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gebücke

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gebücke n.

Bd. 4, Sp. 1879
gebücke, n. hag, hecke, verhau, landwehr, ein rhein. wort, auch gebicke geschrieben (s. 3). 11) das wort erscheint seit dem 14. jh. (vgl. Bech Germ. 20, 35), wird aber wie die sache weit älter sein. 1@aa) im Elsasz, bei Schletstadt: der holzer ist eines das gebucke. weisth. 1, 670, vom j. 1320, es ist aber da eigenname eines waldes (andere ebenda z. b. brenneholz, staudenbruch), vermutlich von einem verhau darum (s. unter 4). auch das gleichbed. nd. knick erscheint als hag, verhau um einen wald: ock hebbe we irloft deme rade (von Göttingen), dat se einen knick van anderem unserm holte, umme de ghen. twei holtere her gelegen, von einer roden bret edder lenger .. houwen mogen laten. urk. des hist. v. f. Nieders. 7, 219. das gleichbedeutende hag (s. d. 4) und hagen (s. d. 5) gieng aber selbst auch in die bedeutung wald über. 1@bb) auch niederrh. im 14. jh., gebucke in einem waldgebirge: ich slouf durg busch, durg hecken rûch, durg hagen inde gebucke. zu lest ich mit gelucke zu hoiste up dat gebirge quam. v. d. Hagens Germ. 6, 260, da sind die gleichbedeutenden hagen, hecke, gebücke gehäuft, obwol sie nicht ohne unterschied sein werden, wie ein solcher unter 2, a sich zeigt. 1@cc) das gebucke zur befestigung einer burg gehörig, wie sonst hac (s.hag 2, a): sollen die zwa nederste capellen in der niderburg .. ind wat zu des huses huden (schutz und wehr) gehorich is, alle porzen ind porzhuser, alle grindeln, wege ind stege .. unsem vurg. erven .. gemeine sin, mit dem gebucke umb die burgh. Guden cod. dipl. mogunt. 2, 1159, vom j. 1366, in einer verfügung über die burg Landscron. auch das hiesz hac, die einrichtung wird im folgenden deutlich, wo es von einer bergfeste heiszt: niden drumbe gienc ein hac mit boumen starc verworren (var. verwahsen), die lie (d. h. bog, gewöhnte, var. how) man nider in rehter zît, der wurzeln saf in grüene gît, man sach ir lützel dorren. Berl. heldenb. 5, 36b, Hagens held. 2, 173. 22) später besonders als grenzhag, zugleich zum schutz und abzeichen der grenze, oder auch als befestigung des ortsgebietes, bei städten wie dörfern. 2@aa) so an der Lahn, z. b. im grenzweisthum eines dorfes Putzbach unterhalb Ems vom j. 1517, das nachricht gibt, wie man die hecken begangen, wird das Emser gebück berührt: da ist eine heck und (d. h. welche) gehet mit zum Emser gebück zu, vom Emser gebück herein bis an die Kunzbach. weisth. 1, 595 (es steht gebäck, verlesen), das dorf hatte also nur eine hecken, die denn kleiner sein muszte als das gebück des stadtgebietes. von der grafschaft Dietz vom j. 1525: das Seyner holz geht von Schorgen wiesen als (d. h. alles, immer) das gebuck und greben hinaus bis in (d. h. in'n) Bolinger slagk, und die euszersten greben scheiden die grafschaft und den bann. weisth. 4, 583, d. h. ein doppelter graben begleitet das gebücke, auszen und innen, der verhau oder hag selbst aber ist zugleich mit einem walle zu denken, also völlig gleich der landwehr, wie es in andern theilen Deutschlands hiesz, auch knick (s. d. 3). Die gräben werden gewöhnlich unerwähnt gelassen, wo denn gebücke allein die ganze grenzwehr bezeichnet, z. b.: das gepuck hinuf bis in Schorgen wiesen. weisth. 4, 583; beide partien solent die hege und gebucke nit vergenglich werden laiszen. Lexer 1, 763, aus Nassau 15. jahrh. ein stück solches gebück findet sich z. b noch in Büdingen am stadtgraben, s. Thudichum über dorfeinfriedungen u. grenzwehren, anz. des germ. mus. 1860 sp. 91, aus Nassau bei Kehrein 1, 153. 2@bb) am bekanntesten war das grosze gebück des Rheingaues, als schutz und grenze des gaues nach norden, von Niederwalluf über Schlangenbad nach Lorch gehend, daher das landgebück genannt (mit landgraben); da war »der wald selbst zur festung gemacht, indem baumzweige und buschwerk auf meilen weit zu dem festesten zaun in einander geflochten und im lauf der jahrhunderte so dicht zusammen verwachsen waren, dasz sie das land besser als eine mauer absperrten.« Riehl land u. leute (1861) 232, genaueres in Bodmanns rheingauischen alterth. 817 ff.; auch bannzäune, s. z. b. binnen des lants banzünen des Rynkaws. weisth. 1, 541. 2@cc) es hiesz auch hain, d. i. hagen (s. d. 3, a), so in der Wetterau, öfter noch der haingraben, s. Thudichum 91; z. b. aus einem dorfe im Niedgau wird vom jahre 1714 von der schleifung eines solchen berichtet: im herbst ist .. hinter der hofräten (hofreite) auf der Obergasz der doppelte häingraben geschleift und der erden gleich gemacht worden. Thudichum 122, d. h. ein hain mit doppeltem graben; vgl. auch das. hainzaun, hainfriede, d. h. zaun (vgl. sp. 1844) und unter 3 a. e. haingebicke. neben hain auch hege, s. bei Thudichum 89. 91, landhege unter 5, gebickte hege unter 4 und hegen unter 3. 33) auch gebick heiszt es früh, aber mit gebück, gebuck wechselnd, d. h. nur mit der aussprache i für ü, z. b.: 'wer gebick, wege oder stege im kirspel habe (wem sie gehören)? item wer die gebick gehegt, gehawen, auch die schlege (die durchgänge) gemacht und erhalten?' daruf sie .. dise antwort gaben: die graven von Sain hetten .. die schläge machen laszen .. desgl. auch die gebück hegen und pflanzen laszen. weisth. 1, 647, vom Westerwalde 16. jh.; (das kirchspiel Evighusen geht) von dem Bolinger slagk ane das trierisch gepick hinaus bis ane das wiedisch gepick .. und dasselbe wiedisch gepick scheide alhie beide oberkeiten, Dietz und Wiede. 4, 583, vorher ebenda gebuck (s. 2, a) und gepuck; Salziger kirspiel .. vom gepick und landgraben ane bis ane die Hermansburg. das.; welcher der statt oder flecken vestunggräben, pforten, hayn, gebicke und dergl. beschädigt, soll nach verwirkung der frevelbusz auch den schaden .. zu kehren schuldig sein. 1, 488, aus dem thal des Mains seiner mündung nahe; vielleicht ist da haingebicke gemeint (wie unter 2, c hainzaun), das den festunggraben begleitet, obwol auch vom gebicke des haines die rede ist, das gerodet wird, s. Scherz 483 aus Guden 5, 931. 44) dazu gebücket, gebickt, mit einem gebück versehen, umhegt: heuwet ein (d. h. der) walpode in der gebuckten hegemarg, so sal er als wole buszen als der lantman. weisth. 3, 488, aus Oberursel vom j. 1401; heuwet iemans und thut schaden inne der gebickten hege uf der straiszen .. der ist eim waltpoit mit zehen gulden zu pene verfallen. 5, 319, gleichfalls aus der Wetterau, vom j. 1484; in beiden fällen sind es eingehegte wälder, hegemark oder hege. 55) beim herstellen oder ausbessern des gebückes ist die rede von hauen, s. unter 3 (neben hegen, pflanzen), vgl. dasselbe hauen vom mhd. hac unter 1, c (var.) und vom nd. knick unter 1, a; aber auch pöcken (d. i. bücken) daneben: welche landheeg (s. 2 a. e.) das Wolferborner gericht bis an die Wärtheimer schläg pöcken, hauen und halten musz. grenzbeschr. von 1521 bei Thudichum sp. 48, das ö ist mundartlich für ü, das p- wie in gepuck, gepick u. 3; dazu einbucken, steckreiser von weiden o. ä. in die hecken einsetzen Schm.2 1, 206; auch verbucken, verbücken, lücken im hag vermachen, ein Schweizer ermahnt Österreich im j. 1474, sich gegen Burgund und seine gelüste auf die habsburg. erblande der Schweizer freundschaft zu bedienen: umzün din rosengarten mit der fromen aidgnoszen land ... si helfend dir die lucken stätenklich verbucken. Liliencron 2, 25a. diesz bücken oder bucken (vgl. schwäb. bucken biegen Schmid 105) meint kräftiges oder wiederholtes biegen der äste der gepflanzten bäume oder büsche, besonders der hainbuchen, die am besten dazu dienten (Thudichum 12), wie der niederd. knick von gleichbedeutendem knicken benannt ist; beides, hauen und biegen, erscheint ja schon in der schilderung Cäsars b. g. 2, 17 (s. knick 3 a. e.) in teneris arboribus incisis atque inflexis.
7738 Zeichen · 207 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebückeswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    gebücke swv. daʒ holz ward an im sighaft, er maht es niht gepucken Suochenw. 34,56.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gebücken.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gebücke , n. hag, hecke, verhau, landwehr, ein rhein. wort, auch gebicke geschrieben ( s. 3). 1 1) das wort erscheint se…

  3. modern
    Dialekt
    Gebücken.

    Pfälzisches Wb.

     Ge-bücke n. : ' undurchdringlicher Heckenzaun ', vgl. Gehecks . a. 1533: Das Gebick des Stadtgrabens soll wohl gehegt …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebuecke

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gebuecke

ge- + bucke

gebuecke leitet sich vom Lemma bucke ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von gebuecke 2 Komponenten

gebu+ecke

gebuecke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gebuecke‑ als Erstglied (1 von 1)

gebückelt

DWB

gebueck·elt

gebückelt , getüpfelt, wie es scheint: der apfel inwendig ist auch geel, mit kleinen schwarzen düpflein oder pünctlein gepückelt. Tabernaemo…

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APA
Cotta, M. (2026). „gebuecke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gebuecke/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „gebuecke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gebuecke/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gebuecke". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gebuecke/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_gebuecke_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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