gebüsche,
gebüsch,
n. collect. zu busch. 11, 1@aa)
zuerst bis jetzt nachgewiesen im 14.
jahrh., md. (Bech
Germ. 20, 36): iiij huner von einen gepussche und wiesenflecke bei dem dorfe Steinpach gelegen. W. Schäfer
Sachsenchron. Dresd. 1854 1, 384,
v. j. 1375,
hier als waldstück beim dorfe (
vgl. heilig gebüsch Stieler
u. 2,
a),
wie sie noch jetzt in Norddeutschland, z. b. in Westfalen der busch
heiszen, im unterschied vom '
groszen und tiefen walde',
s. J. Grimm II, 558,
wo auch aus weisthümern busch
unterschieden vom gemeindewald
und hoher busch
von einem eichenwaldstück beigebracht ist; vgl. auch dort sp. 557
aus Logau aus dem pusche fischen (
vgl. 'wie Ziethen aus dem busche'),
d. h. aus dem busche an der strasze, auflauernd, als straszenräuber, '
buschklepper' (
s.klepper 2,
b). 1@bb)
öfter in den vocc. des 15.
jh.: rubetum, gebusche. Dief. 501
c,
rhein.;
arbusta, gebúsche dz wil (
l. da vil) stúdlach sint.
nov. gl. 31
a,
alem.; an erster stelle auch rheinisch gebusze (
wie gebusz
nov. gl. 321
a),
und md. gebuschze,
wie nd. gebuschete (
s. sp. 1610
γ,
vgl. gebein),
was hd. gebüschde
heiszen würde. nl. gebosch,
doch nur bei vlämischen schriftstellern. 1@cc)
eine andere collectivbildung ist puschecht, poschecht,
rhein. buszecht
rubetum Dief. 501
c,
nachtr. als beleg zu buschicht
n.; mhd. auch daʒ buschech, Herbort 18025,
noch jetzt aber auch bair. das boschach Schm. 1, 214,
die bildung mit ge-
scheint nicht eigentlich oberd.; übrigens erscheint auch md. und sonst oft für gebüsch
der pl. büsche (
wie berge
für gebirge)
oder auch der sing. busch,
s. d. und oben sp. 1874
vom hibitz, der sich um die büsche oder gebrüche
aufhält. 22)
nhd. 2@aa)
in der eig. bed.: das gebüsch bedeckt in mit seinem schatten.
Hiob 40, 17; er ligt unter dem gebusch verborgen.
v. 16
var., u
gewiss als ü
gemeint; unten ein wurm, oben ein weib .. die sich in dem gebüsch versteckt, bisz an den halben leib bedeckt.
froschm. H 6
a; gebusch, gepusche,
gestreüse, arbusta umbrosa. Henisch 1400, 64 (
cb aus eigner kenntnis?),
daneben gepüsch 1503, 11
nach der stelle im Hiob, Schönsleder
aber hat es noch nicht (
aber gestrausz
frutectum V 4
a); gebüsch,
boscaglia, bosco. Krämer
teutsch-it. wb. 508
a; gebüsch,
virgultum, arbustum, heilig gebüsch
lucus (
wie später hain),
aber auch lustgebüsche Stieler 112,
nur gebüsche
bei Aler 252
a, Ludwig 703, gepüsche Steinbach 2, 206, gebüsch Rädlein 328
a; muntre dörfer bekränzen den strom, in gebüschen verschwinden andre. Schiller 75
b (
spazierg.).
bei Aler
z. b. auch noch als dumetum, spinetum, und via deserta et inculta et interclusa virgultis, d. h. wie busch
früher von unwegsamen waldstücken, oder wiesenstücken mit gestrüpp, wo besonders dornen wuchern. 2@bb)
bildlich: doch hatte er eine barucke über sich henken lassen, die fast das ganze gesichte bedeckte ... und aus solchem gepüsche guckte das junge geelschnäblichen mit einem paar rothen bäckgen herfür .. Weise
erzn. 52 (
c. 4),
wie man von haarbusch, buschichten haaren
spricht (
s.busch 3,
vgl.kopf II,
B, 1,
c).
Wenn Rompler v. Löwenhalt
die sammlung seiner '
reimgedichte'
als gebüsche
bezeichnet, meint er wol strausz, blumenstrausz, der auch blumenbusch
heiszt (
s. d. und busch 2),
wie umgekehrt strausz
eigentlich auch den busch bezeichnet, gesträusz
gebüsch, wie bei Henisch
unter 2,
a und noch bair. Schm. 3, 689.
Dasselbe ist denn eigentlich franz. bouquet,
das wir mit halb deutscher aussprache brauchen, eig. büschel, gebüsch (
was bouquet
auch bezeichnet),
und nicht anders bosket,
d. i. ital. boschetto,
eigentlich wäldchen, gehölz (bosco
wald, gehölz),
dann als '
lustgebüsch',
künstliches gebüsch im parke. 2@cc)
im 17.
jahrh. ein pl. gepüscher: die ewigen gepüscher (
immergrüne) die wären meine lust. die ströme solten frischer, die bäche sänfter gehn
u. s. w. Fleming 75 (
L. 132);
er braucht aber auch püscher
plur., s. II, 557.
jetzt nur gebüsche,
z. b.: das geiszblatt schmiegt sich am zweige der wilden rosengebüsche. Kleist
frühling (1754) 46. 33)
jetzt ist gebüsch
die form, kaum dasz man sich im dat. gebüsche
das -e
erlaubt (
s. dazu sp. 1610
unter β),
oder wenn der pluralische sinn darin wieder deutlich hervortreten soll, z. b.: es wuchs allerlei gebüsche und geblüme auf ihm. Stifter
studien 5, 320,
büsche und blumen verschiedner art. und doch ist das meiden des -e
im gewöhnlichen sinne sehr neu, wie folg. zeigt: im wilden dorn-gebüsche zerstreut. S. Geszner 1, 15; so brüllt er und floh ins nahe gebüsche. 1, 159; eine nymphe, die schüchtern durchs gebüsche rauscht. 2, 154; hier ist keine quelle, kein gebüsche, kein hügel, wo nicht irgend eine erinnerung entflohener seligkeit auf meine ruhe zielte. Schiller IV, 33, 22 (
philos. br.); das gebüsche raubte sie mir wieder (
ihren anblick). 339, 16,
geisterseher; ich flieh ins dunkelste gebüsche hin. Göthe 2, 92 (
Lilis park).
In zusammensetzungen schon im 17.
jahrh. z. b. myrtengebüsch, rosengebüsch, lustgebüsche
nemus Stieler 112 (
es ward damals ein lieblingswort bei dichtern), rohrgepüsche
arundinetum Steinbach 2, 206, weidengebüsche Kleist
frühl. (1754) 38, dornengebüsch, blumengebüsch, lillagebüsche
im garten Salis (1793) 84, hügelgebüsch Göthe
in Mercks br. 2, 39, Hirzel
der junge G. 2, 23.