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geschmuck

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geschmuck m.

Bd. 5, Sp. 3946
geschmuck, m. verstärkung von schmuck (s. d.), mhd. gesmuc, vereinzelt gesmock Alsfelder passional 2848 Gr.; daneben als n. die collectivbildung geschmucke, geschmücke, geschmück: den groszen gepeuen zu Rom, so verprunnen warn, schuef er sein kaiserlich geschmücke und hofclainat. Aventin. 4, 840, 19 Lexer; und diese formen sind auch ins masc. übergegangen: der uberig kostlich geschmucke hat kein masz. S. Frank laster b 2; ein schlechter, zimlicher (schlichter, geziemender) geschmück steht eim frommen weib wol an. Er. Alberus ehbüchl. G 3a; mit geschwächtem vocal gesmicke Janssen reichscorr. 2, 45 (von 1442). früher auch im plural: die geschmück, die cleid. Schade sat. 2, 36, 25; was diese geschmück und kleinot (krone und husecken) werth sein. Amadis 1, 302 Keller; sie wöllen haben hübsche kleider und geschmücke. Albr. v. Eyb ob einem manne 41b; schöne geschmück und kleinot schencken. H. Sachs 5, 2, 269b. 11) metall- und kleiderschmuck. 1@aa) goldenes und silbernes geschmeide der weiber: (die trauernde landgräfin trug) keinen gesmuck weder mit spangen geheffte adir gesticke. Rothe dür. chr. c. 679; (die pöbelhaufen) namen golt, silber, edelgestein und allen geschmuck, der den frawen zugehört. städtechron. 3, 143, 3 (15. jh.); an gepende oder anderm geschmucke oder gezierde des leibs. Nürnb. pol.-ordn. 109 Baader; so mag ein jegliche jungfraue und fraue (der bürger) haupt-geschmücke haben und tragen, der dann dreiszig gülden werth ist, und nicht besser. kursächs. ordn. v. 1482 im corp. jur. sax. (1672) 8; Helena, die schön königein, het umb ir haupt köstlich geschmück. H. Sachs 5, 2, 323c; seines weibes geschmuck, der in gold, silber, perlen und edelgesteinen bestund. Simpl. 1, 5, 6, 471; und gebe jnen (den jungfrauen) jren geschmuck. Esther 2, 3; mit nadeln, halsbändern und dergleichen mägdlein-geschmuck. Paullini (1709) 1, 169; da ihr unter dem vielen geschmucke ein schwerer silberner pfeil unter die hände gerathen war. Scheffel Ekkeh. 10; kommt ein weib in schwarzem kleide, ohne gold, geschmuck und seide. F. L. Stolberg 1, 164; ausstattungs-, brautschmuck: bis dasz die tochter ihren brautschatz und geschmuck (erhalten). pomm. verordn. vom 9. febr. 1560 bei Grupen v. d. deutschen frau 87; das geschmuck einer bürgerlichen braut (in Baiern) besteht in silbernen hals- und mieder- oder schnürketten, fingerringen u. s. w. Schm.2 2, 544. 1@bb) männerschmuck, insbesondere krieger- und fürstenschmuck: unser herre der konig in seiner cleidunge und gesmicke, die man achte uber xxvm gulden wert. Janssen reichscorr. 2, 45 [] (von 1442); der (fliehende) kaiser lies sein kaiserlich geschmuk alles under im. Aventin. 5, 230, 22 Lexer; du solt sitzen auff seinen tron, tragen sein scepter und sein kron. auch so solt du haben an dir all sein kleinat, geschmück und zir und sein küngliches purpur-kleidt. H. Sachs 3, 3, 64b; der kette zier, der krone geschmuck. Göthe 41, 182 (Faust 8562 Weim.); an gesmücke der fursten, graven, herren, rittern, knechten, burger .. als mit groszen fassungen grosze (silberne) glocke, rinische ketin, kostliche halsbande unde grosze silberne gortele. Haupts zeitschr. 8, 468 (thüringische tracht um 1430); dasz ihr (graf Ulrich) ein andern gschmuck anlegen. N. Frischlin Wendelgard 3, 4; sîn swert, sînen ritters gesmug und sporn. ritterspiegel 834. 203; sie (die consuln im triumphzug) würden dem Lucio Paulo ihre kronen und andern geschmuck (insignia) aufsetzen und geben. Rihel Livius 858; (der hauptmann Plaucianus) trat hoffertiger geber (geberde) in seim geschmuck und kleidern her. H. Sachs 5, 2, 293d; Acolastus. min guldin ketten, gschmück und ring. schweiz. schausp. d. 16. jahrh. 1, 243 Bächtold; der hauptmann antwort jhm, bewogen, weil sein wesen, sein ansehn und geschmuck war schön und auserlesen. Dietr. v. d. Werder Ariost XIV, 18, 6. 1@cc) prächtige kleidung: das sy sich mit mancherhanden geschmuck der klaider zieren. Albr. v. Eyb spiegel d. sitt. 134b; hie wer zuo sagen von dem köstlichen ubrigen geschmuck in klaidung. S. Frank laster g 2; ein esel hat wol sammat an, drumb urtheil nicht nach dem geschmuck. Kirchhof wendunm. 125a; der geschmück, zierd der kleider. Rädlein 366a. 1@dd) priesterlicher, kirchlicher schmuck: daher auch noch bei den papisten die mesgewand oder kirchenkleider ornat, das ist geschmuck heiszen. Luther 4, 254b; päpstlicher, bischöfflicher geschmuck. Krämer 545a; legt im (dem hohenpriester) ein herrlichen rock an, ihm allerlei geschmuck anzoch. H. Sachs 5, 1, 161d; von dem groszen geschmück in den kirchen, der von gold, silber, perlin, edel gestein und allerlei geschmeid zuosamen gebettelt ist. Schade sat. 2, 26, 4; derhalben wollen sie in jren kirchen kein altar, kein verguldte bilder noch einigen andern dergleichen geschmuck oder zierrath haben. Fischart bienenk. 170b; und kamen mit vieler beute an kelchen und anderm kirchen-geschmücke wieder anheimb. Micrälius alt. Pomm. 2, 225. 1@ee) kostbares gerät: (goldene und silberne) pecher, kandel, schüssel, leffel, peck und dergleichen geschmück. Aventin. 4, 303, 7 Lexer. 1@ff) zierat der rosse: vil der Merher fielen von den geulen, lieszens mit allem geschmuck laufen (nachher pferd, so mit samet, seiden bedeckt, etlich kürisser warn). Aventin. 5, 223, 14 Lexer; riemen, an welchem ist der geschmuck. Becher nov. org. philol. (1674) nr. 103. 1@gg) zierat an baulichkeiten: der geschmuck und zierde des gezelts des soldan. buch d. liebe 21, 1; auff einen gar zierlichen und von geschmuck leuchtenden saal. Kirchhof wendunm. 375b; das zeigt an das alt künstlich stuck des thurms mit aller zier und gschmuck. Frischlin Julius rediv. 23. 22) in übertragener bedeutung. 2@aa) zierde, pracht im allgemeinen: das geschmuck, elegantia, concinnitas Maaler 173a; dasz man kosten, geschmuck und gebreng uff den hochzeiten hat. Er. Alberus ehbüchl. F 2b; der leib ward mit groszem köstlichem pracht, geschmuck und prenk zu der erd bestätt. Aventin. 4, 867, 31 Lexer; ein guldin dupplet (doppelbecher) schön gemacht, gar hoch nach groszem gschmuck und pracht. Frischlin hohenzoll. hochz. 70 Birlinger. 2@bb) der natürliche schmuck: da nimpt gott abermal den himel für und gibt jm noch ein geschmuck, die vögel. Luther 4, 10b; im feld haben die blümblein zart jr zierd und gschmuck auf manch art. Dilinger kathol. gesangbüchl. (1589) 102; gesang, der ihm (dem pfau), damit die stimme seinem geschmuck gleichförmig wer gewesen, zugelegt solt worden sein. Kirchhof wendunm. 3, 249 Österley; der alten geschmuck fürwar, das sind ir lange grawe haar, die sie mit ehren habn bekommen. H. Sachs 5, 1, 187d. [] 2@cc) die künstliche schmückung: die weiber wissen auch die wurzel zum geschmuck ihres angesichts zu gebrauchen. Tabernämont. 1233. 2@dd) innerlicher, geistiger schmuck: frummer weiber geschmuck steht nit an kleidern, sondern an keuschen und züchtigen sitten. Er. Alberus ehbüchl. A 3b; nicht mit geflochtenem haar und schöngenähten gewändern sei der frauen geschmuck. der verborgene mensch nur des herzens, welcher ist stillen sinns, einfältig, züchtig, zufrieden, dieser ist köstlich vor gott. mit solchem geschmucke vor alters haben geschmückt sich die heiligen frauen. Kosegarten Jucunde 62, nach 1 Petr. 3, 2fg.; (gottes wort) das ist unser geschmuck und zier. H. Sachs 4, 1, 102c. 2@ee) der schmuck der rede: hindan gesetzt alles geschmucks der rede. Melanchthon sendbrief an einen kartheuser (1524) 1; wohin nur ein sinnreicher geist seine gedanken und einfälle lenket, .. unsere teutsche sprache beut das geschmükke und gezierde da, aufs mannigfaltigste unsere erfindungen einzukleiden. Schottel 796. 2@ff) äuszerer schein: nenen minschen men vortruwen sal .. hefft men gespört am keiser wol, mit wat glisendem schin unde geschmück, mit heimlicher list unde falschem tück he de evangelischen umgefört. brem. jahrb. 1, 198; der arme gemeine mann dencket nicht was sonst vor geschmücks und falschheit dahinder sein möchte. Phil. Lugd. 1, 6, andere Philander-ausgaben haben geschmink.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geschmuck

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Geschmuck , des -es, plur. inus. außer von mehrern Arten, die -e, S. Adelung Schmuck .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geschmuck

    Goethe-Wörterbuch

    Geschmuck Zierde, Pracht der Kette Zier, der Krone G. GWB Faust II 8562 Syn GWB Pracht GWB Schmuck GWB Zier (de) Elke Dr…

  3. modern
    Dialekt
    Geschmuck

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    PfWB PfWB G e schmuck m. ( selten) Schmuckgegenstände Ingenh. ; s. –sache n . ‘geschmuck der Judith’ Geiler Narr. IV Klo…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geschmuck

9 Bildungen · 3 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von geschmuck

ge- + schmuck

geschmuck leitet sich vom Lemma schmuck ab mit Präfix ge-.

geschmuck‑ als Erstglied (3 von 3)

geschmuckig, geschmückig

RhWB

ge-schmuckig, ge-schmückig: jəšmygχ dass. Eusk , Rheinb , Bo , Köln , Dür [ -ygdχ, –ø- (s. hierzu geschmeidig) Dür-Froitzh Winden ]; he es…

geschmuck als Zweitglied (6 von 6)

beigeschmuck

DWB

beige·schmuck

beigeschmuck , m. ornamenta secundaria, nebenschmuck: und über das so liesz auch zu den schönen waffen den andern beigeschmuck der könig noc…

hochzeitgeschmuck

DWB

hochzeit·geschmuck

hochzeitgeschmuck , m. : jede kommende nacht umschwebt mich dein lächelndes bildnis, bald im hochzeitgeschmuck, von rothen bändern umflatter…

Schleiergeschmuck

DRW

schleier·geschmuck

Schleiergeschmuck, m. Zierrat in Form eines Schleiers verpott, ... durch welches ... weybs persohnen ... verwahrnet ..., sich solchen kappen…