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gauchmatte

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gauchmatte

Bd. 4, Sp. 1536
gauchmatte, geuchmatte, f. matte, auf der die gäuche, verliebten narren, zu einem feste zusammenkommen, im 16. jh. sprichwörtlich geworden durch Gengenbachs gouchmat und Murners geuchmatt (s. u.gauch 2, c), die beide in Basel spielen, die erste auch ein wirklich aufgeführtes spiel; der doctor (d. h. gelehrte) z. b., der auch dazu herbeikommt, meldet sich beim narren als dem thürsteher: hab ghört, wie zBasel in der stat hab ufgerichtet ein gouchmat Venus, ein (d. h. die) küngin diser wält. Gengenbach s. 137; weiter so wöllen sie (diese ketzer) dasz die pfaffen weiber nemmen .. und wollen den pfarrfaren und kuttenhengsten ire weiber nit leihen .. zu fortsetzung der heil. Clementinischen weibergemeinschaft und handhabung des lehens von d. Murnarrs gauchmatten. Fischart bien. 198b (1588 219a), auch Murner braucht neben geuchmatt oder geuchmat das umlautlose gouchmat s. 954 Sch. als wirklicher ort gedacht, wie die heimat der narren: wie nicht weit von der Gauchmatten in eim dorf ein junger stolzer baur sich dergleichen understunde. Kirchhof wend. 1, 194 Öst., es ist wie z. b. das. 190 in der Grillenaw zum Tölpelshagen und andern bedeutungsnamen. Übrigens mag der name älter sein als Gengenbachs spiel, denn die vorstellung darin schlieszt sich an eine seite des uralten maifestes an, womit das liebeleben der jungen burschen und mädchen da in eine gewissermaszen gemeindliche form gebracht war in dem sog. mailehen, wonach jene einander zugelost wurden o. ä. zu liebespaaren, zum liebstens spielen, für die dauer des festes, des sommers, des jahres (vgl. noch Hagedorn 3, 87 ihr schwör ich meine liebe, fürs erste bis zur sommerszeit); s. dazu J. Grimm unter bähli, besonders das nl. somergheck dort, liebster für diesen sommer, wie denn geck und gauch vielfach zusammenfallen. und auch der gauch findet da einen natürlichen anschlusz an seine eigentliche bedeutung, denn in jenem feste hatte der kuckuk eine wichtige rolle als bote des frühlings und wurde als solcher gefeiert (s.kuckuk II, 1); sein rufen galt aber und gilt noch zugleich den liebenden als wahrsagung (s. ebend., vgl. unter kucken 2), und man machte bei dem feste sein rufen nach in beiderlei sinne, stieg sogar auf bäume zu diesem zwecke, wie aus der von J. Grimm unter bühli angeführten latein. stelle und denen unter kuckuk II, 1, a zuletzt und u. kucken 2 zu entnehmen ist. danach wird auch das von Murner in der geuchmatt vielgebrauchte gucken vom buhlenden locken von den gebräuchen jenes festes entnommen sein, um so besser passend als der ruf des vogels auch als guck! guck! beim versteckenspielen aufgefaszt wurde (s.kuckuk I, 3, c), das ja auch dem natürlichen liebeleben angehört.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gauchmatte

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gauchmatte , geuchmatte , f. matte, auf der die gäuche, verliebten narren, zu einem feste zusammenkommen, im 16. jh. spr…

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Cotta, M. (2026). „gauchmatte". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gauchmatte/dwb?formid=G02221
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Cotta, Marcel. „gauchmatte". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gauchmatte/dwb?formid=G02221. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gauchmatte". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gauchmatte/dwb?formid=G02221.
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