbindungen auch auszerhalb der religiösen beziehung: so doch ein ieder mensch in sinem gsind nit duldet ieman, der sinem bruch, sitten und leben nit glychförmig ist Zwingli
dtsche schr. 1, 210
Sch.; Perion aber hatte alltzeit getracht, sich ... in aller manligkeyt, ritterschafft vnd tugend seim vater gleichförmig zu halten
Amadis 6 (1572) 4; dieser ... lehre zufolge, soll der mensch bemühet seyn dem leeren urstoff aller wesen, dem nichts ... gleichförmig zu werden Zimmermann
über d. einsamkeit (1784) 1, 371.
auch im sinne von '
sich anpassen': denn wyr sollen uns nicht gleychformig machen dieser wellt, wie Paulus sagt Ro. 12 (=
Röm. 12, 2) Luther 12, 374
W.; aber solliche eusserliche freyheit vbergibt der christen willigklich, aus gottes lieb, das er auch gefellig, gleychformich, einfeltig werde andern menschen Eberlin v. Günzburg 2, 48
ndr.; damit Lucinde nach diesem auch um so weniger bedenken tragen möge, sich hinwieder unsern gewohnheiten gleichförmig zu machen v. Petrasch
s. lustsp. (1765) 2, 158. 1@dd)
daneben (mit) einer sache gleichförmig '
ihr gemäsz, entsprechend, mit ihr übereinstimmend',
wie gleich I D 1,
aber häufigeren gebrauchs, besonders auf normative begriffe bezogen. 1@d@aα) gleichförmig (sein)
mit dem dativ. besonders religiös zur bezeichnung dessen, was schrift- oder bekenntnisgemäsz ist, im 16.
jh. überaus häufig: das jr fürhin nüt anders werden lesen, es si dann dem evangelio gemäsz und glichförmig Leo Jud
Erasmus epistlen zu Timotheo (1521) aaa 2
a; das hailige gotliche wort mit raichung der hochwirdigen sacrament gleichförmig unser confession und apollogia ... predigen und handeln zu lassen (1539) kurfürst Johann Friedrich
bei Luther
briefw. 8, 598
W.; nach dem ... die gelerten zu Wittenberg an solcher bekentnus zu frieden waren, weyl sie der einsetzung vnnd worten Christi gleichförmig vnd gemesz war Mathesius
ausgew. w. 3, 250
Loesche; S. Bernhardus ... welcher ... sehr viel wider den freyen willen hat geschriben, gantz gleichförmig der heutigen euangelischen lehr Fischart
binenkorb (1588) 4
a; ich sag, dasz üwer beschluszreden ... wider das evangelium und wider den Paulum sind, ouch der warheit nit glychförmig Zwingli
dtsche schr. 1, 152
Sch.; vgl. 156.
auch sonst zur bezeichnung normativer übereinstimmung oder inneren zusammenstimmens: verisimilis der warheit gleichförmig Calepinus (1598) 1532
b;
naturae copulatum der natur gleychförmig, dasz sich auff die natur zücht Frisius
dict. (1556) 333
a; ich lob dich ..., daz du dich dessen gflissen hast, daz deine sitten gleichförmig weren diser deiner gstalt Boltz
Terenz (1539) 69
b; ir leben (
musz) gleichförmig seyn jhrer lehr Äg. Albertinus
Lucifers königr. 107
nat.-lit.; über viel hierinn gezeichnete begebenheiten (
sie) sich etwas befrembden, vmb weilen nicht alles gleichförmig andern geschichtschreibern anzutreffen Abr. a
s. Clara
auff, auff ihr christen 8
Wiener ndr. in etwas anderer tönung soviel wie '
angemessen, bekömmlich, angenehm',
in körperlicher und später in geistiger beziehung: frische weych gekochte eyer seind dem geblüt fast gleichförmig Joh. Dryander
d. ganzen arzenei gemeiner inhalt (1542) 31
a; die mutter ... sol ... jr kindt selber seugen ... denn der mutter milch ist jm gleichförmig vnd bequemlich, gibet jm viel narung J. Ruoff
hebammenbuch (1580) 215; solche conditionen, welche euch am meisten gefallen, die ihr verlanget, und die euerem willen gleichförmig und angenehm sein
la doppia impiccata (1648) 166; es ist auch der menschlichen eigenliebe nichts gleichförmiger, als ihre eigenen laster und thorheiten auf unschuldige thiere und pflanzen geschoben ... zu sehen D. W. Triller
poet. betrachtungen (1750) 2, 578. 1@d@bβ) mit etwas gleichförmig,
bedeutungsmäszig wie α, aber jüngerer sprache gemäszer: es müsten alle andere schrifften, mit dem geschribenen und gesetzten rechten stimen und gleichförmig ... sein J. Sleidanus
reden 215
lit. ver.; ainen menschen ..., der mit vnser aygenschafft, wesen vnnd natur, gleychförmig ist J. v. Schwarzenberg
d. teutsch Cicero (1535) 69; waren hiernebenst ... in deme mit dem h. reichs cantzler gantz einstimmig und gleichförmig Chemnitz
schwed. krieg (1653) 2, 177; wie man die charactere der personen in neuen fabeln bilden solle; nämlich nicht widersinnisch, sondern gleichförmig mit sich selbst Gottsched
crit. dichtkunst (1751) 24
anm. 50.
archaisierend: wider den churfürsten von Sachsen könne sie nicht mit zu felde gehen, da derselbe leib und blut Christi, wie sie, unter beiderlei gestalt geniesze und ... in den meisten artikeln mit ihr gleichförmig sei Ranke
s. w. (1867) 4, 366. 1@d@gγ)
ähnlich in adverbialer oder prädikativer verbindung mit verben, gelegentlich bis in jungen gebrauch: flyssig im evangelio und Paulo ... lesen, demselbigen ouch ... glychförmig und christlich leben Zwingli
dtsche schr. 1, 114
Schuler-Schulthess; dasz du der menschlichen natur gemäsz vnd gleichformig lebest H. Guarinonius
grewel d. verwüstung (1610) 29; so verr das andern unsern stattrechten glichförmig gehandelt werd (1520)
Freiburger stadtrechte 57
a; je gleichförmiger den gesetzen der natur es (
das dasein) handelt: desto unfehlbarer ist seine wirkung Herder 16, 562
S. im sinne des anpassens: sol er (
der christ) sich darein gleichförmig machen den gmainen gsatzen weltlicher oberkait, vnder deren er lebt, souil sy nit wider gotes wort fechten Eberlin v. Günzburg 2, 179
ndr.; die feinen köpfe Italiens (
die Socinianer) wollten, da einiges der vernunft näher gebracht war, ihr alles gleichförmig machen, und fingen also in der theologie von vorn, vom artikel der dreieinigkeit, an Herder 11, 207
S.; die absicht, den frieden ... den katholischen interessen ... gleichförmig zu machen Ranke
s. w. (1867) 17, 23.
vereinzelt einer sache gleichförmig bleiben '
mit ihr in übereinstimmung bleiben': wird eine vorsetzliche lüge denn darum weniger vorsetzliche lüge, weil ich sie machen musz, wenn ich dem, was ich zuvor gesagt, gleichförmig bleiben will? Lessing 13, 58
M. 1@ee)
in mehr gelegentlichem gebrauch und nicht über das 17.
jh. hinaus auch wie gleich I B '
gleichrangig',
oder doch von daher mitbestimmt: du vsgender glancz (
der heil. geist) glichformig jn der allmächtikat vnd jn der substancz dem vatter vnd dem sun (15.
jh.)
Alemannia 4, 92; du, der du vorhyn zu gleich mit mir, den bapst zu Rome yr die ordenunge hast helffen bryngen, vnnd den andern byschoffen gleichformig machen Hutten 2, 186
Böcking; Meriones der kriegesman Marti dem gott gleichformig gar Joh. Spreng
Ilias (1610) 24
b.
in präpositionaler verbindung statt des dativs: ob wol unser reich mit der Römer nit zu vergleichen ist, nichtsdestominder übertreffen wir es inn vil andern dingen, aus dem mans zu unserm gleichförmig achten mag H. Kilian
res publica Venetum (1557) a 3
b.
etwa '
jmd. ebenbürtig, seiner würdig': viel ehr und danckes sie (
die jungfrauen) jhm (
Ruggier) lassen widerfahren, die einem solchen held, als er, gleichförmig waren D. v.
d. Werder
rasend. Roland (1636) 6.
ges., 81.
str. 22)
bei dem bedeutungsgehalt des zweiten kompositionsgliedes seltener, aber gelegentlich (
wie sonst gleichmäszig 2)
doch mehr oder minder als masz- und intensitätsbegriff, der, entsprechend gleich II,
äuszere gröszenverhältnisse oder die intensität innerer werte als übereinstimmend festlegt: ob man wol dem bilde Christi, als es an jm selbsts stein und holtz ist, die ehre nicht geben sol, steht doch demselbigen bild (als es itzt ein figur Christi ist) gleichförmige ehre zu, wie Christo selbst Joh. Kymeus
d. babst Hercules (1538) k 3
b; die erfahrung ... lehrt ... den punkt des erreichbaren, wohin man durch gleichförmige anstrengung aller kräfte, die in unserer gewalt sind, gelangen kann, richtiger zu bestimmen und weiter hinauszurücken G. Forster
s. schr. (1843) 5, 147. '
gleichwertig': es hätten dann e. ch.
d. ihre deputirte räthe auch dabei, und würde ihr diesfalls durch ein gleichförmiges aequipollent (
für Pommern) satisfaction gethan (1641)
urk. u. aktenst. z. gesch. d. kurf. Friedr. Wilh. v. Brandenburg 1, 726
Erdmannsdörffer. adverbial '
in gleichem masze, grade': das gesetz der völligen übereinstimmung mit uns selbst, ... fordert, dasz in dem individuum alle anlagen gleichförmig entwickelt ... werden Fichte
s. w. (1845) 6, 314; um diesen ungeheuren centralkörper (
die sonne) rollen ... die erde und alle planeten, um von den wohlthätigen strahlen der sonne gleichförmig erleuchtet und erwärmt zu werden Fr. Th. v. Schubert
verm. schr. (1823) 1, 100.
älter auch in adverbialer bestimmung eines adjektivs: endlich einer allein, dem Vulcano gleichförmig grosz, mit einem schwartzen barte J. Prätorius
neue weltbeschreib. (1666) 307.
auch wie gleich II B,
im bereich mathematischen und sonstigen messens und teilens: ausz den allen reysz man gerad linien gegen dem puncten o ... dardurch wirdet die ober lini i. h. geleychformig geteilt A. Dürer
etl. vnderricht z. befestig. d. stett (1527) a 4
a; gleichförmige stuckh ains zirckels haissen, welche gliche winckel begreiffen W. Holtzman
Euclid (1562) 73; die flächen neigen sich gleichförmig zu andern flächen, wann sie ihre neigungswinckeln (
anguli inclinationum) einander gleich haben Pirckenstein
teutschredender Euclides (1694) 277; gleichförmig wachsend oder abnehmend ist eine reihe von gröszen, deren jede von der folgenden um gleich viel auf gleiche art unterschieden ist Klügel
mathem. wb. 2 (1805) 360; da ... viereckige öfen keine gleichförmige vertheilung der hitze gestatten Muspratt
chemie (1905) 8, 950. 33)
zur kennzeichnung einer umfassenden übereinstimmung, durch die mehrere gröszen einundderselben ordnung oder gattung angehören, mehrere vorgänge in gleicher weise erfolgen, wie gleich III B
und C
und, sofern es sich um rückbeziehung handelt, wie III D. 3@aa)
attributiv, in verschiedenen anwendungen. soviel wie '
gleichlautend': sobald Hermanus sampt seiner gesellschaft sollichs ersehen, haben sie gleichformiger red zusammengestimpt unnd gesagt Wickram 2, 271
Bolte; ... das hinfüro inn solchem fall ... eynem jeden derselben, eyn gleychformig copei ... geantwurt werden soll
d. keyserl. maiestat cammergerichts ordnung (1555) 125
a; demnach und zu menigelichs nachrichtung wiert jedem wiert und gastgeben ain gleichfermige ordnung in seiner wiertsstuben an sichtbarlichen ort aufzuschlagen behendigt (
17. jh.)
österr. weist. 2, 20; dasz ausser diesen buch ... ich kein anders ... unter gleichformigen titul jemahls mehr werde ausgeben Ettner v. Eiteritz
medizin. maulaffe (1719)
vorr. 5
b.
in der gleich III B 2
entsprechenden anwendung auf eine gemeinsamkeit schicksalhafter erlebnisse, geistiger voraussetzungen u. ä.: in solichem glichem we und in glichförmigen ubernaturlichen sweren trucken, und ouch in glichen troeumen und visiunen sy beide in einre wise zuo manigen zitten darzuo vermanet und getribben wurdent
bei K. Schmidt
d. gottesfreunde im 14.
jh. 34; die ähnlichkeit zwischen den künsten und der natur und ihr gleichförmiger entzweck Ramler
einl. in d. schönen wissensch. (1758) 1, 59.
selten mit folgender vergleichspartikel: bevorab nach dem Maxentius sein feind in die Tiber gesprengt, und gleichförmiges ende wie Pharao genommen Dannhawer
catech.-milch (1657) 1, 98.
korrespondierend wie gleich III B 3: das alle gleichmäszige händel auch mit gleichförmiger peen compensiert und verglichen sollen werden Jac. Frey
gartengesellsch. 98
Bolte; seitmal gmeinlich auff gleichförmige anlasz, vrsachen, anschlag ... auch gleichförmiger auszgang vnd end pflegt zu eruolgen Xylander
Polybius (1574)
vorr. 4
a.
in der rückbeziehung auf vorhergehendes im sinne von '
ebensolch',
s. gleich III D 2: innsonderheyt aber dasz man schöne ... viehzucht habe: ist ... von nöten ... dasz der maulthiertreiber zuförderst sich vmm eyn schön mänlin ... dergleichen vmm gleichformiges weiblin vmmthue Sebiz
feldbau (1579) 163; Simplicii bäurisches herkommen, und gleichförmige aufferziehung Grimmelshausen
Simpliciss. 5
Scholte; liederliche gesellen suchen gemeiniglich gleichförmige wirthe H. v. Fleming
d. vollkomm. teutsche soldat (1726) 163.
substantiviert: (
die Venediger) zogen überall mit verlurst ab. gleichförmiges geschahe auch denen aus Cädober in Pusterthal Frz. A. graf v. Brandis
d. tirol. adlers ehrenkräntzel (1678) 175. 3@bb)
adverbial '
auf einunddieselbe art, in völlig übereinstimmender weise',
wie gleich III C 1,
in jüngerer sprache gebräuchlicher als dieses: die versuche müssen in so fern immer gleichförmig angestellt werden, dasz der würfel entweder stets von oben oder von der seite her auf den gegenstand gebracht werde Caroline 2, 329
Waitz; dasz die worte (
modi adquivendi) in Ulpian nicht stehen, dasz es vielmehr in allen ausgaben gleichförmig heiszt: ... adquiuntur Gust. Hugo
civilist. magazin (1814) 4, 142; wovon die evangelisten nicht ganz gleichförmig berichten D. Fr. Strausz
ges. schr. (1876) 4, 262; der raum an sich umgibt jedes atom gleichförmig von allen seiten H. Lotze
mikrokosmus (1856) 1, 39.
besonders: die süsze überzeugung ..., dasz wir gleichförmig denken Pfeffel
pros. versuche (1810) 5, 96; die wenigen menschen, die gleichförmig mit uns denken, sind uns mehr noth als das ganze übrige menschengeschlecht G. Forster
s. schr. (1843) 7, 121.
in älterem gebrauch rückbezüglich, im sinne von '
ebenso, geradeso',
s. gleich III D 5 a: daszes auch also gleichförmig (
wie Christus) ergehe deinem nachfolger Martino Luther (1521) A. Dürer
schriftl. nachl. 164
Lange-Fuhse; dasz ich nimmermehr demjenigen werde zuwider leben (was ihr mir zugesagt habt, und welches ich hingegen gleichförmig versprochen habe) J. Prätorius
glückstopf (1669) 5; es ereignet sich schir gleichfermig auff den heitigen tag Abr. a
s. Clara
neue predigt. 110
lit. ver. 44)
von den übereinstimmenden teilen und gliedern eines in sich geschlossenen ganzen oder eines in sich gleichmäszigen, sich gleichbleibenden ablaufs, wie gleich III E
und weithin wie gleichmäszig 4;
seit dem 18.
jh. der vorherrschende gebrauch des wortes, der in älterer sprache nur gelegentlich auftritt. 4@aa)
vor allem von bewegungsvorgängen, deren ablauf konstant bleibt: tactus ist ein gleichförmige bewegung eines fingers oder hand Wilphlingseder
musica (1561) d 7
b; damit sie der kugel eine ebenfalls gleichförmige bewegung und gyralen antrieb anweisen könnten J. Fr. Stahl
gewehrgerecht. jäger (1762) 70; die geschwindigkeit ... bleibt ungeändert, wenn in gleichen zeiten beständig gleiche räume durchlaufen werden,
d. h. wenn die bewegung gleichförmig ist Fr. Th. v. Schubert
verm. schr. (1823) 2, 7; dasz der himmel in einem circk lauffe von seiner selbs wegen ... vnd auch gleichförmig, von wegen seiner bestendigen krafft Hulder. Frölich v. Plauen
offenbar. d. natur (1591) 58; ein schwungrad ... dient zur erzielung gleichförmigeren ganges Karmarsch-Heeren
techn. wb.3 3, 363; es ist Jenny —an dem gleichförmigen tritt ... erkenn ich sie
theater d. Deutschen (1768) 16, 20; das herz wird frei, lebhaft und gleichförmig schlagen Schiller 1, 159
G.; er fühlte ihr ruhiges gleichförmiges athmen an seiner brust Eichendorff
s. w. (1864) 2, 105.
auf eine folge von gehörseindrücken bezogen: das dort noch gehäufte laub vom vorigen jahre lockte sie. das raschelte so gleichförmig zu ihren füszen hin Gutzkow
zauberer von Rom (1858) 1, 62; ringsum nebel und stille, nur das ruder hörte man gleichförmig einschlagen Fel. Dahn
ein kampf um Bom (1901) 2, 45.
auch in der anwendung auf geistige oder künstlerische bewegung: aequabile genus orationis, id est vbique sui simile eine gleichförmige art der rede Bas. Faber
thes. (1587) 20
b; die art zu schreiben, derer der herr von Lohenstein sich in diesem werck gebraucht, ist zwar hoch, doch nicht unverständlich, hierbey ungezwungen, durchgehends gleichförmig Lohenstein
Arminius (1689) 2, 7
a anm.; von dieser und ähnlichen betrachtungen wird man nur durch den durchaus gleichförmigen ernsten ton abgehalten Schleiermacher
s. w. (1834) I 5, 15; das poetische sylbenmasz besteht in der anordnung und abmessung der wörter oder redetheile nach der länge und kürze der sylben ... in einer beständigen und gleichförmigen folge Eschenburg
entw. e. theorie u. lit. d. schön. wiss. (1783) 43; mich dünkt, der wahre odenschwung ist ... gleichförmiger schwung, aufschwung seis der taube oder des adlers Herder 5, 406
S.; eine beziehung auf das zunächstvorangegangene folgt vielleicht erst einer andeutung der zukunft, das entfernte wird durch kühne übergänge in die nähe gerückt, und zu ruhiger entfaltung und gleichförmigem epischen fortschreiten gelangt diese poesie nicht W. Grimm
dtsche heldensage (1867) 373; eine zusammenstellung der art ... deutet ... auf ruhige, gleichförmige, stufenweis erfolgte bildung Göthe I 40, 263
W.; kurz das griechische leben, bis zur zeit Alexanders in gleichförmiger ... entwicklung gereift, bricht auf Droysen
gesch. Alexanders d. Gr. (1883) 278.
von gleichmäszigem lebensablauf: ein früh zerstörtes, dem gleichförmigen gang der stillen bürgerlichen ordnung entwöhntes daseyn H. v. Chézy
erz. u. nov. (1822) 2, 16; diese hatten in ihren engen verhältnissen und ihrem gleichförmig abrollendem leben schwerlich gelegenheit grob zu sündigen P. de Lagarde
dtsche schr. (1886) 78. 4@bb)
auf ein ganzes bezogen, das in seiner zusammensetzung, dem verhältnis seiner teile zueinander gleichartig, homogen oder kontinuierlich ist. so oft in naturwissenschaftlicher bestimmung: viele secrete sind vollkommen gleichförmig und durchsichtig, wie der harn, der schweisz Sömmerring
vom baue d. menschl. körpers (1839) 5, 12; die dichtigkeit der körper ist entweder gleichförmig (franz. homogène,
engl. uniform), wie die der einfachen metalle, oder ungleichförmig (franz. heterogène,
engl. variable), wie z. b. die des granits, der aus theilen von verschiedener dichtigkeit besteht Mothes
ill. baulex. (1874) 2, 146
b; gleichförmige ungestörte ablagerung und erzführung des kupferschieferflötzes Veith
bergwb. (1870) 7; die männlichen blüthen (
der buche) haben einen ziemlich gleichförmigen fünf- bis sechsspaltigen kelch Rossmässler
d. wald (1863) 368.
ferner: die speisen werden daselbst (
im magen) blosz in einen gleichförmigen brey verarbeitet Bremser
mediz. parömien (1806) 228; der gemeine jaspis ... hat gewöhnlich eine gleichförmige, rothe, gelbe oder braune farbe Oken
allg. naturgesch. (1839) 1, 144; das irrlicht war ... nicht mehr sichtbar gewesen, sondern überall lag die gleichförmige schwarze finsternis A. Stifter
s. w. (1904) 2, 277. 4@cc)
speziell im sinne von '
einheitlich',
in der beziehung auf einen umfassenden, ganzheitlichen begriff, an dem eine mehrheit oder ein vielgliedriges ganzes in gleicher weise anteil haben: dasz die verschiedenen denkweisen in der verschiedenheit der menschen gegründet sind, und eben deshalb eine durchgehende gleichförmige überzeugung unmöglich ist Göthe IV 22, 21
W.; sollte die kunst nicht endlich an die stelle der mode treten können und von neuem das ganze leben mit einer gleichförmigen bildung veredeln und durchdringen? Fr. Schlegel
s. w. (1846) 6, 229; für den inneren zustand des rechts soll dadurch die höchste rechtsgewiszheit entstehen, und damit die höchste sicherheit gleichförmiger anwendung Savigny
v. beruf uns. zeit für gesetzgeb. u. recht (1814) 20; er (
Benecke) strebt (
in den ausgaben altdeutscher texte) nach einer gleichförmigen alterthümlichen orthographie W. Scherer
kl. schr. (1893) 1, 90. 4@dd)
im sinne von '
gleichbleibend, unverändert, stetig': denn der päpstliche stul ist nicht fest und gleichförmig bestanden, sondern gewackelt und bezappelt Dan. Cramer
pommersche chron. (1592) 1, 74; auch kann man sich nicht überreden, dasz die sorgfalt gleichförmig geblieben Göthe IV 28, 354
W.; ich führe nur kürzlich an, dasz ... sein betragen gleichförmig und lobenswürdig sey IV 21, 397
W.; sie selbst behandelte er mit gleichförmiger artigkeit, ohne sie durch auffallende zuvorkommenheit scheu zu machen G. Freytag
ges. w. (1886) 13, 196.
insbesondere auch mit dem nebensinn von '
gleichmütig',
wie gleich III E 4 b: solche menschen bleyben nit auff rechtem richtigem wege zu der seligkeit, gleichförmig inn haben und in mangeln, in reichtumb und in armut Luther 11, 467
W.; die liebe zu dem ernsthaften, melancholischen, gleichförmigen geliebten Klinger
w. (1809) 5, 243; die freude verdirbt unser herz ebenso sehr als die quaal, und eine feste ruhe und gleichförmige heiterkeit ist unmöglich Tieck
schr. (1828) 7, 189.
gelegentlich von gleich VI E 5 '
mäszig, ausgeglichen'
beeinfluszt: da sollte man mäszig und gleichförmig in allem sein, auch im wohlthun Göthe I 20, 73
W.; mäszig und gleichförmig sollt ihr sein in eurem gefühl, immer an die lieben engelein denken und nicht an die katzbalgerei in eurer compagnie G. Freytag
ges. w. (1886) 12, 25. 4@ee)
nicht selten nimmt der zu a
oder b
gehörige gebrauch den sinn von '
einförmig, eintönig'
an: damit ein allgemein gleichförmig einerley dem herzen nicht gleichgültig sey, ... so zieren schön geformt- und schön gefärbte düfte das unermessne feld der reinen lüfte Brockes
ird. vergnügen (1721) 2, 3; kann man sich wohl etwas mechanischeres, gleichförmigeres, unpoetischeres denken, als das weben in dumpfigem keller? Ulr. Hegner
ges. schr. (1828) 5, 370; ohne interesse, ohne gefühltes lob und tadel wird alles und jedes gleichförmig vorgetragen und ... ohne absicht und geist einmal mehr nachgesagt Göthe I 38, 366
W.; zwei jahre vergingen ihm so in gleichförmiger freudeloser thätigkeit Arnim
s. w. (1853) 1, 296; nur die flieger bringen ab und zu etwas abwechselung in das gleichförmige kriegsdasein Mackensen
br. u. aufzeichn. (1938) 268. 55)
im 16.
jh. auch adverbial in verbindung mit einem verbum und abhängigem dativ, wie gleich IV A 1 a
und gleichmäszig 5, '
ebenso wie, geradeso wie': das sie sich in disem (
in dieser anordnung) unsern underthonen unnd angehOerigen gleichfOermig halten vnnd feüer oder ander büchssen zuo fren ... vnderlassen
d. fürstenthumbs Wirtemberg newe landsordn. (1536) d 2
b; lass sie im circular distillieren auff 8 tag, darnach brauchs gleichförmig den balsamen Paracelsus
op. (1616) 1, 514
Huser.