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gemse

mnd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gêmse

Bd. 2, Sp. 554
Die Gêmse, plur. die -n. 1) Eigentlich, eine Art kleiner und wilder Felsenziegen, mit einem sehr krummen Haken an den Hörnern, von dunkelbrauner oder röthlicher Farbe, welche sich auf den felsigen Gebirgen besonders der Schweiz aufhält; Capra cornubus erectis uncinatis L. Rupicapra Klein. In der Schweitz kennet man zwey Arten derselben, wovon die eine die höchsten und unersteiglichsten Felsen bewohnet, und das Gratthier genannt wird, die andere aber an dem Fuße der Berge und in den Wäldern ihre Nahrung sucht, und das Waldthier heißt. S. diese Wörter. Saul suchte den David auf den Felsen der Gemsen, 1 Sam. 24, 2. Die Gemsen gebären auf den Felsen, Hiob 39, 1. Hier fliehet, dem gescheuchten Rehe, Der aufgejagten Gemse gleich, Die königliche Tochter Cadmus, Raml. Gemse begreift beyde Geschlechter in sich. Will man sie genauer unterscheiden, so heißt das männliche der Gemsbock und das weibliche die Gemsziege oder das Gemsthier. 2) Im Bergbaue, ein hohler Haken an einem Stiele mit zwey krummen Zacken, die Glätte damit von dem Herde zu ziehen; wegen der Ähnlichkeit der Zacken mit einem Gemsenhorne. Anm. Der Nahme dieses Thieres lautet im Oberdeutschen Gams, Gäms, im Theuerdanke Jembß, in einer zu Berlin befindlichen alten handschriftlichen Bibel Gemais, im Ital. Camozza und Camuccia, im Französ. Chamois, im Böhm. Kamsik, im Pohln. Giemza. Popowitsch leitet diesen Nahmen mit vieler Wahrscheinlichkeit von dem alten Worte kam, krumm, her, wegen der besondern Krümme der Hörner dieses Thieres. S. Kamehl. Im Griech. bedeutet κεμας einen Hirsch, und im Schwed. Gumse einen Widder, Gymmer aber ein Schaf. Das am Ende ist im Hochdeutschen um der gelinden Aussprache des s willen nothwendig. Die Oberdeutschen Mundarten sprechen dieses s härter aus, Gäms. In eben denselben ist es an manchen Orten männlichen, und an noch mehrern ungewissen Geschlechtes. Da setzt ein schüchtern Gemß u. s. f. Hall. Da die meisten verwandten Sprachen in diesem Worte ein a haben, welches die Oberdeutsche Mundart gleichfalls sehr deutlich hören lässet, so ist die Schreibart Gämse der Abstammung gemäß, ungeachtet sich[] auch das e im Hochdeutschen vertheidigen lässet, weil ä und ê in derselben in tausend andern Fällen mit einander abwechseln.
2247 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gemseF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gemse , F. nhd. Gemse, Gämse Hw.: vgl. mhd. gamz E.: s. mhd. gamz, st. F., sw. F., Gams, Gemse, Gämse; s. ahd. gamiza 1,…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gêmse

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Gêmse , plur. die -n. 1) Eigentlich, eine Art kleiner und wilder Felsenziegen, mit einem sehr krummen Haken an den H…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gemse

    Goethe-Wörterbuch

    Gemse einmal ‘Gems’ DjG 3 1,21,17 Labores juv [1757] ziegenähnl Antilopenart, Horntier u Paarhufer des Hochgebirges (bes…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gemse

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gemse (Antilope rupicapra) , die einzige bei uns vorkommende Antilopenart, mit 2 schwarzen und geraden, an der Spitze pl…

  5. modern
    Dialekt
    Gemse

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gemse gęms Saargeb. 1800 f.: das erste Gestein unter der Dammerde, in der Bergmannsspr.

  6. Sprichwörter
    Gemse

    Wander (Sprichwörter)

    Gemse 1. Gemsen steigen hoch und werden doch gefangen. – Lehmann, 393, 22; Kirchhofer, 278; Körte, 2010; Simrock, 3393; …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gemse

29 Bildungen · 25 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

gemse‑ als Erstglied (25 von 25)

gemsenartig

DWB

gemse·n·artig

gemsenartig , nach gemsenart: und gemsenartig auf bergeshöhn belustigt er ( der satyr ) sich umherzusehn. Göthe 41, 55 . im subst.: Vult lob…

gemsenfell

DWB

gemse·n·fell

gemsenfell , n. fell einer gemse, gämsenfell Aler 834 a , auch, wie die meisten zusammensetzungen, mit dem einfachen stamme gemsfell nebris …

gemsenfels

DWB

gemse·n·fels

gemsenfels , m. hochgebirg, steinkluppen. Henisch 1488 . bair. gämsbirg, gebirg wo sich gemsen aufhalten. Schm. 2, 49 .

gemsenfreche

DWB

gemse·n·freche

gemsenfreche , f. gemsenhafte frechheit: jener fusz, der an der klippe sich mit gemsenfreche masz. Göthe 1, 133 .

Gếmsenfūß

Adelung

gemse·n·fuss

Der Gếmsenfūß , oder Gêmsfuß, des -es, plur. die -füße, bey den Wundärzten, ein Werkzeug, die Zähne damit auszuziehen, welches auch ein Grei…

gemsenfusz

DWB

gemsenfusz , gemsfusz , m. ein werkzeug der ärzte, zähne auszuziehen, auch greifschnabel. Adelung , Frisch 1, 339 b .

Gêmsengeyer

Adelung

gemse·n·geyer

Der Gêmsengeyer , oder Gêmsgeyer, des -s, plur. ut nom. sing. der größte Raubvogel im südlichen Deutschlande, welcher sich in den dasigen Ge…

gemsenhaft

DWB

gemse·n·haft

gemsenhaft , gemsenartig: schroffe wände gemsenhaft erklimmend lebten beide vom ertrag der jagd nur. Platen 4, 233 .

gemsenhaut

DWB

gemse·n·haut

gemsenhaut , f. gemsenfell: gieng also voran ( Eumäus ), frt Ulyssen heim, satzte in auf ein grünes laub und auf ein gemsenhaut. Schaidenre…

gemsenhorn

DWB

gemse·n·horn

gemsenhorn , gemshorn , n. das horn einer gemse; schwarze gämshörnlin Kohlrosz betr. q 4 a ; so hat hier jeder ( zum steigen, in den Karpath…

gemsenjäger

DWB

gemse·n·jaeger

gemsenjäger , gemsjäger , m. jäger auf gemsen. gembsjeger Teuerd. 37, 24, auch gembsjegers knecht v. 37.

gemsenjagd

DWB

gemse·n·jagd

gemsenjagd , gemsjagd , f. jagd auf gemsen Adelung. oberd. gembsengejeid, gembsenjeid Teuerd. 15, 9. 20 u. o. ( s. u. DWB gemse 1, e ), gämb…

gemsenkletterig

DWB

gemse·n·kletterig

gemsenkletterig , in die höhe kletternd nach gemsenart, bildlich ( vergl. gemsensteiger): zu solchen gemsenkletterigen und tritthimmelverzuc…

gemsenkugel

DWB

gemse·n·kugel

gemsenkugel , gemskugel , f. : aegagrophilus ist ein balle oder kugel, so man in dem ersten oder andern magen der gemsen antrifft, eine gems…

gemsenleder

DWB

gemse·n·leder

gemsenleder , n. pellis damae Frisch 1, 339 b . auch gemsleder, adj. gemsledern, z. b. Shaksp. Rom. u. Julie II, 4.

gemsensteig

DWB

gemse·n·steig

gemsensteig , m. gefährlicher gebirgssteig: Plinius schreibet von zweien ziegen, die auf einem schmalen steglein über einen tiefen bach eina…

gemsensteiger

DWB

gemse·n·steiger

gemsensteiger , m. gemsenjäger Frisch 1, 339 b : hat der Füeger ab dem schlosz ( Füszen ) ein gempsensteiger zuvor zu uns ( ins lager ) gesc…

gemsenwacht

DWB

gemse·n·wacht

gemsenwacht , f. ausgestellte wacht der gemsen ( vergl. aus Schillers Tell unter gemse 2): wir ( Tiroler ) sind Deutschlands grenzsoldaten, …

gemsenwildpret

DWB

gemse·n·wildpret

gemsenwildpret , n. caro rupicaprina, gemsen wildpret ist geschmach ( schmackhaft ), aber spret ( spröd ) und zech ( zäh ). Henisch 1488 .

Gêmsenwurz

Adelung

gemse·n·wurz

Die Gêmsenwurz , oder Gêmswurz, plur. inus. eine Pflanze, welche auf den höchsten Felsen, dem Wohnsitze der Gemsen, angetroffen wird; Doroni…

gemse als Zweitglied (4 von 4)

spieszgemse

DWB

spieszgemse , f. bezeichnung einer gattung ausländischer gemsenartiger antilopen mit spitzigen hörnern, antilope oryx, unterschieden in spie…

steingemse

DWB

stein·gemse

-gemse , f. : wilde steingämse ... findet man ... häufig auf dem gebirge M. Schultz ostind. reise (1676) 246 ;

wachtgemse

DWB

wacht·gemse

wachtgemse , f. : wenn sie truppenweise lagern, so stellen sie ... eine wachtgemse (vorthier, vorgeisz) aus, eine weibliche gemse, die ... a…

waldgemse

DWB

wald·gemse

waldgemse , f. : die waldgemsen, die weit häufiger in der nähe der menschen sind, sind daher aufmerksamer, vorsichtiger und scheuer, als die…