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Gehrung

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gehrung

Gehrung

Ger m. ‘Wurfspeer der Germanen’, ahd. gēr (9. Jh.), mhd. gēr, asächs. afries. mnd. gēr, mnl. geer, aengl. gār, anord. geirr, vgl. auch Radagaisus (Name eines gotischen Heerführers). Das zuerst als Bestandteil von Personennamen (seit dem 3. Jh.; heute noch Gerhard, Gertrud, Rüdiger u. ä.) sowie in langobard. gairethinx ‘Rechtshandlung, für deren Gültigkeit der Speer Symbolwert hat’ (7. Jh.) bezeugte germ. *gaiza- (wozu auch die Ableitung Geißel, s. d.) steht neben air. gae ‘Speer’ und (aus dem Gall. stammendem) lat. gaesum ‘schwerer eiserner Wurfspieß’, griech. gá͞ison, gá͞isos (γαῖσον, γαῖσος) ‘leichter Wurfspieß’, eigentlich ‘Wurfspieß der Gallier’ (zur umstrittenen Frage möglicher Lehnbeziehungen zwischen dem Kelt. und dem Germ. vgl. Walde/Hofmann ³1, 576 und de Vries Nl. 156). Verwandt ist wohl griech. chá͞ios (χαῖος) ‘Hirtenstab’, so daß sich ie. *ghaiso- ‘Stecken, Wurfspieß’ als Etymon ergibt oder ie. *g̑haiso-, sofern auch aind. hḗsaḥ ‘Waffe’ hierher gehört. Man hat darüber hinaus alle genannten Formen mit aind. hiaṓti ‘treibt an, schleudert’, hētíḥ ‘Geschoß, Waffe’, langobard. gaida ‘(Pfeil)spitze’, aengl. gād ‘(Speer-, Pfeil)spitze’ unter der Wurzel ie. *g̑hē̌i- ‘antreiben, lebhaft bewegen, bewegt sein, schleudern, (geschleudertes) Geschoß’ vereinigt. Das Etymon für Ger und seine engeren Verwandten wäre dann ie. *g̑həiso-. In seiner ursprünglichen Bedeutung kommt Ger (bis auf vereinzelte frühnhd. Zeugnisse) bereits im Mhd. außer Gebrauch (dafür mhd. sper, s. Speer), um 1800 werden aber Versuche einer Neubelebung unternommen (besonders in der Turnersprache seit Jahn, 1816). Schon im Ahd. belegter übertragener Gebrauch für spitzzulaufende Dinge (namentlich ‘Landspitze’ und ‘keilförmiges Stoffstück, Falte, Saum’, daher auch ‘Kleiderschoß’), der sich vor allem an die schwach flektierte Form heftet (ahd. gēro, 10. Jh., mhd. gēre, nhd. Gehre f., auch Gehren m.), ist dagegen noch im älteren Nhd. verbreitet und setzt sich fachsprachlich bis in jüngere Zeit fort; hierzu Gehrung f. ‘Zuschnitt zweier Teile, der deren Verbindung unter einem bestimmten Winkel ermöglicht’ (18. Jh.).
2113 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gèhrung

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Gèhrung , plur. die -en, bey den Holzarbeitern, die schräge, d. i. nach der Diagonal-Linie eines rechtwinkeligen Vie…

  2. modern
    Dialekt
    Gehrungf.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gehrung f. Abschrägung am Zusammenstoß zweier Hölzer Behr. Landbauk. 222 a ; Sass 30; 68.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gehrung

7 Bildungen · 3 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gehrung

gehren + -ung

gehrung leitet sich vom Lemma gehren ab mit Suffix -ung, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von gehrung 2 Komponenten

geh+rung

gehrung setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gehrung‑ als Erstglied (3 von 3)

Gèhrungskolben

Adelung

gehrung·s·kolben

Der Gèhrungskolben , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Glasern, ein spitz zulaufender Kolben, die Ecken des Fensterbleyes damit zu verlöth…

Gehrungslad'

MeckWB

gehrung·s·lad

Gehrungslad' f. länglicher Kasten ohne Endbretter mit schrägen Einschnitten in den Längswänden, in welchem an Balken und Brettern die Gehrun…

Gehrungssäge

PfWB

gehrung·s·saege

Gehrungs-säge f. : ' Schreinersäge für schräge Schnitte ', Gehrungssää [ KU-Kaulb ]; vgl. gehren , Gehrung 1 a. Rhein. II 1194 .

gehrung als Zweitglied (2 von 2)

Anbegehrung

DRW

anbegehr·ung

Anbegehrung Forderung, Verlangen mit anbegehrung der ... zeugenabhörung 1724 CAustr. IV 48 Faksimile

Scheinsbegehrung

DRW

schein·s·begehrung

Scheinsbegehrung, f. mit vorgeschobenen Gründen argumentierender Einwand daß dergleichen scheins-begehrung kuͤnfftig zu keiner consequenz ge…

Ableitungen von gehrung (2 von 2)