Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Frust
Frust
frustrieren Vb. ‘benachteiligen, (ent)täuschen, vereiteln’, dann auch ‘durch Enttäuschung in der psychischen Entfaltung behindern’, entlehnt (frustrirt ‘betrogen, vergeblich’, 1728, früstrirt ‘enttäuscht’, Anfang 19. Jh.) aus lat. frūstrārī, auch frūstrāre ‘in der Erwartung täuschen, hintergehen, vereiteln’ (zu lat. frūstrā̌ ‘irrtümlich, vergeblich’) bzw. aus sich hieran anschließendem, ursprünglich rechtssprachlichem afrz. frz. frustrer ‘um etw. bringen, betrügen’. In der Mitte des 20. Jhs. wird das Verb, zunächst im Bereich der Psychologie, wieder aufgenommen und entwickelt sich, zumal im Part. Prät. frustriert, rasch zu einem viel gebrauchten Modewort. – Frustration f. ‘Vereitelung, Täuschung einer Erwartung, Hinhaltung’ (19. Jh.), mfrz. frz. frustration ‘Täuschung, Nichterfüllung eines rechtmäßigen Anspruchs’; zuvor vereinzelt Frustratio ‘Bankrott’ (1735), unmittelbar nach lat. frūstrātio (Genitiv frūstrātiōnis) ‘Täuschung, Irreführung, Nichterfüllung, vergebliches Hinhalten’. Daraus verkürzt (mit verändertem Genus) Frust m. ‘Enttäuschung’ durch Versagung einer Erwartung (2. Hälfte 20. Jh.). Anfangs in der Jugendsprache, dann rasch allgemein in großer Bedeutungsbreite für jede Art ‘Mißmut, Unwille, Ärger’, auch (euphemistisch) ‘Wut’.