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Gefecht

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Meyers
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Gefecht

Bd. 7, Sp. 443
Gefecht, Zusammenstoß feindlicher Streitkräfte, der bezweckt, den Feind zu schlagen, zu vertreiben, zu vernichten, auch wohl, falls der Gefechtszweck an sich einer höhern Absicht sich unterzuordnen hat: den Gegner festzuhalten, aufzuhalten, zu beschäftigen, zur Entwickelung seiner Kräfte zu veranlassen, zu beobachten, zu täuschen. Man unterscheidet danach Hauptgefechte oder Schlachten, Nebengefechte oder Treffen, Scharmützel, Scheingefechte, ferner Vorposten-, Avant- und Arrieregarden-, Orts-, Dorf-, Waldgefechte, nach der Art des Zusammentreffens: Begegnungs-, Überraschungsgefechte (im Gegensatz zum Angriff auf vorbereitete Stellung), ferner hinhaltende (demonstrative) und Entscheidungsgefechte. Das Bild eines Gefechts in seiner unbeschränkten Mannigfaltigkeit wiederzugeben, ist unmöglich. Gelang es den beiden Gegnern, ihre Hauptkräfte nach bestimmt gefaßtem Plan zu verwenden, so wird das G. am ehesten einen regelmäßigen Verlauf nehmen, und zwar um so mehr, je schärfer für den einen Teil die Verteidigung, für den andern der Angriff ausgesprochen ist, je mehr Gelände, Witterung etc. eine geregelte Truppenverwendung begünstigen. Man kann hier im allgemeinen gewisse Entwickelungsstufen unterscheiden, die zwar selten sich voneinander streng abgrenzen, in ihren Zwecken und äußern Eindrücken jedoch wesentlich verschieden sind: die Einleitung hat die Eigenart einer gewaltsamen Erkundung, sie wird aus einem Artilleriegefecht und dem leichtern Kampf vorgeschobener Infanterieabteilungen bestehen; die Verwickelung und Durchführung des Gefechts wird durch das Einsetzen der Hauptkräfte herbeigeführt. Es kann in der Regel die Entscheidung erst dann angestrebt werden, wenn die Kraft des einen Teils in einem längern, wechselvollen Ringen gebrochen ist. Während die Artillerie in dem Einleitungs- und Verwickelungsstadium eine bestimmende Rolle spielt, tritt die Infanterie, je mehr sich der Kampf der Durchführung nähert, in den Vordergrund. Es entsteht dann das durch gelegentliche Vorstöße des Verteidigers herbeigeführte Kampfgewoge, Nehmen und Verlieren von Stützpunkten, bis irgend ein größerer Vorteil dauernd auf einer Seite verbleibt. Jetzt tritt der Kampf in die Entscheidung, das Ergebnis der vorangegangenen Kämpfe. Sie kann durch das Einsetzen frischer Reserven des im Vorteil Befindlichen gewaltsam herbeigeführt werden, sie kann aber auch darin bestehen, daß der unterliegende Teil seine letzten Kräfte daran wendet, das Verlorene wiederzugewinnen. Verfolgung durch den Sieger und Rückzug oder Flucht für den Geschlagenen vervollständigen das Bild eines Entscheidungsgefechts. Die Absicht, das G. in hinhaltendem oder in entscheidungsuchendem Sinn zu führen, ist nicht immer schon klar bei Beginn des Gefechts, in vielen Fällen ist sie das Ergebnis des ersten Verlaufs des Kampfes und der darin erlangten Kenntnis über Stärke, Ausstellung und Absicht des Gegners. Die Kunst der Gefechtsführung besteht darin, daß man nur an den wichtigsten Punkten mit Überlegenheit auftreten, auf den übrigen Teilen des Gefechtsfeldes den Feind mit möglichst geringen Kräften zu bekämpfen sucht. Der taktische Erfolg des Gefechts ist die Überwältigung des Gegners, die sich dadurch äußert, daß letzterer sich weiterm Kampf entzieht. Die Besetzung des Gefechtsfeldes ist das Zeichen des siegreichen Gefechts. Ein Gefechtserfolg ist somit auch dann vorhanden, wenn der Gegner freiwillig und in Ordnung das Schlachtfeld verläßt. (Die französische Armee geht am Morgen des 17. Aug. 1870 nach der Schlacht am 16. bei Vionville auf Metz zurück.) – Näheres s. unter Taktik (Infanterie-Ortsgefechte). Über Abbrechen des Gefechts s. Abbrechen. Vgl. Rüstow, Die Lehre vom G. (Stuttg. 1865); Wechmar, Das moderne G. (2. Aufl., Berl. 1875); Meckel, Lehre von der Truppenführung im Kriege (3. Aufl., das. 1890); v. d. Goltz, Das Volk in Waffen (5. Aufl., das. 1899); Keßler, Tactique des trois armes (Par. 1902); Balck, Taktik (Berl. 1903, 3 Bde.; Bd. 1 u. 2 in 3. Aufl.).
3990 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gefècht

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Gefècht , des -es, plur. die -e, das Fechten oder Streiten mehrerer mit Waffen gegen einander. Es kam zwischen den T…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gefecht

    Goethe-Wörterbuch

    Gefecht -e je einmal im Nom/Akk, öfter im DatSg 1 (meist kürzerer) bewaffneter Kampf; mehrf in bildkünstlerischer u (pan…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gefecht

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gefecht , im weitesten Sinne der Kampf mit dem Feinde, im engeren das feindliche Zusammentreffen von 1000 dis 10000 Mann…

  4. modern
    Dialekt
    Gefechtn.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Gefecht n. Streit, Prügelei: int Gefecht kamen Lu Eld ; im Heilspruch: De Flockasch un de Flecht Dee stünnen int Gefecht…

  5. Sprichwörter
    Gefecht

    Wander (Sprichwörter)

    Gefecht 1. Gefechte und Schildereien muss man von fern ansehen. – Winckler, IV, 3. 2. Manch Gefecht ist ungerecht. 3. We…

  6. Spezial
    Gefecht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|fecht n. (-[e]s,-e) 1 combatimënt (-nc) m. 2 ‹fig› (Wortwechsel) controversia (-ies) f. , scraiada (-des) f. ▬ außer …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gefecht

19 Bildungen · 14 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gefecht

ge- + fecht

gefecht leitet sich vom Lemma fecht ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gefecht 2 Komponenten

gef+echt

gefecht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gefecht‑ als Erstglied (14 von 14)

gefechtflagge

DWB

gefecht·flagge

gefechtflagge , f. auf kriegsschiffen, flagge mit der das zeichen zum gefechte gegeben wird. Adelung. s. auch die zusammensetzungen unter ge…

Gefechtsbatterie

Meyers

gefecht·s·batterie

Gefechtsbatterie , eine Batterie, die in Deutschland aus drei Zügen zu zwei Geschützen und einem Munitionszug zu drei Wagen besteht; ihr fol…

Gefechtsformation

Meyers

gefecht·s·formation

Gefechtsformation , die Formation (s. d.), die ein Truppenkörper zum Fechten annimmt. Die G. der Infanterie besteht in Schützenlinien mit ge…

Gefechtsmäßiges Schießen

Meyers

Gefechtsmäßiges Schießen der Infanterie und Kavallerie und Gefechtsschießen der Artillerie, das Schießen mit scharfer Munition, bildet den E…

Gefechtsmasten

Meyers

gefecht·s·masten

Gefechtsmasten , auf modernen Linienschiffen und großen Kreuzern befindliche Masten, sind mit leichten Schnelladekanonen bewaffnet und diene…

Gefechtspatrouillen

Meyers

gefecht·s·patrouillen

Gefechtspatrouillen der Infanterie bestehen aus mehreren gewandten Leuten, öfters unter einem Offizier. Sie sollen in einiger Entfernung vor…

Gefechtstürme

Meyers

Gefechtstürme auf Kriegsschiffen, soviel wie Gefechtsmasten (s. d.).

Gefecht zu Fuß

Meyers

Gefecht zu Fuß ( Fußgefecht ) der Reiterei , ein in geeigneten Fällen von der absitzenden Reiterei mit dem Karabiner nach gleichen Grundsätz…

gefecht als Zweitglied (4 von 4)

hahnengefecht

DWB

hahnen·gefecht

hahnengefecht , n. kampf zweier hähne: die Engländer ziehen häufig hähne auf und finden ein besondres vergnügen an den hahnengefechten. Amar…

seegefecht

DWB

see·gefecht

seegefecht , n. gefecht zur see, vgl. seeschlacht , -treffen. Adelung : es lag auf der hand, dasz bei der damaligen art der seegefechte .. d…

stiergefecht

DWB

stier·gefecht

stiergefecht , n. , zur schau veranstalteter kampf zwischen mensch und stier: als wann er der Spannier ihrem kurtzweiligen stiergefechte zus…

thiergefecht

DWB

thier·gefecht

thiergefecht , n. kampf zwischen oder mit wilden thieren, vgl. thierhetze , -kampf, stiergefecht: zum thiergefecht ( zwischen löwen und tige…

Ableitungen von gefecht (1 von 1)

Gefechte

WWB

Ge-fechte n. [verstr.] Kampf, Streit.