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Gehänge

nhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 9 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
35
Verweise raus
42

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gehänge

Gehänge

hängen Vb. ‘am oberen Ende schwebend befestigen’ (transitiv) bzw. ‘oben befestigt sein’ (intransitiv). Das starke, ehemals reduplizierende Verb ahd. hāhan (transitiv) ‘(auf)hängen, kreuzigen’ (um 800; vgl. zuohāhan ‘aufhängen’, 8. Jh.), mhd. hāhen (transitiv und intransitiv) ‘hängen’, (md.) hangen (14. Jh.), asächs. hāhan (transitiv), mnd. hangen (transitiv und intransitiv), mnl. hanghen, nl. hangen (transitiv und intransitiv), aengl. hōn (transitiv und intransitiv), anord. hanga (transitiv und intransitiv), got. hāhan (transitiv) setzt germ. *hanhan voraus, das in den Einzelsprachen teilweise Nasalschwund mit Ersatzdehnung aufweist; im Dt. und Nl. später auftretendes ng wird aus den Präteritalformen übernommen. Außergerm. vergleichbar sind hethit. gank- ‘hängen, wiegen’ und wohl auch aind. śáṅkatē ‘zweifelt, befürchtet, ist mißtrauisch, sorgt sich’, lat. cūnctārī ‘zögern, zaudern’, so daß von einer Wurzel ie. *k̑enk-, *k̑onk- ‘schwanken, hängen, geistig in der Schwebe sein’ ausgegangen werden kann. Neben dem starken Verb steht ein intransitives schwaches ēn-Verb ahd. hangēn ‘hängen, abhängig sein’ (8. Jh.), anord. hanga, got. hāhan (Prät. hāhaida), ein intransitives schwaches ōn-Verb asächs. hangon, aengl. hangian und ein transitives schwaches jan-Verb ahd. hengen ‘erlauben, gehorchen, denken’ (9. Jh.; vgl. gihengen ‘zustimmen, erlauben, zulassen’, 8. Jh.), mhd. (md.) hengen ‘(die Zügel) hängen lassen, nachjagen, geschehen lassen, gestatten’, auch md. obd. ‘aufhängen’ (obd. nhd. henken, s. d.), mnl. henghen ‘zugestehen’, nl. gehengen ‘erlauben’, anord. hengja ‘hängen’. Im Mhd. mischen sich starke und schwache Präteritalformen, indem transitives hienc (zu hāhen) auch die intransitive Bedeutung von hangete (zu hangēn) übernimmt; vgl. mhd. (transitiv) sie hienc daʒ houbit neben (intransitiv) nū hienc ein tavele vor dem tor. Ferner wird (vom 12. Jh. an) intransitives hangen (aus ahd. hangēn) auch transitiv wie hengen verwendet. Von hāhen bleiben im Nhd. lediglich die Präteritalformen erhalten. Die aus alledem resultierende Gebrauchsunsicherheit wird erst im 19. Jh. dahingehend geregelt, daß der intransitive Gebrauch einem starken (hängen, hing, gehangen), der transitive einem schwachen Verb (hängen, hängte, gehängt) zugewiesen wird. Vgl. Rissleben D. Gesch. d. Verbgruppe „hāhan – hangēn – hengen – henken“, Phil. Diss. Greifswald (1931). – Hang m. ‘Neigung, Geneigtsein, hängende Stellung (des Turners), abschüssige Stelle’ (15. Jh.). hangeln Vb. ‘sich hängend fortbewegen’ (Anfang 19. Jh.). Hangendes n. ‘Gesteinsschichten über der Lagerstätte’, mhd. hangendeʒ (bergmannssprachlich). Gehänge n. ‘das Herabhängende, Bergabhang’, mhd. gehenge ‘Vorrichtung zum Anhängen, Türangel’. Abhang m. ‘Berghang, das Herabhängende’, mhd. (westmd.) abehang (14. Jh.); abhängig Adj. ‘schräg abfallend’ (15. Jh.), ‘nicht selbständig, angewiesen auf’ (Anfang 18. Jh.). Anhang m. ‘Angehängtes, Beigefügtes, Begleitung’, mhd. anehanc; Anhänger m. ‘wer einer Person oder Sache anhängt, was angehängt wird’ (15. Jh.); anhängig Adj. ‘zugehörig, schwebend’; rechtssprachlich insbesondere einen Prozeß anhängig machen ‘ein Gerichtsverfahren einleiten’ (15. Jh.); anhänglich Adj. ‘zugetan, verbunden’, geläufig seit dem 18. Jh., frühnhd. im Sinne von ‘anhängend, hingezogen’ (15./16. Jh.); Anhänglichkeit f. ‘Verbundenheit, Treue’ (14. Jh.); Anhängsel n. ‘anhängender (Schmuck)gegenstand, nebensächlicher Anhang, Begleiter’ (17. Jh.). Aushang m. ‘öffentliche Bekanntmachung’ (17. Jh.); vereinzelt auch für Aushängebogen ‘zur letzten Kontrolle bestimmter Abzug eines fertigen Druckbogens’ (18. Jh.). Aushängeschild n. ‘Reklameschild, Werbemittel’, ursprünglich ein Schild, das auf einen bestimmten Beruf, auf ein Gewerbe hinweist (18. Jh.). Überhang m. ‘Umhang, was überhängt’, mhd. überhanc. Umhang m. ‘umgehängtes Kleidungsstück’, ahd. umbihang (um 900), mhd. umbehanc ‘Vorhang, aufgehängter Teppich’. Vorhang m. ‘was vor etw. gehängt wird’, mhd. vor-, vürhanc (dazu s. Gardine).
3994 Zeichen · 143 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gehänge

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Gehänge , des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte hängen. 1. Dasjenige, was hänget, in einigen besondern Fälle…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gehänge

    Goethe-Wörterbuch

    Gehänge auch apokopiert 1 etw (als Zierde, Schmuck) Herabhängendes a für Vorhang, Girlande uä; einmal vergleichend von N…

  3. modern
    Dialekt
    Gehängen.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Ge-hänge [-hèngə Grt.; –hè Ha. Rom. Ri. ; –hèk Ltf. Vbg. Si. u. s. — Pl. –ər] n. 1. Lunge u. Herz der Tiere. — 2. Luft…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gehaenge

8 Bildungen · 2 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gehaenge 3 Analysen

ge- + haenge

gehaenge leitet sich vom Lemma haenge ab mit Präfix ge-.

Alternativen: gehaengen+-e ge-+haeng+-e

gehaenge‑ als Erstglied (2 von 2)

Gehängelehm

Meyers

gehaenge·lehm

Gehängelehm , soviel wie teilweise oder ganz in Lehm zersetzter Gehängeschutt (s. Alluvium ).

Gehängel(s)

PfWB

Ge-hängel(s) n. : 1. 'volle Weintraube', G'hängel [ GH-Jockgr ]; vgl. Traubenhängel . — 2. = Gehänge 2, Gehängels [ KB-Bubh ]. — Südhess. II…

gehaenge als Zweitglied (6 von 6)

angehänge

DWB

ange·haenge

angehänge , n. appendix, was anhängt: das ander gesind und angeheng zogen hernach. Fischart Garg. 227 b ; bann und mann sind männliche reime…

fruchtgehänge

DWB

frucht·gehaenge

fruchtgehänge , n. 1 1) fruchtbüschel einer pflanze, insbesondere des epheus, corymbus. auch überhaupt die an einer pflanze beisammen hangen…

halsgehänge

DWB

hals·gehaenge

halsgehänge , n. schmuck der um den hals hängt: ich begehrte von ihr .. zwei ohrgehäng, ein köstlich halsgehäng, das sie eben anhatte, ihren…

Tagegehänge

Adelung

tage·gehaenge

Das Tagegehänge , des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, Gehänge, oder Klüfte, welche sich am Tage, oder gleich unter der Dammerde befin…

thalgehänge

DWB

thal·gehaenge

thalgehänge , n. die abhängige seite eines berges oder einer anhöhe, wo sich dieselbe in das thal neigt Jacobsson 4, 387 a , vgl. thalhang ,…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gehaenge". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gehaenge/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „gehaenge". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gehaenge/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gehaenge". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gehaenge/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_gehaenge_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gehaenge"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-10},
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