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gewerde

mhd. bis nhd. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
18 in 10 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gewerde f.

Bd. 6, Sp. 5617
gewerde, f. (und n.), eine form, in der verschiedenartige bildungen vom schriftgebrauch der neueren sprache übernommen wurden. 11) die nebenform zu gewähr (vestitura) ist schon oben besprochen worden. vgl. gewährde sp. 4808; vgl. auch sp. 4784 (giwerida). dazu vgl.: (13. landsgwerd.) item wenn ein landkind ein guot im land Sanen, es si erbs, kaufs oder gabswis innimbt und dasselb fünf jar darnach in rüwiger gewerd nützt und besitzt, so sol es von dem zil hin des guts halb kein rechtliche antwürt zu geben verbunden sein. landrecht v. Sanen (1598), zsch. f. schweiz. recht 9, 2, 110. 22) zur sippe von wahrnehmen, gewahrsam (s. d.) gehört ein anderes, früher veraltetes, fem.: gewerde = behutsamkeit (vgl. gawarida Graff 1, 912; mhd. wb. 3, 510a); vgl.: schicke diʒ frouchin in stillen gewerdin balde von mir unde von minem bette unde gib ir eine marc silbirs unde laʒ si gen. leben des heil. Ludwig 21, 16 Rückert. 33) ein drittes substantiv ist zu werth (pretium, dignitas) zu stellen; vgl. auch das verstärkte adjectiv gewert, gewerth. für die form des nominativ sing. und für das genus dieses subst. liegen wenig anhaltspunkte vor. immerhin ist neben dem fem. (das gleiche genus im mittelniederl. s. gewerde bei Verwijs u. Verdam 2, 1888) auch im masc. oder neutr. nachzuweisen: vgl.: de dre brunswickschen pennigk weren beter in orer gewerde wan de krosse. Braunschweiger schichtbuch, d. städtechron. 16, 418, gegen schullen affgedan unde von neinem gewerde sin. ebenda 385 (die gleiche formel im urkundenbuch v. Westphalen 3, 190; machtloess, unbundich ind van geinem gewerde mer sin); wi arbeidet over nichte, unde waget unse lif unde zele vorgewes, unde wervet nichtes gewert. Lübecker chron. bei Grautoff 2, 505. da von diesen belegen abgesehen (zu dem problematischen gewert bei Wickram, Geiler, vgl. unter c), alle zeugnisse aus niederd. und oberd. gebiet entweder den nominativ plur. oder den dativ. sing. zeigen und somit die anhaltspunkte für das genus versagen, so sind die belege hier vereinigt, da sie auch im bedeutungsgehalt keine unterschiede aufweisen. 3@aa) do man zalte 1362, do gab klein Fritsche von Heiligenstein ein bürgerlin zu Strosburg ein pfunt figen gewichtes umbe ein pfunt erweiszen gewichtes, und schetzetent die kornkeufer, daz die erweiszen eins helbelings beszer worent wan die figen, noch dem also do zuo mole gultent die beden gewerde. Closener Straszb. chron. (d. städtechron. 8, 135), vgl. auch die belege unter 4); und so su kumment uf die jormerckete, do manigerleige volg und koufmanschatz hine kumment, so kerent sich die wisen zuo den aller koüfigesten gewerden und lon die doren ir narrenspil triben. Schürebrand 32, 3 Strauch; kleide oder kleinoeter, es werent ... büchelin oder heilgelin oder des gelich von aller leige klütterote und gewerde, daʒ junge lüte gerne hant. 39, 28; ebenso 31, 13 (variante gewerbe s. oben sp. 5504). 3@bb) hei sprach: ich enkomen vur den koning neit, dar hei mich hœrt off seit, da is hei mir zo male gram, umb dat ich eme he vore nam, van sime schatze sulche gewerde, id endroge neit dri perde. Karlmeinet 389, 23. Keller s. 598; des hope wi, dat he uns de drittich punt schole weder gheven unde bereden unde de vorsetenen ghulde in alsodannen guden ghelde, alse he van unser weghene upgheboret heft eder in des ghewerde. rechtsspruch des domcapitels von Minden (1392) bei Meinardus 2, 49; ok wart der stadt beste gesein, dat me koffte de teigelstein na des rades erkenninghe al vor Brunswichsche penninghe na des penninges ghewerde. das schichtspiel 4682; deutsche städtechron. 16, 247: vgl. auch s. 418; unde oft wi deme sulven ghemenen copmanne jenige ware af koften ofte kopen wolden der uns to unser herschup bederf, unde behoef were, des scholen unde willen wi van stund nae ghewerde der ware dem copmanne, als se ghelden mach, mit reden ghelde vornogen. urk. v. 1457 bei Cassel, Bremensia 2 (1767) 279. vgl. auch vers. eines bremisch-niedersächs. wbs. 5, 233; siclus dat is ein ghewichte sulvers unde ist so gut van gheverde alse twei Kollensche schillinghe unde de maket twintich hellinge. Loccumer bibl. erz. (hdschr. mitte 15. jahrh.) 49b u. a., s. Schiller-Lübben 2, 101. 3@cc) fraglich ist, ob die folgenden formen hierher zu stellen sind; sie würden dann für übertragenen gebrauch des subst. zeugen: die weil ir vormals auch in einem solchen gewert mit mir gewesen sind, als der schalckhafft vogel mir ,.. auch zuolegen wolt. Wickram (Gabriotto u. Reinh. cap. 31) 1, 274 Bolte (der gefert vorschlägt); ein guoter lümbd, ein gut gewört, ist besser dann silber und gold. Geiler v. Kaisersberg buch d. sünden d. mundes (1518) 28bc; sein guoter lümbden unn guot gewörte. ebenda (ist an ein collectiv zu wort hier zu denken?). 44) ein fem., das der bedeutung nach auf werden zurückgeführt werden könnte: korn und gewerde ... die secke mit der gewerde. Straszburger rathsschlusz von 1452, s. Ch. Schmidt 144; (die müller sollen) schaffen das jederman sin gewerde trucken heim kumme. ebenda; und ouch alle gewerde natürlicher und frischer blibe (var. spis). Schürebrand 37, 4 Strauch; waʒ ist di werlt?daʒ sage mir. di werlt daʒ ist ein schicklich gewerde von deme himmele und von der erde und von deme daʒ da ist darinne (mundus est constitutio coeli et terrae et omnium quae in eis sunt). Secundus 351 Strauch (z. f. d. a. 22, 395).
5375 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gewerdestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +12 Parallelbelege

    gewerde stf. behutsamkeit, vorsicht. ahd. gawarida, gewerida Graff 1,912. schicke diz frouchin in stillen gewerdin (caut…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gewerdeF., N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gewerde , F., N. Vw.: s. gewērde (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gewerdef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gewerde , f. ( und n. ), eine form, in der verschiedenartige bildungen vom schriftgebrauch der neueren sprache übernomme…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewerde

5 Bildungen · 3 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gewerde

ge- + werde

gewerde leitet sich vom Lemma werde ab mit Präfix ge-.

gewerde‑ als Erstglied (3 von 3)

gewerderbōrdet

KöblerMnd

gewerderbōrdet , Adj. Vw.: s. gewēderbōrdet L.: MndHwb 1/2, 105 (gewerderbōrdet)

gewerde als Zweitglied (1 von 1)

ungewerde

Lexer

ung·e·werde

un-gewerde stn. BMZ zustand der wehrlosigkeit Jer. 25105.

Ableitungen von gewerde (1 von 1)

ungewerde

Lexer

un-gewerde stn. BMZ zustand der wehrlosigkeit Jer. 25105.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gewerde". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gewerde/dwb?formid=G14222
MLA
Cotta, Marcel. „gewerde". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gewerde/dwb?formid=G14222. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gewerde". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gewerde/dwb?formid=G14222.
BibTeX
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