Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Galerie f.
Galerie f.
Galerie f. ‘langer, an einer Seite offener oder verglaster Gang, Ausstellungsgelände für Kunstschätze’. Das Substantiv, entlehnt aus ital. galleria ‘langer überdachter Gang’ bzw. gleichbed. frz. galerie (dieses vielleicht vermittelt durch nl. galerij, galderij), begegnet seit Ende des 16. Jhs. (zunächst in den Formen Gallerei, Galderey) als Fachwort der Architektur (‘Säulengang, Balkon, Empore’), der Gartenbaukunst (‘Laubengang’) und des Festungsbaus (‘überdeckter Graben’), wird aber bald auch (wie im Ital.) für ‘Bilder-, Gemäldesammlung’ (17. Jh.) und schließlich für den ‘obersten Rang im Theater’ (18. Jh.) verwendet. Ital. galleria und das möglicherweise aus dem Ital. stammende, jedoch früher bezeugte afrz. galerie gehen von seit dem 9. Jh. nachzuweisendem mlat. galeria ‘bedeckter Vorbau’ aus, das vermutlich als dissimilatorische Umbildung von mlat. galilaea ‘Vorhalle einer Kirche’ (nach der Bauweise der Cluniazenser), ital. galilea, afrz. galilee anzusehen ist. Diese Bezeichnung folgt lat. Galilaea, dem Namen der Landschaft in Nordpalästina, die in der Bibel als heidnisch gilt. Benennungsmotiv könnte sein, daß sich in der Vorhalle die große Zahl der Laien aufhält, während der Chorraum den Mönchen vorbehalten (und daher mit dem strenggläubigen Judäa vergleichbar) ist. – Gemäldegalerie f., Bildergalerie f. (Mitte 18. Jh.).