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Gaffele

mnd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Gaffele f. m.

Bd. 2, Sp. 990
Gaffele f.(m.) [verbr.] 1.1. Gabelung eines Astes, Astgabel [verstr.]. — 1.2. gabelförmiges Ende (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). — 2. gegabelte Stange, große hölzerne Gabel mit zwei (langen) Zinken [nördl.]. Wer det Heern Willen wöit un nich dorteo doit, de kriggt watt mett’er Gaffel (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). — Ra.: Enen up de Gaffel nimmen sich jmdn. vorknöpfen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr || mehrf.). — Spez.: 2.1. großes Gabelholz zum Auf- und Abhängen der Wurststöcke, des Schinkens usw. [OWestf Kr. AhausAhs Kr. LippstadtLst Kr. MeschedeMes Bri, sonst verstr.]. — 2.2. Gabel als landwirtschaftliches Gerät. Ne Gaffel wur taum Sträoh-iutschüdden, buim Soatiutruihen und Flüegeldäsken briuket (Kr. SoestSos Kr. Soest@BorgelnBo). — Spez.: 2.2.1. Mistgabel [verstr. Kr. MünsterMün Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. LüdinghausenLhs Mark Olp]. — 2.2.2. Heugabel zum Auf- und Abladen, zum Wenden [verstr.]. — 2.2.3. hölzerne Gabel zum Aufschütteln des Strohs beim Dreschen [Münsterl Kr. MindenMin Kr. HerfordHfd Lst]. — 2.3. (schweres) gabelförmiges Gestell, das Schafen oder Rindern um den Hals gelegt wird, um sie am Ausbrechen aus der Weide zu hindern [WMünsterl]. — 2.4. Teil des Ackerwagens. — 2.4.1. Gabeldeichsel [verstr. bes. Mark]. — 2.4.2. Arme des vorderen Wagengestells, zwischen denen die Deichsel befestigt ist [verstr.]. — 2.5. als Stütze dienende Astgabel. — Spez.: Deichselstütze [verstr.], aufrechtstehender Stamm mit Gabelung am oberen Ende (am Brunnen) (Kr. MindenMin Kr. Minden@HilleHi). — 2.6. Teil der Windmühle: Vorrichtung zum Greifen des Läufers (sich drehender Stein) (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Xy). — 3. Gabel (als Teil des Tischbestecks) [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel SWestf HPaderb]. Se späült de Gaffeln (die krfr. Stadt HagenHag die krfr. Stadt Hagen@HagenHg). De Gaffel es schlee (stumpf) (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb). — Ra.: Dai es vüönähm, dä päkket de Gaffel in de linke Hand (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). Dǫ gawwet wat anne Gaffel da wurde man gut bewirtet (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl). — Sprichw.: Met de Gaffel, dat brengt Ehr; met em Liäpel, dat brengt mehr (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb). — 4. Hörner auf dem Kopf einer Ziege, eines Rindes [verstr. Kr. WiedenbrückWie Kr. DetmoldDet Höx]. Wat het dē (die Ziege) lange Gaffel’! (Kr. HöxterHöx Sb). — Rätsel: Vör ne Gaffel, midden en Fatt, achter en Stiel; rode, wat is dat: Kuh (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa || mehrf. Münsterl). — 5. Schwurfinger (der Zeugen vor Gericht) [verstr.]. En Äid op de Gaaffel neäm’m schwören (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Wenn eck en man iärst uppe Gaffel hewwe wenn ich erst zum Eid zugelassen bin (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa || mehrf.). — 6. streitsüchtige Frau (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DahlDa). Wat is dat ne alle Gaffeln! (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DahlDa). ⟨Genus: f. [verbr.], m. (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DahlDa). — Kontamination mit → Gawel: Gawwele u. „Goaffele“ [jeweils verstr. bes. Kr. LippstadtLst HPaderb]. — Bedeutungsdifferenzierung: Gaffel ’landwirtschaftliches Gerät’ u. → Gawel ’Eßgabel’ (Kr. SoestSos SCHMB)⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,964: Gabel; NDSWB 5,9: Gaffel, Geffel. — Vgl. auch → Gawele. Zus.: → Al~, Ärd-appel~, Ärd~, Ast~, Braden~, Dīßel~, Disk~, Af-dō¹ns~, Up-dō¹ns~, Eªte~, Fange~, Flē²sk~, Gǟr~, Grāwe~, Harken~, Heªrwen~, Höi~, Höi-lāde~, Holt~, Kartūfel~, Koªlen~, Krǖts~, Lāde~, Mes~, Plō¹g~, Rē²ke~, Up-rē²ke~, Rō²k~, Ro²ker~, Rō¹t~, Sad~, Salad~, Schinken~, Schīwe~, Schot~, Schüdde~, Schūf~, Sliᵉpe~, Sneisen~, Spek~, Stemme~, Stok~, Strō²~, Ströie~, Twī~, Wīmen~, Wurste~.
3022 Zeichen · 108 Sätze

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gaffeleF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gaffele , F. Vw.: s. gaffel

  2. modern
    Dialekt
    Gaffelef. m.

    Westfälisches Wb.

    Gaffele f. ( m. ) [verbr.] 1.1. Gabelung eines Astes, Astgabel [verstr.]. — 1.2. gabelförmiges Ende ( Ahs St ). — 2. geg…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaffele

24 Bildungen · 21 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

gaffele‑ als Erstglied (21 von 21)

Gaffelebäien

WWB

Gaffele-bäien n. [ Sos Arn Mes] Festlichkeit, kleines improvisiertes Fest; Festessen. Dǫ gaftet ’n wān Chafflenbäggen ( Arn Mü ).

Gaffelebō²m

WWB

gaffele·bom

Gaffele-bō²m m. 1. Baumstamm mit gewachsener Astgabel am Ziehbrunnen ( Det Is = PLATE-NAUWB). — 2. Gabeldeichsel (Frbg.) ( Enr Gr ). ¶ Bed. …

Gaffeledīßele

WWB

Gaffele-dīßele f. [(westl.) SWestf] Gabeldeichsel (aus zwei Stangen bestehende Deichsel, zwischen die ein einzelnes Zugtier eingespannt wird…

gaffele, geffele

LW

gaffele, geffele, f. grosse hölzerne oder eiserne Gabel, bifurca. — Dazu demin. gaffelke.

Gaffeleschǟre

WWB

gaffele·schaere

Gaffele-schǟre f. [ Bch Enr Hag] aus zwei Stangen bestehende Deichsel, zwischen die ein einzelnes Zugtier eingespannt wird.

Gaffeleschot

WWB

gaffele·schot

Gaffele-schot n. [verstr.] 1. hölzernes Gestell zur Aufbewahrung der → Gaffeln (Bed. 2.2.) auf der Tenne. — 2. Tischschublade zur Aufbewahru…

Gaffelesneise

WWB

gaffele·sneise

Gaffele-sneise großes Gabelholz zum Auf- und Abhängen der Wurststöcke, des Schinkes usw. ( Wit Wi).

Gaffelestange

WWB

gaffele·stange

Gaffele-stange f. großes Gabelholz zum Auf- und Abhängen der Wurststöcke, des Schinkes usw. ( Bri Kb).

Gaffelesteªrt

WWB

Gaffele-steªrt m. Gabelweihe, Roter Milan ( Det Is = PLATENAUWB).

Gaffelestil

WWB

gaffele·stil

Gaffele-stil m. 1. Stiel einer Gabel ( Dor Wl ). — 2. Gabeldeichsel ( Unn Wd).

Gaffelestok

WWB

gaffele·stok

Gaffele-stok m. [verstr. nördl. OWestf] großes Gabelholz zum Auf- und Abhängen der Wurststöcke, des Schinkens usw.

Gaffeletand

WWB

gaffele·tand

Gaffele-tand m. [ Hfd Stf Rek, sonst verstr. bes. Münsterl Bie Lippe] 1. Ohrwurm, Ohrenkneifer, kleines Insekt mit kurzen Vorderflügeln und …

Gaffeletange

WWB

gaffele·tange

Gaffele-tange f. 1. Ohrwurm, Ohrenkneifer, kleines Insekt mit kurzen Vorderflügeln und zwei zangenartig ausgebildeten Schwanzborsten (Forfic…

Gaffeletante

WWB

gaffele·tante

Gaffele-tante f. Gaffeltante Ohrwurm ( Rek Lb ). ¶ Wohl entstellt aus → Gaffel-tand .

gaffele als Zweitglied (3 von 3)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gaffele". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gaffele/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „gaffele". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gaffele/wwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gaffele". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gaffele/wwb.
BibTeX
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