gebücke,
n. hag, hecke, verhau, landwehr, ein rhein. wort, auch gebicke
geschrieben (
s. 3). 11)
das wort erscheint seit dem 14.
jh. (
vgl. Bech Germ. 20, 35),
wird aber wie die sache weit älter sein. 1@aa)
im Elsasz, bei Schletstadt: der holzer ist eines das gebucke.
weisth. 1, 670,
vom j. 1320,
es ist aber da eigenname eines waldes (
andere ebenda z. b. brenneholz, staudenbruch),
vermutlich von einem verhau darum (
s. unter 4).
auch das gleichbed. nd. knick erscheint als hag, verhau um einen wald: ock hebbe we irloft deme rade (
von Göttingen), dat se einen knick van anderem unserm holte, umme de ghen. twei holtere her gelegen, von einer roden bret edder lenger .. houwen mogen laten.
urk. des hist. v. f. Nieders. 7, 219.
das gleichbedeutende hag (
s. d. 4)
und hagen (
s. d. 5)
gieng aber selbst auch in die bedeutung wald über. 1@bb)
auch niederrh. im 14.
jh., gebucke
in einem waldgebirge: ich slouf durg busch, durg hecken rûch, durg hagen inde gebucke. zu lest ich mit gelucke zu hoiste up dat gebirge quam. v.
d. Hagens
Germ. 6, 260,
da sind die gleichbedeutenden hagen, hecke, gebücke
gehäuft, obwol sie nicht ohne unterschied sein werden, wie ein solcher unter 2,
a sich zeigt. 1@cc) das gebucke
zur befestigung einer burg gehörig, wie sonst hac (
s.hag 2,
a): sollen die zwa nederste capellen in der niderburg .. ind wat zu des huses huden (
schutz und wehr) gehorich is, alle porzen ind porzhuser, alle grindeln, wege ind stege .. unsem vurg. erven .. gemeine sin, mit dem gebucke umb die burgh. Guden
cod. dipl. mogunt. 2, 1159,
vom j. 1366,
in einer verfügung über die burg Landscron. auch das hiesz hac,
die einrichtung wird im folgenden deutlich, wo es von einer bergfeste heiszt: niden drumbe gienc ein hac mit boumen starc verworren (
var. verwahsen), die lie (
d. h. bog, gewöhnte, var. how) man nider in rehter zît, der wurzeln saf in grüene gît, man sach ir lützel dorren.
Berl. heldenb. 5, 36
b, Hagens
held. 2, 173. 22)
später besonders als grenzhag, zugleich zum schutz und abzeichen der grenze, oder auch als befestigung des ortsgebietes, bei städten wie dörfern. 2@aa)
so an der Lahn, z. b. im grenzweisthum eines dorfes Putzbach unterhalb Ems vom j. 1517,
das nachricht gibt, wie man die hecken begangen,
wird das Emser gebück
berührt: da ist eine heck und (
d. h. welche) gehet mit zum Emser gebück zu, vom Emser gebück herein bis an die Kunzbach.
weisth. 1, 595 (
es steht gebäck,
verlesen),
das dorf hatte also nur eine hecken,
die denn kleiner sein muszte als das gebück des stadtgebietes. von der grafschaft Dietz vom j. 1525:
das Seyner holz
geht von Schorgen wiesen als (
d. h. alles,
immer) das gebuck und greben hinaus bis in (
d. h. in'n) Bolinger slagk, und die euszersten greben scheiden die grafschaft und den bann.
weisth. 4, 583,
d. h. ein doppelter graben begleitet das gebücke,
auszen und innen, der verhau oder hag selbst aber ist zugleich mit einem walle zu denken, also völlig gleich der landwehr,
wie es in andern theilen Deutschlands hiesz, auch knick (
s. d. 3).
Die gräben werden gewöhnlich unerwähnt gelassen, wo denn gebücke
allein die ganze grenzwehr bezeichnet, z. b.: das gepuck hinuf bis in Schorgen wiesen.
weisth. 4, 583; beide partien solent die hege und gebucke nit vergenglich werden laiszen. Lexer 1, 763,
aus Nassau 15.
jahrh. ein stück solches gebück
findet sich z. b noch in Büdingen am stadtgraben, s. Thudichum über dorfeinfriedungen u. grenzwehren, anz. des germ. mus. 1860
sp. 91,
aus Nassau bei Kehrein 1, 153. 2@bb)
am bekanntesten war das grosze gebück
des Rheingaues, als schutz und grenze des gaues nach norden, von Niederwalluf über Schlangenbad nach Lorch gehend, daher das landgebück
genannt (
mit landgraben);
da war »
der wald selbst zur festung gemacht, indem baumzweige und buschwerk auf meilen weit zu dem festesten zaun in einander geflochten und im lauf der jahrhunderte so dicht zusammen verwachsen waren, dasz sie das land besser als eine mauer absperrten.« Riehl
land u. leute (1861) 232,
genaueres in Bodmanns
rheingauischen alterth. 817
ff.; auch bannzäune,
s. z. b. binnen des lants banzünen des Rynkaws.
weisth. 1, 541. 2@cc)
es hiesz auch hain, d. i. hagen (
s. d. 3,
a),
so in der Wetterau, öfter noch der haingraben,
s. Thudichum 91;
z. b. aus einem dorfe im Niedgau wird vom jahre 1714
von der schleifung eines solchen berichtet: im herbst ist .. hinter der hofräten (
hofreite) auf der Obergasz der doppelte
häingraben geschleift und der erden gleich gemacht worden. Thudichum 122,
d. h. ein hain
mit doppeltem graben; vgl. auch das. hainzaun, hainfriede,
d. h. zaun (
vgl. sp. 1844)
und unter 3
a. e. haingebicke.
neben hain
auch hege, s. bei Thudichum 89. 91, landhege
unter 5, gebickte hege
unter 4
und hegen
unter 3. 33)
auch gebick heiszt es früh, aber mit gebück, gebuck
wechselnd, d. h. nur mit der aussprache i
für ü,
z. b.: 'wer
gebick, wege oder stege im kirspel habe (
wem sie gehören)? item wer die gebick gehegt, gehawen, auch die schlege (
die durchgänge) gemacht und erhalten?' daruf sie .. dise antwort gaben: die graven von Sain hetten .. die schläge machen laszen .. desgl. auch die
gebück hegen und pflanzen laszen.
weisth. 1, 647,
vom Westerwalde 16.
jh.; (
das kirchspiel Evighusen geht) von dem Bolinger slagk ane das trierisch
gepick hinaus bis ane das wiedisch gepick .. und
dasselbe wiedisch gepick scheide alhie beide oberkeiten, Dietz und Wiede. 4, 583,
vorher ebenda gebuck (
s. 2,
a)
und gepuck; Salziger kirspiel .. vom gepick und landgraben ane bis ane die Hermansburg.
das.; welcher der statt oder flecken vestunggräben, pforten, hayn, gebicke und dergl. beschädigt, soll nach verwirkung der frevelbusz auch den schaden .. zu kehren schuldig sein. 1, 488,
aus dem thal des Mains seiner mündung nahe; vielleicht ist da haingebicke
gemeint (
wie unter 2,
c hainzaun),
das den festunggraben begleitet, obwol auch vom gebicke des haines
die rede ist, das gerodet wird, s. Scherz 483
aus Guden 5, 931. 44)
dazu gebücket, gebickt,
mit einem gebück versehen, umhegt: heuwet ein (
d. h. der) walpode in der gebuckten hegemarg, so sal er als wole buszen als der lantman.
weisth. 3, 488,
aus Oberursel vom j. 1401; heuwet iemans und thut schaden inne der gebickten hege uf der straiszen .. der ist eim waltpoit mit zehen gulden zu pene verfallen. 5, 319,
gleichfalls aus der Wetterau, vom j. 1484;
in beiden fällen sind es eingehegte wälder, hegemark
oder hege. 55)
beim herstellen oder ausbessern des gebückes ist die rede von hauen,
s. unter 3 (
neben hegen, pflanzen),
vgl. dasselbe hauen
vom mhd. hac
unter 1,
c (
var.)
und vom nd. knick
unter 1,
a; aber auch pöcken (
d. i. bücken)
daneben: welche landheeg (
s. 2
a. e.) das Wolferborner gericht bis an die Wärtheimer schläg pöcken, hauen und halten musz.
grenzbeschr. von 1521
bei Thudichum
sp. 48,
das ö
ist mundartlich für ü,
das p-
wie in gepuck, gepick
u. 3;
dazu einbucken,
steckreiser von weiden o. ä. in die hecken einsetzen Schm.
2 1, 206;
auch verbucken, verbücken,
lücken im hag vermachen, ein Schweizer ermahnt Österreich im j. 1474,
sich gegen Burgund und seine gelüste auf die habsburg. erblande der Schweizer freundschaft zu bedienen: umzün din rosengarten mit der fromen aidgnoszen land ... si helfend dir die lucken stätenklich verbucken. Liliencron 2, 25
a.
diesz bücken
oder bucken (
vgl. schwäb. bucken
biegen Schmid 105)
meint kräftiges oder wiederholtes biegen
der äste der gepflanzten bäume oder büsche, besonders der hainbuchen, die am besten dazu dienten (Thudichum 12),
wie der niederd. knick
von gleichbedeutendem knicken
benannt ist; beides, hauen und biegen, erscheint ja schon in der schilderung Cäsars b. g. 2, 17 (
s. knick 3
a. e.)
in teneris arboribus incisis atque inflexis.