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geest

mnd. bis Lex. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geest f.

Bd. 4, Sp. 2057
geest, f. ein nd. wort, im gegensatz zur marsch, das höher gelegene land. 11) belege aus nhd. zeit: dieweil diesz land nicht lauter marsch, sondern wol zweimal so viel geest als marschland hat. A. H. Walther dithmars. chron. Schlesw. 1683 s. 2; also vast dat halve landt Dithmerschen geest, dat is sandig, holtig und heide is. Neocorus ditm. chr. 1, 82; nicht nur in den fetten marschländern, sondern auch in den magern geestländern. Schuppius 607; das land, das man hier (in Jütland) die geest nennt, ist sehr fruchtbar, ein trefflicher kornboden. Ritter Europa (1811) 1, 292; und von den donnernden schleusen geschreckt, drängt bange die Medem, strudelndes laufs, in der geest mütterlich moor sich zurück. Voss ged. 1802 1, 121 (1825 3, 24), vgl. die anm. s. 302: geest wird alles genannt was nicht marsch oder sumpfiger anwachs ist, auch das fruchtbare Eutin und der berg Sinai, sagte man mir, lägen auf der geest. auch göst, selbst göse(?) kommt vor, s. Frisch 1, 329a aus Winkelmann oldenb. chr. 37, Haltaus 605, wo aus Dreyhaupt auch aus der gegend von Halle a. S. eine goestmarke und ein gösthügel (als gerichtsstätte). 22) mnd. gêst, gheest, geist, z. b.: hebbe vorkoft unde vorkope ... myn ghoed dat belegen is in deme dorpe unde in der veltmarke tho Bordorpe by Stade ... mit aller vryheid u. s. w. dat sy an gheestegoede ofte an merschgoede. urkunde von 1382 bei Krause, arch. des vereins f. gesch. u. alt. zu Stade 1864 s. 208; ock scolen wy (der erzbisch. von Bremen u. Verden) nicht staden .. up unsen stromen, watern unde ryvern, sunderigen in der geist of up der Lune, dat se (die Wurster) darvon beschediget werden (feindlich heimgesucht). das. 103, vom j. 1512; agros in prato quod dicitur mersch, item in campo qui dicitur gest. westf. urk. von 1139, s. Schiller u. Lübben 2, 83b, vgl. das. aus dem Bremischen altum et bassum (niederung) als geest und mersch, aus Neocorus 1, 83 geest edder högde. In oldenb. urk. aber heiszt es gast unde marsk, vgl.gastland 83a, marsch- und gastlande Frisch 1, 329a ostfriesisch vom j. 1608; es ist die friesische form, noch jest ostfries. gast, altes, hohes, trockenes sandland, welches hauptsächlich zum getreidebau dient (auch esch) Stürenburg 66a, nordfries. Outzen 94, saterl. gastland Hettema 238, westfries. gaest Halbertsma 37. altfries. gastland Richthofen 775b; dem priester soll an wetterlande (wetter wasser) ein schiff, an gastlande ein hengst zur verfügung stehen; doch auch Aurikera geste lond das., wie mnl. geestland, geest (s. unter 3). 33) die geest ist damit als das trockne land bezeichnet im unterschied von der fetten marsch (s. schon bei Richey 72. 82), wie es denn auch im jahre 1512 in einer schlesw. urkunde noch bewuszt erscheint: over alle geest und marsch, lat. cum arido et palude, s. Haltaus 605. im fries. stimmt auch die form noch: gast adj. von kühen, 'trocken, nicht milch gebend' Johansen die nordfr. spr. 24, vgl. 148a. 169a (saterl. gist); auch in engl. dial. gast-cow eine kuh die nicht kalbt Halliw. 393b (wie hd. galtkuh). Im nd. stimmt freilich der vocal nicht, ditm. 'gost, göst dürre, de koh is gost' Richey 411, hamb. güst, eene güste koh, de koh steit güst, aber auch goest. das. 82, vergl.güste, gust Schambach 70b, siegerl. göste, mnd. guste sterilis Dief. 551c, n. gl. 348a, auch schweiz. gust gleich galt Stalder 1, 502, Fromm. 3, 85a; aber übertragung auf den ackerboden findet sich auch nd. in güst plögen, brach ackern, Brem. wb. 3, 559, vgl.güster kohl, der in den güste- oder brachfeldern gebaut wird Krünitz 42, 644, und ebenso wird oberdeutsch galt, sonst von vieh, auch von nicht tragendem boden gebraucht, wie schwed. dial. gall, d. i. gald (sp. 1206). Aber das wort ist überhaupt von haus aus im vocal reicher entwickelt, auch geest, eigentlich wol geist (s. u. 2) findet hd. anhalt in ahd. keisenî sterilitas Nyerup symb. 224, Graff 4, 267, ags. gæsen sterilis Ettm. 434. So wird geest ursprünglich adj. sein, das man auch unter 2 noch mehrmals heraushören könnte, besonders in dem fries. 'geste lond', nachher geestland; das fem. könnte von dem gegensatz marsch herübergekommen sein. von der bedeutung trocken erklärt sich auch mnl. geest für festland überhaupt, 'trocknes' im gegensatz zu water: ende aldat tote dien Foreeste, behoert, in water ende in gheeste. Melis Stoke 1, 424 (Oudemans 2, 407).
4389 Zeichen · 132 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    geestM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    geest , M. Vw.: s. gest Son.: örtlich beschränkt

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geest

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    * Die Geest , plur. inus. in Niedersachsen, besonders in Schleswig und Holstein, hohes oder erhabenes Land, welches dahe…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geest

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geest , heißt in der Landwirthschaft Norddeutschlands hoch und trocken gelegenes unfruchtbares Land, im Gegensatze vom M…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geest

13 Bildungen · 12 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von geest

ge- + est

geest leitet sich vom Lemma est ab mit Präfix ge-.

geest‑ als Erstglied (12 von 12)

Geestemünde

Meyers

geest·e·muende

Geestemünde (vgl. den »Stadtplan von Bremerhaven«), Hafenort und Kreishauptort im preuß. Regbez. Stade, der bedeutendste Fischereihafen und …

Geestendorf

Meyers

geest·en·dorf

Geestendorf , früher selbständiger Ort, ist seit 1889 mit Geestemünde (s. d.) vereinigt.

Geesthacht

Meyers

geest·hacht

Geesthacht , Dorf in der hamburg. Landherrenschaft Bergedorf, an der Elbe, hat eine evang. Kirche, Hafen, Korb- und Glasfabrikation und (190…

geestiget

KöblerMhd

geestiget , (Part. Prät.=)Adj. nhd. ästig, knorrig, verästelt Q.: Pilgerf (1390?) (FB geestiget) E.: s. ge, ast W.: nhd. DW- L.: Lexer 56b (…

geestland

DWB

geest·land

geestland , s. u. geest 1; auch andere zusammensetzungen, wie geestegoed, besitzung in der geest ( s. geest 2), geestknabbe schaf vom geestl…

Geestlande

Meyers

geest·lande

Geestlande , Landschaft des Gebietes der Freien Stadt Hamburg, zum Unterschied von der Landschaft Marschland, liegt nördlich von Hamburg, be…

Geestrute

Meyers

geest·rute

Geestrute , früheres Feldmaß in Hamburg und Schleswig-Holstein, zu 16 Hamburger Fuß, ist unterschieden von der Waldrute zu 14 Fuß.

geestrīcht

KöblerMhd

geestrīcht , (Part. Prät.=)Adj. nhd. gepflastert Q.: KvWPart, Parz (1200-1210) E.: s. ge, estrīchen W.: nhd. DW- L.: Hennig (gestrīcht), Lex…

Geestvogtei

Campe

geest·vogtei

† Die Geestvogtei , Mz. die — en , in Schleswig und Holstein, eine Vogtei auf der Geest; in Gegensatz der Marschvogtei .

Gēestvogtey

Adelung

* Die Gēestvogtey , plur. die -en, in Schleswig und Holstein, eine Vogtey auf der Geest, im Gegensatze der Marschvogtey.

Ableitungen von geest (1 von 1)

Geeste

Meyers

Geeste , Fluß im preuß. Regbez. Stade, fließt anfangs nordwestlich, dann westlich und mündet rechts bei Bremerhaven und Geestemünde in die W…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „geest". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geest/dwb?formid=G03688
MLA
Cotta, Marcel. „geest". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geest/dwb?formid=G03688. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geest". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geest/dwb?formid=G03688.
BibTeX
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