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gedecke

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gedecke n.

Bd. 4, Sp. 1983
gedeck, gedecke, n. subst. zu decken, deckung, bedeckung; mhd. mnd. gedecke (s. unter 2, c. e), auch ahd. einmal gideki tectum Graff 5, 104. dabei zeigen sich nebenformen: gedecke f. (s. d.) und gedeckede, gedeckte (s. d.), auch dies als f. wie n., nrh. gedecks (s. 2, e). 11) in allgemeiner bedeutung geben es vocc. des 15. jahrh.: gedeckung oder deck oder gedecke oder deckung, tegimen. voc. 1482 k 4a; deckung oder deck oder gedeck, tegimen. e 7a; cooperculum, gedeck. Dief. 149b. dann erst im 18. jh. wieder: das gedecke, tectorium. Steinbach 1, 239 (s. 2, c), aber auch bei Rädlein, Ludwig, Frisch noch fehlend, während es im leben doch gewiss ununterbrochen fortgieng. 22) in angewandter bedeutung erscheint es z. b. 2@aa) als tuch zum zudecken des teiges im backhause: wir wisen ein banbackhus, darin zu backen (als pflicht der unterthanen) .. und hätt der arm man (unterthan) nit gedecks, soll der becker als vil gedecks dar geben, dasz der deik bewart sy. weisth. 4, 622, aus der gegend von Alzei, 15. jh., doch gewiss aus älterer überlieferung. 2@bb) zum bedecken der bänke und stühle, teppiche, polster u. ä., zugleich als zierat, wie decken, decke mit diesem nebenbegriff bestand (z. b. stragula, allerlei deck für ein zier Schönsl. K 7c): item zum jargedinge sollen da stehen (für die schöffen) drei benk und zwen sessel, alle mit irem gedeck und zubehör. weisth. 2, 58, von der Saar 16. jahrh. 2@cc) ähnlich mhd. als rossdecke, im Rosengarten in einer hs. des 14. jahrh.: die gedecke hieʒ si machen manigem snellen mark. Haupt 11, 540, von Lexer 1, 768 als fem. aufgefaszt, was es ja auch sein kann (s. das folg.); aber deutlich als n.: daʒ pert und daʒ gedecke. Braunschw. reimchr. 7998; s. auch unter gedeckte. so wieder bei Voss, der altdeutsches suchte: in tyrischer farbe geröthet glüht das gedeck, und es starren von gold die lenkenden zügel. verwandl. des Ovid 1, 326. 2@dd) das gedecke an einer orgel, cicutae oppilatae. Steinbach 1, 239, ein register gedackter pfeifen Adelung, s. dazu gedackt 3. 2@ee) bei Adelung auch für die deckung eines gebäudes, und so wirklich in mhd. zeit, in der Braunschw. reimchron. 8707, wo schüsse auf eine belagerte burg so wirken, daʒ dhe wende und daʒ gedecke von ir krapht mûsten swîchen. deutsche chroniken 2, 566b. nach rhein. art in der form gedecks (s. u.gebühne 1, b. c, vergl. gedeckte): dasz die sametliche pfarkinder einem (d. h. dem) hern pastor daselbst den kor in gutem liberigen stand und gedecks zu liebern schuldig. Hardt Luxemb. weisth. 371, 17. jh., in guter bedachung, was in einem Eifeler weisth. der zeit in gedächs heiszt (s. dort). 33) jetzt in allgemeinem gebrauch nur noch als tafelgedeck, 'für das franz. couvert' Adelung, der es zuerst anführt, in doppelter bedeutung. 3@aa) gedeck für den einzelnen tischgast: die tafel bestand aus zwölf gedecken, sie war für zwölf personen gedeckt. Adelung; madame Geoffrin giebt .. zweimal die woche eine tafel von mehr als zwanzig gedecken. Sturz 1, 62, in den briefen aus Paris; doppelt betroffen war sie daher, bei ihrer zurückkunft den tisch nur mit zwei gedecken besetzt zu finden. Göthe 17, 173 (wahlv. 1, 17); nach anweisung der gastgebieterin, die neben ihrem platz ein leeres gedeck, als wäre es für den obersten, hatte hinsetzen lassen. Hegner 3, 48 (gastgebieterin, die ein gastgebot gibt). 3@bb) 'so viel leinenes tischzeug als zum einmahligen decken erfordert wird, ein gedeck bestehet aus einem tischtuch und einer beliebigen anzahl servietten' Adelung; die hausfrauen sprechen von groszem und kleinem gedeck, zu 12 und 6 servietten o. ähnl.; dasz der name zugleich alt ist, zeigt sich im folg. gedecke f., tischdecke.
3713 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gedeckestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ge-decke stf. decke Heldb. K. 425,5. Kell. erz. 472,5. die gedecke hieʒ sie machen manigem snellen marc Roseng. Meuseb. …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gedeckeN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    gedecke , N. nhd. Deckel, Schutzdach, Umhüllung Hw.: s. decke (2); vgl. mhd. gedecke E.: s. ge, decke (2) W.: s. nhd. Ge…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gedeckef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gedecke , f. alte nebenform zu das gedecke ( sieh dazu gedeckte a. e. ): manig tisch von helfenbeine .. die gedecke was …

  4. modern
    Dialekt
    Gedecke

    Rheinisches Wb.

    Ge-decke n.: 1. jədęk, e G. Lenge die ganze Leinwand, die zu einem Bette gehört MüEif . — 2. -E- Querbalken über Türe u.…

Verweisungsnetz

28 Knoten, 25 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gedecke

2 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gedecke

ge- + decke

gedecke leitet sich vom Lemma decke ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gedecke 2 Komponenten

ged+ecke

gedecke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gedecke‑ als Erstglied (1 von 1)

gedeckede

KöblerMhd

gedeckede , st. N. nhd. Decke, Bettdecke Q.: MinnerI (um 1340) (FB gedeckede), Chr E.: s. gedecke W.: nhd. DW- L.: Lexer 55c (gedeckede), Le…

gedecke als Zweitglied (1 von 1)

helmgedecke

KöblerMhd

helm·gedecke

helmgedecke , st. N. nhd. Helmdach, Helm (M.) (1) Hw.: s. helmdach, helmdecke Q.: Pilgerf (1390?) (FB helmgedecke) E.: s. helm (1), gedecke …